Die Tatsache der Auferstehung Christi
Matthäus 28,1-17

Walter Thomas Turpin

© SoundWords, online seit: 09.04.2001, aktualisiert: 26.03.2018

Leitverse: Matthäus 28,1-17

Mt 28,1-17: Aber nach dem Sabbat, in der Dämmerung des ersten Tages der Woche, kam Maria Magdalene und die andere Maria, um das Grab zu besehen. Und siehe, da geschah ein großes Erdbeben; denn ein Engel des Herrn kam aus dem Himmel herab und trat hinzu, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Sein Aussehen aber war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie Schnee. Aber aus Furcht vor ihm erbebten die Wächter und wurden wie tot. –Der Engel aber hob an und sprach zu den Frauen: Fürchtet ihr euch nicht, denn ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht hier, denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her, seht die Stätte, wo [der Herr] gelegen hat, und geht eilends hin und sagt seinen Jüngern, dass er von den Toten auferstanden ist; und siehe, er geht euch voraus nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt. Und sie gingen eilends von der Gruft weg mit Furcht und großer Freude und liefen, um es seinen Jüngern zu verkünden. [Als sie aber hingingen, um es seinen Jüngern zu verkünden,] siehe, da kam Jesus ihnen entgegen und sprach: Seid gegrüßt! Sie aber traten herzu, umfassten seine Füße und huldigten ihm. Da spricht Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht; geht hin, verkündet meinen Brüdern, dass sie hingehen sollen nach Galiläa, und dort werden sie mich sehen. Während sie aber hingingen, siehe, da kamen einige von der Wache in die Stadt und verkündeten den Hohenpriestern alles, was geschehen war. Und sie versammelten sich mit den Ältesten und hielten Rat; und sie gaben den Soldaten reichlich Geld und sagten: Sprecht: Seine Jünger kamen bei Nacht und stahlen ihn, während wir schliefen. Und wenn dies dem Statthalter zu Ohren kommen sollte, werden wir ihn beschwichtigen und machen, dass ihr ohne Sorge seid. Sie aber nahmen das Geld und taten, wie sie unterrichtet worden waren. Und diese Rede wurde bei den Juden bekannt bis auf den heutigen Tag. Die elf Jünger aber gingen nach Galiläa, an den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. Und als sie ihn sahen, warfen sie sich [vor ihm] nieder; einige aber zweifelten.

Die Auferstehung als Tatsache

Es liegt mir auf dem Herzen, die große Wahrheit der Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus in ihren verschiedenen Aspekten zu betrachten. Wir können sie von verschiedenen Seiten betrachten; sie redet auf unterschiedliche Weise zu uns. Ich möchte heute eure Aufmerksamkeit nur auf die Tatsache der Auferstehung selbst lenken, auf die einfache, bloße Tatsache selbst. Das nächste Mal, wenn der Herr es erlaubt, werde ich über die Früchte der Auferstehung sprechen. Aber heute möchte ich mich auf die Tatsache der Auferstehung beschränken.

Nehmen wir die Auferstehung ganz allgemein: Die Auferstehung des Christus ist in herausragender Weise die göttliche Offenbarung der Auferstehung selbst. Schon allein bei diesem Gedanken müssen wir erkennen, dass es für unsere Herzen und Zungen fast unmöglich ist, die ganze Wichtigkeit dieser Tatsache aufzunehmen und auszudrücken. Es gibt keinen Gegenstand in der Schrift, der bedeutender wäre als die Auferstehung, und es gibt keine Tatsache, die die Welt von Herzen mehr gehasst hat als die Auferstehung. Im Allgemeinen wird die Auferstehung von der Welt abgelehnt. Ich rede jetzt natürlich von der Welt in ihrem weitesten und allgemeinsten Sinn.

Ihr werdet euch erinnern, dass selbst die Korinther schon angesteckt waren von weltlichen Prinzipien, Gewohnheiten und Lüsten, obwohl sie nicht von der Welt waren. Schon bei ihnen hatte der Feind es geschafft, dass sie leugneten, dass es überhaupt eine Auferstehung der Toten gebe. So musste der Apostel das ganze großartige Kapitel 15 im ersten Korintherbrief dafür benutzen, um die große Tatsache der Auferstehung zu demonstrieren. Er legt Gewicht auf die Auferstehung der Heiligen von der Tatsache der Auferstehung Christi her. Christi Auferstehung hat nicht nur das große Prinzip aufgerichtet, sondern hat auch die Grundlage gelegt und ist eine Sicherung für die Wahrheit der Auferstehung all derer, die des Christus sind. Da uns seine Auferstehung gegeben ist, sind wir unserer eigenen Auferstehung versichert. Wenn wir die Auferstehung leugnen, dann ist Christus nicht auferstanden, und wenn Christus nicht auferstanden ist, dann gibt es nichts.

Ganz entgegen der Naturwissenschaft

Warum ist es so, dass die Wissenschaft, die sogenannte Philosophie und die Pädagogik in den verschiedenen Zeitaltern der Welt dieser großen Wahrheit so skeptisch gegenüberstanden? Sie ist in Frage gestellt worden. Wissenschaftler und gebildete Leute dieser Welt sind ganz grundsätzlich und allgemein davor zurückgeschreckt. Warum? Der Grund ist: Die Auferstehung kann nicht durch irgendein natürliches Gesetz berechnet werden. Man kann sogar weitergehen und sagen: Die Auferstehung steht außerhalb jedes Naturgesetzes und über jeglichem Naturgesetz. Es gibt kein Naturgesetz, das für die Auferstehung herangezogen werden kann. Es ist die göttliche souveräne Macht Gottes in seinem eigenen Eingreifen nach seinem eigenen Willen.

