|
Leitvers: 1. Korinther 8,5-6
1Kor 8,5-6: Denn wenn es anders solche
gibt, die Götter genannt werden, sei es im Himmel oder auf Erden (wie es ja
viele Götter und viele Herren gibt), so ist doch für uns ein Gott, der
Vater, von welchem alle Dinge sind, und wir für ihn, und ein Herr,
Jesus Christus, durch welchen alle Dinge sind, und wir durch ihn.
Frage:
Ist der Herr Jesus wirklich der wahre Gott?
Anwort:
Im 6. Vers sieht man klar die
unterschiedliche Bedeutung der Wörter "Gott" und "Herr". Es handelt sich
nicht um die göttliche Natur an sich, sondern um den Platz, den die göttlichen
Personen in der sogenannten Haushaltung der Gnade einnehmen. Der Vater
bleibt einfach in der Gottheit, aber der Sohn ist ein Mensch geworden, und in Seiner Menschheit hat Er den Platz als Herr eingenommen. Wenn ich also
spezifisch von Gott rede, rede ich vom Vater. Aber in Bezug auf Christus wird
gesagt: "Du sollst seinen Namen Jesus heißen", d.h. Jahwe ist Rettung. Und der
Platz, den Er jetzt als Mensch eingenommen hat, ist der des Herrn: "Gott hat ihn
sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt
habt." Das heißt nicht, dass Er aufgehört hat, Jahwe zu sein, aber Er hat den
Platz als Herr eingenommen, während der Vater einfach in der abstrakten Gottheit
bleibt.
Ich mache diese Bemerkung, weil wir in
Christus als dem Herrn die Verwaltung der Gnade haben. Beim Vater bin ich ein
Kind, aber im Blick auf die Verwaltung der Gnade (der Dienst in der Gnadenzeit)
gehe ich zum Herrn. So sagt Stephanus: "Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!"
und
Ananias: "Herr, ich habe von vielen von diesem Mann gehört." "Für uns gibt es
einen Gott, den Vater, ... und einen Herrn, Jesus Christus." Das besagt nichts
über die Natur dieses Herrn. Wir wissen, dass Er Gott und Mensch zugleich ist,
aber hier haben wir den hervorragenden Platz, den Er eingenommen hat, nach Seinen Worten:
"Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden."
Collected Writings, Band 26, S. 232
Beachten wir im Vorbeigehen den Ausdruck: "Für uns ist ein Gott, der Vater ... und ein Herr, Jesus
Christus." Der Apostel behandelt hier nicht die Frage der Gottheit des Herrn an
und für sich, sondern die Verbindung der Menschen mit dem, was in gewissen
Beziehungen über ihnen stand. Die Heiden hatten viele Götter und viele Herren
oder vermittelnde Wesen, die zwischen Göttern und Menschen standen. Nicht so die
Christen. Da ist der Vater, der stets in dem absoluten Wesen der Gottheit
bleibt, und Christus, der Mensch geworden die Stellung und das Verhältnis des
Herrn uns gegenüber eingenommen hat. Die Stellung und nicht die Natur wird
hier betrachtet.
aus der Synopsis von J.N.D.
|