Psalm 63

Hamilton Smith

© SoundWords, online seit: 03.12.2013, aktualisiert: 29.01.2018

Das Vertrauen einer gottesfürchtigen Seele, die sich in einem dürren und trockenen Land nach Gott sehnt – also an einem Ort, wo es nichts gibt, was der Seele dienen könnte

Psalm 61 ist der Schrei einer erdrückten Seele; Psalm 62 der Schrei einer wartenden Seele; Psalm 63 ist der Schrei der sehnsüchtigen Seele.

Verse 2.3

Ps 63,2.3: 2 Gott, du bist mein Gott! Früh suche ich dich. Es dürstet nach dir meine Seele, nach dir schmachtet mein Fleisch in einem dürren und lechzenden Land ohne Wasser – 3 so wie ich dich angeschaut habe im Heiligtum –, um deine Macht und deine Herrlichkeit zu sehen.

Der Psalm beginnt, indem er die Sehnsucht des Herzens eines gottesfürchtigen Juden, der aus dem Land vertrieben und weit entfernt vom Heiligtum ist, nach Gott ausdrückt. Sowohl die Seele als auch der Körper, der ganze Mensch, sehnt sich nach Gott, während er sich an einem wüstenartigen Ort befindet, wo es kein Wasser gibt – nichts, um die Seele zu erfrischen.

Die Sehnsucht der Seele gründet sich auf die Erkenntnis Gottes, die im Heiligtum gewonnen wurde. Dort, in Gottes eigener Wohnung, zeigt Gott sich in seiner Macht und Herrlichkeit. [Psalm 63,3 lautet in der englischen Übersetzung: „deine Macht und deine Herrlichkeit zu sehen, wie ich dich im Heiligtum gesehen habe“.]

Verse 4-8

Ps 63,4-8: 4 Denn deine Güte ist besser als Leben; meine Lippen werden dich rühmen. 5 So werde ich dich preisen während meines Lebens, meine Hände aufheben in deinem Namen. 6 Wie von Mark und Fett wird gesättigt werden meine Seele, und mit jubelnden Lippen wird loben mein Mund, 7 wenn ich deiner gedenke auf meinem Lager, über dich sinne in den Nachtwachen. 8 Denn du bist mir zur Hilfe gewesen, und ich werde jubeln im Schatten deiner Flügel.

Der Psalmist nennt nun einen zweifachen Grund für seine Freude an Gott. Erstens, weil er festgestellt hat, dass Gottes Gnade besser als das Leben ist. Freude an Gott ist besser als die Freuden dieses irdischen Lebens; daher sagt der Psalmist: „werde ich dich preisen während meines Lebens“. Indem er sich an Gott erfreut, ist seine Seele gesättigt wie mit Mark und Fett, und seine Lippen sind voll des Lobes, obwohl er jetzt noch in einem dürren und trockenen Land ist, wo es kein Wasser gibt. Außerdem wird er in den stillen Nachtwachen, wenn das geschäftige Treiben der Natur verstummt und die Seele allein ist, über Gott nachdenken.

Der Psalmist nennt als zweiten Grund für seine Freude an Gott die Hilfe, die er bei Gott in all seinen Nöten gefunden hat, was ihn dazu führt, über den Schutz Gottes zu jubeln.

Verse 9-11

Ps 63,9-11: 9 Meine Seele hängt an dir, es hält mich aufrecht deine Rechte. 10 Jene aber, die nach meinem Leben trachten, um es zu verderben, werden in die untersten Örter der Erde hineingehen. 11 Man wird sie der Gewalt des Schwertes preisgeben, das Teil der Schakale werden sie sein.

Dann wird die praktische Folge dieser Freude an Gott beschrieben. Die Seele hängt an Gott und wird von seiner mächtigen Kraft aufrechterhalten. Wenn Gott so für ihn ist, wer kann gegen ihn sein? Deshalb kann er voller Zuversicht von seinen Feinden sagen, dass sie unter dem Schwert des Gerichts fallen und auf dem Schlachtfeld als Beute der Schakale liegen gelassen werden.

Vers 12

Ps 63,12: Und der König wird sich freuen in Gott; rühmen wird sich jeder, der bei ihm schwört; denn der Mund der Lügenredner wird verstopft werden.

Die Vernichtung seiner Feinde wird dazu führen, dass sich der König in seinem Sieg zeigt und sich in Gott freut. Alle, die auf den König vertrauen, sollen sich rühmen, während diejenigen, die versucht haben, mit Lügen die Oberhand zu gewinnen, vernichtet werden.

Dieser gottesfürchtige Mensch sehnt sich danach, zu sehen, wie Gottes Macht auf Erden sichtbar wird (Ps 63,3). In Psalm 63,9 bis 11 sieht er voraus, wie die Macht Gottes die Seinen unterstützt und mit all denen fertig wird, die sein Volk bekämpfen; in Vers 12 sieht er die Herrlichkeit voraus, wenn auf das Gericht über die Gottlosen die Herrschaft Christi als König folgen wird.

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Übersetzung: S. Bauer


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