Aber Auferstehung ist mehr als das: Sie ist das Eingreifen der souveränen Macht Gottes in die Domäne, die die Frucht der Sünde des Menschen und des Ruins des Menschen vor Gott ist. Der Mensch hat gesündigt und der Tod hat regiert. Das ist die einfache Geschichte des Menschen. Und hierbei ging es nicht um den Charakter der Sünde. Deswegen sagt der Apostel: „Aber der Tod herrschte von Adam bis auf Mose, selbst über die, die nicht gesündigt hatten in der Gleichheit der Übertretung Adams“ (Röm 5,14), d.h., obwohl es solche gab, die nicht gesündigt hatten, indem sie irgendeine spezielle Vorschrift übertreten hätten, so hatten sie doch prinzipiell gesündigt. Es ist nicht eine Frage des Charakters oder der Art und Weise, in der sie gesündigt haben; sie hatten gesündigt und deswegen war der Tod da. Der Tod kam hinein als das gerechte Gericht Gottes, als Konsequenz auf die Sünde des Menschen. Und so ist die Auferstehung die Frucht der Kraft Gottes, indem für die Sünde Sühnung getan wurde.

Es wird bezeugt in der Kraft des Herrn Jesus, in Christus selbst, als Er in dieser Welt war, denn Er zeigte seine Kraft als der, der aus den Toten lebendig macht. Hin und wieder zeigte Er diese Kraft. Aber Er selbst als Mensch ging an den Platz und erlaubte, dass der Tod und das Gericht – das uns hätte treffen müssen aufgrund dessen, was und wo wir waren – aus Gnade über Ihn kommen sollte. Und als Er in diese dunkelste Kammer ging, stellte sich heraus, dass die Kraft Gottes dazwischentrat. Sie trat dazwischen, um diesen Menschen aus dem Tod und aus dem Grab herauszunehmen – diesen Menschen, der Gott vollkommen verherrlicht und sich dem Tod als dem notwendigen Gericht Gottes über die Sünde und besonders über die Sünde des Menschen ausgeliefert hatte. Ja, Christus wurde aus den Toten auferweckt durch die Herrlichkeit des Vaters in wunderbarer Gerechtigkeit. Und Er ist nun gesetzt zur Rechten der Majestät in den himmlischen Örtern, weit über alle Fürstentümer und Macht und jede Herrschaft und jeden Namen, der genannt wird, nicht allein in diesem Zeitalter, sondern auch in dem zukünftigen (Eph 1,21).

Die Auferstehung als Grundlage des Christentums

Nun, darin liegt kein Naturgesetz, es ist göttliche Macht, ja es ist die Macht Gottes. Wer konnte aus den Toten lebendig machen außer Gott? Deshalb hassen die Welt und die Wissenschaftler die Auferstehung und verachten die Philosophen sie. Die Auferstehung liegt eben nicht innerhalb des Bereiches der Naturgesetze. Und die Welt als solche und die Menschen dieser Welt kennen nichts und wollen nicht akzeptieren, was über das Naturgesetz hinausgeht. Die Naturgesetze binden ihren Verstand. Darum wollen sie die Auferstehung nicht. Sie ist von Gott, sie ist die mächtige Kraft Gottes. Der Glaube akzeptiert es, beugt sich darunter, freut sich darüber und preist Gott dafür. Die Auferstehung ist gerade mit den Dingen verbunden, die Gott als solchen kennzeichnen. „Der die Toten lebendig macht und das Nichtseiende ruft, wie wenn es da wäre“ (Röm 4,17). Und der einfachste Gläubige freut sich an der Souveränität Gottes und an der Macht Gottes, die weit über all das hinausgeht, was der Mensch in seinem armen und schwachen Verständnis innerhalb seines Bereiches zu bringen versucht.

Nun gibt es auch einen anderen Grund, warum die Tatsache der Auferstehung von der Welt verachtet wird. Die Auferstehung war das große öffentliche Zeugnis von der Wahrheit des Christentums, das auf den Tod des Herrn Jesus Christus gegründet ist. Es sollte eine völlig neue Sache in den Wegen Gottes in dieser Welt sein. Man kann das Christentum nicht mit dem Judentum verbinden, obwohl der Versuch in der Welt gemacht worden ist. Das Christentum ist ein völlig neues System Gottes. Es wurde eingeführt, als das alte System für eine Zeit beiseitegesetzt war. Das jüdische System war Gottes System bis zum Kreuz. Und was mit diesem System in Verbindung stand, wird ohne Zweifel in Zukunft in einer neuen Weise auch wieder seinen Platz finden, und zwar in Verbindung mit den irdischen Umständen des irdischen Volkes Gottes: mit Israel.

Aber das Christentum war von all dem, was je zuvor war, völlig unterschieden. Das ewige Leben wurde in der Person selbst hier vollkommen dargestellt. Wenn wir den Herrn in dieser Welt anschauen, den Sohn Gottes, der herabkam, um Mensch zu sein, dann schauen wir das ewige Leben in seiner eigenen Person an. Lesen wir, was der erste Johannesbrief sagt: „Was von Anfang war“ (1Joh 1,1). Was für ein Anfang? Von dem Moment seiner Offenbarung auf der Erde in der Zeit als Mensch war Er das ewige Leben, und wenn wir von dem Christentum sprechen, dann können wir das Christentum nicht trennen von dem ewigen Leben, dem Vater und dem Sohn. All dies ist miteinander verbunden, und sie sind in einer ganz besonderen Weise mit dem Christentum als solchem verbunden. Hier habe ich den Sohn als Menschen, herniedergekommen und offenbart auf dieser Erde; ich habe des Vaters Stimme, wie sie Ihn begrüßt, und den Heiligen Geist, wie Er auf Ihn herabsteigt, auf Ihn, der hier als Mensch auf der Erde war. Ich finde den Vater, den Sohn, den Heiligen Geist. Ich bekomme das ewige Leben dargestellt in Christi eigener Person, das ewige Leben, das vor Grundlegung der Welt verheißen war, offenbart in seiner eigenen Person hier in der Zeit. Nicht eine einzige Person hätte einen Platz haben können in diesem Christentum, bevor Er in den Tod ging und am dritten Tag aus den Toten auferstand. Unser Platz darin, unser Teil in Verbindung damit, unser Anspruch darauf wartete auf seinen Tod und die Auferstehung. Er erwartete das Kreuz als das, was Gottes heilige Eigenschaften und gerechte Ansprüche aufrechterhielt und bestätigte. Und Er erwartete die Auferstehung, um einen neuen Platz einzunehmen, um als Mensch an einen neuen Platz gesetzt zu werden und um als der Auferstandene nun Beziehungen mit anderen aufzunehmen, die auch an diesen Platz seines Sieges und Triumphes gebracht werden sollten. All dies ist mit dem Christentum verbunden.

