Psalm 39

Hamilton Smith

© SoundWords, online seit: 23.01.2013, aktualisiert: 18.10.2016

Das Schweigen einer gottesfürchtigen Seele angesichts der Schmähungen der Gottlosen, wenn sie für ihre Sünde von Gott gezüchtigt wird

Verse 2-4

Ps 39,2-4: 2 Ich sprach: Ich will meine Wege bewahren, damit ich nicht sündige mit meiner Zunge; ich will meinen Mund mit einem Maulkorb verwahren, solange der Gottlose vor mir ist. 3 Ich verstummte in Stille, ich schwieg vom Guten, und mein Schmerz wurde erregt. 4 Mein Herz brannte in meinem Innern, bei meinem Seufzen entzündete sich Feuer; ich sprach mit meiner Zunge:

In der Gegenwart der Gottlosen bleibt der Gottesfürchtige stumm. Weil er von Gott für sein eigenes Versagen bestraft wird, wäre es unpassend, etwas auf ihre Schmähungen zu entgegnen, obwohl er doch weiß, dass ihr Beweggrund ihr Hass auf die Gottesfürchtigen ist. Er hätte Widerworte geben können, doch das hätte ihn dazu geführt, mit seiner Zunge zu sündigen. Also hielt er sich zurück und schwieg und sagte noch nicht einmal etwas Gutes [nach der englischen Übersetzung von Vers 3]. Doch während er schwieg, brannte sein Herz in seinem Inneren.

Verse 5-7

Ps 39,5-7: 5 Tu mir kund, HERR, mein Ende und das Maß meiner Tage, welches es ist, damit ich weiß, wie vergänglich ich bin! 6 Siehe, wie Handbreiten hast du meine Tage gemacht, und meine Lebensdauer ist wie nichts vor dir; ja, nur ein Hauch ist jeder Mensch, der dasteht. – Sela. 7 Ja, als ein Schattenbild geht der Mensch umher; ja, vergebens ist er voll Unruhe; er häuft auf und weiß nicht, wer es einsammeln wird.

Wenn er schließlich spricht, tut er das zu dem Herrn. Sein eigenes Versagen und die Bosheit der Menschen, die das Versagen der Heiligen zum Anlass nehmen, sich selbst zu erhöhen, führen der Seele des Gottesfürchtigen die Vergänglichkeit des Menschen vor Augen. Er möchte durch diese Prüfung lernen, wie kurz das Leben ist, wie schwach das Fleisch und wie nichtig die Welt ist. Sie ist nur ein Schattenbild, in dem sich die Menschen unendlich darum mühen, Reichtümer aufzuhäufen, die sie zurücklassen müssen.

Verse 8-12

Ps 39,8-12: 8 Und nun, worauf harre ich, Herr? Meine Hoffnung ist auf dich! 9 Errette mich von allen meinen Übertretungen, mach mich nicht zum Hohn des Toren! 10 Ich bin verstummt, ich öffne meinen Mund nicht; denn du hast es getan. 11 Entferne von mir deine Plage! Durch die Schläge deiner Hand vergehe ich. 12 Strafst du einen Mann mit Züchtigungen für die Ungerechtigkeit, so lässt du wie eine Motte seine Schönheit vergehen; ja, ein Hauch sind alle Menschen. – Sela.

Der Gottesfürchtige schaut über das „Schattenbild hinaus auf den Herrn: auf denjenigen, auf den er wartet und auf dem all seine Hoffnung ruht. Von dem Herrn erwartet er die Errettung von seinen Vergehen und von dem Hohn der Narren, den seine Vergehen nach sich gezogen haben. Er wagt es nicht, sich zu verteidigen, da die Plage von dem Herrn gesandt worden ist. Allein der sie gesandt hat, kann sie wieder wegnehmen. Unter der Züchtigung des Herrn vergeht all die Schönheit des Menschen wie die flüchtige Schönheit einer Motte.

Verse 13.14

Ps 39,13.14: 13 Höre mein Gebet, HERR, und nimm zu Ohren mein Schreien; schweige nicht zu meinen Tränen! Denn ein Fremder bin ich bei dir, ein Beisasse wie alle meine Väter. 14 Blicke von mir ab, damit ich mich erquicke, bevor ich dahingehe und nicht mehr bin!

Nachdem er seine Sünde und seine Schwachheit bekannt hat, blickt der Gottesfürchtige auf Gott und erwartet von Ihm, dass Er sein Gebet erhört. Seine Tränen sollen Gott dazu bewegen, ihn zu verschonen und Zeit schenken, dass er wieder zu Kräften kommen kann, bevor er den Schauplatz seiner Pilgerschaft verlässt.

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Übersetzung: S. Bauer


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