In welche Gemeinde soll ich gehen? (1)
Einleitung

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© SoundWords, online seit: 23.11.2018, aktualisiert: 23.11.2018

Ich brauche keine Gemeinde

Es mag Leser geben, die auf die Frage im Titel sagen: Diese Frage stellt sich für mich gar nicht. Ich komme auch ganz gut ohne Gemeinde aus. – Tatsächlich kann man Folgendes feststellen: Während es vor dreißig bis vierzig Jahren noch selbstverständlich war, als Christ eine Gemeinde oder Kirche[1] zu besuchen, meinen heutzutage viele, als Christ ganz gut ohne eine Gemeinde auskommen zu können. Oft hat das mit Enttäuschungen zu tun, die sie in einer christlichen Gemeinde erlebt haben. Es hängt natürlich auch mit dem Zeitgeist zusammen, der von immer mehr Isolierung der Einzelnen geprägt ist. Dies macht sich im normalen gesellschaftlichen Leben zum Beispiel durch die vielen Singlehaushalte bemerkbar. Viele wissen kaum, wie ihre Nachbarn heißen.

Deshalb müssen wir zuerst die Frage beantworten: Warum sollte ein Christ grundsätzlich eine christliche Gemeinde besuchen?

Der Appell an unseren Gehorsam

Dazu wollen wir eine Stelle aus dem Hebräerbrief lesen:

Heb 10,23-27: 23 Lasst uns das Bekenntnis der Hoffnung unbeweglich festhalten (denn treu ist er, der die Verheißung gegeben hat); 24 und lasst uns aufeinander achthaben zur Anreizung zur Liebe und zu guten Werken, 25 indem wir unser Zusammenkommen nicht versäumen, wie es bei einigen Sitte ist, sondern einander ermuntern, und das umso mehr, je mehr ihr den Tag näher kommen seht. 26 Denn wenn wir mit Willen sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, so bleibt kein Schlachtopfer für Sünden mehr übrig, 27 sondern ein gewisses furchtvolles Erwarten des Gerichts und der Eifer eines Feuers, das die Widersacher verzehren wird.

Offensichtlich hatten es sich etliche zur Gewohnheit gemacht, die Zusammenkünfte zu versäumen. Dieses Phänomen tritt besonders in der heutigen Zeit in den Vordergrund. Doch schon vor zweitausend Jahren war es bei manchen Sitte geworden, nicht (mehr) zu den Zusammenkünften zu gehen. Die hebräischen Christen standen in der Gefahr, zum Judentum zurückzukehren. Der Druck der politischen und religiösen Welt war immens. Manchen hatte man ihren ganzen Besitz beschlagnahmt (vgl. Heb 10,34). Nicht alle hielten dem Druck stand. Es war menschlich gesehen sehr verständlich, dass sie lieber zu Hause bleiben und ihr Christsein im Verborgenen ausüben wollten. Der Schreiber des Hebräerbriefes legt nun den ganzen Ernst auf die Gewissen der Gläubigen, wenn er schreibt, dass die Hebräer das „Bekenntnis der Hoffnung“ losließen, wenn sie die Zusammenkünfte nicht besuchten.

Was ist nun das „Bekenntnis der Hoffnung“? Eine Hoffnung bezieht sich immer auf etwas, was in der Zukunft liegt. Was erwarten wir als Christen für die Zukunft? Wir erwarten den Herrn Jesus „aus den Himmeln“ (vgl. Phil 3,20; 1Thes 1,10). Der Herr wird vom Himmel herabkommen, und wir werden Ihm entgegengehen, um für immer bei Ihm zu sein (vgl. 1Thes 4,17; 5,10). Dieses Bekenntnis hatten die Hebräer abgelegt, das heißt, sie glaubten daran, und jetzt wurden sie ermutigt, gerade dieses Bekenntnis auch wirklich festzuhalten und nicht aufzugeben.

