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Anmerkung der Redaktion
Dieser Artikel stammt aus der Zeit vor dem Jahr 2000. Er spiegelt
nicht zwingend die heutige Meinung des Autors wieder, da der Autor seine
Gedanken in den letzten Jahren auf etlichen Gebieten sehr verändert hat,
siehe dazu auch unsere FAQ.
Dennoch haben wir diesen Artikel aufgenommen, da er sehr wohl die Meinung
der Redaktion wiedergibt.
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Leitverse:
Matthäus 18,15-20; 2. Mose 20,24; 5. Mose 12,4ff. Mt 18,15-20:
Wenn
aber dein Bruder wider dich sündigt, so gehe hin, überführe ihn
zwischen dir und ihm allein. Wenn er auf dich hört, so hast du einen
Bruder gewonnen. Wenn er aber nicht hört, so nimm noch einen oder
zwei mit dir, damit aus zweier oder dreier Zeugen Mund jede Sache bestätigt
werde. Wenn er aber nicht auf sie hören wird, so sage es der
Versammlung. Wenn er aber auch auf die Versammlung nicht hören wird,
so sei er wie der Heide und der Zöllner. Wahrlich, ich sage euch: Was
irgend ihr auf der Erde binden werdet, wird im Himmel gebunden sein,
und was irgend ihr auf der Erde losen werdet, wird im Himmel gelöst
sein. Wiederum sage ich euch: Wenn zwei von euch auf der Erde übereinkommen
werden über irgend eine Sache, um welche sie auch bitten mögen, so
wird sie ihnen werden von meinem Vater, der in den Himmeln ist. Denn
wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer
Mitte.
2Mo 20,24: Einen
Altar von Erde sollst du mir machen und darauf opfern deine Brandopfer
und deine Friedensopfer, dein Kleinvieh und deine Rinder; an jedem
Orte, wo ich meines Namens werde gedenken lassen, werde ich zu dir
kommen und dich segnen.
5Mo 12,4-8.11.13-14: Den HERRN,
eurem Gott, sollt ihr nicht also tun; sondern den Ort sollt ihr
aufsuchen, welchen Jehova, euer Gott, aus allen euren Stämmen erwählen
wird, um seinen Namen dahin zu setzen, dass er dort wohne, und dahin
sollst du kommen. Und ihr sollt dahin bringen eure Brandopfer und eure
Schlachtopfer, und eure Zehnten, und das Hebopfer eurer Hand, und eure
Gelübde und eure freiwilligen Gaben, und die Erstgeborenen eures
Rind- und eures Kleinviehs; und daselbst sollt ihr vor den HERRN, eurem
Gott, essen und euch erfreuen, ihr und eure Häuser, an allem Geschäft
eurer Hand, worin der HERR, dein Gott, dich gesegnet hat. Ihr sollt
nicht tun nach allem, was wir heute hier tun, ein jeder was irgend
recht ist in seinen Augen. … Der Ort, welchen der HERR, eurer Gott, erwählen wird,
seinen Namen daselbst wohnen zu lassen, dahin sollt ihr alles bringen,
was ich euch gebiete … Hüte dich, dass du nicht deine Brandopfer an jedem Orte
opferst, den du siehst! Sondern an dem 0rte, welchen der HERR in einem
deiner Stämme erwählen wird, daselbst sollst du deine Brandopfer
opfern und daselbst alles tun, was ich dir gebiete.
Inhalt
Grundsätze des Zusammenkommens der Gläubigen Was sind „Gläubige“ und was ist die „Versammlung“? Was hat die Versammlung mit dem Alten Testament zu tun? Wenn Christen sich versammeln, sind sie dann automatisch „versammelt zum Namen des Herrn Jesus“? Versammlung des Herrn auf der ganzen Erde Die örtliche Versammlung Wenn jemand, der in Sünde gefallen ist, nicht auf die Versammlung hört Die Zucht der Versammlung „Auf der Erde gebunden“ „Im Himmel gebunden“ Nur die Versammlung hat Autorität Die Autorität der Versammlung ist sehr groß Das Beten der Versammlung findet Erhörung Warum hat die Versammlung solch eine Autorität und Bedeutung? Was heißt „versammelt zum Namen des Herrn Jesus“? Der Herr Jesus — der Mittelpunkt der Versammlung Was bedeutet „Wenn zwei oder drei versammelt sind“ im Zusammenhang des Schriftabschnittes? Die Gedanken Gottes über das Versammeln zu seinem Namen hin sind nicht neu Jeder sollte diesen Ort suchen, wo der Herr wohnen will Der (geistliche) Ort des Versammelns ist nicht willkürlich
Es
ist an diesen drei Abenden vorgesehen, liebe Freunde, liebe Geschwister, dass
wir uns mit einigen Grundsätzen
des Zusammenkommens der Gläubigen beschäftigen. Vielleicht ist es gut, dass
ich einiges dabei von vornherein
ganz deutlich mache.
Erstens:
Wenn ich über Gläubige rede, dann meine ich damit solche, die den Herrn Jesus
als ihren Heiland und ihren Herrn haben kennenlernen dürfen und Ihn angenommen
haben. Sie haben den Heiligen Geist und kennen Gott als ihren Vater in dem Herrn
Jesus.
Zweitens
muss ich etwas sagen über ein Wort, das wir in Matthäus 18 gefunden haben, und
das ist das Wort „Versammlung“. In manchen deutschen Übersetzungen
finden wir dort „Gemeinde“. Ich möchte klarmachen, dass ich genau
das meine. Ob wir nun sprechen über „Gemeinde“, „Kirche“
oder „Versammlung“, in allen drei Fällen handelt es sich um das, was
in der Schrift die „Gesamtheit aller wahren Christen“ in der heutigen
Zeit ist. Diese heutige Zeit ist die Zeit von den Pfingsten in Apostelgeschichte
2 an bis zur Wiederkunft des Herrn Jesus Christus. Alle solche, die den Herrn
Jesus als Heiland und Herrn kennen dürfen durch den Glauben und ihre Sünden
vor Gott bekannt haben, bilden die Versammlung Gottes. Es sind also nicht
irgendwelche Gruppen oder Organisationen gemeint. Es gibt viele Gruppen, die
viel kleiner sind als die wahre Kirche Gottes, die nur einige Kinder Gottes aus
einer Stadt darstellen. Es gibt viele Organisationen, die viel größer sind als
die Kirche Gottes, weil darin viele sind, die nur äußerlich an dem Herrn Jesus
teilhaben, aber keine innere Lebensbeziehung zu Ihm besitzen. Das ist ganz
wichtig, denn wenn wir über das Zusammenkommen der Gläubigen sprechen, müssen
wir zuerst verstehen, was nach den Gedanken Gottes Gläubige sind und was die
Versammlung ist. Wir werden darauf zurückkommen.
