Montag, 20.05.2013 (Andacht)     Home  |   Alle Artikel   |   Site-News   |   Newsletter  |  Kontakt  Mitarbeit  |  FAQ  |  Impressum
 


 

Suche nach...  

Joseph — am Rande der Weihnachtsgeschichte - D.R. Reid
      
Der Autor Kurzbiographie
D.R. Reid

[ jetzt lesen ]

 

 Ähnliche Artikel
 

 

 

Joseph — am Rande der Weihnachtsgeschichte
Matthäus 1,19
D.R. Reid
© SoundWords    Zugriffe: 7409    seit: 20.12.2000  
Foto: LB

 


Leitvers:
Matthäus 1,19

Mt 1,19: Joseph aber, ihr Mann, indem er gerecht war und sie nicht öffentlich zur Schau stellen wollte, gedachte sie heimlich zu entlassen.

Inhalt

Joseph — ein gerechter Mann

Joseph — ein Mann, der liebte

Joseph — ein Mann des Glaubens

Joseph — ein Mann des Gehorsams

Joseph — ein Mann der Geduld

Was weißt du über Joseph, der in der Weihnachtsgeschichte immer im Hintergrund steht? Was für einen Mann wollte Gott erwählen, der der irdische Vater unseres Herrn sein sollte? Wir wissen, dass er ein Zimmermann von Beruf war (Mt 13,55), aber welchen Charakter hatte er? War er nur ein „ganz normaler Gläubiger“ wie die meisten von uns, oder war er ein ausgezeichneter Mann Gottes?

Joseph — ein gerechter Mann

Nach Matthäus 1,19 war Joseph ein gerechter Mann. Joseph war nicht perfekt oder sündlos, aber sein Leben war charakterisiert von dem, was in Gottes Augen gut war. Joseph war nicht nur ein aufrichtiger Zimmermann, er stellte auch seine ausgezeichneten moralischen Qualitäten in jedem Bereich seines Lebens dar. Selbst wenn die Bibel nicht viel sagt über diesen „Hintergrund-Mann“, so sehen wir doch in den wenigen Stellen, die Gott uns über Joseph gegeben hat, seinen guten Charakter, seine exzellenten moralischen Eigenschaften. Wenn wir studieren, was die Bibel über den „gerechten Joseph“ sagt, dann sollte uns dies herausfordern, seinem Beispiel zu folgen.

Joseph — ein Mann, der liebte

Joseph war ein Mann, der liebte. Wir sehen seine Liebe in zärtlicher Sorge und Rücksichtnahme gegenüber Maria unter sehr schwierigen Umständen. Können wir uns Josephs schwierige Situation vorstellen, als er herausfand, dass seine Verlobte schwanger war? Marias Erklärung mit der „Engel-Ankündigung“ und der „Heiligen-Geist-Empfängnis“ war einfach zu viel für Joseph. Mit tiefem Schmerz und Enttäuschung muss er geschlossen haben, dass sie ihm während der Zeit des dreimonatigen Besuches bei ihrer Cousine Elizabeth untreu geworden war. Wie konnte sie so etwas nur tun, dem Mann gegenüber, der sie so aufrichtig liebte? Und dann noch nicht einmal die Schuld einzugestehen und ihm die Wahrheit zu sagen! Sie bestand darauf, dass dies alles von Gott war und dass er das verstehen müsste. Joseph hatte solch eine gefühlsmäßige Belastung und solch einen Schmerz noch nicht erlebt!