Die Welt als Feind der Auferstehung

Die Auferstehung war die große Bestätigung des Sieges der Erlösung und des Kreuzes des Herrn und gleichzeitig das große Mittel für die Verbreitung der wunderbaren neuen Ordnung der Dinge, die Gott einführen wollte. Merken wir, dass wir gerade in diesem Kapitel (Mt 28) und auch am Ende des vorhergehenden Kapitels die ganze Bosheit und den Hass der Nationen vereint sehen, seiner Auferstehung entgegenzuarbeiten? Wir sehen, wie gut sie wussten und wie gut der Teufel wusste, was das bedeutete. Siehe am Ende von Matthäus 27, wenn du noch den geringsten Zweifel hast; da sagten die Hohenpriester und die Pharisäer sozusagen: Ja, wir erinnern uns – die Jünger mögen das vergessen haben, aber die Pharisäer nicht, ihr Gedächtnis war schneller als das der Jünger –, ja, wir erinnern uns, „dass jener Verführer sagte, als er noch lebte: Nach drei Tagen stehe ich wieder auf. So befiehl nun, dass das Grab gesichert werde bis zum dritten Tage, damit nicht etwa seine Jünger kommen, ihn stehlen und dem Volk sagen: Er ist von den Toten auferstanden; und die letzte Verführung wird schlimmer sein als die erste“ (Mt 27,63.64).

Merkst du, was die Auferstehung für die Feinde der Wahrheit bedeutete? Es war mehr, so sieht es aus, für die Feinde der Wahrheit als für die, die wirklich die Wahrheit liebten. Es war von größerer Bedeutung und von größerer Wichtigkeit in den Augen derer, die die Wahrheit hassten und sich ihr widersetzten, als in den Augen derer, die die Wahrheit liebten. Und so war es dann auch später. Denn sobald die Auferstehung positiv bestätigt und bekannt gemacht ist, sehen wir in Matthäus 28 – wo im Angesicht eines leeren Grabes und eines vollständigen Sieges und Triumphes, der unbestreitbar war, so dass überhaupt kein Zweifel mehr bestand, ja, als es so klar und deutlich war, dass Er auferstanden und aus den Toten auferweckt war –, dass sie trotz diesem allem ratschlagen, was sie machen könnten. Denk an den Wert, den sie der Auferstehung beilegten, denk an das, was die Auferstehung für sie bedeutete, wie sie das hochspielen, um sie auf jeden Fall zu verhindern. Sie tun das gerade aus dem Grund, weil die Auferstehung in allererster Linie die Entfaltung Gottes souveräner Macht, das Eingreifen Gottes in Kraft außerhalb jedes bekannten Naturgesetzes war und weil die Auferstehung die Triebkraft war für die Ausbreitung der völlig neuen Ordnung der Dinge, die eingeführt werden sollte in Verbindung mit der Auferstehung des Herrn Jesus Christus.

Die Manifestation der göttlichen Kraft

Es gibt noch einen Punkt, auf den ich eingehen möchte, bevor ich zu diesem Kapitel komme. Der Apostel sagt in Römer 1: „Paulus, Knecht {o. Sklave; so auch später} Jesu Christi, berufener Apostel, abgesondert zum Evangelium Gottes (das er durch seine Propheten in heiligen Schriften zuvor verheißen hat), über seinen Sohn (der aus dem Geschlecht Davids gekommen {eig. geworden} ist dem Fleisch nach“ (Röm 1,1-3). Dort ist er verbunden mit der Verheißung; das ist eine Seite, aber betrachte auch die andere Seite: „und erwiesen {w. bestimmt} ist als Sohn Gottes in Kraft dem Geist der Heiligkeit nach durch Toten-Auferstehung), Jesus Christus, unseren Herrn“ (Röm 1,4).

Nun schau einen Moment auf diese beiden Punkte, weil sie außergewöhnlich gesegnet sind für den Aufbau unseres Glaubens. Hier kommt die Verheißung in Verbindung mit seiner Person, und die Verheißung bringt euch zurück zu dem, was vorausging. Aber jetzt habt ihr mehr als die Verheißung: die Kraft selbst. Die Verheißung war in Verbingung mit dem, was Gott zu David gesprochen hat und zu dem Haus Davids. Aber ihr habt die Kraft, die Kraft Gottes in der Auferstehung des Herrn Jesus Christus. Dadurch wird nun folgende Tatsache bewiesen und dies ist auch hier der wesentliche Aspekt: dass nämlich seine Auferstehung aus Toten durch die Kraft Gottes ein öffentliches Zeugnis dieser Kraft war, durch die Er in fleckenloser Reinheit in dieser Welt gegangen ist; eine Offenbarung dessen, dass Er der Sohn Gottes in Kraft war. Das wird ganz deutlich sichtbar. Die Auferstehung war die große Erklärung durch Gott in Bezug auf die Herrlichkeit der Person, die in sich die Entfaltung von wahrem Christentum war. Denn wenn du keinen Christus hast, der alle Herrlichkeit bekommen hat, all die Vollkommenheiten, all die Größe seiner Person, die die Schrift Ihm gibt, dann hast du kein System, das des christlichen Namens würdig ist.

