Der erste Petrusbrief (3)
Kapitel 3

John Nelson Darby

© SoundWords, online seit: 15.10.2005, aktualisiert: 06.05.2018

Leitverse: 1. Petrus 3

Verse 1-6

1Pet 3,1-6: Ebenso ihr Frauen, seid euren eigenen Männern unterwürfig, damit, wenn auch einige dem Wort nicht gehorchen, sie durch den Wandel der Frauen ohne Wort gewonnen werden mögen, indem sie euren in Furcht reinen Wandel angeschaut haben; deren Schmuck nicht der äußerliche sei durch Flechten der Haare und Umhängen von Goldschmuck oder Anziehen von Kleidern, sondern der verborgene Mensch des Herzens in dem unvergänglichen Schmuck des sanften und stillen Geistes, der vor Gott sehr kostbar ist. Denn so schmückten sich einst auch die heiligen Frauen, die ihre Hoffnung auf Gott setzten und ihren eigenen Männern unterwürfig waren: wie Sara dem Abraham gehorchte und ihn Herr nannte, deren Kinder ihr geworden seid, wenn ihr Gutes tut und keinerlei Schrecken fürchtet.

Gleicherweise sollten die Frauen sich ihren Männern in aller Bescheidenheit und Keuschheit unterordnen. Das wäre ein Zeugnis von der Wirksamkeit des Wortes Gottes. Dieses Zeugnis würde damit die Stelle des Wortes Gottes selbst einnehmen können, wenn die Männer nicht auf das Wort Gottes selbst hören wollten. Sie sollten sich in Geduld und Sanftmut auf die Treue Gottes stützen und sich nicht durch den Anblick der Macht der Gegner erschrecken lassen (vgl. Phil 1,28).

Vers 7

1Pet 3,7: Ihr Männer ebenso, wohnt bei ihnen nach Erkenntnis als bei einem schwächeren Gefäß, dem weiblichen, ihnen Ehre gebend als solchen. die auch Miterben der Gnade des Lebens sind, damit eure Gebete nicht verhindert werden.

Genauso sollten die Männer bei ihren Frauen wohnen, indem sie ihnen Ehre geben, d.h., dass ihre Liebe und ihr Umgang durch die christliche Erkenntnis und nicht durch irgendwelche menschliche Leidenschaft beherrscht würde. Sie sollten in Gemeinschaft mit ihnen leben als solchen, „die auch Miterben der Gnade des Lebens sind“.

Verse 8-13

1Pet 3,8-13: Endlich aber seid alle gleich gesinnt, mitleidig, voll brüderlicher Liebe, barmherzig, demütig, und vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern im Gegenteil segnet, weil ihr dazu berufen worden seid, dass ihr Segen erbt. „Denn wer das Leben lieben und gute Tage sehen will, der halte seine Zunge vom Bösen zurück und seine Lippen, dass sie nicht Trug reden; er wende sich aber ab vom Bösen und tue Gutes; er suche Frieden und jage ihm nach; denn die Augen des Herrn sind gerichtet auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Flehen; das Angesicht des Herrn aber ist gegen die, welche Böses tun.“ Und wer ist, der euch Böses tun wird, wenn ihr Nachahmer des Guten geworden seid?

Endlich sollten alle in dem Geist des Friedens und der Sanftmut ihren Weg gehen. Wenn sie mit anderen Umgang hatten, dann sollten sie den Segen mitbringen, den sie selbst geerbt hatten. Den Geist dieses Segens sollten sie folglich stets in sich tragen. Wenn die Gläubigen so

  • dem Guten folgen,
  • ihre Zunge von der Furcht des Herrn regieren lassen,
  • das Böse meiden und
  • den Frieden suchen,

so würden sie unter dem Auge Gottes in Ruhe das gegenwärtige Leben genießen. „Denn die Augen des Herrn sind gerichtet auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Flehen; das Angesicht des Herrn aber ist gegen die, welche Böses tun.“ Wer sollte ihnen überdies Böses tun, wenn sie Nachahmer des Guten waren?