An diesem Punkt verließ Joseph Maria mit zwei Begründungen. Er liebte Gott, und er wollte tun, was recht war. Nach dem Gesetz (5Mo 22,23-24) hätte Maria hingerichtet werden können. Selbst wenn auf eine öffentliche Steinigung verzichtet würde, wäre sie doch öffentlich beschuldigt worden. (Diese Handlung hätte auch bewirkt, dass Josephs Ehre geschützt wurde!) Aber Joseph liebte Maria, ungeachtet der scheinbaren Treulosigkeit an ihm. Da war kein Gedanke in seinem Herzen, sich irgendwie zu rächen. Zu Marias Gunsten entschied er sich, die Sache möglichst zu verheimlichen und löste die Verlobung auf privater Ebene auf. Weil Marias Schuld nicht bewiesen war, hatte er die Möglichkeit, auf seine natürlichen Rechte zu verzichten. Vielleicht war seine Überlegung, dass Maria zu Elisabeth zurückkehren konnte, die woanders wohnte. Sie konnte ihr Baby dort bekommen und einen großen peinlichen Skandal in Nazareth vermeiden. Joseph war ein Mann der Liebe und wollte das Beste für Maria — sogar trotz des Gedankens, dass sie ihn betrogen hatte.

Zeigen wir die gleiche Liebe, die Joseph hier zeigte? Was ist unsere Reaktion, wenn wir glauben müssen, dass ein christlicher Freund uns hintergangen hat, oder wenn jemand, der uns sehr nahestand, uns tief verletzt hat? Suchen wir dann nach einer Gelegenheit, um es ihm heimzuzahlen? Sind wir vielleicht gefüllt mit Zorn und Bitterkeit? Gehen wir allem aus dem Weg, damit wir diese Sache vergessen können? Oder fahren wir fort damit, diesen christlichen Freund zu lieben, und versuchen wir nicht nur danach zu handeln, was nach Gottes Maßstäben gerecht ist, sondern auch zu suchen, was das Beste für jene Person ist, die uns wehgetan hat? Diese Art der Liebe ist nicht immer einfach, aber sie ist möglich (Joh 17,26).

Joseph — ein Mann des Glaubens

Joseph war auch ein Mann des Glaubens. Damit meinen wir, dass er mehr als nur ein Gläubiger war. Der gerechte Joseph lebte und wandelte durch Glauben an den lebendigen Gott. Der treue Joseph muss eine lange Zeit im Gebet gewesen sein, als er überlegte, was er mit Maria tun sollte (1,20). Es war nicht so, dass er ihre Geschichte nicht glauben wollte, aber wie konnte er diese fantastische Geschichte akzeptieren? Diese unglaubliche Geschichte zu glauben, wäre nicht Glauben, sondern Leichtgläubigkeit gewesen! Eine Jungfrauen-Geburt hatte es noch niemals in der Geschichte der Menschheit gegeben — noch nicht einmal in der Wunderzeit der Propheten!

An diesem Punkt war es, dass ein Engel des Herrn dem Joseph in einem Traum erschien. Der Engel bestätigte alles, was Maria ihm mitgeteilt hatte. Sie war treu! Die Empfängnis war von dem Heiligen Geist! Maria war die Jungfrau, von der Jesaja schon prophezeit hatte (1,23)! Josephs Verlobte sollte die Mutter des lang ersehnten Messias werden! Und er sollte der irdische Vater dieses Kindes werden, und er sollte ihm den Namen Jesus geben! Welch eine unerwartete gute Botschaft! Was für eine unglaubliche Erleichterung für seine Seele! Joseph musste eine ehrfürchtige Bewunderung und eine verzückte Freude zur gleichen Zeit erlebt haben. Er zögerte keine Sekunde, Maria zu heiraten (1,24) — ein konkreter Beweis seines Glaubens an Gott. Kannst du dir die schöne und begeisternde Wiedervereinigung dieses gottesfürchtigen Paares vorstellen?