Der Herr ist die Entfaltung dessen, sein Werk ist die Basis dessen, und sie ist in Verbindung mit seiner Auferstehung. Dies ist nun glasklar bewiesen. Er wurde als Sohn Gottes mit Kraft erklärt, wie durch die Auferstehung aus den Toten. Die Auferstehung aus den Toten war die große Offenbarung und Demonstration auf der Seite Gottes, dass der Sohn wirklich das alles war – Gott sei Dank! –, was wir jetzt von Ihm kennen. Es war die Manifestation der Kraft, durch die Er durch diese Welt gegangen ist – fleckenlos, vollkommen und rein – inmitten einer Szene und eines Volkes, das sowohl verdorben war als auch verderbend wirkte. Er war einzigartig in seiner Fleckenlosigkeit, in seinem heiligen Wandel durch den Geist der Heiligkeit. Ja, die Auferstehung ist die Demonstration dieser Kraft. Nun, das ist sehr wichtig, weil es sich sofort mit seiner Person verbindet.

Ich fühle mich unfähig, dem Ausdruck zu geben, wie mein Herz es eigentlich wünscht und wie ich begehre, dass ihr es verstehen solltet. Aber ich möchte euch zeigen, welche Wichtigkeit Gott mit der Auferstehung verbindet. Ich spreche nicht von ihren Früchten, das ist ein leichterer Teil dieses Gegenstandes, sondern ich spreche von den Tatsachen selbst. Und ich versichere euch, das Herz freut sich mehr und mehr jeden Tag in der Größe der unwandelbaren Tatsachen des Christentums. Diese Tatsachen sind einfach nicht diskutierbar. Man mag die Konsequenzen in Frage stellen, man mag sagen: Ich sehe eigentlich nicht genau die Schlussfolgerung dieser Tatsache; ich sehe nicht, dass ein solches Ergebnis von solch einem Boden kommt. Aber du kannst die Tatsachen selbst, die Gott berichtet, nicht diskutieren. Du kannst sie ablehnen; das wirst du zu deinem eigenen Verderben tun, aber diskutierbar sind sie nicht. Wir diskutieren sie hier natürlich auch überhaupt nicht! Hier ist die Tatsache attestiert in der Gegenwart der Engel, des Teufels, des Himmels, der Feinde Christi – die nackte, ernste Tatsache seiner Auferstehung. Und hier ist der große Beweis, die große Demonstration dieser Tatsache, dass Er all das war, was in dieser Welt in seiner Person bezeugt wurde. Er war der Sohn Gottes. Er wurde wahrhaftiger Mensch. Und Er wurde erklärt, dass Er Sohn Gottes war, durch den Geist der Heiligkeit, durch die Kraft, die Ihn aus den Toten herausnahm, und das bezieht sich auf seine Person. Ich kann die Wichtigkeit dieser Tatsache euren Seelen nicht größer machen.

Das ist der Charakter der Auferstehung: die Auferstehung aus toten Menschen heraus. Dieser Charakter der Auferstehung hat tiefste Wichtigkeit für uns heute, es war die Auferstehung aus den Toten. Und dies ist das, was den ganzen Hass und die Feindschaft der Führer der Juden hervorrief, und ich glaube, es würde den Hass und das Missfallen einer großen Anzahl Christen heutzutage auch hervorbringen, die zwar die Auferstehung abstrakt noch tolerieren, aber den Charakter der Auferstehung Christi nicht wollen. Warum? Weil Gott in dieser Auferstehung eine totale, vollkommen neue Ordnung der Dinge beginnt, und das ist es, wovor die Leute heute zurückschrecken, und das ist verbunden mit dem Charakter. Es gibt nun einmal die Tatsache der Auferstehung, und es gibt den Charakter der Auferstehung. Die Tatsache ist indiskutabel, der Charakter ist über jeglichen Ausdruck erhaben. Denn dieser Charakter der Auferstehung, die Auferstehung aus den Toten heraus, ist gekennzeichnet durch Gottes Gnade und schließt den Gläubigen mit ein. Denn wir werden mitauferweckt, und andere bleiben in ihren Gräbern liegen. Ich brauche nicht zu sagen, dass die Auferstehung der Heiligen nach dem Vorbild und dem Charakter der Auferstehung Christi sein wird.

Er ist auferstanden – als göttlicher Sohn

Nun gibt es eine andere Schriftstelle in Johannes 2,18: „Die Juden nun antworteten und sprachen zu ihm: Was für ein Zeichen zeigst du uns, dass du diese Dinge tust?“ Er hatte den Tempel gereinigt, das Haus seines Vaters, das sie in ein Kaufhaus verwandelt hatten, und bekräftigt sein Recht, dieses Haus zu reinigen, und Er wirft alles Verunreinigende hinaus. Und sofort wird Er von den Geschäfte machenden und verdorbenen Juden mit den Worten herausgefordert: „Welches Zeichen willst du uns zeigen, dass du diese Dinge tust?“ Er konnte es nicht in irgendeinem anderen Charakter tun, außer als dass Er der Sohn Gottes ist. Denn als der Sohn besaß Er das Recht und den Eifer, das Haus von aller Verunreinigung zu reinigen. Und sie fordern Ihn sofort heraus: „Welches Zeichen gibst du uns, dass du dieses tust?“ Und nun achte auf seine Antwort: Er sprach zu ihnen: „Brecht diesen Tempel ab“ – das heißt seinen Leib – „und in drei Tagen werde ich ihn auferwecken“ (Joh 2,19). Dort ist Er eine göttliche Person und dort ist der Beweis – beachte das –, die Göttlichkeit seiner Person, dass Er der Sohn Gottes ist. Genauso wie wir das zuvor in Römer 4,17 in Verbindung mit der Auferstehung sahen, finden wir das hier in Johannes 2 wieder: Er hatte das Recht, den Tempel, das Haus des Vaters zu reinigen. Warum? Er war der Sohn.

