Psalm 66

Hamilton Smith

© SoundWords, online seit: 12.12.2013, aktualisiert: 18.10.2016

Die ganze Erde ist dazu aufgerufen, sich Gott zu unterwerfen und seinem Namen Ehre zu geben angesichts seiner mächtigen Kraft, die sich im Umgang mit den Feinden Israels zeigt, und angesichts seines Herrschaftshandelns an dem gottesfürchtigen Überrest und dem ganzen Volk.

Verse 1-4

Ps 66,1-4: 1 Dem Vorsänger. Ein Psalm-Lied. Jauchzt Gott, ganze Erde! 2 Besingt die Herrlichkeit seines Namens, macht herrlich sein Lob! 3 Sprecht zu Gott: Wie furchtbar sind deine Werke! Wegen der Größe deiner Stärke unterwerfen sich dir deine Feinde mit Schmeichelei. 4 Die ganze Erde wird dich anbeten und dir Psalmen singen; sie wird deinen Namen besingen. – Sela.

Alle Lande werden dazu aufgerufen, Gott zu ehren, dessen furchtbare Werke sich gezeigt haben, als Er mit den Feinden seines Volkes Israel abrechnete. Es wird öffentlich deutlich werden, dass diejenigen, die sich in Auflehnung gegen Gott selbst erhöht haben, gezwungen sein werden, sich zu unterwerfen, wenn Gott die Größe seiner Macht im Gericht einsetzen wird. Die Folge wird sein, dass die ganze Erde sich vor Gott beugen und seinen Namen preisen wird.

Verse 5-7

Ps 66,5-7: 5 Kommt und seht die Großtaten Gottes; furchtbar ist er in seinem Tun gegen die Menschenkinder. 6 Er verwandelte das Meer in trockenes Land, sie gingen zu Fuß durch den Strom; dort freuten wir uns in ihm. 7 Er herrscht durch seine Macht auf ewig; seine Augen beobachten die Nationen. – Dass sich nicht erheben die Widerspenstigen! – Sela.

Die Heidenvölker werden dazu aufgerufen, das Herrschaftshandeln Gottes an den Menschenkindern zu betrachten, wie es sich in der Geschichte Israels zeigt von der Zeit an, als Er es durch das Rote Meer brachte, bis zu seiner endgültigen Errettung von all seinen Feinden. So wird es deutlich, dass Gott allmächtig ist („auf ewig“ herrscht) und allwissend („seine Augen beobachten die Nationen“). Daher werden die Widerspenstigen sich nicht erheben.

Verse 8-12

Ps 66,8-12: 8 Preist, ihr Völker, unseren Gott, und lasst hören die Stimme seines Lobes, 9 der unsere Seele am Leben erhalten und nicht zugelassen hat, dass unsere Füße wankten! 10 Denn du hast uns geprüft, o Gott, du hast uns geläutert, wie man Silber läutert. 11 Du hast uns ins Netz gebracht, hast eine drückende Last auf unsere Hüften gelegt. 12 Du hast Menschen auf unserem Haupt reiten lassen; wir sind ins Feuer und ins Wasser gekommen, aber du hast uns herausgeführt zu überströmender Erquickung.

Die Gottesfürchtigen in Israel bezeugen Gottes Handeln an ihnen. Durch alle ihre Prüfungen und Plagen hindurch hatte Gott ihre Seele am Leben erhalten; auf all ihren Wanderungen hatte Gott ihre Füße bewahrt. Dennoch waren sie einen schmerzhaften Weg geführt worden. Sie waren im Feuerofen des Leids geprüft und geläutert worden, wie Silber geläutert wird, um die Schlacken zu entfernen. Sie waren in die Hände ihrer Feinde gefallen wie ein Tier, das dem Jäger ins Netz geht. Sie waren Sklaven ihrer Feinde geworden wie Lasttiere, auf deren Hüften eine drückende Last gelegt wird. Man hatte über sie triumphiert und sie behandelt wie jemanden, der zu Boden geworfen und von einem rohen Feind mit Füßen getreten wird. Sie waren durch feurige Verfolgung gegangen und den Wassern des Todes begegnet.

Sie erkennen, dass in ihrer ganzen langen Geschichte der Prüfung und des Leids Gott nach seiner eigenen Heiligkeit und zu ihrem Segen an ihnen gehandelt hat. Deshalb schauen sie über die Bosheit der Menschen hinaus und nehmen ihre Prüfungen von Gott an. Sie sagen: Du hast diese Dinge getan. Des Weiteren erkennen sie, dass, wenn Gott seine Leute Prüfungen durchleiden lässt, dies letztendlich zu ihrem Segen führt; daher können sie hinzufügen: „Du hast uns herausgeführt zum Überfluss.“

Verse 13-15

Ps 66,13-15: 13 Ich will mit Brandopfern in dein Haus hineingehen, will dir meine Gelübde bezahlen, 14 wozu sich meine Lippen weit aufgetan haben und die mein Mund in meiner Bedrängnis ausgesprochen hat. 15 Brandopfer von Mastvieh will ich dir opfern samt Räucherwerk von Widdern; Rinder samt Böcken will ich opfern. – Sela.

Die Prüfungen, die sie durchlitten haben, machen die Gottesfürchtigen dazu tauglich, sich Gott als Anbeter zu nähern. Daher sagt der Psalmist, indem er persönlich für sich selbst spricht: „Ich werde eingehen in dein Haus mit Brandopfern.“ Nach der Befreiung von seinen Feinden wird er die Opfer bringen, die er in den Tagen der Prüfung zu bringen gelobt hatte.

Verse 16-20

Ps 66,16-20: 16 Kommt, hört zu, alle, die ihr Gott fürchtet, und ich will erzählen, was er an meiner Seele getan hat. 17 Zu ihm rief ich mit meinem Mund, und Erhebung war auf meiner Zunge. 18 Wenn ich es in meinem Herzen auf Frevel abgesehen hätte, so hätte der Herr nicht gehört. 19 Doch Gott hat gehört, er hat gemerkt auf die Stimme meines Gebets. 20 Gepriesen sei Gott, der mein Gebet nicht abgewiesen und seine Güte nicht von mir abgewandt hat!

Der gottesfürchtige Mensch ist endlich nicht nur dazu befreit, Gott anzubeten, sondern er kann vor den Menschen Zeugnis davon ablegen, was Gott für seine Seele getan hat. Während seiner Prüfung hatte er zu Gott gerufen und Gott gepriesen; er hatte in seinem Herzen keinen Gefallen an Ungerechtigkeit und Frevel gefunden und sie auch nicht geschehen lassen, ohne sie zu verurteilen. Gott hatte sein Gebet gehört und beantwortet und es in Lobpreis verwandelt.

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Übersetzung: S. Bauer


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