Wie verhalten wir uns im Chaos der gegenwärtigen Corona-Krise?
1. Timotheus 2,1-4

David R. Reid

© SoundWords, online seit: 13.06.2020

Leitverse: 1. Timotheus 2,1-4

Einführende Gedanken

Was sollten besorgte Christen gegen das Chaos tun, das uns in diesen Tagen umgibt? Erliegen wir der Verzweiflung? Versuchen wir, es mit der Welt aufzunehmen und die Dinge in Ordnung zu bringen? Laufen wir vor der Gesellschaft davon und fliehen wir in unseren sicheren christlichen Hafen?

Nun, die Bibel fordert uns nicht dazu auf, diese Dinge zu tun. Sie sagt uns, dass wir beten sollen!

„Jaja …“, sagst du vielleicht, „das ist die klassische christliche Antwort aus der Konserve! Im Zweifelsfall kommt es immer auf dasselbe raus: ,Bete!‘ Aber werden sich die Dinge in der Welt wirklich ändern? Es scheint, als würden wir nie sehen, dass Dinge besser werden.“

Hast du schon einmal so über das Gebet gedacht? Manchmal scheint es, als ob unsere Gebete nicht sehr viel ausrichten, besonders in Zeiten weltweiter Unruhen. Aber bevor wir mit dem Thema fortfahren, wollen wir uns fragen: Habe ich heute wirklich für die Verantwortlichen meiner Stadt und für die Regierung gebetet? Habe ich heute wirklich für eine rasche Lösung der Coronavirus-Situation gebetet und für die Wiederherstellung unserer Arbeitsplätze und der Volkswirtschaft? Habe ich heute wirklich für das Ende von Rassentrennung und -diskriminierung gebetet? Habe ich heute wirklich für mehr Verständnis, Einfühlungsvermögen und Liebe unter allen Menschen gebetet? Oder war ich mehr damit beschäftigt, mit meiner Meinung um mich zu werfen (und die sozialen Medien damit zu füttern)?

Hat das bei dir den Nagel auf den Kopf getroffen? Gehen wir einen Schritt weiter und schauen wir uns an, was 1. Timotheus 2 dazu zu sagen hat:

1Tim 2,1-4: Ich ermahne nun vor allen Dingen, dass Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen, für Könige und alle, die in Hoheit sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und würdigem Ernst. Denn dies ist gut und angenehm vor unserem Heiland-Gott, der will, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

Bete zuerst für andere

Vers 1 sagt es ganz deutlich: Zuallererst sollten wir für alle Menschen beten. So viel unserer Gebetszeit verbringen wir mit uns selbst: mit unseren eigenen Wünschen, unserer eigenen Gesundheit oder unseren eigenen Plänen und Vorstellungen davon, was für uns richtig ist. Es ist nicht falsch, dass wir für unsere persönlichen Probleme und Anliegen beten. Tatsächlich fordert Philipper 4,6.7 uns dazu auf, genau das tun. Doch 1. Timotheus 2,1 sagt uns, dass unsere erste Sorge im Gebet „allen Menschen“ gelten soll – was das Gebet für weltweite Fragen sicher einschließt. Und zwar sollen wir nicht nur für das beten, was wir aktuell in den Schlagzeilen lesen, sondern auch für langanhaltende Probleme wie Hunger, militärische Unterdrückung und Menschenhandel.

Bete für unsere Führungskräfte

Die „Könige und alle, die in Hoheit sind“ in Vers 2 schließen jeden ein, der sich in einer Position der Autorität befindet oder sonst einen bedeutenden oder einflussreichen Posten einnimmt. Das sind: politische Führer (aller Parteien!), Verantwortliche im Bildungssystem, Führungskräfte in der Industrie und religiöse Führer auf allen Ebenen. Bete für ihre Entscheidungen; bete für ihre Errettung; bete, dass Gott durch sie wirkt, auch wenn es unwahrscheinlich erscheint. Wir sollten für jeden beten, der Autorität über uns hat – auch wenn wir ihn nicht mögen oder nicht einer Meinung mit ihm sind.

Bete, dass wir ein gottgefälliges und ehrfürchtiges Leben führen können

Was sollte das Ziel unserer Gebete sein? Das Ende von Vers 2 gibt uns die Antwort: „damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und würdigem Ernst“. Die Bibel versichert uns, dass sich die Verhältnisse in der Welt nicht bessern werden (siehe 2Tim 3,1), aber wir müssen trotzdem beten, dass der Gott aller Gnade uns ein ruhiges und stilles Leben gewährt: „Dies ist gut und angenehm vor unserem Heiland-Gott“ (1Tim 2,3).

Unser Abschnitt schlägt uns nicht ein bedächtiges oder sesshaftes „ruhiges“ Leben vor, damit wir herumsitzen und fernsehen können. Nein, wir sollten um Frieden beten, damit wir ein gottgefälliges und ehrfürchtiges Leben führen können; um Frieden, damit wir Gott in allem Ernst anbeten und Ihm dienen können; um Frieden, damit wir Beziehungen in Ordnung bringen und erneuern können.

Bete für Freiheit und die Errettung anderer

Wenn wir im Jahr 2020 irgendetwas verstanden haben, dann, dass sich unsere Welt schnell und drastisch verändern kann. Die einfachen Freiheiten, die wir für selbstverständlich halten, können innerhalb von Stunden verschwinden. Wir sollten beten, dass unsere Regierung Christen ihre Gottesdienste auch weiterhin frei abhalten lässt. Bete, dass Gott den einflussreichen Christen unserer Zeit Kraft, Macht und Weisheit gibt. Wir wissen, dass es Gottes sehnliches Verlangen ist, „dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen“ (1Tim 2,4). Deshalb sollten wir beten, dass die Bedingungen in unserer Welt so sind, dass die Anbetung Jesu Christi nicht belästigt oder abgelenkt und unser Einsatz für andere nicht behindert wird.

Bete, dass wir ein ruhiges und stilles Leben führen können, das durch „Gottseligkeit und würdigen Ernst“ gekennzeichnet ist.


Originaltitel: „A Peaceful and Quiet Life“
Quelle: www.growingchristians.org
Der Artikel stammt aus den 1970er Jahren und wurde von Ron Reid aktualisiert.

Übersetzung: Gabriele Naujoks

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