Was bewies, dass Er der Sohn war? Die göttliche Kraft, die Ihn, nachdem Er von ihnen getötet worden war, befähigte, aus den Toten aufzuerstehen. „Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brecht diesen Tempel ab, und in drei Tagen werde ich ihn aufrichten. Er aber sprach von dem Tempel seines Leibes.“ Seine Jünger erinnerten sich daran, als Er aus den Toten auferstanden war, und sie verstanden sein Wort. Er selbst gibt die Tatsache, dass Er auferstehen würde aus Toten als die große Demonstration dessen, dass Er eine göttliche Person war: „Brecht diesen Tempel ab und in drei Tage werde ich ihn aufrichten.“ Nun, dies wird euch ein wenig die Tatsache erklären, über die ihr sicherlich schon oft beeindruckt wart, als ihr die Schrift last über die Auferstehung des Herrn Jesus Christus. In der Schrift findet man häufig, dass gesagt wird, dass Er auferstand, und in der Tat wird, nachdem Er auferstanden war, das Zeugnis mehrfach gegeben: „Der Herr ist auferstanden.“ Das heißt, die Tatsache der Auferstehung ist verbunden mit seiner eigenen Person. Wann immer das Wort Gottes Ihn uns vorstellt in seiner göttlichen Herrlichkeit – obwohl Er Mensch geworden ist –, ist doch seine Auferstehung seine eigene Handlung der Macht. Seine Göttlichkeit ist der große Startpunkt des Heiligen Geistes, was das Zeugnis angeht (denn obwohl Er Mensch wurde, hat Er niemals aufgehört Gott zu sein; Er wurde Mensch, weil Er das nicht zuvor war; Er war Gott unterschieden in seiner Person; Er war bei dem Vater Gott gleich, weil Er Gott war). Nun, wenn der Geist Gottes auf seine Göttlichkeit hinweist – seine Gottheit –, obwohl Er von seinem Tod redet und von dem, wie Er sich als Mensch erniedrigte, dann stellt Er auch immer seine Auferstehung vor durch seine eigene Kraft. Und deswegen sagt Er: „Er stand auf.“ Und das Zeugnis von Ihm war: „Er ist auferstanden.“

Ein einzigartiger Morgen

Was für eine Freude, im Glauben zurückzugehen zu diesem ersten Morgen, ein Morgen, der noch niemals zuvor auf dieser Erde anbrach. Denn niemals hatte es einen Tag gegeben auf der Erde wie diesen ersten Auferstehungsmorgen. Und ist es nicht wie das Herauskommen der Sonne nach einer langen, dunklen und traurigen Nacht? Ich kann gut verstehen, wie die Herzen der Seinen in Angst und Zittern an Ihm hingen, unwissend und schwach – ohne Zweifel. Und doch hingen sie Ihm an als einer Person, die sie anzog. Und sie hingen Ihm an, manchmal ganz entgegen der armen und schwachen Überzeugungen ihrer eigenen Herzen. Ja, ich kann wohl verstehen, wie sie dann zueinander gingen an jenem Morgen, als die Tatsache von der Auferstehung sich unter den Jüngern verbreitete, und sagten: „Der Herr ist wirklich auferstanden.“ Was für ein Gruß, was für ein Wort, einander an jenem ersten Morgen nach dieser langen schlimmen Zeit des Winters zu begegnen, um so zu sprechen; ein Winter, der über die ganze Menschenwelt gekommen war mit dieser langen und monotonen Inschrift, die immer wieder auf jeden großen Mann in alttestamentlichen Zeiten niedergeschrieben wurde: „Er starb.“ Nicht ein einziger Stern, um die Schwärze dieses Satzes zu erhellen: „Er starb.“

Ihr werdet finden, dass im Alten Testament der Tod, das Begräbnis und die Begräbniszeremonie eine überaus große Bedeutung haben. Schau die Patriarchen an. Der Tod war für sie wichtiger als das Leben. Der Tod brachte sie nach Kanaan. Nun, es war der Glaube der Juden, dass sie auferweckt werden sollten in Kanaan, und deswegen war der Tod weit wichtiger als das Leben. Das war, weil die Auferstehung noch nicht als eine offenbare Realität herausgekommen war. Die Auferstehung war noch nicht ans Licht gebracht worden, so wie der Apostel sagt: „Weder Leben noch Unverderblichkeit waren ans Licht gekommen vor dem Evangelium.“ Das bedeutet nicht, dass sie nicht existierten, aber Gott hatte sie nicht herausgebracht. Aber nun können wir verstehen, und unsere Herzen können eingehen in die Realität dieser Sache. Sie sollten zueinander ausgehen und sagen: „Der Herr ist wirklich auferstanden.“ Und es ist eine Freude für das Herz, dass sie die Tatsache seiner Auferstehung mit der Gnade seines unveränderten Herzens verbinden. Denn sie sagen: „Und er ist dem Simon erschienen.“ Der arme Petrus hatte Ihn verleugnet, obwohl er sogar gewarnt worden war. Dieser Mensch hatte seinem eigenen Herzen vertraut wie ein Tor. Trotzdem hatte Jesus ihn so gewarnt. Aber doch war das Herz Jesu unverändert und verbunden mit diesem gesegneten Zeugnis seiner Auferstehung – es war das Zeugnis des unveränderlichen Herzen Christi.

Es gibt nichts Größeres, als diesen Morgen anzuschauen, der jemals über diese sündige Erde kam, dem Morgen der Auferstehung, als das Zeugnis für die Vollkommenheit der Herrlichkeit seiner Person sowie auch der Vollkommenheiten seines Triumphes. Dieser Morgen war ein Zeugnis, dass sein Herz unverändert und noch dasselbe geblieben war. Petrus mag Ihn vergessen und verleugnet haben, aber Er war derselbe. Nichts könnte größer und zu Herzen gehender für uns sein!