Noch
eine einführende Bemerkung. Ich habe gesagt, die Versammlung besteht vom
Pfingsttag an, als der Heilige Geist ausgegossen wurde auf dieser Erde, und
besteht bis zum Wiederkommen des Herrn. Trotzdem habe ich auch aus dem Allen
Testament gelesen. Im Alten Testament bestand auch ein Volk Gottes, das Volk
Israel. Das ist etwas anderes als die Versammlung des lebendigen Gottes, aber
wir dürfen nicht vergessen, dass wir es noch mit demselben Gott und mit
demselben Wort Gottes zu tun haben. Obwohl wir im Alten Testament ganz andere
Verhältnisse finden, so haben wir eigentlich dieselben Grundsätze. Das heißt, Gott
versammelt sein Volk sowohl im Alten wie auch im Neuen Testament nach denselben
moralischen und geistlichen Grundsätzen, die wir in diesen drei Zusammenkünften
betrachten möchten. Dabei werde ich, so Gott will, dreimal einen Abschnitt aus
dem Neuen Testament lesen und darüber hinaus auch Abschnitte aus dem Alten
Testament, weil das Alte Testament für uns, mit Ehrfurcht gesagt, ein
Bilderbuch ist, das uns schöne Zeichnungen, Illustrationen, gibt zu diesen
geistlichen Grundsätzen, die wir im Neuen Testament finden.
Im Licht des Neuen Testamentes dürfen wir diese alttestamentlichen Bilder
anwenden. Wir werden betrachten, wie das, was der Herr Jesus hier sagt: „Wenn
zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, dann bin ich in ihrer Mitte“,
anknüpft an Dinge, die diesen jüdischen Jüngern schon längst vertraut waren.
Im Neuen Testament ist solch eine Aussage „Versammelt in meinem Namen“ sehr
selten. Aber aus dem Alten Testament war das den Jüngern geläufig,
dass Gott sein Volk versammeln möchte an einen Ort, von dem Er sagt, dass Er
daselbst seinen Namen hat wohnen lassen. Er versammelt sein Volk nicht irgendwo
oder irgendwie, sondern dorthin, wo Er selbst in der Mitte seines Volkes ist. Er
selbst möchte der Mittelpunkt des Volkes sein. Er möchte, wenn sie
zusammenkommen, der Grund ihres Zusammenkommens sein. Nur im Licht der Bilder
des Alten Testamentes können wir auch die Gedanken des Neuen Testamentes
verstehen.
Nun,
es gibt auch in dieser Stadt Gläubige, die bekennen, sich im Namen Jesu zu
versammeln. Oft sagen sie sogar dabei: „nach Matthäus 18,20“. Offensichtlich
ist für diese Gläubige dieser Vers überaus wichtig. Darum wollen wir uns
zuerst die Frage stellen: Was meinen diese Gläubigen damit genau? Oder noch
eingehender: Es ist ganz einfach, zu sagen, dass man sich im Namen Jesu
versammelt, aber woran kann man das erkennen? Es ist nicht genug, das nur zu
bekennen. Es gibt viele Christen, die sich versammeln, und wenn man ihnen die
Frage stellen würde, ob sie sich auch im Namen Jesu versammeln, dann würden
sie ganz erstaunt gucken und sagen: Natürlich,
in wessen Namen denn sonst! Als Christen nehmen sie als selbstverständlich an,
dass sie diese Verheißung aus Matthäus 18,20 für sich in Anspruch nehmen dürfen.
Deshalb
müssen wir uns die Frage stellen, was die Schrift oder der Herr Jesus hier
genau gemeint hat. Um festzustellen, ob wir selbst oder andere Christen sich im
Namen Jesu versammeln, müssen wir fragen: Woran kann man das erkennen?
Es
ist so, dass viele Christen es als selbstverständlich annehmen, wenn sie sich
als zwei oder drei oder mehr zusammenfinden, dass das fast automatisch bedeutet,
dass sie dann im Namen Jesu versammelt sind. Wenn wir nur Vers 20 lesen würden:
„Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer
Mitte“, dann kann Ich mir leicht vorstellen, dass viele das so aufrichtig
meinen. Aber man kann jeden Vers in der Schrift nur dann verstehen, wenn man den
Vers zuerst im Zusammenhang eines Abschnittes betrachtet. Die Schrift lehrt uns
in 1. Petrus 1 am Ende des Kapitels, dass keine Schrift (keine Weissagung
eigentlich, aber wir dürfen das auf die ganze Schrift anwenden) von eigener
Auslegung ist. Man kann nicht irgendeinen Vers auslegen, wie man will, oder
getrennt vom Zusammenhang. Deshalb habe ich von Vers 15 an gelesen. Und so
wollen wir uns erst mit diesem Abschnitt beschäftigen und dann sehen, wie das,
was wir gefunden haben, in den Bildern des Alten Testamentes weiter erläutert
wird.
Es
ist nicht das einzige Mal, dass der Herr Jesus hier über die Versammlung redet.
Das erste Mal, wir wollen ganz kurz anschauen, ist in Matthäus 16, wo der Herr
Jesus anknüpft bei dem wunderschönen Glaubensbekenntnis des Petrus, der ja
gesagt hatte: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.“
Dann zeigt der Herr Jesus ihm, dass er das nicht aus sich selbst gewusst hat: „Fleisch und Blut haben es dir nicht geoffenbart, sondern mein Vater, der
in den Himmeln ist. Aber auch ich sage dir: Du bist Petrus, d.h. Stein, auf
diesen Felsen“ — auf dieser Grundlage, die du eben beschrieben hast,
Christus, der Sohn des lebendigen Gottes — „werde ich meine Versammlung bauen.“ Und Petrus selbst würde dabei einer dieser Bausteine werden, so
wie er selbst gesagt hat in 1. Petrus 2, dass wir wie lebendige Steine hinzugebracht werden, um zu einem geistlichen
Haus zusammengesetzt zu werden.
Der
Herr Jesus ist die wunderbare Grundlage. Er, der Sohn des lebendigen Gottes, ist
die Grundlage der Versammlung Gottes, und wie es hier heißt: „meiner
Versammlung“. Er hat in dieser Welt seine Versammlung. Damals bestand sie noch
nicht. Er sprach in der zukünftigen Form: „Ich werde meine Versammlung bauen.“ Dieser Versammlungsbau hat angefangen am
Pfingsttag, denn dort Ist
der Heilige Geist gekommen und hat die Gläubigen zusammengefügt zu einem Leib.
1. Korinther 12 und 13 zeigen uns, dass die Taufe des Heiligen Geistes am
Pfingsttag die Gläubigen zu einem Leib zusammengefügt hat, und an diesem
Tag entstand auch die Versammlung als Haus Gottes, als Bau, der vom Pfingsttage
an aufgebaut wird „zu einem heiligen Tempel im Herrn“, wie Epheser 2 sagt.
Da fing die Geschichte der Versammlung an. Hier spricht der Herr Jesus über die
Versammlung nach den ganz wunderbaren ewigen Ratschlüssen Gottes. Gott hat sich
diese Versammlung zubereitet, wovon der Herr Jesus jetzt sagt: Ich werde meine
Versammlung bauen, auf diesen Felsen, auf dieses Glaubensbekenntnis des Petrus
hin. Der Herr Jesus spricht hier also über die Versammlung im weitesten Sinne
als die Gesamtheit aller Gläubigen vom Pfingsttage bis zur Wiederkunft des
Herrn.