Der Glaube Josephs sollte ein Beispiel für uns alle sein. Beachte, dass Joseph dem Engel keine Fragen stellte oder irgendwie an der göttlichen Offenbarung zweifelte. Beachte, dass der Engel auch nie Joseph befragte. Da war keine Rüge für Joseph wegen seiner Schlussfolgerungen wegen Maria. Der Herr macht uns nicht verantwortlich dafür, eine unglaubliche Sache ohne eine göttliche Offenbarung zu glauben. Gott sucht bei uns nicht blinden Glauben oder irgendeine Leichtgläubigkeit. Er ruft uns auf zu einem vernünftigen Glauben — einen Glauben, welcher gegründet ist auf sein offenbartes Wort. Joseph hatte nun sicher die alttestamentliche Stelle aus dem Propheten verstanden, auf die ihn der Engel hingewiesen hatte (1,21-23). Joseph glaubte dem Engel, weil die Botschaft sich auf das Wort Gottes gründete, und so sollten wir glauben und nicht zweifeln an dem, was Gott uns in seinem Wort klar geoffenbart hat. Nimm beispielsweise unsere täglichen Bedürfnisse. Haben wir Sorge wegen unserer Sicherheit? Zweifeln wir an Gottes Fähigkeit, für uns zu sorgen mit den grundlegenden Lebensmitteln? Im vernünftigen Glauben vorwärts zu gehen bedeutet, dass wir nicht zweifeln oder ängstlich werden im Hinblick auf unsere täglichen Bedürfnisse, weil Gott klar gesagt hat, dass Er uns versorgen will „mit allen Dingen“, wenn wir „zuerst nach dem Reich Gottes trachten“ (Mt 6,25-34).

Joseph — ein Mann des Gehorsams

Joseph war selbstverständlich ein Mann des Gehorsams. Er führte den Auftrag des Engels im Gehorsam aus und nahm Maria zur Frau. Vielleicht sagst du, dass diesem Auftrag zu gehorchen sehr einfach war! Warte eine Minute! Erinnere dich, Maria war zu dieser Zeit wenigstens seit drei Monaten schwanger (Lk 1,56). Indem er Maria heiratete, nahm er alle Anschuldigungen und die Stigmatisierungen auf sich, die in Kürze kommen würden. In diesem Zusammenhang sollten wir zur Kenntnis nehmen, was die Juden dreißig Jahre später äußern sollten: „Wir sind nicht durch Hurerei geboren ...“ (Joh 8,41). Aber Joseph gehorchte der Botschaft des Engels, ungeachtet aller Konsequenzen. Ein weiteres Beispiel für Josephs Gehorsam sehen wir in Matthäus 2,13-14. Nach Jesu Geburt wurde ihm durch den Engel geboten, nach Ägypten zu gehen — schnell! Obwohl es in Ägypten zu dieser Zeit jüdische Gemeinden gab und Gott durch die Geschenke der Weisen aus dem Osten für alle Mittel dieser Reise sorgte, war es doch ein ziemliches Unternehmen. Mit einem Esel, mit Maria und dem jungen Jesuskind in ein unbekanntes Land zu ziehen, wenigstens dreihundert Meilen durch unwegsames Gelände, das war kein Sonntagsspaziergang! Aber Joseph war gehorsam — sofort (2,14)! Nachdem sie sich in Ägypten eingelebt hatten, wurde Joseph aufgetragen, wieder nach Israel zurückzukehren! Wieder führte Joseph dies aus, ohne darüber nachzudenken, ob ihm das in den Kram passte, oder gar ohne Gottes Terminkalender infrage zu stellen!

Sind wir wie Joseph in unseren Ausführungen der Befehle des Herrn? Folgen wir sofort, oder praktizieren wir dies nur teilweise und mit Verzögerung? Warum fällt es uns so schwer, dem Befehl des Herrn, das Evangelium unseren Kollegen, Mitstudenten und Nachbarn zu sagen zu gehorchen (Mk 16,15)? Was ist mit dem Bereich der Begierden — von welcher gesagt wird, das wir sie fliehen sollen (2Tim 2,22)? Folgen wir nur, wenn es bequem und einfach ist? Was ist mit der Sünde des Kritisierens anderer und dem Sich-Beschweren über die Umstände? Es ist so bequem und einfach, in diesen Bereichen ungehorsam zu sein! Gehorchen wir auch, wenn wir nicht verstehen, was Gott in unserem Leben tun will? Vertrauen wir dem Herrn, selbst wenn Tragödien eintreffen und die Zukunft nicht gerade rosig aussieht (Spr 3,5-6)? Joseph ist ein großartiges Vorbild für uns alle, von dem, was es bedeutet, zu vertrauen und zu gehorchen.