Wiederum habt ihr beobachtet, wie die Schrift immer zwei Dinge zusammen verbindet, und es ist wichtig, die Verbindung, die Gott zusammenbringt, in unseren Seelen festzuhalten. Und ihr seht, dass der auferstandene Christus in der Schrift immer mit solchen verbunden wird, die entschlafen sind. Gesegnet für solche von uns, die die Leiber ihrer geliebten Freude zu Grabe tragen mussten. Sie dürfen daran denken, dass die Entschlafenen, die aus ihren Leibern herausgegangen sind, um bei dem Herrn zu sein, mit dem Auferstandenen verbunden sind. Das ist immer so in der Schrift. Es ist ein auferstandener Christus und solche, die entschlafen sind. Oh, was für ein Trost für die Trauernden! In was für eine Gesellschaft werden sie hineingesetzt – ein auferstandener Christus und solche, die entschlafen sind.

Das Werk ist vollbracht

Es gibt noch ein anderes Zeugnis betreffend der Auferstehung. Und das bringt uns zu Matthäus 28. Hier wird uns nicht nur gezeigt, dass die Herrlichkeit seiner Person aufgerichtet wurde, sondern es ist auch die öffentliche Offenbarung, dass sein Werk vollendet ist. Nun, wir sollten einen Moment darüber nachdenken, dass der Herr Jesus in den Tod gegangen ist und sich am Kreuz selbst dem Urteil des Todes unterworfen hat. Dort hat Er Frieden gemacht, und dort wurde das große Werk beendet, das den Frieden auf eine Grundlage gestellt hat, die niemals zerstört werden kann. Auf dem Kreuz ist die Frage des Friedens des Gläubigen mit Gott ein für alle Mal geregelt worden. Und wenn es eine Frage wäre, das jetzt zu klären, dann würde es keine Hoffnung geben. Denn wenn der Friede gemacht ist, kann er niemals gemacht werden. Denn Christus wird niemals erneut kommen, um zu sterben. Er hat Frieden gemacht durch das Blut seines Kreuzes. Und wenn die Schrift von dem Blut seines Kreuzes spricht, so ist das der Ausdruck seines eigenen Todes. Die Fülle dieses Werkes, die Vollständigkeit dieses Werkes, die völlige Befriedigung Gottes in all dem, was Christus vollbracht hat; die vollkommene Befriedigung der Natur Gottes in all dem, was Er Christus gegeben hat, und der völlige Ausdruck der Vollständigkeit dessen, was Er Gott gegeben hat – alles das wurde in der Auferstehung verkündet. Seine Auferstehung aus den Toten war der Beweis von all diesen Dingen. Deswegen findest du all diesen Widerstand, sowohl von den Juden als auch von Satan. Alle, die sich dieser Wahrheit widersetzten, verbanden sich miteinander dagegen.

Das Erste, was wir nun in Matthäus 28 sehen, ist, dass der erste Vers nicht mit dem zweiten verbunden ist. Sie folgen überhaupt nicht aufeinander. Es ist so gesegnet und tröstend für unsere Herzen, das zu bemerken. In Matthäus 28,1 lesen wir: „Am Ende des Sabbats, als die Dämmerung des ersten Wochentages kam …“ Die Tatsache ist: Es war die Dämmerung des jüdischen Sabbats. Der jüdische Sabbat ließ sozusagen den letzten Sand durch das Stundenglas rinnen. Es war nicht der erste Tag der Woche, es war das Ende des Sabbats, das Zwielicht des Sabbats. In dem vorigen Kapitel findet ihr die Frauen, wie sie nach dem Grab schauen. Joseph nahm den Leib mit Erlaubnis des Pilatus ab und legte ihn in sein eigenes Grab, das niemals die Verwesung eines Menschen gesehen hatte. Ein gesegnetes Zeugnis für die Vollkommenheit jener Person, dessen Leib in das Grab gelegt wurde. Das Grab hatte niemals das Verderben des Menschen beerdigt, und das war der Ort, der für jenen fleckenlosen Leib Jesu zubereitet war. Maria Magdalene und die andere Maria, d.h. die Frau des Kleopas, saßen gegenüber dem Grab, sie sahen es und die Zuneigungen ihrer Herzen zu Jesus hielt sie dort. Ihre Augen, ihre Herzen, all ihr Interesse und ihre Kräfte wurden dahin gezogen, wo sie jene gestorbene Person sahen.

In Matthäus 28,1 besuchen sie das Grab wieder. Der Sabbat hatte fast seinen Lauf vollendet, es war die Dämmerung des Samstages, es war noch nicht der frühe Morgen des ersten Tages der Woche. Es war nicht der Morgen des achten Tages, des Auferstehungstages, sondern das Zwielicht des Samstages. Es ist sehr interessant und äußerst wertvoll für unsere Herzen, weil es die Liebe und Hingabe ihrer Herzen zu Jesus zeigt. Sie kommen wieder im Dunkeln, und sie sehen, wie die Gebeine hineingelegt werden. Sie konnten nicht fernbleiben. Es ist schwer für ein Herz, da fernzubleiben. Es ist der Ort, wo der Gegenstand des Herzens ist. Das Herz war dort. Deswegen werden die Füße dort gefunden, denn die Füße folgen dem Herzen. Sie kamen, aber sonst hatten sie nichts. Der nächste Vers steht nun, wie gesagt, überhaupt nicht damit in Verbindung. Hier ist es das Einschreiten Gottes, um die Aufmerksamkeit auf die Tatsache zu lenken, die stattgefunden hatte. Aber die Frauen sahen das nicht, die Jünger sahen das nicht, niemand sah es außer den Soldaten und der Wache.