Aber
hier in Matthäus 18 spricht Er über die Versammlung auf ganz andere Weise. Er
spricht hier über die Versammlung, mit der wir es in unserem praktischen Leben
zu tun haben. Denn das Wort „Versammlung“ bedeutet nicht nur „alle Gläubigen vom Pfingsttage an bis zur
Wiederkunft“. Es bedeutet
auch manchmal „alle Gläubigen, die jetzt auf dieser Erde überall in allen
Ländern leben“, sie bilden zusammen die Versammlung Gottes auf Erden. Aber
drittens bedeutet die Versammlung auch „die Gläubigen in einer Stadt, in
einem Dorf“. Die Versammlung in Augsburg besteht aus allen wahren Kindern Gottes
in Augsburg, nichts weniger als das. Die Versammlung Gottes ist nicht irgendeine
kleinere Gruppe, sie besteht aus allen wahren Kindern Gottes. Diese örtliche
Versammlung ist wie ein Ausdruck der ganzen Versammlung Gottes auf Erden. Es ist
diese örtliche Versammlung, mit der ich es im praktischen Leben zu tun habe. Es
ist diese örtliche Versammlung, mit der ich zusammenkommen möchte.
Wenn
ich Probleme habe, dann wende ich mich an diese örtliche Versammlung. Und so
spricht der Herr Jesus über sie in Matthäus 18. Er spricht im Großen und
Ganzen dieses Kapitels über viele Grundsätze, die mit den Jüngern im Reich
der Himmel zu tun haben, Grundsätze, die die Jünger zu beachten haben. Und
so spricht Er hier in diesen Versen darüber, wie wir miteinander zu leben
haben, wenn einer von uns in Sünde gefallen ist. Es geht hier in erster Linie
nicht um die Frage, wie wir zusammenkommen müssen. Der Anlass ist: „Wenn
aber dein Bruder wider dich sündigt“. In vielen Handschriften fehlen die
Worte „wider dich“, und man kann auch sehr gut in allgemeinem Sinn lesen: „Wenn aber dein Bruder
sündigt“. Ich gehe doch nicht nur zu meinem
Bruder, wenn er wider mich gesündigt hat, sondern wir beschäftigen uns auch
miteinander in der christlichen Liebe, wenn wir bei dem anderen feststellen müssen,
dass er in die Sünde gefallen Ist, dass er in der Sünde lebt.
Aber
wenn ich das weiß, brauche ich das nicht sofort in der ganzen Stadt
herumzusprechen. Ich versuche diese Sache zuerst mit dem Bruder oder mit der
Schwester unter vier Augen zu lösen. „Gehe hin, überführe ihn zwischen
dir und ihm allein.“ Denn wenn er seine Sünde einsieht, wenn er zum
Bekenntnis seiner Sünde kommt und die Sache mit dem Herrn regelt, dann ist
alles in Ordnung. Das braucht dann nicht weiter erzählt werden. „Aber wenn
er nicht auf dich hört, so nimm noch einen oder zwei mit dir, damit aus zweier
oder dreier Zeugen Mund jede Sache bestätigt werde.“ Auch das ist, beiläufig
bemerkt, eine Sache, die in 5. Mose viele Male erwähnt wird. So von Kapitel 13
an bis Kapitel 24 finden wir, wenn ich mich richtig erinnere, neunmal den
Ausdruck, dass das Böse aus der Mitte hinweggetan werden muss. Dabei finden wir
mehrfach diesen Punkt, dass das Böse festgestellt werden muss auf Grund des
Zeugnisses von zwei oder dreien. Hier sehen wir schon, wie der Herr Jesus auf
Grundsätze anspielt, die aus dem Alten Testament schon bekannt waren.
Wenn
das auch nicht hilft, wenn der Bruder nicht zum Bekenntnis seiner Sünde kommt
und die Sache mit dem Herrn in Ordnung bringt, dann steht da: „Wenn er aber auf
sie nicht hören wird, so sage es der Versammlung.“ Hier sehen wir ganz
klar, das ist nicht die Versammlung Gottes auf der ganzen Erde. Ich wüsste
nicht, wohin ich mich wenden müsste. Hier ist die Versammlung, ganz praktisch
gesehen, das, was für mich im täglichen Leben die Versammlung ist, die örtliche
Versammlung. Um uns eine örtliche Versammlung vorstellen zu können, müssen
wir vergessen, in welcher verwirrten Lage wir heute leben. Denn wir sind
vertraut damit, dass die Christen verteilt sind über viele Kirchen, Gruppen und
Gemeinschaften. Für uns ist das eine schwierige Sache, die örtliche
Versammlung. Wohin sollten wir uns wenden? Aber der Herr Jesus hat dieses zuerst
ganz einfach gemeint, so wie wir das auch in der Apostelgeschichte noch so schön
finden, wo es tatsächlich in vielen Städten und Dörfern diese eine
unzerteilte, ungespaltene Versammlung gab. Da war es noch nicht so schwierig. Da
durften, da sollten die Gläubigen, wenn sie solche Probleme hatten, sich an die
Versammlung wenden. Sie sollten die Sache der Versammlung bekannt machen.
„Wenn
er aber auch auf die Versammlung nicht hören wird, so sei er dir wie der Heide
und der Zöllner.“ Jetzt müssen wir aufpassen, wie der Herr Jesus in Vers
17 über „dir“ spricht und dann in Vers 18: „Wahrlich, ich sage
euch, was irgend ihr [Mehrzahl] …“ In
Vers 17 kann es sein, dass auch die Versammlung ernst mit der Person gesprochen
hat und dass diese Person nicht hören will. Dann ist zuerst eine ganz persönliche
Schlussfolgerung zu ziehen. Ich kann dann, nachdem alles gescheitert ist, alle
Versuche, um den Bruder oder die Schwester wiederherzustellen, ja ich muss dann mein
Verhältnis zu dem Bruder oder zu der Schwester feststellen. Und das Verhältnis
ist: Er ist mir oder sie ist mir wie der Heide und der Zöllner. Das heißt ich muss
den anderen leider wie einen Ungläubigen behandeln. Das kann uns allen
passieren, und das geschieht leider allzu oft. Hier ist es aber nicht nur, dass
einer in die Sünde gefallen ist, sondern dass einer in der Sünde lebt und
davon nicht zurückkehren will. Das ist jetzt festgestellt, im Versuch des
Einzelnen, im Versuch mit zweien oder dreien, und jetzt hat auch die ganze
Versammlung nichts daran ändern können. Wenn jemand in diesem Zustand
verharrt, dann müssen wir ihn behandeln als einen, der auf dem bösen Weg ist,
der letztendlich zum Verderben führt. Was der Herr in seiner Gnade noch tun
wird, ist eine andere Sache. So müssen wir ihn behandeln. Aber das ist nicht
nur persönlich so. Persönlich kann es sein, dass ich, wenn ich eine Sache weiß,
schon längst den anderen als Heiden und Zöllner behandeln muss. Heiden, das
waren solche, die außerhalb des Volkes Gottes standen. Die Zöllner sind hier
kennzeichnend ein Beispiel aus Israel für solche, die verachtet wurden wegen
ihres bösen Wandels.
Aber
es bleibt nicht bei dem persönlichen Verhältnis, auch die Versammlung muss zu
einem Beschluss kommen. Und das linden wir in Vers 18. Jetzt spricht der Herr
Jesus sie insgesamt an: „Wahrlich, ich sage euch …“ In Vers 15 war
es noch dein Bruder: „So hast du deinen Bruder gewonnen.“ Da ging es von
Vers 15 bis Vers 17 um meine persönliche Verantwortung meinem Bruder gegenüber.