Das ist also die Regierung Gottes, der Grundsatz, nach dem Er den Gang dieser Welt beaufsichtigt.

Verse 14-16

1Pet 3,14-16: Aber wenn ihr auch leiden solltet um der Gerechtigkeit willen, glückselig seid ihr! Fürchtet aber nicht ihre Furcht, noch seid bestürzt, sondern heiligt Christus, den Herrn, in euren Herzen. Seid jederzeit bereit zur Verantwortung gegen jeden, der Rechenschaft von euch fordert über die Hoffnung, die in euch ist, aber mit Sanftmut und Furcht; indem ihr ein gutes Gewissen habt, damit, worin sie gegen euch als Übeltäter reden, die zuschanden werden, die euren guten Wandel in Christus verleumden.

Trotzdem ist diese Regierung weder direkt noch unmittelbar, ebenso wenig verhindert sie alles Böse.

Die Macht des Bösen wirkt noch auf der Erde. Und es gibt Menschen, die von dieser Macht beseelt sind. Sie zeigen sich den Gerechten gegenüber feindlich und benutzen als Druckmittel für die Durchsetzung ihrer Pläne die Angst, die Satan einzuflößen weiß. Doch wenn man dem Herrn den Ihm gebührenden Platz im Herzen gibt, findet diese Angst, die der Feind hervorzubringen sucht, dort keinen Platz mehr. Kann jemand, der sich der Gegenwart Gottes bewusst ist, vor dem Feind zittern? Das Bewusstsein der Gegenwart Gottes ist das Geheimnis der Kühnheit und des Friedens, wenn man Christus bekennt. Die Werkzeuge des Satans suchen uns vom Weg der Nachfolge abzubringen und uns durch ihre anmaßenden Forderungen zu erdrücken. Das Bewusstsein jedoch, dass Gott da ist, schiebt diese Anmaßungen beiseite und zerstört ihre ganze Kraft.

Wir sind dann bereit,

  • gestützt auf die Kraft der Gegenwart Gottes,
  • mit Sanftmut
  • und heiliger Ehrfurcht,
  • aber ohne jede Leichtfertigkeit

denen zu antworten, die Rechenschaft von uns fordern wegen der Hoffnung, die in uns ist. Doch dafür ist ein gutes Gewissen notwendig. Wohl können wir Gott ein schlechtes Gewissen bringen, damit Er uns vergibt und sich über uns erbarmt. Es ist aber unmöglich, dem Feind zu widerstehen, wenn wir ein schlechtes Gewissen haben – wir fürchten uns dann vor ihm. Einerseits fürchten wir seine Bosheit, und andererseits haben wir das Bewusstsein der Gegenwart und der Kraft Gottes verloren. Wandeln wir jedoch vor Gott, so fürchten wir nichts. Das Herz ist frei. Wir denken nicht an uns, sondern an Gott. Dann werden die Gegner beschämt, weil sie uns fälschlich angeklagt haben. Denn unser Verhalten ist dann untadelig und es kann nichts gegen uns vorgebracht werden – außer Verleumdungen unserer Feinde. Und diese Verleumdungen dienen nur zur Schande der Gegner.

Verse 17.18

1Pet 3,17.18: Denn es ist besser, wenn der Wille Gottes es will, für Gutestun zu leiden als für Bösestun. Denn es hat ja Christus einmal für Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führe, getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist …

Vielleicht hält Gott es für gut, dass wir leiden. Wenn das der Fall ist, so ist es besser, „für Gutestun zu leiden als für Bösestun“. Der Apostel führt hierzu einen ergreifenden Beweggrund an. Christus hat ja ein für alle Mal für Sünden – für unser Bösestun – gelitten. Das sollte uns genügen, und wir sollten nur noch um der Gerechtigkeit willen leiden. Für die Sünde zu leiden, war die Aufgabe Christi. Er hat diese Aufgabe gelöst und zwar für immer und ewig. Er wurde getötet in Bezug auf sein Leben im Fleisch, aber lebendig gemacht gemäß der Kraft des göttlichen Geistes.

