Psalm 81

Hamilton Smith

© SoundWords, online seit: 21.12.2013, aktualisiert: 18.10.2016

Das wiederhergestellte Israel, das in das Licht des Wohlwollens Gottes gebracht wurde, erfährt vom HERRN den Weg, den Er genommen hat, um es in den Segen zu bringen.

Verse 2-6

Ps 81,2-6: 12 Jubelt Gott, unserer Stärke! Jauchzt dem Gott Jakobs! 3 Erhebt Gesang und lasst das Tamburin ertönen, die liebliche Laute samt der Harfe! 4 Stoßt am Neumond in die Posaune, am Vollmond zum Tag unseres Festes! 5 Denn eine Satzung für Israel ist es, eine Verordnung des Gottes Jakobs. 6 Er setzte es ein als Zeugnis in Joseph, als er auszog gegen das Land Ägypten, wo ich eine Sprache hörte, die ich nicht kannte.

Im 80. Psalm findet sich die dreifach wiederholte Bitte an den HERRN, sein Angesicht über Israel leuchten zu lassen. Dieser Psalm nimmt die Antwort auf diese Bitten vorweg. Der Neumond, so heißt es, war das Symbol für das Wiedererscheinen Israels im Licht der Sonne. Das Blasen des Horns am ersten Tag des siebten Monats erklang zur Feier der ersten von drei festgesetzten Zeiten in jedem siebten Monat, die von Israels Segen sprachen (3Mo 23,24.27.34). Der Psalm schaut daher nach vorn auf die Zeit, wenn Israel als Volk wieder in den Segen im anerkannten Wohlwollen Gottes eingehen wird. Dann wird Israel laut singen und Gott preisen, wie Gott es sich vom Anfang seiner Geschichte an gewünscht hat.

Verse 7-11

Ps 81,7-11: 7 Ich befreite seine Schulter von der Last, seine Hände entkamen dem Tragkorb. 8 In der Bedrängnis riefst du, und ich befreite dich; ich antwortete dir in des Donners Hülle; ich prüfte dich an den Wassern von Meriba. – Sela. 9 Höre, mein Volk, und ich will gegen dich zeugen. O Israel, wenn du mir gehorchtest! 10 Es soll kein fremder Gott unter dir sein, und du sollst dich nicht vor einem Gott des Auslands bücken. 11 Ich bin der HERR, dein Gott, der dich aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat; tu deinen Mund weit auf, und ich will ihn füllen.

Von Vers 7 bis zum Ende des Psalms ist allein die Stimme des Herrn zu hören. Der Herr erinnert sein Volk an den Weg, den Er mit ihm eingeschlagen hat. In Ägypten hatte Er es von seiner Last, seiner Knechtschaft und seiner Not befreit. In der Wüste hatte Er es geprüft. Würde es auf Gott hören, in Hingabe dem Herrn gegenüber wandeln und keinen andern Göttern dienen? Würde es auf Ihn vertrauen und von Ihm erwarten, seine Bedürfnisse zu befriedigen – seinen Mund weit aufmachen, damit der Herr ihn füllen könnte?

Verse 12.13

Ps 81,12.13: 12 Aber mein Volk hat nicht auf meine Stimme gehört, und Israel ist nicht willig gegen mich gewesen. 13 Und ich gab sie der Verstocktheit ihres Herzens hin; sie wandelten nach ihren Plänen.

Was war die Folge dieses Umgangs mit dem Volk? Leider erwies sich, dass es nicht auf die Stimme des Herrn hören wollte. Es wandte sich ab und fremden Göttern zu – es wollte Gott nicht [nach der englischen Übersetzung und nach Luther]. Daher gab Gott die Israeliten dahin in die Verstocktheit ihres Herzens und erlaubte ihnen, nach ihren eigenen Ratschlägen zu wandeln. Hier ist nun die Antwort auf die Frage, die die Gottesfürchtigen im letzten Psalm stellten, nämlich: „Warum hast du seine Mauern niedergerissen, so dass ihn alle berupfen, die des Weges kommen?“

Verse 14-17

Ps 81,14-17: 14 O dass mein Volk auf mich gehört hätte, dass Israel in meinen Wegen gewandelt wäre! 15 Bald hätte ich ihre Feinde gebeugt und meine Hand gegen ihre Bedränger gewendet. 16 Die Hasser des HERRN hätten sich ihm mit Schmeichelei unterworfen, und ihre Zeit wäre ewig gewesen; 17 und mit dem Fett des Weizens hätte er es gespeist, und mit Honig aus dem Felsen hätte ich dich gesättigt.

Der Psalm schließt mit dem anrührendem Aufruf des HERRN an Israel – der Antwort auf seine Bitte an Ihn in Psalm 80. „O dass mein Volk auf mich hörte, Israel in meinen Wegen wandelte!“ (Vgl. Lukas 19,41-44.) Dann wären seine Feinde tatsächlich gebeugt worden und Gottes Volk wäre gespeist und gesättigt worden.

So enthüllt der HERR seinen Weg mit seinem Volk und seine Liebe zu seinem Volk.

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Übersetzung: S. Bauer


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