Aber von Vers 18 an spricht der Herr Jesus uns in der Mehrzahl an. Obwohl die
Versammlung damals noch gar nicht bestand, gibt Er hier seinen Jüngern Grundsätze,
nach denen sie leben sollten von der Zeit an, da die Versammlung tatsächlich
auf Erden bestehen sollte. Jetzt ist es keine persönliche Sache mehr, sondern
eine gemeinsame Sache. Und Er sagt: „Ich sage euch, was irgend ihr auf der
Erde binden werdet, wird im Himmel gebunden sein, und was irgend ihr auf der
Erde lösen werdet, wird im Himmel gelöst sein.“ Hier
finden wir zwei schwierige Wörter: „binden“ und „lösen“.
Die haben wir auch in Matthäus 16, wenn ich da etwas weiterlese, in Vers 19. Da sagt der Herr Jesus zu Petrus:
„Ich werde dir die Schlüssel des Reiches
der Himmel geben; und was irgend du auf der Erde binden wirst, wird in den
Himmeln gebunden sein, und was irgend du auf der Erde lösen wirst, wird in den
Himmeln gelöst sein.“ Der Zusammenhang ist hier ganz anders. Hier geht es
um Petrus und um den Eingang in das Reich der Himmel. Das ist die ganz besondere
Aufgabe des Petrus gewesen, worüber ich jetzt nicht sprechen möchte. Aber wir
haben hier dieselben Worte, die hier in Matthäus 18 auf die ganze Versammlung
angewandt werden: „binden“ und „lösen“.
Was
die Bedeutung dieser Worte ist, kann man nicht einfach aus diesem Zusammenhang
schließen. Man muss dazu schon etwas von den Hintergründen verstehen, die für
diese Jünger sofort verständlich waren. „Binden“ und „lösen“ waren bekannte Ausdrücke aus der Literatur der Rabbiner jener
Zeit. Sie hatten zwei Bedeutungen: „Binden“ hieß zuerst, Vorschriften
bindend auferlegen, und „lösen“ hieß, gewisse Vorschriften,
Satzungen oder Ordnungen abschaffen. Das ist die erste Bedeutung, und das muss
wohl ganz besonders die Bedeutung für Petrus gewesen sein in Kapitel 16. Da
geht es ja um die Gebote für die Jünger im Reich der Himmel. Aber
das Wort hatte noch eine zweite Bedeutung. „Binden“ hieß dann, jemand
unter einen Bann bringen, jemand einen Bann aufbinden. Wir würden heute sagen,
jemanden ausschließen aus der Gemeinschaft der Gläubigen, der Versammlung
Gottes. Und „lösen“ heißt dann, diesen Bann wieder aufheben, indem nämlich
diese Person, die ausgeschlossen wurde, doch noch, dem Herrn sei Dank, zum
Bekenntnis seiner Sünden kommt und deshalb auch wieder in die Gemeinschaft zurückgeführt
werden kann, wenn sie ihre Sünden nicht nur Gott gegenüber, sondern auch der
Versammlung gegenüber bekannt hat. Dann kann der Bann gelöst werden, die Zucht
aufgehoben und die Person wiederhergestellt werden.
Und
jetzt kommen wir zu diesen beiden Versen 19 und 20. Zu Vers 18 wäre noch viel
mehr zu sagen. Das Wichtige ist, dass hier gebunden und gelöst wird, nicht nur
örtlich. Es gilt für die ganze Erde. Leider gibt es viele Gemeinschaften, die
damit gar nicht rechnen. Es wird einer örtlich gebunden, unter einen Bann
gebracht, und er kann ruhig zu einer anderen Gemeinschaft hingehen oder zu einem
anderen Ort, und da ohne weiteres aufgenommen werden. Aber was hier gebunden
wird, wird auf der Erde gebunden. Es hat eine Bedeutung für die ganze Erde.
Wenn wir verstehen, dass die Versammlung Gottes tatsächlich keine örtliche
Angelegenheit ist, sondern dass wir es mit der Einheit der ganzen Versammlung,
des ganzen Leibes Christi auf dieser Erde zu tun haben, dann verstehen wir auch,
warum das, was böse ist, von einer örtlichen Versammlung weggetan werden muss,
denn es ist für die ganze Versammlung Gottes böse.
Aber
noch wichtiger in Vers 18 ist, was der Herr Jesus sagt: „Es wirf im
Himmel gebunden sein.“ Das heißt, dass Gott diese Beschlüsse anerkennt.
Das ist ein ganz wichtiger Grundsalz. Es geht hier nicht darum, ob die
Versammlung unfehlbar ist. Eine Versammlung kann versagen, kann leider einen
falschen Beschluss treffen, aber wir dürfen nie Autorität und Unfehlbarkeit
miteinander verwechseln. Es geht hier darum, dass Gott die Autorität der
Versammlung anerkennt, obwohl die Versammlung sich irren kann. Wir haben mit der
Autorität der Behörden zu tun. Auch wenn unsere Behörden sich irren und einen
falschen Beschluss treffen, sind wir nichtsdestoweniger daran gebunden. Die
Fehler können sich später herausstellen, aber wir sind an diese Beschlüsse
gebunden, denn wir haben es mit der Autorität der Behörde zu tun, nicht mit
ihrer möglichen Fehlbarkeit.
So
ist es hier auch. Hier sagt der Herr Jesus ausdrücklich, dass diese örtliche
Versammlung göttliche Autorität besitzt. Es ist sogar die einzige Autorität,
die wir auf dieser Erde in geistlichen Dingen kennen. Ich meine formelle Autorität,
es gibt auch moralische Autorität. Es gibt Männer, die Gott seiner
Versammlung gegeben hat, die große moralische Autorität besitzen. Es heißt,
dass sie eine ganz besondere Verantwortung haben in der Versammlung. Sie
beschließen aber nicht, die Versammlung beschließt. Es ist die Versammlung,
die ausschließt, die bindet und die löst, nicht gewisse Männer mit
moralischer Autorität. Es ist nur die örtliche Versammlung, die diese formelle
Autorität besitzt. Es sind nur Beschlüsse der Versammlung, die von Gott
anerkannt werden und die auch auf der ganzen Erde, in der ganzen Versammlung
Gottes, anerkannt werden müssen.