Dies alles geschah – Gott sagt nicht wann –, einige Zeit nachdem Jesus auferstanden war. Nicht um das Grab zu öffnen und den Herrn der Herrlichkeit hinauszulassen – fern sei solch ein Gedanke –, denn Jesus war auferstanden, und Er ist durch seine eigene Kraft sowie auch durch die Kraft Gottes aus dem Grab herausgekommen. Als Er auferstanden war, siehe, da war ein großes Erdbeben, denn der Engel des Herrn kam vom Himmel herab und rollte den Stein von der Öffnung und setzte sich darauf. Jesus war aus dem Grab auferstanden, und um nun die Aufmerksamkeit auf diese große Tatsache seiner Auferstehung zu lenken, findet das Erdbeben statt und es erscheint der Engel. Das war doch nicht zu übersehen, oder? Gott möchte deutlich machen, dass Er eingeschritten und den Sohn des Menschen aus dem Tod herausgenommen hatte, aber auch, dass der Christus selbst in eigener Macht auferstanden war. Denn beide Seiten sind in der Auferstehung enthalten. Der versiegelte Stein und die bestellte Wache konnten Ihn nicht halten. Der Siegel des Steines hatte eine Inschrift, ich nehme an die des Cäsars. Wahrscheinlich war der Kopf des Königs auf dem Siegel, um zu sagen: Das kann nicht geändert werden. Wer würde es wagen, jenen Stein zu berühren? Kein Mensch konnte es, er müsste es sonst mit dem Tod bezahlen. Aber der Herr triumphierte über das Grab. Gott, der im Himmel sitzt, lacht (Ps 2,4) über diese naiven und kindlichen Versuche auf der Seite des Menschen. Der Engel kommt hernieder, und in der Würde des Triumphes sitzt er auf dem Stein, der beiseitegerollt war, und brachte das Urteil des Todes auf die Wächter des Grabes. Die Wächter zittern, denn sein Angesicht war wie ein Blitz und seine Kleidung weiß wie Schnee. Die Hüter sind geschockt und sie waren wie Tote.

Fürchtet euch nicht!

In Matthäus 28,5 finden wir die Frauen erneut. Sie kommen jetzt wieder, und wenn sie jetzt kommen, wie ganz anders sieht es nun aus. Diese Worte sind hier ganz besonders wertvoll in Verbindung mit der Auferstehung. Der Engel sagt: „Fürchtet euch nicht!“ Gerade das ist die Tatsache, die Gott mit der Auferstehung verbindet. Die Furcht ist vorbei, hinweggetan; der Grund dafür ist weggenommen: „Fürchtet euch nicht!“ Es ist gerade das Zeugnis, das der Geist Gottes bringt, um die Furcht aus unseren Herzen zu vertreiben und alle Missempfindungen zu verbannen. – Ich weiß, dass ihr Jesus sucht, der gekreuzigt war. Ich weiß, wo die Zuneigungen eurer Herzen sind. Ich weiß, nach wem ihr Ausschau haltet. Ihr habt keinen Grund, Angst zu haben. Ihr sucht Jesus, der gekreuzigt war. Er ist nicht hier, denn Er ist auferstanden, wie Er gesagt; kommt, seht den Ort, wo der Herr gelegen hat. – Was für ein Zeugnis! Denk an den Trost, der damit verbunden ist! Denk an das Vertreiben der Furcht! Denk an die Versicherung für ihre Herzen! Denk, dass dieses Lösegeld bezahlt war, dass die Gerechtigkeit befriedigt war, dass der Gläubige frei war! Jede Furcht, jedes Missempfinden, jede Frage, die Satan erhebt, um arme Herzen damit zu betrüben – alles war gestillt und für immer erledigt: „Er ist auferstanden“, das war das Zeugnis. „Ihr sucht Jesus, der gekreuzigt war.“ Sie sprechen jetzt nicht von Ihm als gekreuzigt, Er war gekreuzigt.

Er war gekreuzigt und ist nun auferstanden

Wie viele Menschen gibt es, die von dieser großartigen Tatsache mit ihren Herzen meilenweit entfernt sind. Sie tragen ein Kruzifix; und was ist das anderes als eine Verleugnung der großen Wahrheit des Evangeliums? Fragst du warum? Weil es das präsentiert, was jetzt nicht wahr ist! Christus ist auferstanden, das ist die Wahrheit, Er war gekreuzigt. Aber noch mehr als das: Das Kruzifix präsentiert das Instrument der Schande und der Qual, auf das die Welt, die Ihn hasste, Ihn angenagelt hat. Das Kreuz ist das Zeugnis des Hasses der Welt gegen den Christus Gottes, und es war das Folterinstrument der Römer. Was ist die Wahrheit, die unsere Herzen erfüllen sollte? Der Auferstandene, der gekreuzigt war. Dank sei Gott, Er ist weder am Kreuz noch im Grab; Dank sei Gott, Er war auf dem Kreuz und Er war im Grab; Dank sei Gott, Er ist dort nun nicht mehr, sondern Er ist auferstanden, Er ist auf dem Thron des Vaters.

Und das ist der Grund, warum ich das Matthäusevangelium gelesen habe. Ich habe bewusst von den anderen Evangelien Abstand genommen, die dann noch von seiner Himmelfahrt reden. Das Matthäusevangelium stellt uns die Auferstehung ganz separat dar und zeigt uns Ihn als auferstanden in Verbindung mit den Armen der Herde. Wir wissen, dass Er erhoben und zur Rechten Gottes erhöht ist. Aber hier finden wir das Zeugnis seiner Auferstehung.

Ich fasse nun all die Zeugnisse für einen Moment zusammen, die damit verbunden sind:

  1. Als Erstes zeigt es das Dazwischentreten Gottes in göttlicher Kraft.
  2. Zweitens gibt es den Beginn für die Verkündigung einer wunderbaren neuen Ordnung der Dinge, die mit dem Christentum beginnen sollte.
  3. Drittens war es ein großes Zeugnis Gottes für die Herrlichkeit der Person seines Sohnes, diesen verherrlichten Menschen aus dem Tod zu nehmen und Ihm als Menschen ein neuen Platz zu geben, auf den Er sicherlich ein Recht hatte aufgrund der Herrlichkeit seiner Person. Diesen neuen Platz nahm Er als Mensch ein, der das Werk vollendet hatte, das Gott Ihm gab.