Doch Gemeinschaft mit dem Herrn war für die Hebräer (und ist auch für uns) nicht erst dann möglich, wenn sie (wir) bei Ihm im Himmel sind. Auch hier auf der Erde konnten sie (können wir) Gemeinschaft mit dem Herrn haben und seine Gegenwart in besonderer Weise erleben, und zwar dort, wo sich die Gläubigen versammeln: „Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen {wörtlich: „zu meinem Namen hin“}, da bin ich in ihrer Mitte“ (Mt 18,20) Es passte also nicht zu ihrem „Bekenntnis der Hoffnung“, wenn die Hebräer die Zusammenkünfte versäumten. Zwar wollten sie in der Zukunft bei dem Herrn Jesus sein, und sie bekannten auch, dass sie Ihn erwarteten und Ihm entgegengingen, aber auf der Erde wollten sie den Ort, wo der Herr Jesus gegenwärtig sein würde, nicht aufsuchen.

Wenn wir also das Bekenntnis abgelegt haben, dass wir Christus aus dem Himmel erwarten und Ihm entgegengehen, um bei Ihm zu sein, jedoch gar kein Interesse daran zeigen, uns auf der Erde „zu seinem Namen hin“ zu versammeln, dann stimmt etwas nicht. Die Ermahnung, dass wir „unser Zusammenkommen nicht versäumen“ sollen, steht sogar im direkten Zusammenhang mit der Gefahr des Abfallens vom Glauben. Das Ende kann dann nur ein „furchtvolles Erwarten des Gerichts und der Eifer eines Feuers“ sein. Wenn also schon jene hebräischen Gläubigen damals diese Ermahnung nötig hatten, wie viel mehr dann wir: „Lasst uns einander ermuntern, und das umso mehr, je mehr ihr den Tag [des Herrn] näher kommen seht.“ Wollen wir uns diese Ermahnung wieder neu zu Herzen nehmen?

Nachdem wir den Appell an unseren Gehorsam gesehen haben, wollen wir jetzt auch noch den Appell an unser Herz betrachten.

Der Appell an unsere Herzen

1Kor 11,23-26: 23 Ich [Paulus]  habe von dem Herrn empfangen, was ich auch euch überliefert habe, dass der Herr Jesus in der Nacht, in der er überliefert wurde, Brot nahm, 24 und als er gedankt hatte, es brach und sprach: Dies ist mein Leib, der für euch ist; dies tut zu meinem Gedächtnis. 25 Ebenso auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; dies tut, sooft ihr trinkt, zu meinem Gedächtnis. 26 Denn sooft ihr dieses Brot esst und den Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.

Der Appell an unsere Herzen lautet: Es gibt einen letzten Wunsch unseres Herrn. Nicht nur wir Menschen freuen uns, wenn jemand an uns denkt, und empfinden es tief, wenn jemand uns vergisst, sondern auch der Herr Jesus. Als Joseph im Gefängnis war, deutete er den Traum des Mundschenks. Als dieser das Gefängnis verlassen durfte, wie Joseph es gedeutet hatte, gab Joseph ihm mit auf den Weg: „Aber erinnere dich an mich, wenn es dir gut geht, und erweise doch Güte an mir und erwähne mich beim Pharao“ (1Mo 40,14). Wieder auf freiem Fuß heißt es dann vom Mundschenk: „Aber der Oberste der Mundschenken dachte nicht mehr an Joseph und vergaß ihn“ (1Mo 40,23). In Joseph sehen wir ein sehr schönes Bild des Herrn Jesus. Die Frage an unsere Herzen ist: Denken wir an den Herrn? Erinnern wir uns regelmäßig daran, was Er für uns getan hat? Verkündigen wir noch seinen Tod? Der letzte Wunsch unseres Herrn sollte uns nicht kaltlassen. Er sprach ihn in jener Nacht aus, als sich der Hass des Menschen am deutlichsten offenbarte und man Ihn festnahm, um Ihn umzubringen.

Wenn wir 1. Korinther 10,16.17 genauer untersuchen, werden wir feststellen, dass das Mahl des Herrn ein Gemeinschaftsmahl ist. Solch ein Mahl können wir nur in einer Zusammenkunft als Gemeinde feiern. Die Liebe zum Herrn wird uns motivieren, seinem letzten Wunsch nachzukommen und ihn nicht zu ignorieren. Kann dieser Appell dein Herz erreichen?

Es gibt noch viel mehr Gründe, die deutlich machen, wie wichtig es ist, eine christliche Gemeinde zu besuchen, aber wir wollen es im Rahmen dieses Artikels dabei belassen.