Ich
habe dies erwähnt, um jetzt klarmachen zu können, was wir in Vers 19 und 20
finden, denn dort haben wir einen ganz wichtigen Grund, warum die Versammlung
diese Autorität hat. Was ist denn die Versammlung besonderes, dass Gott ihr
solch eine Autorität gegeben hat? Und die Autorität ist groß! Stellen wir uns
vor, wie das in der Zeit der Apostel aussah, wo es nur diese eine Versammlung
gab. Wenn jemand von dieser Versammlung ausgeschlossen wurde (wir haben ein
Beispiel davon in 1. Korinther 5: „Tut das Böse aus eurer Mitte weg“), dann stand er gleichsam außerhalb der Christenheit. Dann wurde er
tatsächlich auf das Gebiet der Welt und des Satans zurückgeführt. Das war eine
gewaltige Autorität der Versammlung. Heute ist das leider nicht mehr so. Wenn
jemand ausgeschlossen wird, sind viele Gemeinschaften bereit, manchmal ohne
Nachfrage, eine solche Person aufzunehmen. Sie sind manchmal allzu glücklich,
dass wieder jemand zu ihnen kommt, um ihre Anzahl zu vermehren. Heute haben wir
in dieser Hinsicht große Unordnung. Aber hier haben wir noch die Grundsätze
so, wie der Herr sie gegeben hat. Und wenn wir verstehen, wie groß die Folgen
solcher Beschlüsse in diesem noch ungeteilten Zustand der Versammlung waren,
dann verstehen wir, wie groß die Autorität der Versammlung war. Darum ist es
so wichtig, dass wir in Vers 19 und 20 einen Grund dafür haben. Es geht in
diesen Versen nicht nur um Beschlüsse. Ich finde das sogar ein wenig schade,
dass ich in meinen Erörterungen die Grundsätze des Versammelns so ausführlich
von Ausschluss und Wiederzulassung sprechen muss, aber das ist nun einmal der
Zusammenhang, in welchem wir diese Verse finden.
Aber
in Vers 19 geht es nicht mehr nur um die Versammlung, die sich versammelt hat,
um Fragen der Zucht zu besprechen, sondern der Herr Jesus entfaltet hier das
Zusammenkommen, indem Er sagt: „Wiederum sage ich euch, wenn zwei von euch
auf der Erde übereinkommen werden über irgendeine Sache, um weiche sie auch
bitten mögen, so wird sie ihnen werden von meinem Vater, der in den Himmeln
ist.“ Hier spricht Er nicht mehr nur über das Zusammenkommen, um
Zuchtfragen zu besprechen, wo Gläubige sagen: Herr, gibt uns Klarheit, zu
welchem Beschluss wir kommen müssen. Nein, in Vers 19 geht es weiter. Die
Versammlung Gottes beschäftigt sich nicht nur mit Zucht, das ist negativ. Hier
sehen wir die Versammlung in, wie wir es gerne sagen, ihrer Gebetsstunde, wo sie
zusammenkommt, um ihre Bitten dem Herrn vorzulegen.
Ich
komme direkt auf den Ausdruck „zwei“, das ist ja ein Minimum, zurück,
aber hier sehen wir die Versammlung, um ihre Bitten dem Herrn vorzulegen. Wenn
ich gerne wissen möchte, wie der eigentliche Gehalt einer Versammlung ist, dann
müsste ich eigentlich zur Gebetsstunde gehen. Das ist die erste Zusammenkunft,
die hier erwähnt wird. Da kann man den geistlichen Zustand ermessen, denn dort
kommen sie zusammen, um zu Gott, ihrem Vater im Himmel zu flehen. Also auch in
diesem Vers wird die Sache noch ausgebreitet. Zuerst, in Vers 18, hat die
Versammlung Autorität, zu binden oder zu lösen, in Vers 19 lerne ich sogar,
dass die Versammlung ihre Bitten an Gott richtet und Erhörung ihrer Bitten
bekommt. Das Beten der Versammlung ist etwas ganz Besonderes, das kann man nicht
ohne weiteres mit dem Beten der einzelnen Gläubigen vergleichen. Das Beten der
Versammlung bringt einen ganz besonderen Segen. Warum? Weil die Versammlung
etwas Besonderes ist. Und das folgt dann schließlich in dem Klimax, In dem Höhepunkt
in Vers 20.
Wir
müssen gut unterscheiden, wie die Reihenfolge der Gedanken ist. Zuerst, die
Versammlung ist so wichtig, hat so große Autorität, dass, welche Beschlüsse
sie auch fasst, sie im Himmel anerkannt werden. Weiterhin, was irgend sie von
Gott erbittet, es wird ihr geschehen. Wir fragen uns, was ist dann so Besonderes
an dieser Versammlung? Das haben wir dann in Vers 20. Er fängt an mit dem Wörtchen
„denn“. Das Wort ist die Erklärung, was an dieser Versammlung so
besonders ist, dass Gott ihre Bitten erhört. „Denn, wo zwei oder drei
versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer Mitte.“ Zuerst
spreche ich über den letzten, das ist der große Punkt, die Versammlung. Wenn
die Versammlung hier zu Hause bleiben würde in Augsburg, dann gäbe es tatsächlich
noch immer eine Versammlung, aber sie würde sich unnatürlich verhalten. Es ist
ja ganz wichtig und entscheidend, dass die Versammlung zusammenkommt. Ihre
Zusammenkünfte machen erst klar, dass es so etwas wie eine Versammlung in
dieser Stadt gibt.
Nun,
was ist so kostbar an dieser Versammlung, an ihrer Zusammenkunft, dass der Herr
Jesus in ihrer Mitte ist? Er hat das hier gesagt, als Er noch auf dieser Erde
war. Aber da bestand die Versammlung noch gar nicht. Er musste erst von dieser
Erde zurückkehren zu seinem Gott und Vater und musste den Heiligen Geist
senden. Der Heilige Geist wohnt jetzt in der Versammlung. Aber noch immer trifft
seine Verheißung zu. Sie kann jetzt erst zutreffen,
denn jetzt ist die Versammlung tatsächlich vom Pfingsttag an anwesend auf
dieser Erde. Und obwohl der Herr Jesus verherrlicht ist zur Rechten Gottes im
Himmel, trifft seine Verheißung noch immer zu. Wenn die Versammlung
zusammenkommt, dann ist Er in ihrer Mitte, und das macht sie so wichtig. Wir
sind nicht so wichtig, die Gläubigen sind nicht so wichtig. Natürlich, wir
sind für Gott seine geliebten Kinder, das dürfen wir nicht vergessen. Insoweit
sind wir ganz wichtig für Ihn.
Aber
was macht nun eben das Zusammenkommen der Gläubigen so wichtig, wodurch sie als
zusammenkommende Gemeinde so viel wichtiger sind, als wenn sie zu Hause blieben?
Der Herr Jesus ist in der Mitte der Versammlung. Wenn Gott auf diese Versammlung
herniederschaut, dann sieht Er seinen Sohn, den Herrn Jesus, in ihrer Mitte.
Wenn die Versammlung ihre Beschlüsse fasst, dann ist der Herr Jesus immer
beteiligt. Er identifiziert sich mit dieser Versammlung. Er ist eins mit Ihr,
sie ist sein Leib, und Er ist ihr Haupt. Sie bilden eine Einheit, die nicht
zerbrochen werden kann. Was die Versammlung beschließt, das beschließt das
Haupt. Denn Christus und seine Versammlung sind solch eine Einheit, dass das,
was die Versammlung als Beschluss fasst, für Gott wie ein Beschluss des Herrn
Jesus ist. Wie könnte Gott sich weigern, einen Beschluss von seinem Sohn
anzuerkennen? Ich
wiederhole, das heißt nicht, dass die Versammlung Beschlüsse fasst, die immer
vollkommen sind, und dass nie Versagen möglich wäre. Leider ist das nicht so, und
wir wissen das aus Erfahrung. Aber das Wichtige ist, dass die Versammlung
trotzdem Autorität hat.
