Die moralische Herrlichkeit des Herrn Jesus (5)
In der Weise, wie Er auf Kritik reagierte

John Gifford Bellett

© SoundWords, online seit: 02.01.2006, aktualisiert: 25.01.2018

Leitverse: Johannes 11 u.a.

Wie oft auch der Herr Jesus, was wieder und wieder geschah, durch seine Jünger oder durch seine Gegner beschuldigt werden mochte, so suchte Er sich doch nie zu entschuldigen.

  • Bei einer Gelegenheit beklagen sich seine Jünger über Ihn, indem sie sagen: „Lehrer, liegt dir nichts daran, dass wir umkommen?“ (Mk 4,38). Aber Er denkt nicht daran, den Schlaf zu rechtfertigen, den sie in dieser Weise stören.

  • Zu einer anderen Zeit machen sie die Bemerkung: „Meister, die Volksmenge drängt und drückt dich, und du sagst: Wer ist es, der mich angerührt hat?“ (Lk 8,45). Dass diese Bemerkung unnötig war, zeigte die sofortige Heilung der Frau.

  • Wieder zu einer anderen Zeit sagt Martha zu Ihm: „Herr, wenn du hier gewesen wärest, so wäre mein Bruder nicht gestorben“ (Joh 11,21). Aber Er entschuldigt sich nicht wegen seines langen Ausbleibens, sondern belehrt Martha über den wunderbaren Charakter, den sein Zögern dieser Stunde verliehen hatte: „Dein Bruder wird auferstehen“ (Joh 11,23). Und wie herrlich wurde sein Zögern dadurch gerechtfertigt!

So war es bei jeder ähnlichen Gelegenheit. Mochte Er beschuldigt oder getadelt werden, Er widerrief nie ein Wort, trat niemals einen Schritt zurück. Er bestrafte jede Stimme, die sich anmaßte, Ihn verurteilen zu können.

  • Seine Mutter gibt Ihm in Lukas 2,48 einen Verweis; aber statt ihre Beschuldigung aufrechterhalten zu können, muss sie sich von der Finsternis und dem Irrtum ihrer Gedanken durch Ihn überzeugen lassen.

  • Petrus nimmt sich heraus, Ihn mit den Worten zu ermahnen: „Gott behüte dich, Herr! Dies wird dir nicht widerfahren“ (Mt 16,22). Aber er muss lernen, dass Satan selbst es war, der ihm diesen Rat eingeflüstert hatte.

  • Der Diener in dem Palast des Hohenpriesters geht noch weiter, indem er den Herrn scharf zurückweist und Ihm einen Schlag ins Gesicht gibt (Joh 18). Aber er wird überführt, während der Tagung des Hohen Gerichts und auf dem Gerichtshof die Gesetze geschändet zu haben.

Alles das zeugt von dem Wege des vollkommenen Lehrers. Der Schein mochte zuweilen gegen Ihn sein.

  • Warum schlief Er in dem Schiff, während Wind und Wellen tobten?
  • Warum ließ Er sich auf dem Wege aufhalten, während die Tochter des Jairus im Sterben lag?
  • Warum blieb Er an dem Ort, wo Er war, als sein Freund Lazarus in dem abgelegenen Bethanien krank lag?

Tatsächlich, der Schein war gegen Ihn; aber auch nur der Schein und auch das nur für einen kurzen Augenblick. Wir haben von diesen Wegen Jesu, von seinem Schlafen, gehört, von seinem Zögern auf dem Weg und seinem Bleiben an einem Ort. Aber wir haben auch das Ende dieser Wege gesehen, dass in allem nur seine Vollkommenheit hervortrat. Auch in den Tagen der Patriarchen war der Schein gegen den Gott Hiobs. Eine Trauerbotschaft folgte auf die andere, schien das nicht hart und grausam zu sein? Aber der Gott Hiobs hatte sich ebenso wenig zu entschuldigen wie der Jesus der Evangelien. Alle, die sich anmaßten, während Er hier auf der Erde seinen Weg ging, Ihn zu tadeln und zu beschuldigen, mussten selbst bestraft und beschämt davongehen.

Alle diese Beispiele geben uns den guten Rat, dass es für uns weitaus das Beste ist, uns als ruhige Zuschauer zu verhalten und den Herrn in seinem Tun nicht zu stören. Wir dürfen anschauen und anbeten, aber nicht uns einmischen und Ihn unterbrechen, wie die Feinde, die Verwandten und selbst die Jünger der damaligen Zeit es taten. Sie konnten dieses hell leuchtende Licht nicht glänzender machen; sie hatten deswegen sich nur des Lichts zu erfreuen und in seinen Strahlen zu wandeln, ohne die Lampe putzen und zurichten zu wollen. Möchte unser Auge einfältig sein; dann wird sicher die Lampe des Herrn, auf den Leuchter gestellt, unseren ganzen Leib mit Licht erfüllen!

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Aus The Moral Glory of the Lord Jesus Christ


Hinweis der Redaktion:

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