Joseph — ein Mann der Geduld

Zuletzt war Joseph ein Mann der Geduld. Wir haben gesehen, dass er nicht vorschnell reagierte. Er überlegte sich seine Handlungen sehr gut (1,20). In Matthäus 1,25 wird uns gesagt, dass Joseph der Maria die Jungfrauenschaft beließ, bis Jesus geboren wurde. Ob es ein Befehl des Engels war, wissen wir nicht. Gewiss, die göttliche/menschliche Natur von Christus konnte in keiner Weise beeinflusst werden, da die Empfängnis bereits drei Monate zuvor stattgefunden hatte. Aber vielleicht im Hinblick auf die Prophetie, dass eine Jungfrau empfangen und einen Sohn gebären sollte, behielt Joseph der Maria die Jungfrauenschaft bis zu der Geburt von Jesus. Es bedarf nicht viel tiefgründigen Verständnisses um zu erkennen, dass Joseph ein Mann war, der seine Leidenschaften beherrschte und geduldig war.

Diese Geduld des Joseph brauchen auch wir Christen heute. Die Ungeduld im Bereich der sexuellen Wünsche hat viele Gläubige schon zu Fall gebracht. Wenn Gott dem Joseph Geduld geben konnte, dann kann Er auch uns diese Geduld gleicherweise geben! Erinnern wir uns, dass Geduld in allen Bereichen ein Teil der Frucht des Geistes ist, der in uns wohnt und jedem Christen die Kraft gibt (Gal 5,22).

Während dieser Urlaubstage steht das Bild von dem „gerechten Joseph“ im Schatten vieler Weihnachtsszenen. Wir wollen uns dann daran erinnern, seinem Beispiel der Liebe, des Glaubens, des Gehorsams und der Geduld zu folgen.

 

-
 

Sie möchten den SoundWords-Newsletter erhalten?
Bitte hier klicken ...

 

    Artikel zum gleichen Stichwort:
  - Mehr als eine Weihnachtsgeschichte
  - Der wahre Geist von Weihnachten
  - Die Geburt des Herrn (2)
  - Die Geburt des Herrn (1)
  - Weihnachten im Oktober
  - Mehr als ein Weihnachtsgeschenk
  - Was bedeutet Weihnachten für dich?
  - Das „Christkind“ steht vor der Tür — Weihnachten aus der Sicht Josephs
  - Kein Raum in der Herberge
  - Was ist die wahre Bedeutung von Weihnachten?

 
 

Der Artikel hat Ihnen weitergeholfen und Sie haben mit uns den Wunsch, dass diese Arbeit sich weiter verbreitet und wächst? Sie können uns unterstützen!
hier klicken ...

Hinweis der Redaktion:
Die SoundWords-Redaktion ist für die Veröffentlichung des obenstehenden Artikels verantwortlich. Die Redaktion ist dadurch nicht notwendigerweise mit allen geäußerten Gedanken des Autors einverstanden (ausgenommen natürlich Artikel der Redaktion) noch möchte die Redaktion auf alle Gedanken und Praktiken verweisen, die der Autor an anderer Stelle vertritt. „Prüfet aber alles, das Gute haltet fest.“ (1Thes 5,21) — siehe auch „
In eigener Sache ...

 


So erreichen Sie uns  |  Kostenloser Newsletter  | Newsletter-Abmeldung |  Impressum  |  Spenden
 
© SoundWords 2000-2013. Alle Rechte vorbehalten. Alle Artikel sind lediglich für den privaten Gebrauch gedacht.
Sie können auch ohne Nachfrage privat verteilt werden. Kommerzielle Vervielfältigungen jeder Art sind untersagt. Veröffentlichungen auf anderen Internetseiten sind nur nach Rücksprache möglich.