Aber
Vers 19 zeigt uns schon, dass diese Autorität nicht nur da ist, wenn sie
zusammenkommen, um Zuchtfragen zu besprechen. Diese Autorität ist auch da, die
Gegenwart des Herrn Jesus wird auch dort gefunden, wenn sie zum Gebet versammelt
sind. Vers 20 macht es noch deutlicher. Da bezieht es sich nicht mehr nur auf
die Gebetsstunde, sondern auf irgendwelches Versammeltsein der örtlichen
Versammlung. Denn „wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da
bin ich in ihrer Mitte“.
Nun
sagt einer: Ich verstehe das gar nicht mehr. Sie sprechen hier über das
Zusammenkommen der Versammlung, das steht gar nicht da. Es steht hier: „Wenn zwei oder drei versammelt sind in meinem
Namen …“ — Wir müssen
diesen Vers im ganzen Zusammenhang lesen. Ab Vers 17 geht es um die Versammlung,
die, wenn sie versammelt ist, ihre Beschlüsse fasst und ihre Bitten dem Herrn
vorlegt. Ihre Bitten und Beschlüsse werden anerkannt, weil der Herr Jesus in
ihrer Mitte ist. Warum spricht der Herr Jesus dann über zwei oder drei? Ich
wiederhole: Es geht hier um das Zusammenkommen der örtlichen Versammlung. Und
ich behaupte, dass der Ausdruck „Versammelt sein in meinem Namen“
deshalb genau das bedeutet. Wenn wir als Versammlung Gottes auf schriftgemäße
Weise zusammenkommen, dann sind wir versammelt im Namen des Herrn Jesus, denn Er
ist das Haupt seiner Versammlung. In seinem Namen oder, wie die Bemerkung sagt,
zu seinem Namen hin, das sind zwei wichtige Gedanken. Beide sind wichtig als Übersetzung.
„In meinem Namen“ heißt: Auf
meine Autorität hin. Wir kommen nicht zusammen,
weil wir das ersonnen haben. Wenn ich im Namen einer anderen Person etwas tue,
dann heißt das, dass ich überzeugt bin, dass das, was ich tue, von dem anderen
nicht nur genehmigt wird, sondern dass er mich dazu beauftragt hat. Ich kann völlig
aus seiner Autorität heraus handeln, als sein Stellvertreter. Wenn wir
zusammenkommen im Namen des Herrn Jesus, dann ist das so, weil der Herr Jesus
uns selbst beauftragt hat, zusammenzukommen als seine Versammlung, die Ihm angehört,
dessen Haupt Er ist. So kommen wir zusammen. Er gibt uns dazu die Autorität, Er
gibt uns dazu auch die Grundsätze, nach welchen wir uns versammeln sollten.
Aber
es ist mehr da. Die Bemerkung sagt eigentlich: „zu meinem Namen hin“.
Das ist ein anderer Gesichtspunkt derselben Sache. „Zu meinem Namen hin“, das heißt, dass es um das Ziel des Zusammenkommens geht.
„In
meinem Namen“ ist die Grundlage des Versammelns. „Zu meinem Namen hin“ ist das Ziel des Versammelns. Wenn wir zusammenkommen, ist es nicht
nur, um einander zu sehen, sondern um Ihn zu sehen, um Ihm zu begegnen, denn wir
wissen, dass Er in unserer Mitte ist, und wir kommen zu Ihm hin. Er ist der
Anziehungspunkt, der uns zusammenführt. Es ist auch schön, dass es da nicht
heißt: „zu mir hin“, sondern: „zu meinem Namen hin“.
Viele
Leute wissen gar nicht mehr, was ihr Name bedeutet, und wir geben Namen, weil
wir sie schön finden, ohne uns zu fragen, was die Namen bedeuten. In den
arabischen Ländern oder unter den Juden ist das noch ganz anders. Sie wissen,
was ihr Name bedeutet, und sind stolz darauf, dass der Vater deshalb den Namen
ausgesucht hat. Da bedeutet der Name noch etwas. Denn in der Schrift ist der
Name ein Ausdruck des Wesens einer Person. Die Namen Gottes bringen zum
Ausdruck, wer und was Gott ist. Der Name des Herrn Jesus bringt zum Ausdruck,
wer Er ist, er bringt seine Herrlichkeiten zum Ausdruck. In diesem Namen haben wir
Ihn selbst in all seiner Herrlichkeit. Wenn wir uns zu seinem Namen hin
versammeln, dann ist das, weil Er selbst der herrliche Mittelpunkt unseres
Zusammenseins ist. Es geht alles um Ihn.
Wenn
wir das verstehen, dann haben wir auch die Kriterien verstanden, um feststellen
zu können, wo Gläubige sich tatsächlich in seinem Namen oder zu seinem Namen
hin versammeln, nicht nur, weil sie selbst das behaupten. Zuerst müssen sie auf
der Grundlage, der „einen“ Versammlung zusammenkommen. Was das heißt,
darauf komme ich später zurück. Das Zweite ist, wenn sie sich so versammeln,
dass der Herr Jesus auch wirklich der Mittelpunkt Ist. Wenn sie sich nicht um
gewisse Personen versammeln, die vielleicht eine ganz besondere Gabe haben, wenn
sie sich nicht im Namen gewisser Menschen versammeln oder im Namen gewisser
Glaubensbekenntnisse oder im Namen gewisser Einrichtungen von Menschen, sondern
wo Er der einzige Mittelpunkt ist, wo Er auch tatsächlich das Haupt ihrer
Zusammenkunft ist, wo Er durch seinen Geist auch tatsächlich die Leitung hat,
wo Er alles in der Hand hat, wo alle auf Ihn warten, was Er wirkt durch seinen
Geist, dann ist Er da persönlich anwesend. Er wirkt durch seinen Geist in den
Herzen aller Gläubigen. Ich kann nicht sagen, dass ich mich in seinem Namen mit
anderen Gläubigen versammle, wenn die Grundsätze unseres Zusammenkommens in Wirklichkeit von Menschen festgelegt sind, so dass die menschlichen Ordnungen
die Kriterien werden für das Zusammenkommen. Wo Er in der Praxis nicht das
Haupt ist, sondern gewisse Menschen die Leitung der Zusammenkunft in Händen
haben, da kann ich nicht sagen, dass wir uns in seinem Namen versammeln.
Wir
kommen morgen, so Gott will, darauf zurück, wenn wir über den Tisch des Herrn
sprechen und wenn wir sehen werden, wie grundsätzlich es ist, dass es der
Tisch „des Herrn“ ist, nicht einfach „des Christus“. Das
spricht von seiner Autorität. Das kann man direkt verbinden mit diesem Ausdruck
„In seinem Namen“. Wo seine Autorität nicht praktisch anerkannt wird,
da kann man schön bekennen, dass man in seinem Namen zusammenkommt, aber das
wird durch das praktische Verhalten geleugnet.