Die Zeit würde fehlen, die ganze Größe all der Wahrheiten vorzustellen, die mit dem wunderbaren Einschreiten Gottes in Verbindung stehen. Es ist das Aufrichten der großen fundamentalen Wahrheit der Auferstehung, die mit dem Tod Christi so eng verbunden ist. Mit der feierlichen Verkündigung „Er ist auferstanden“ wird zugleich die Vollkommenheit seines Werkes verkündet. Gibt es hier eine Seele, die Zweifel hat oder Ängste oder Missempfindungen? Hast du einen Zweifel? Ich weiß, dass Leute sagen: Ich denke mehr an den Herrn Jesus am Kreuz. – Ich möchte dir sagen: Wenn du über das Schauen auf den Herrn Jesus am Kreuz redest, dann schaust du dorthin, wo Er nicht ist. Wie kannst du Ihn dort sehen, wo Er nicht ist?

Wenn du mir sagst: Ich schaue zurück im Glauben, dann verstehe ich das, das ist einfach genug, ich schaue im Glauben zurück und erinnere mich daran, dass Er am Kreuz war. Aber du kannst nicht im Glauben zurückschauen und Ihn auf dem Kreuz sehen. Du kannst wohl im Glauben zurückschauen und sehen, was Er getragen hat und was Er war und was Er am Kreuz erduldete. Möchtest du Ihn sehen? Dann musst du aufschauen, um Ihn lebendig zu sehen. Er war tot und ist lebendig; Er ist auferstanden. Ich sehe Ihn an diesem neuen Platz als Menschen, siegreich als triumphierenden Menschen. Die ganze Macht des Todes und des Satans ist gebrochen, die ganze Macht des Feindes ist in Stücke geschlagen durch den mächtigen Sieg, den Er errungen hat. Jede feindliche Macht ist niedergeschmettert. Über jeden Feind, der jemals triumphiert hatte, wurde der Triumph gehalten in seinem Tod und seiner Auferstehung durch Ihn.

Hast du noch Zweifel?

Welche Angst kannst du jetzt noch haben? Wovor? Vielleicht rede ich jetzt zu einem Christen, der Heilsungewissheit hat; zu einem, der nicht in der Wahrheit des Evangeliums gegründet ist; zu einem, der sagt: Ich habe Angst vor dem Tod. – Schau hier: Er war in dem Tod aller Tode, „damit er durch den Tod den zunichtemachte, der die Macht des Todes hat, das ist den Teufel, und alle die befreite, die durch Todesfurcht das ganze Leben hindurch der Knechtschaft unterworfen waren“ (Heb 2,14.15). Der Tod ist für immer besiegt, der Tod hat seinen Stachel verloren, der Tod ist seines Sieges beraubt, seine Kraft ist gebrochen. Du brauchst vor dem Tod keine Angst mehr zu haben. Sünde? Er kam, um die Sünden seines Volkes zu tragen. Er hat sie getragen. Dank sei Gott! Wie schwach du auch sein magst, aber du gehörst Christus an, und ich kann dir sagen: Alle deine Sünden wurden durch Gott auf jene Person am Kreuz gelegt. Vielleicht hast du das Lied gesungen: Ich lege meine Sünden auf Jesus. – Ach nein, du kannst nicht deine Sünden auf Jesus legen. Gott hat sie auf Ihn gelegt: Gott, der sie kannte; der Gott, gegen den du gesündigt hast; dieser Gott, gegen dessen heiligen und gerechten Charakter diese Sünden ein Angriff waren; dieser Gott hat alle deine Sünden auf diese vollkommene Person gelegt, und Er hat Ihn triumphierend auferweckt – ohne diese Sünden. Gott verließ Ihn als Mensch am Kreuz, als Er die Sünden trug. Aber Er ist triumphierend auferstanden ohne deine Sünden. Was für ein Trost! Dank sei Gott, unsere Sünden sind alle weg, der Tod ist vorbei.

Ich erinnere mich, dass ich selbst Angst vor dem Tod hatte. Ich wusste, ich würde nicht in die Hölle kommen. Ich wusste, meine Sünden waren vergeben, aber ich hatte Angst vor dem Tod. Eine Leiche mochte ich nicht gern sehen. In die Gegenwart des Todes wollte ich nicht gerne kommen; der Tod machte mir Furcht, ich hatte Angst davor. Warum? Weil ich nicht die Größe des Triumphes Christi über den Tod gesehen hatte. Nun, Gott sei Dank, du kannst das sehen, du kannst dich daran freuen. Du kannst den Siegesgesang aufnehmen, du kannst deinen Fuß auf die unwandelbare Plattform stellen, die durch seinen Tod und seine Auferstehung gesichert ist. Und du kannst sagen unter dem Schatten des Sieges Christi, dass der Sieg durch Ihn allein gewonnen ist, aber für uns; du kannst deine Stimme erheben und sagen: O Tod, wo ist dein Stachel, o Grab, wo ist dein Sieg! Das ist es, was ich in Verbindung mit der Auferstehung des Herrn Jesus Christus gelesen habe.

Der Herr gebe, dass jedes Herz hier durch den Glauben in der einfachsten Weise auf die Auferstehung schaut als auf eine Tatsache und nun dadurch den Trost und die Erquickung seiner Seele findet heute und für immer durch Jesus Christus.

Nächster Teil


Originaltitel: „The Fact of Christ’s Resurrection“
Erster Vortrag aus der Reihe „The Ressurection of the Lord Jesus from among the Dead“, London 1886
Der Vortrag wurde von der Redaktion sprachlich ein wenig angepasst und gekürzt.

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