Sind die Gläubigen des Alten Testaments Kinder Gottes?
Johannes 11,52.53; 1,12; Römer 9,7.8; Galater 4,1-7

Roy A. Huebner

© SoundWords, online seit: 12.08.2006, aktualisiert: 03.09.2018

Leitverse: Johannes 11,52.53; 1,12; Römer 9,7.8; Galater 4,1-7

Anmerkung der Redaktion
In diesem kurzen Artikel werden einige Bibelstellen zitiert, die deutlich machen, dass die Gläubigen des Alten Testamentes Kinder Gottes sind.

Joh 11,51.52: Dies aber sagte er nicht aus sich selbst, sondern da er jenes Jahr Hoherpriester war, weissagte er, dass Jesus für die Nation sterben sollte; und nicht für die Nation allein, sondern auf dass er auch die zerstreuten Kinder Gottes in eins versammelte.

Es gibt viele Ergebnisse, die aus dem vollbrachten Werkes am Kreuz hervorkommen. Zwei werden hier genannt. In dem Werk am Kreuz gab es eine Vorsorge für die Nation Israels als solche. Das ist die Grundlage für den Segen dieses Volkes im Tausendjährigen Reich. Aber es gab auch eine Vorsorge für die Grundlage, auf der die Kinder Gottes in eins versammelt werden konnten. Beachte, dass diese Schriftstelle davon spricht, dass es Kinder Gottes gab, die zerstreut waren. Vor dem Ende der Prüfung des ersten Menschen, das heißt, während der erste Mensch eine Stellung in Adam vor Gott hatte, konnten solche, die wiedergeboren waren, keine sichtbare offenbare Gemeinschaft von Kindern bilden. Das Gesetz zum Beispiel wandte sich nicht an Kinder Gottes als solche, sondern an den Menschen in der Stellung Adams, unter Prüfung. Die Kinder Gottes hatten keine Grundlage, eine sichtbare offenbare Gemeinschaft von Gläubigen unter dem Gesetz zu bilden, getrennt von dem Rest der Menschen. Was war da los? Die Kinder waren zerstreut, nicht in eins versammelt. Im Tod des Herrn wurde eine Grundlage gelegt, dass die Kinder Gottes einander erkennen konnten und in eins versammelt werden konnten. Mein Punkt ist, dass Johannes 11,52 sich tatsächlich auf Gläubige auf alttestamentlichen Boden als zerstreute Kinder Gottes bezieht.

Joh 1,12: So viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben.

Sein Name umfasst hier, wer Er ist und was Er getan hat am Kreuz und was daraus resultiert. Johannes 1,12 bezieht sich nicht darauf, wiedergeboren zu werden, sondern vielmehr das Recht zu bekommen, die Stellung von Kindern einzunehmen. Das gehört zu der neuen Ordnung, die durch das Werk Christi und was daraus hervorkam, eingeführt wurde, so wie es besonders im Evangelium des Johannes und in seinen Briefen gefunden wird. Es wurde die Grundlage dafür gelegt, dass die zerstreuten Kinder Gottes einander erkennen konnten, eine sichtbare getrennte Einheit bilden konnten – einen Platz in offenbarter und gekannter Beziehung mit Gott aufnehmen konnten.

In Bezug auf die Frage: Die alttestamentlichen Heiligen waren aus Gott geboren, aber sie konnten sich selbst nicht Kinder Gottes nennen, weil die Erlösung noch nicht vollbracht war und der Geist der Sohnschaft noch nicht gegeben war. Sie konnten diese Stellung nicht einnehmen. Das Wort ist klar an diesem Punkt. Das ist die Bedeutung von Johannes 1,12. Solche, die durch die Gnade, aus Gott geboren waren, empfingen Christus, empfingen das Recht (die Autorität) die Stellung von Kindern einzunehmen (J.N. Darby, Letters, Bd. 3, S. 233).

Röm 9,7.8: … auch nicht, weil sie Abrahams Same sind, sind alle Kinder, sondern „in Isaak wird dir ein Same genannt werden“. Das ist: Nicht die Kinder des Fleisches, diese sind Kinder Gottes, sondern die Kinder der Verheißung werden als Same gerechnet.

Hier wird Bezug genommen auf die alttestamentlichen Verhältnisse und es ist ein klarer Kontrast zwischen Kindern des Fleisches und den Kindern Gottes. Offensichtlich war Isaak ein Kind Gottes und Ismael war es nicht.

Gal 4,1-7: Ich sage aber: Solange der Erbe unmündig ist, unterscheidet er sich in nichts von einem Knecht, obwohl er Herr ist von allem; … als aber die Fülle der Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn, … damit wir die Sohnschaft empfingen. Weil ihr aber Söhne seid, so hat Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen gesandt, der da ruft: Abba, Vater: Also bist du nicht mehr Knecht, sondern Sohn; wenn aber Sohn, so auch Erbe durch Gott.

Auch der Brief an die Galater erklärt den Unterschied voll und klar. „Ihr alle aber seid Söhne Gottes durch den Glauben an Christus Jesus“ (Gal 3,26). Der Unterschied zwischen Heiligen unter dem Alten Bund und Christen ist deswegen klar erklärt in dem Wort (J.N. Darby, Letters, Bd. 3, S. 233).


Auszug aus dem Kapitel „The Position of OT Saints“
aus From New Birth to New Creation, S. 47–48

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