Aber
das Zweite ist schwieriger zu verstehen: auf der Grundlage der einen
Versammlung. Aber dann bringe ich wieder in Erinnerung, dass es hier in diesem
Abschnitt um die Versammlung geht. Es ist unmöglich, nach Vers 18 plötzlich zu
sagen, dass es nicht mehr um die Versammlung geht, sondern dass irgendwelche Gläubige
diesen Vers in Anspruch nehmen könnten. Das ist mit diesem Abschnitt vollkommen
im Widerspruch. Der Herr Jesus sagt, dass die höchste Autorität auf Erden die
Versammlung ist. In Vers 15 und 16 haben wir auch „zwei oder drei“. Da
haben wir zwei oder drei aus der örtlichen Versammlung, aber diese zwei oder
drei haben keine Autorität. Sie können den Beschluss nicht fassen, eine Person
auszuschließen. Sie müssen sich an die Versammlung wenden. Nur die Versammlung
hat Autorität. Was die Versammlung bindet oder löst, wird im Himmel anerkannt.
Es
ist darum völlig unlogisch, wenn in Vers 19 und 20 einzelne Personen, die sich
versammeln, dieselben Verheißungen oder dieselbe Autorität in Anspruch nehmen
dürften. Es geht hier um die Versammlung. Aber dann komme ich wieder auf die
Frage zurück, denn ich höre schon, wie einer sagt: Aber es steht hier
doch zwei oder drei. — Ich gebe zu, dass das verwirrend wirken kann, wo in
Vers 16 auch über zwei oder drei gesprochen wird. In Vers 16 haben die zwei
oder drei moralische Autorität, sie bilden ein Zeugnis, aber sie haben keine
Autorität, zu binden oder zu lösen. Diese Autorität hat nur die Versammlung,
und sie übt diese Autorität aus, wenn sie versammelt ist im Namen des Herrn
Jesus. Sie hat diese Autorität, weil Er in ihrer Mitte ist.
Warum
denn „zwei oder drei“ in Vers 18? Ich glaube, der Herr Jesus hat, wie
wir das öfter finden, vorausgesehen, wie die praktische Lage in der
Christenheit sein würde. Man kann auch sagen, vielleicht setzt Er hier voraus,
dass in der heidnischen Welt solch eine Versammlung örtlich nur aus zwei oder
drei Personen besteht. Wenn sie zusammenkommen, wenn sie auch ein Minimum
bilden, dann sind sie trotzdem eine Versammlung. Wir
können das auch anwenden auf die Zeiten des Verfalls. Darum bin ich so dankbar,
dass in diesem Vers nicht steht: „Wenn die Versammlung versammelt ist in meinem Namen“, denn es ist unmöglich, in Augsburg die ganze Versammlung
zusammenzubringen. Ich weiß nicht, wie viele Gläubige es in Augsburg gib. Ich
hoffe, es sind ein paar Tausend. Wer unter uns glaubt, dass es möglich wäre,
alle Gläubigen, alle wahren Kinder Gottes, die zusammen die Versammlung des
lebendigen Gottes hier an diesem Ort bilden, an einem Ort zusammenzubringen, aus
der katholischen Kirche, aus der evangelischen Kirche, aus den Baptisten, aus
den vielen anderen Gemeinschaften, wo sie all ihre unschriftgemäßen Mauern
abschaffen und wo sie sich einfach als Gläubige in aller Schlichtheit zum
Namen des Herrn Jesus hin versammeln? Keiner von uns glaubt das.
So
könnte man denken, es ist unmöglich, diesen Vers in der Praxis zu
verwirklichen. Nein, es ist wohl möglich. Denn der Herr Jesus hat es nicht
erlaubt, diese Verheißung nur in Anspruch zu nehmen, wenn alle Gläubigen
zusammen sind. Er sagt uns in diesem Vers: Wenn zwei oder drei auf der Grundlage
dieser Versammlung, nicht irgendwie, zusammenkommen, da bin Ich in der Mitte, ob
tausend andere zu Hause bleiben oder woanders hingehen. Es muss ganz klar sein,
dass es auf Grund der einen Versammlung ist. Wann ist das der Fall? Wenn sie
sich nicht durch sektiererische Mauern abgrenzen von anderen, wenn sie so
zusammenkommen, dass alle wahren Kinder Gottes dort auch willkommen sind, dass
sie alle Gläubigen willkommen heißen, es sei denn, dass sie in moralischer
Bosheit leben; das sind Dinge, die auch in der Schrift ausgeschlossen sind. Wir
haben heute viele Kreise, wo Ungläubige willkommen sind. Das ist nicht die
Versammlung, wo Ungläubige teilnehmen am Brotbrechen oder wo keine Zucht mehr
ausgeübt wird. Umgekehrt, wo sektiererische Mauern errichtet werden, man nur
einig sein muss über Kleinigkeiten, die in der Schrift eine sekundäre Rolle
spielen, wo man sich abgrenzt durch Kriterien, die nicht schriftgemäß sind —
das ist nicht die Versammlung. Auch wo man sich sammelt, ohne die Belange
anderer wahrer Christen zu berücksichtigen, ist nicht die Versammlung. Es können
sich an einem Ort nicht viele versammeln, die unabhängig voneinander sind und
in Anspruch nehmen, auf der Grundlage der Versammlung Gottes versammelt zu sein.
Das geht nicht.
Wenn
ich wüsste, dass es hier in Augsburg schon Kinder Gottes gäbe, die nach Gottes
Gedanken zusammenkommen, auf dieser Grundlage, dann würde ich ungehorsam sein,
wenn ich in Unabhängigkeit davon mich mit anderen Gläubigen versammeln würde.
Das ist nicht die Versammlung, damit bilde ich eine Sekte. Darum ist, was hier
in diesem einen Vers in dem Zusammenhang dieses Kapitels sieht, so wichtig in
der Praxis. Wo Gläubige zusammenkommen auf der Grundlage der einen Versammlung
Gottes, wo alle Kinder Gottes willkommen sind, wo keiner abgelehnt wird aus Gründen,
die nicht schriftgemäß sind, wo keine Unabhängigkeit herrscht, sondern wo man
Gemeinschaft sucht mit allen, die dieselbe Gesinnung haben, da sehe ich die
Versammlung Gottes heutzutage, wenn es auch nur zwei oder drei sind, die auf
dieser Grundlage zusammenkommen. Das
ist das Schöne. Der Herr Jesus fordert nicht, dass es alle Gläubigen sein müssen,
denn dann könnten wir bis in die Ewigkeit warten; das wird auf dieser
Erde nie mehr geschehen. Er sagt: Wenn nur zwei oder drei da sind, die auf
dieser Grundlage, das heißt „in meinem Namen“, zusammenkommen, wo sie
sich von allen anderen Benennungen, von allen anderen Namen, abwenden, um
sich nur noch zu Mir zu versammeln, da bekenne Ich Mich zu ihnen, da sagt Er: Da bin Ich in ihrer Mitte, wie schwach sie auch sein
mögen.
