Psalm 7

Hamilton Smith

© SoundWords, online seit: 27.06.2012, aktualisiert: 29.01.2018

Die Zuversicht eines gottesfürchtigen Menschen, der die Bewahrung seiner Seele Gott anvertraut, wenn er um der Gerechtigkeit willen Verfolgung erleidet

Vers 2.3

Ps 7,2.3: 2 HERR, mein Gott, zu dir nehme ich Zuflucht. Rette mich von allen meinen Verfolgern und befreie mich, 3 dass er meine Seele nicht zerreiße wie ein Löwe, sie zermalmend, und kein Erretter ist da.

Das Vertrauen der Seele auf Gott während der Verfolgung durch einen Feind, der blind vor Hass gewalttätig handelt, ohne Gnade und Vernunft, wie ein Löwe.

Verse 4-6

Ps 7,4-6: 4 HERR, mein Gott! Wenn ich solches getan habe, wenn Unrecht an meinen Händen ist, 5 wenn ich Böses vergolten habe dem, der mit mir in Frieden war – habe ich doch den befreit, der mich ohne Ursache bedrängte –, 6 so verfolge der Feind meine Seele und erreiche sie und trete mein Leben zu Boden und strecke meine Ehre hin in den Staub. – Sela.

Der Ausdruck der bewussten Rechtschaffenheit der Seele des Gottesfürchtigen und mehr: das Bewusstsein, über die Erfordernisse der Gerechtigkeit hinausgegangen zu sein durch das Erweisen von Freundlichkeit denjenigen gegenüber, die ohne Grund seine Feinde waren. [Anm. d. Übers.: Vers 5b sagt in der englischen Bibel aus: „Ja, ich habe ihn gerettet, der ohne Grund mein Feind ist.“]

Verse 7.8

Ps 7,7.8: 7 Steh auf, HERR, in deinem Zorn! Erhebe dich gegen das Wüten meiner Bedränger, und wache auf zu mir: Gericht hast du befohlen. 8 Und die Schar der Völkerschaften wird dich umringen; und ihretwegen kehre wieder zur Höhe!

Indem der Gottesfürchtige sein Gesuch auf das Wissen gründet, dass Gott über die Gottlosen Gericht verordnet hat, bittet er darum, dass die Zeit reif dafür sein möge, dass Gott gegen das Wüten seiner Feinde und um Gottes verfolgten Volkes willen einschreitet. In der Folge würde Jahwe inmitten eines Ihn preisenden Volkes wohnen.

Vers 9.10

Ps 7,9.10: 9 Der HERR wird die Völker richten. Richte mich, HERR, nach meiner Gerechtigkeit und nach meiner Lauterkeit, die bei mir ist. 10 Lass doch die Bosheit der Gottlosen ein Ende nehmen, und befestige den Gerechten! Es prüft ja Herzen und Nieren der gerechte Gott.

Das Gericht über das Böse wird die Herrschaft der Gerechtigkeit in einem Volk errichten, dass nicht nur äußerlich gerecht, sondern moralisch im Einklang sein wird mit dem gerechten Gott, der „Herz und Nieren prüft“. Die Seele sehnt sich danach, dass die Herrschaft der Gottlosen ein Ende nimmt und dass der Gerechte Bestand hat.

Verse 11-17

Ps 7,11-17: 11 Mein Schild ist bei Gott, der die von Herzen Aufrichtigen rettet. 12 Gott ist ein gerechter Richter und ein Gott, der jeden Tag zürnt. 13 Wenn er nicht umkehrt, so wetzt er sein Schwert; seinen Bogen hat er gespannt und ihn gerichtet. 14 Und Werkzeuge des Todes hat er für ihn bereitet, seine Pfeile macht er brennend. 15 Siehe, er ist in Geburtswehen mit Unheil; und schwanger mit Mühsal, gebiert er Falschheit. 16 Er hat eine Grube gegraben und hat sie ausgehöhlt, und er ist in die Grube gefallen, die er gemacht hat. 17 Seine Mühsal wird auf sein Haupt zurückkehren, und seine Gewalttat wird auf seinen Scheitel herabstürzen.

Während die gottesfürchtige Seele inmitten des im Überfluss vorhandenen Bösen auf das Eingreifen Gottes wartet, wird sie durch das Wissen um den Charakter Gottes und sein Herrschaftshandeln aufrechterhalten. Gott rettet die von Herzen Aufrichtigen; Gott ist ein gerechter Richter; weit entfernt davon, dem Bösen gleichgültig gegenüberzustehen, zürnt Gott den Gottlosen jeden Tag [Anm. d. Übers.: nach der englischen Übersetzung von Vers 12b]. Gott gibt Raum zur Buße, aber wenn die Gottlosen nicht umkehren [Anm. d. Übers.: Vers 13a lautet in der englischen Übersetzung: „Wenn er nicht umkehrt, wird er sein Schwert wetzen“], ist das Schwert des Gerichts bereit für seine Arbeit an denjenigen, die Böses ausbrüten, mit Unheil schwanger gehen und die Lüge gebären. Unter der Herrschaft Gottes wird derjenige, der Unheil ausheckt, in die Grube fallen, die er für andere gegraben hat.

Vers 18

Ps 7,18: Ich will den HERRN nach seiner Gerechtigkeit preisen und den Namen des HERRN, des Höchsten, besingen.

Das Eingreifen Gottes mit Gericht über die Gottlosen wird das Gebet der Gottesfürchtigen in Lobgesang verwandeln.

In Psalm 6 finden wir die Erkenntnis von Gottes Strafe und deshalb den Appell an die Barmherzigkeit Gottes. In diesem Psalm finden wir das Leiden für das Tun von Gutem und daher den Appell an die Gerechtigkeit Gottes. Prophetisch beschreibt Psalm 7 die Erfahrung des gottesfürchtigen Juden unter der Verfolgung durch den Antichristen, der eindeutig im Blick der Verse 15 bis 17 ist. Christus ist der Einzige, der in Vollkommenheit dafür litt, dass Er Gutes tat: „… der keine Sünde tat, noch wurde Trug in seinem Mund gefunden, der, gescholten, nicht wiederschalt, leidend, nicht drohte, sondern sich dem übergab, der gerecht richtet“ (1Pet 2,22.23). Der Christ ist dazu berufen, für Gutestun zu leiden und dafür das Mitgefühl Christi zu haben, ebenso wie es der jüdische Überrest am kommenden Tag haben wird. So kann der Christ in ähnlichen Umständen die in dem Psalm ausgedrückte Zuversicht aufgreifen, ohne in den Ruf nach Gericht über seine Feinde mit einzustimmen (1Pet 4,19).

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Übersetzung: S. Bauer


Hinweis der Redaktion:

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