Warum gehe ich in diese oder jene Gemeinde?

Bis hierher haben wir uns mit der Gruppe derer beschäftigt, die der Meinung sind, dass sie keine Gemeinde brauchen. Es bleiben noch drei weitere Gruppen übrig:

  1. Jemand geht schon von Kind an in die Gemeinde, in die ihn seine Eltern mitgenommen haben. Zu dieser Gruppe rechnen wir auch all jene, die einfach in die Gemeinde gegangen sind, in der sie zum Glauben gekommen sind.
  2. Jemand hat sich die Gemeinde, die er besucht, bewusst ausgesucht.
  3. Jemand sucht noch nach der passenden Gemeinde.

Alle drei Gruppen stehen vor dem gleichen Problem: Es gibt so viele verschiedene christliche (Frei-)Kirchen, Gemeinden und Gemeinschaften, dass sie den Eindruck bekommen, eine Wahl treffen zu müssen.

Christen aus der ersten Gruppe könnten meinen, dass sie nicht unter diesem Zwang stehen. In Wirklichkeit haben sie jedoch nur einen einfachen Weg gewählt und die Wahl anderen überlassen, denen sie vertrauen. Dennoch müssen auch sie sich fragen: Ist die Gemeinde, in die ich jetzt gehe, eine Gemeinde mit schriftgemäßen Grundsätzen? Kann ich meine Entscheidung wirklich anderen überlassen oder habe ich nicht eine persönliche Verantwortung vor dem Herrn? – Vielleicht hast du dir diese Fragen nie gestellt oder nie nach einer Antwort gesucht. Doch irgendwann wirst du vor dem Richterstuhl Christi stehen und wirst vielleicht beschämt feststellen müssen, dass du nie danach gefragt hast, was es eigentlich bedeutet, „zu seinem Namen hin“ versammelt zu sein.

Wir denken besonders auch an Kinder gläubiger Eltern. Solange sie noch klein sind, ist es richtig, dass sie zusammen mit ihren Eltern in die Gemeinde gehen. Aber wenn sie erwachsen werden, muss jeder selbst ganz neu den Ort suchen, wo der Herr die Seinen versammeln möchte (vgl. Mt 18,20; 5Mo 12).

Es ist wichtig, dass du dich ernsthaft mit der Frage beschäftigst, in welche Gemeinde du gehst. Es wird einen gewaltigen Einfluss auf dein weiteres christliches Leben haben. Kaum etwas prägt uns so sehr wie die Zusammenkünfte, in die wir gehen.

Vielleicht sagst du aber auch: Ja, mit der Gemeinde, das ist wie mit einem großen gemischten Blumenstrauß, da gibt es eben für jeden Geschmack etwas. Der eine liebt Rosen, der andere Nelken und der Dritte Tulpen. Jeder kann sich da etwas aussuchen, was ihm gefällt. – Du gehörst vielleicht zu dieser zweiten Gruppe und hast eine bewusste Entscheidung getroffen, jedoch nach deinem eigenen Geschmack. Die einen legen viel Wert auf gute Musik bzw. Gesang und gehen deshalb in Gemeinde A. Dort gibt es gute Choraktivitäten und im „Gottesdienst“ spielt eine Band. Andere legen viel Wert auf eine gute Kinder- und Jugendarbeit und gehen deshalb in Gemeinde B, weil ihre Kinder dort „gut versorgt“ sind. Wieder andere legen Wert auf eine gute Predigt und gehen in die Gemeinde C, wo sie den begabten Prediger X hören können. Die Reihe ließe sich fortsetzen. Erkennst du dich wieder? Hast du dir aber auch einmal die Frage gestellt, ob deine Auswahlkriterien richtig waren? Oft stellen sich diese Fragen (erst) dann, wenn jemand wegen seiner Arbeitsstelle oder seines Studiums an einen anderen Ort zieht und sich dort eine neue Gemeinde suchen muss.