Ich
merke, dass ich nicht viel Zeit habe, um über die alttestamentlichen Bilder zu
sprechen, aber ich möchte es euch empfehlen, für euch selbst diese Dinge
nachzulesen. Zuerst, wie Gott in 2. Mose 20 diese Verheißung an Israel gegeben
hat. Überall, wo sie diesen Altar aus Erde haben würden, da wird Gott seinen
Namen wohnen lassen, da wird Er eine Gedächtnisstätte errichten für seinen
Namen, oder wie es hier heißt: „Wo ich meines Namens werde gedenken lassen.“
Das
ist ein schöner Übergang zu dem Thema von morgen Abend. Denn wenn wir am Tisch
des Herrn zusammenkommen, kommen wir geistig an einem Altar zusammen, und wir
essen von dem Brot zum Gedächtnis des Herrn Jesus, nach dem schönen Wort aus
Jesaja 26: „Nach deinem Namen und nach deinem Gedächtnis ist die Sehnsucht
unserer Seele.“ Dort, wo wir zum Gedächtnis des Herrn Jesus, zum Gedächtnis seines Todes und
seiner Leiden zusammenkommen, da haben wir ein Denkmal seines
herrlichen Namens in unserer Mitte. Das war damals noch in der Wüste, aber Gott
sagt: Wenn ihr in das verheißene Land kommen werdet, so werdet ihr suchen müssen
nach einem Ort, wo Ich meinen Namen wohnen lassen werde.
Wir
haben diesen Ausdruck, wenn ich richtig gezählt habe, achtmal in 5. Mose von
Kapitel 12 an: „Der Ort, wo ich meinen Namen wohnen lassen will“. Gott
hat Freude daran, einen Ort auszusuchen, wo Er seinen Namen wohnen lässt. Das
war der Ort Jerusalem später, wo der Tempel gebaut wurde und wo Er das Volk
Gottes versammelt. 5. Mose 12 sagt schon, dass das Volk dort zusammenkommen
sollte mit ihren Opfern. Wenn sie sich freuen wollten in der Gegenwart Gottes,
sollten sie es dort tun, wo Gott seinen Namen hat wohnen lassen. Wenn es
Zuchtfragen gäbe, dann müssten sie sie dort lösen. Wenn sie sich freuten oder
wenn sie betrübt waren, wenn es die Feste Israels waren — sie sollten sich
versammeln, wo Gott seinen Namen hatte wohnen lassen. Was im Neuen Testament
steht, ist ein ganz alter Gedanke aus dem Alten Testament.
Ich
möchte am Schluss auf ein paar Hinweise eingehen aus 5. Mose. Zuerst: Sie
sollten diesen Platz suchen. Viele Gläubige fragten mich: Aber Sie haben
geschrieben, wo Gott heute will, dass die Gläubigen zusammenkommen. Geben Sie
mir eine Adresse, wo ich solche Gläubige finden kann. Und ich habe
gesagt: Suchen Sie diesen Ort zuerst in der Schrift. Sie müssen zuerst in
Ihrem eigenen Gewissen überzeugt sein, dass das nach den Gedanken Gottes ist.
Sie müssen erst selbst In der Schrift auf die Suche gehen, nach welchen Grundsätzen
Gott sein Volk versammeln will, und wenn Sie in Ihrem Gewissen überzeugt sind,
dann bin ich sicher, dass Gott Ihnen diesen Weg weisen wird. Wir haben
kein Interesse daran, Propaganda zu machen für irgendwelche Gruppen. Wir können
nur auf solch einen Platz hinweisen, wenn Sie zuerst in Ihrem eigenen Gewissen
aus der Schrift davon überzeugt sind. Und so wollte Gott das auch. Er wollte sein
Volk üben. Er gab nicht die Adresse. Er sagte nicht: Das ist in Jerusalem.
Er sagte: Ihr müsst diesen Platz suchen. Nun, wir wissen, das hat vierhundert
Jahre gedauert. Gott hatte es seinem Volk nicht leicht gemacht, und Er tut es
heute auch nicht. Schließlich wurde der Platz von einem einzigen Mann gefunden,
von dem wir In Psalm 132 lesen, dass er schon als junger Mann auf seinem Bett
diesen Platz gesucht hat, sich danach gesehnt hat, diesen Platz zu finden, wo
Gott seinen Namen wohnen lassen wollte. Er ist ganz buchstäblich auf die Suche
gegangen, er wollte wissen, wo die Bundeslade eigentlich war. Die Bundeslade,
die Gottes Gegenwart vertrat, sollte dort sein, wo Gott seinen Namen wohnen
lassen wollte. Es stellt sich heraus: David hat ihn gefunden, das war in
Jerusalem auf dem Berge Zion. Ein Mann hat es gefunden. Es war nicht viel Glaube
im Volk, um diesen Platz zu finden. Wer hatte denn Interesse daran, wer kümmerte
sich noch um das, was Mose in 5. Mose 12 gesagt hatte?
Zum
Schluss möchte ich noch einiges erwähnen aus 5. Mose 12; es ist so wichtig.
Mose sagt von zwei Orten, wo sie nicht ihre Opfer bringen sollten und von einem
Ort, wo sie es wohl tun sollten. Er sagt zuerst in Vers 2 und 3: Ihr
sollt alle die Orte gänzlich zerstören, wo die Nationen, die ihr vertreiben
werdet, ihren Göttern gedient haben. Das sind keine Orte für die Gläubigen,
um ihre Opfer zu bringen. Das sind die heidnischen Orte, wo die Götzen
angebetet werden. Auch heute in der großen Verwirrung wissen wir, wie viele
Christen oder sogenannte Christen wieder dort Gott dienen, wo wir es eigentlich
mit Götzendienst zu tun haben. Gott hatte gewollt, dass sie nichts damit zu tun
haben, dass sie das alles ablehnen sollten, dass ihre Seelen auf keinerlei Weise
zu solchen Orten hingezogen würden, wo der Dienst Gottes mit dem Dienst an Götzen
vermischt wird. Ich denke, die meisten von uns haben mit diesem Problem nichts
zu tun, aber passen wir auf. Es heißt auch in Vers 13: Hüte dich, dass du
nicht deine Brandopfer an jedem Ort opferst, den du siehst. Das heißt, etwas
freier übersetzt: an jedem willkürlichen Ort. Wir kennen viele liebe Christen
heutzutage, die unzufrieden sind in den Kirchen, wo sie ursprünglich waren. Sie
fühlen in ihren Herzen, dass das nicht richtig ist, wo sie sind, und sie
verlassen diese Kirchen, ohne sich zu fragen, was nach dem Willen des Herrn ist.
Sie begnügen sich damit, einige Geistesverwandte zu finden. Sie haben so genug
von Kirchen, dass sie sich gar nicht kümmern um „die Kirche“, die
Versammlung Gottes auf dieser Erde. Das ist das Zusammenkommen an jedem willkürlichen
Ort. Aber Gott sagt: Ich will, dass ihr auf die Suche geht nach dem Ort, wo Ich
Meinen Namen wohnen lasse.
Ich
wiederhole, das ist der Ort, wo wir uns versammeln auf der Grundlage der ganzen
Versammlung, nicht irgendwelcher Gruppen, sondern wo alle Gläubigen willkommen
sind, wo man sich nicht unabhängig von anderen Gläubigen versammelt, sondern
auf der einen Grundlage der einen Versammlung, und zweitens, wo nur der Herr
Jesus der Mittelpunkt ist, wo alles um Ihn geht, nicht um menschliche Führer
oder Einrichtungen, sondern um seine Ehre, um seine Anbetung. Er ist der
Mittelpunkt, und wo wir uns so zu seinem Namen hin versammeln, da ist Er nach seiner Verheißung in der Mitte.
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