Psalm 32

Hamilton Smith

© SoundWords, online seit: 31.12.2012, aktualisiert: 18.10.2016

Die Glückseligkeit des Menschen, dessen Sünde vergeben ist und in dessen Geist kein Trug ist

Das volle Sündenbekenntnis vor Gott führt zur Vergebung – das ist das Leitprinzip dieses Psalms. Als Christen wissen wir, dass auf der Grundlage des Todes Christi – seines kostbaren Blutes – dieses Prinzip Gültigkeit besitzt, sei es die ewige Vergebung für einen Sünder, der sich Gott nähert, oder sei es die Vergebung Gottes als des Herrschers für ein versagendes Kind, das sich dem Vater nähert. Die Vergebung, um die es in diesem Psalm geht, ist streng genommen die Vergebung Gottes als des Herrschers für den gottesfürchtigen Überrest von Israel.

Verse 1.2

Ps 32,1.2: 1 Von David, ein Maskil. Glückselig der, dessen Übertretung vergeben, dessen Sünde zugedeckt ist! 2 Glückselig der Mensch, dem der HERR die Ungerechtigkeit nicht zurechnet und in dessen Geist kein Trug ist!

Die Anfangsverse nennen das Thema des Psalms – die Glückseligkeit des Menschen, dessen Übertretung vergeben und dessen Sünde zugedeckt ist. Die Glückseligkeit liegt nicht darin, dass es keine Sünde gibt, sondern dass sie zugedeckt ist – nicht zugerechnet wird. Die Sünde wird nicht verleugnet oder entschuldigt oder verharmlost – das wäre Trug; sie wird vollständig bekannt.

Verse 3-5

Ps 32,3-5: 3 Als ich schwieg, verzehrten sich meine Gebeine durch mein Gestöhn den ganzen Tag. 4 Denn Tag und Nacht lastete auf mir deine Hand; verwandelt wurde mein Saft in Sommerdürre. – Sela. 5 Ich tat dir meine Sünde kund und habe meine Ungerechtigkeit nicht zugedeckt. Ich sprach: „Ich will dem HERRN meine Übertretungen bekennen“, und du hast die Ungerechtigkeit meiner Sünde vergeben. – Sela.

Die Verse 3-5 geben die Erfahrungen des Psalmisten wieder, durch die er diese Glückseligkeit erreicht hat. Als er schwieg und sich weigerte, seine Sünden zu bekennen, lastete Gottes Hand schwer auf ihm; bei Tag und bei Nacht ließ sein Gewissen ihm keine Ruhe. Schließlich legt er unter dem Druck von Gottes Hand eine volle Beichte ab. Er bekennt seine Sünde vor Gott und verbirgt nichts vor Gott, und deshalb wird ihm alles vergeben.

Verse 6.7

Ps 32,6.7: 6 Deshalb wird jeder Fromme zu dir beten, zur Zeit, da du zu finden bist; gewiss, bei großen Wasserfluten – ihn werden sie nicht erreichen. 7 Du bist ein Bergungsort für mich; vor Bedrängnis behütest du mich; du umgibst mich mit Rettungsjubel. – Sela.

Jetzt kennt er Gott als einen vergebenden Gott, und nun kommen die Folgen, die sich aus diesem Wissen ergeben. Aus diesem Grund – weil nämlich Gott ein vergebender Gott ist – kann der Gottesfürchtige sich immer vertrauensvoll an Gott wenden, und zwar in der Zeit, wo Er zu finden ist. Es wird eine Zeit kommen, wo die Menschen Gott suchen werden, aber Er sich nicht finden lassen wird. Jetzt ist die angenehme Zeit, die Gnadenzeit (2Kor 6,2), wo Er sich auf der Grundlage von Christi Werk finden lässt. Doch verschmähte Gnade wird zum Gericht führen, wenn Gott sich nicht länger von Menschen finden lassen wird, sondern die Menschen von Gott aufgespürt werden.

Als der Psalmist sich vertrauensvoll an Gott wendet, erkennt er, wie sicher er ist, selbst wenn er von Feinden und Schwierigkeiten umringt ist wie von einer großen Wasserflut. Da er Gott als einen vergebenden Gott kennt, vertraut er auf Gott und stellt fest, dass Er der Eine ist, bei dem er sich vor dem Sturm bergen kann, der ihn vor Bedrängnis behütet und ihn mit Rettungsjubel umgibt.

Verse 8-11

Ps 32,8-11: 8 Ich will dich unterweisen und dich den Weg lehren, den du wandeln sollst; mein Auge auf dich richtend, will ich dir raten. 9 Seid nicht wie ein Ross, wie ein Maultier, das keinen Verstand hat; mit Zaum und Zügel, ihrem Schmuck, musst du sie bändigen, sonst nahen sie dir nicht. 10 Viele Schmerzen hat der Gottlose; wer aber auf den HERRN vertraut, den wird Güte umgeben. 11 Freut euch in dem HERRN und frohlockt, ihr Gerechten, und jubelt, alle ihr von Herzen Aufrichtigen!

Des Weiteren empfängt derjenige, der zu Gott betet, nicht nur Bewahrung, sondern auch Führung für den Weg. Gott leitet uns auf seinem Weg mit seinen Augen über uns als der Eine, der sich zutiefst für sein Volk interessiert. Überdies gibt der Herr Einsicht in seine Gedanken, damit wir nicht wie ein Pferd oder ein Maultier sind, ohne Verstand. Diese Tiere werden zwar gelenkt, doch ohne Verstand und Einsicht ihrerseits. Wenn wir den Weg beschreiten, auf dem Gott uns haben will, werden wir von Gnade umgeben sein; und Aufrichtigkeit des Herzens wird zur Freude an dem Herrn und zum Jubel führen.

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Übersetzung: S. Bauer


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