Psalm 24

Hamilton Smith

© SoundWords, online seit: 24.11.2012, aktualisiert: 18.10.2016

Christus als König der Herrlichkeit, der sein Volk mit sich selbst verbindet bei seinem Einzug in seine Herrschaft über die ganze Erde

In Psalm 22 wird Christus als das makellose Opfer, das für sein Volk leidet, betrachtet. In Psalm 23 wird Er als der Hirte betrachtet, der sein Volk durch eine feindliche Welt führt. In Psalm 24 wird Christus als König dargestellt, der sein Volk in seiner Herrschaft der Herrlichkeit mit sich selbst verbindet. Der Psalm beschreibt sehr segensreich die dreifache Grundlage, auf der Christus sein Reich in Besitz nimmt. Erstens als Schöpfer (Ps 24,1.2); zweitens wegen seiner innewohnenden Vollkommenheit (Ps 24,3-5); drittens aufgrund seines gewaltigen Werkes am Kreuz (Ps 24,8).

Verse 1.2

Ps 24,1.2: 1 Von David, ein Psalm. Des HERRN ist die Erde und ihre Fülle, der Erdkreis und die darauf wohnen. 2 Denn er hat sie gegründet über Meeren, und über Strömen sie festgestellt.

Das Reich Christi wird sich über die ganze Welt und alle, die darauf wohnen, erstrecken. Sein erster Anspruch auf alles ist, dass Er der Schöpfer von allem ist – „er hat sie [die Welt] gegründet“ (vgl. Off 4,11).

Verse 3-6

Ps 24,3-6: 3 Wer wird auf den Berg des HERRN steigen, und wer wird an seiner heiligen Stätte stehen? 4 Der unschuldiger Hände und reinen Herzens ist, der nicht zur Falschheit seine Seele erhebt und nicht schwört zum Trug. 5 Er wird Segen empfangen von dem HERRN, und Gerechtigkeit von dem Gott seines Heils. 6 Dies ist das Geschlecht derer, die nach ihm trachten, die dein Angesicht suchen – Jakob. – Sela.

Überdies wird das Reich Christi die Antwort nicht nur auf seine Rechte als Schöpfer sein, sondern auf die innewohnende Vollkommenheit seines Lebens. Die Frage wird aufgebracht: „Wer darf hinaufsteigen auf den Berg des Herrn, und wer darf stehen an seiner heiligen Stätte?“ Der Berg – Zion – spricht von der Herrschaft der Gerechtigkeit, die auf Gnade gegründet ist. Die heilige Stätte spricht von dem Tempel und dem Zugang zu Gott mit Anbetung. Wer ist also moralisch dafür geeignet, von Zion aus über die Menschen zu herrschen, und wer kann sich Gott in seinem Tempel nahen?

Die Antwort wird in Vers 4 gegeben. Es kann nur einer sein, der sich in seinem Lebenswandel Gott und seinem Nächsten gegenüber richtig verhält. Einer, der in Gottes Augen unschuldige Hände und ein reines Herz hat und seinen Nächsten nie betrogen hat. Wer außer Christus liebte Gott jemals von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt? Und wer außer Christus liebte je seinen Nächsten wie sich selbst?

Wird all diese Vollkommenheit in der kommenden Herrlichkeit keine Antwort erhalten und keine Belohnung empfangen? Ganz sicher wird sie das, denn wir lesen in Vers 5 über den Vollkommenen: „Er wird Segen empfangen von dem Herrn und Gerechtigkeit von dem Gott seines Heils.“ Auch wenn Christus allein in Vollkommenheit diesen Anforderungen genügt, so gibt es doch ein Geschlecht, das seinen Weg ebenfalls in Gottesfurcht geht und Gott sucht. Auch sie werden mit Christus in seiner Herrschaft verbunden sein. Dieses Geschlecht wird in dem gottesfürchtigen Überrest von Israel zu finden sein sowie auch in einer Gruppe heidnischer Gläubiger, von denen es heißt: „die dein Angesicht suchen (in) Jakob.“

Verse 7-10

Ps 24,7-10: 7 Erhebt, ihr Tore, eure Häupter, und erhebt euch, ewige Pforten, damit der König der Herrlichkeit einziehe! 8 Wer ist dieser König der Herrlichkeit? Der HERR, stark und mächtig! Der HERR, mächtig im Kampf! 9 Erhebt, ihr Tore, eure Häupter, und erhebt euch, ewige Pforten, damit der König der Herrlichkeit einziehe! 10 Wer ist er, dieser König der Herrlichkeit? Der HERR der Heerscharen, er ist der König der Herrlichkeit! – Sela.

Die Schlussverse des Psalms feiern den Einzug Christi als König der Herrlichkeit in das Heiligtum in der Mitte seines Volkes. Es wird die Frage gestellt: „Wer ist dieser König der Herrlichkeit?“ Die Antwort erzählt uns von der Herrlichkeit seiner Person und seines Werks. Er ist Jahwe, stark und mächtig, der Herr, mächtig im Kampf. Für sein Volk errang Er am Kreuz den großen Sieg über jeden Feind. So haben wir nicht nur seine Ansprüche auf das Reich als Schöpfer und nicht nur seine Rechte als vollkommener Mensch, sondern auch die gerechte Grundlage alles Segens für sein Volk, den gewaltigen Sieg am Kreuz.

Wiederum wird die Frage gestellt: „Wer ist dieser König der Herrlichkeit?“ Und nun erfahren wir, dass Er nicht nur der Herr ist, der mächtig im Kampf ist, sondern Er ist „der Herr der Heerscharen“. Er ist derjenige, der das riesige Heer der Erlösten mit sich selbst verbindet. Er ist der Starke und Mächtige, der die Heiligkeit Gottes aufrechterhalten und einen großen Sieg für sein Volk am Kreuz errungen hat. Er ist derjenige, der als Hirte sein Volk auf seiner Reise durch die Wüste geführt hat, und Er ist derjenige, der als König der Herrlichkeit und Herr der Heerscharen sein Volk in den Segen des Tausendjährigen Reiches führen wird.

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Übersetzung: S. Bauer


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