Wir lesen im Neuen Testament nie von unterschiedlichen „Gemeindeformen“, so wie wir in unserer Zeit verschiedene Freikirchen oder christliche Gemeinschaften kennen. Im Gegenteil: Wir lesen immer nur von einer Gemeinde, zum Beispiel von „der Versammlung der Thessalonicher“ (1Thes 1,1) oder von „der Versammlung Gottes, die in Korinth ist“ (1Kor 1,2). Wenn wir an die Bilder denken, die im Neuen Testament die Gemeinde veranschaulichen, dann lesen wir von „einer Perle“ (Mt 13,46), von „einem Leib“ (Eph 4,4; 1Kor 10,17), von „einer Herde“ (Joh 10,16), von „dem Haus Gottes“ (Heb 10,21; 1Pet 4,17), von „der Braut“ (Off 21,2.9) usw. Die Zerrissenheit und Zersplitterung, die wir heute in der Christenheit finden (in der Form von vielen verschiedenen Kirchen und Gemeinschaften), ist also keinesfalls im Sinn der Heiligen Schrift. Darin liegt natürlich auch die ganze Schwierigkeit unserer Tage. Auch aus diesem Grund müssen wir heute gut überlegen, mit welchen Christen wir uns versammeln, und wissen, welche Gemeinschaft sich entschieden nach den Grundsätzen des Neuen Testamentes richten möchte. Vielleicht stimmst du bei allem zu und sagst: Ja, aber heute muss man schließlich eine Wahl treffen.

Müssen wir eine Wahl treffen?

Wir wollen zunächst einmal dabei stehenbleiben, ob wir wirklich wählen können.

Nun, Gott hat uns keine Liste gegeben, auf der unsere „sieben Punkte“ stehen, die wir dann mal eben schnell abhaken können. Wir müssen heute den einen Ort genauso suchen wie die Israeliten damals, als Gott geboten hatte: „Den Ort sollt ihr aufsuchen {oder: suchen}, den der HERR, euer Gott, aus allen euren Stämmen erwählen wird, um seinen Namen dahin zu setzen, dass er dort wohne, und dahin sollst du kommen“ (5Mo 12,5). Das hebräische Wort für „aufsuchen“ (darasch) wird nur in dieser einen Stelle im Alten Testament (in der Elberfelder Übersetzung, CSV) mit „aufsuchen“ übersetzt. Es bedeutet „suchen“. So wird es im selben Bibelbuch (in 5Mo 4,29) übersetzt; interessant ist, dass wir unmittelbar im Anschluss daran die wunderbare Ermutigung lesen, dass die, die „suchen“, auch „finden“ werden. Um also den Ort zu finden, den der Herr erwählt hat, wo Er in der Mitte sein möchte (vgl. Mt 18,20), müssen wir die Bibel studieren und dort diesen Ort finden; das heißt, wir müssen wissen, wie dieser Ort charakterisiert ist. Es ist wichtig, dass wir hier nicht nach eigenem Gutdünken handeln und uns eine Gemeinde „nach unserem Geschmack“ suchen. Das wird auch deutlich durch die Worte, die Gott im fünften Buch Mose noch hinzufügt: „Hüte dich, dass du deine Brandopfer nicht an jedem Ort opferst, den du siehst!“ (5Mo 12,13).

Vielleicht wirst du sagen: Ihr Autoren seid durch die Brüderbewegung geprägt und seht alles durch diese Brille. Schaut euch die Spaltungen in dieser Bewegung an, dann seht ihr, was passiert, wenn man den Belehrungen dieser Bewegung folgt. – Nun ist es zugegebenermaßen beschämend, was gerade in dieser Bewegung an Trennungen geschehen ist. Dennoch heißt das nicht zwangsläufig, dass alle Belehrungen (oder auch nur ein Teil davon) falsch sind. Es besteht immer die Gefahr, einen richtigen Grundsatz mit falschen Mitteln zu verfolgen. Maßstab kann immer nur das Wort Gottes sein.

