Psalm 79

Hamilton Smith

© SoundWords, online seit: 19.12.2013, aktualisiert: 29.01.2018

Der Gottesfürchtige bekennt die Sünde und völlige Hilflosigkeit von Gottes Volk und bittet Gott, auf Grundlage seines Erbarmens und zur Ehre seines großen Namens zu Gunsten seines Volkes zu handeln.

Psalm 78 hatte die völlige Verdorbenheit von Gottes Volk aufgezeigt und festgestellt, dass seine einzige Hoffnung auf der souveränen Gnade Gottes ruht. Dieser Psalm ist die angemessene Antwort der Gottesfürchtigen. Sie gestehen ihre Sünde ein und werfen sich auf Gott und seine Barmherzigkeit.

Verse 1-4

Ps 79,1-4: 1 Ein Psalm von Asaph. Gott, die Nationen sind in dein Erbteil gekommen, haben deinen heiligen Tempel verunreinigt, haben Jerusalem zu Trümmerhaufen gemacht! 2 Die Leichen deiner Knechte haben sie den Vögeln des Himmels zum Fraß gegeben, das Fleisch deiner Frommen den wilden Tieren der Erde. 3 Sie haben ihr Blut wie Wasser vergossen rings um Jerusalem, und niemand war da, der begrub. 4 Wir sind ein Hohn geworden unseren Nachbarn, ein Spott und Schimpf denen, die uns umgeben.

Die Gottesfürchtigen breiten ihren traurigen Zustand vor Gott aus. Es scheint, dass der Feind vollständig über Gottes Volk triumphiert und es gänzlich hilflos hinterlassen hat; als Spott und Schimpf vor der Welt. Sie machen jedoch geltend, dass der Feind das Erbteil Gottes angreift, Gottes heiligen Tempel, Gottes Knechte und Gottes Fromme.

Verse 5-7

Ps 79,5-7: 5 Bis wann, HERR? Willst du immerfort zürnen, soll wie Feuer brennen dein Eifer? 6 Schütte deinen Grimm aus über die Nationen, die dich nicht kennen, und auf die Königreiche, die deinen Namen nicht anrufen! 7 Denn man hat Jakob aufgezehrt, und seine Wohnung haben sie verwüstet.

Die Gottesfürchtigen spüren zu Recht, dass ein Angriff auf Gott und sein Eigentum eine Grenze haben muss. Gott kann ihn nicht ewig weitergehen lassen. Also fragen sie: „Bis wann, Herr?“ Des Weiteren erkennen sie an, dass sie unter dem züchtigenden Zorn und der Eifersucht des Herrn leiden. Sie machen jedoch geltend, dass die Werkzeuge seiner Züchtigung einfach nur ihrem Hass gegen Gott Ausdruck verleihen. Sie erkennen Gott nicht und rufen seinen Namen nicht an.

Verse 8-10

Ps 79,8-10: 8 Rechne uns die Ungerechtigkeiten der Vorfahren nicht zu; lass uns deine Erbarmungen bald entgegenkommen, denn sehr gering sind wir geworden! 9 Hilf uns, Gott unseres Heils, um der Herrlichkeit deines Namens willen; und errette uns und vergib unsere Sünden um deines Namens willen! 10 Warum sollen die Nationen sagen: Wo ist ihr Gott? Lass unter den Nationen vor unseren Augen kundwerden die Rache für das vergossene Blut deiner Knechte!

Sie gestehen ihre Sünden ein sowie die Tatsache, dass sie sehr gering geworden sind; aber sie machen Gottes Erbarmen geltend, die Ehre seines Namens und den Spott der Feinde, die fragen: „Wo ist ihr Gott?“ Nach außen hin mag es der Welt scheinen, als ob Gott dem Leid seines Volkes gleichgültig gegenübersteht.

Verse 11-13

Ps 79,11-13: 11 Lass vor dich kommen das Seufzen des Gefangenen; nach der Größe deines Armes lass übrig bleiben die Kinder des Todes! 12 Und gib unseren Nachbarn ihren Hohn, womit sie dich, Herr, verhöhnt haben, siebenfach in ihr Inneres zurück! 13 So werden wir, dein Volk und die Herde deiner Weide, dich preisen in Ewigkeit, dein Lob erzählen von Geschlecht zu Geschlecht.

Schließlich bringen sie ihre eigene völlige Schwäche und Gottes große Macht vor. „Lass vor dich kommen das Seufzen des Gefangenen“ – darauf folgt das Gebet, die Größe der Macht Gottes (seines Armes) möge sein Volk bewahren, das scheinbar an der Schwelle des Todes steht. Dann bitten sie darum, dass diejenigen, die den Herrn verhöhnen, gerichtet werden, woraus ein ewiger Lobpreis aus den Mündern derjenigen, die trotz all ihres Versagens immer noch die Herde seiner Weide sind, entstehen würde.

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Übersetzung: S. Bauer


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