Daher wollen wir jetzt das Wort Gottes zu uns reden lassen. Dazu wollen wir uns im zweiten Teil dieser Artikelserie aufmachen zu einem Gang durch die Schriften des Neuen Testamentes, um zu lernen, wie in den Evangelien und in den Briefen Gemeinde charakterisiert wird. Dabei wollen wir nicht eine Bibelstelle nach der anderen „abhaken“, sondern uns ist der Gesamteindruck wichtig, den wir gewinnen, wenn wir das Neue Testament einmal auf dieses Thema hin untersuchen. (Es wäre sehr empfehlenswert, wenn man dieses Thema anhand der Bibel einmal für sich selbst studiert.) Dieser Gang durchs Neue Testament wird uns klarmachen, dass wir uns eine Gemeinde nicht nach fleischlichen und ungeistlichen bzw. vermeintlich geistlichen Beweggründen aussuchen dürfen. Fleischliche und ungeistliche Motive für die Wahl einer Gemeinde kann zum Beispiel der Anspruch sein: Meine musikalischen Vorlieben müssen befriedigt werden; ein vermeintlich geistliches Argument ist zum Beispiel: Die Gemeinde ist eifrig in der Evangelisation, Kinderarbeit, Arbeit an Flüchtlingen usw.

Vielleicht sagst du: Das ist aber eine mühsame Angelegenheit. – Die Israeliten dachten offensichtlich ähnlich. Kurz vor ihrem Einzug ins verheißene Land hatte Gott ihnen durch Mose sagen lassen, dass sie diesen einen Ort suchen sollten, wo sie Gott anbeten sollten. Dennoch dauerte es noch circa vierhundert Jahre, bis sich ein Mann auf die Suche nach diesem Ort machte. Von David lesen wir: „Gedenke, HERR, dem David all seine Mühsal … ,Wenn ich hineingehe in das Zelt meines Hauses, wenn ich steige auf das Lager meines Bettes; wenn ich Schlaf gestatte meinen Augen, Schlummer meinen Augenlidern, bis ich eine Stätte finde für den HERRN, Wohnungen für den Mächtigen Jakobs!‘“ (Ps 132,1-5). Was ist dir diese Suche wert? Oder ist dir diese Suche eine zu große „Mühsal“? Hast du bereits mit dieser Suche begonnen? Gerne möchten wir dir dabei behilflich sein.

Wir haben weiter oben gefragt: Müssen wir eine Wahl treffen? Wir möchten nun fragen: Dürfen wir überhaupt von einer Wahl reden? Im fünften Buch Mose verwendet Gott ein ganzes Kapitel darauf, seinem Volk beizubringen, dass es nur einen einzigen Ort gibt, wo Gott sein Volk zu Ihm hin versammelt haben möchte: Jerusalem. Denn dieser Ort würde der Ort sein, den Er erwählt hatte und wo Er seinen Namen wohnen lassen wollte. Die Israeliten waren also nicht frei, nach ihrem Belieben einen Ort auf einem schönen Hügel oder unter einem mächtigen grünen Baum zu wählen. Sie sollten vielmehr den einen Ort suchen, den der HERR erwählt hatte. Das ist auch heute nicht anders. Nicht wir dürfen eine Gemeinde wählen, sondern Gott hat gewählt.

Sicher gibt es heute keinen geographischen Ort mehr wie damals in Jerusalem. Trotzdem hat Gott in seinem Wort deutlich gemacht, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit wir den geistlichen Ort finden, den Er sich erwählt hat. Wenn Gott einen geistlichen Ort erwählt hat, dann ist es an uns, diesen Ort zu suchen. Damals hatte sich über Jahrhunderte keiner um diesen Ort gekümmert, bis David kam. Nicht allein deshalb wurde er auch „der Mann nach dem Herzen Gottes“ genannt.

Im nächsten Teil möchten wir gerne, wie schon gesagt, einen Streifzug durch das Neue Testament machen und einige wichtige Aspekte ansprechen, die eine neutestamentliche Gemeinde kennzeichnen sollte.

 

Anmerkungen

[1] Es kommt uns in diesem Artikel nicht darauf an, wie man das griechische Wort ecclesia im Grundtext des Neuen Testamentes übersetzen will, solange man das darunter versteht, was Gottes Wort uns dazu zeigt. Das Neue Testament versteht unter diesem Begriff die Gesamtheit aller wiedergeborenen Christen, die mit dem Heiligen Geist versiegelt wurden, weltweit wie auch an einem Ort. Der Einfachheit wegen werden wir im Weiteren nur noch den Ausdruck Gemeinde verwenden, auch wenn wir persönlich den Begriff Versammlung für treffender halten.

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