Verse 19.20

1Pet 3,19.20: … in dem er auch hinging und predigte den Geistern, die im Gefängnis sind, die einst ungehorsam waren, als die Langmut Gottes harrte in den Tagen Noahs, während die Arche zugerichtet wurde, in die wenige, das ist acht Seelen, eingingen und durch Wasser gerettet wurden,

Diese Stelle hat schon manchem Leser der Bibel Schwierigkeit gemacht; allein sie erscheint einfach, sobald man die Absicht des Geistes Gottes versteht. Die Juden erwarteten einen leiblich gegenwärtigen Messias. Dieser Messias sollte das Volk befreien und es auf die höchste Stufe irdischer Herrlichkeit erheben. Der Messias war jedoch, wie wir wissen, nicht in dieser Weise anwesend. Deswegen hatten die gläubigen Juden von Seiten der Ungläubigen wegen ihres Vertrauens auf einen Messias, der nicht leiblich anwesend war und keine Befreiung für das Volk bewirkt hatte, Spott und Hass zu erdulden. Die Gläubigen besaßen die Errettung der Seele und kannten Jesus im Himmel, aber die Ungläubigen kümmerten sich um diese Tatsachen nicht. Der Apostel erinnert deshalb an das, was sich einst zur Zeit Noahs zugetragen hat, als er Zeugnis abgegeben hatte. Die gläubigen Juden waren gering an Zahl, und sie besaßen Christus nur nach dem Geist. Durch die Kraft dieses Geistes war Christus von den Toten auferweckt worden. In der Kraft desselben Geistes war Er hingegangen, ohne körperlich anwesend zu sein, um in Noah zu predigen.

  • Aber genauso wie in den Tagen des Apostels die Juden, so war auch damals die Welt ungehorsam gewesen.
  • Und genauso wie die Gläubigen jetzt nur eine kleine Herde ausmachten, so waren auch zu jener Zeit nur acht Personen gerettet worden.
  • Und genauso wie die Geduld Gottes jetzt hinsichtlich des jüdischen Volkes abwartete, hat sie es damals getan.
  • Die Geister der Ungehorsamen damals aber befanden sich jetzt im Gefängnis, weil sie Christus, der durch seinen Geist in Noah anwesend gewesen war, nicht gehorcht hatten. Das Ergebnis sollte in ihrem Fall dasselbe sein, und genauso ist es auch tatsächlich gewesen.

Diese Erklärung (die den Vorzug hat vor der anderen, dass nämlich der Geist Christi im Hades den Seelen, die seit der Sintflut dort aufbewahrt werden, gepredigt habe) wird bestätigt durch 1. Mose 6,3, wo wir lesen: „Mein Geist soll nicht ewiglich mit dem Menschen rechten, sondern seine Tage seien 120 Jahre.“ Das will sagen: der Geist des Herrn sollte in dem Zeugnis Noahs 120 Jahre lang rechten, und nicht länger. Wäre es nicht verwunderlich, wenn sich der Herr allein mit diesen Menschen (denn nur von ihnen ist hier die Rede) nach ihrem Tod im Zeugnis auseinandergesetzt haben sollte? Zudem ist es beachtenswert, dass wir uns nur einer bekannten Redewendung des Petrus bedienen, wenn wir den Ausdruck„Er ist im Geist hingegangen“ auf den Geist Christi in Noah beziehen; denn schon im ersten Kapitel unseres Briefes spricht der Apostel „von dem Geist Christi, der in den Propheten war“.

Die Geister jener Ungehorsamen sind also im Gefängnis, weil sie auf den Geist Christi in Noah nicht hörten (vgl. 2Pet 2,5-9).

Verse 21.22

1Pet 3,21.22: … welches Gegenbild auch euch jetzt errettet, das ist die Taufe (nicht ein Ablegen der Unreinheit des Fleisches, sondern das Begehren eines guten Gewissens vor Gott), durch die Auferstehung Jesu Christi, der, in den Himmel gegangen, zur Rechten Gottes ist, indem Engel und Gewalten und Mächte ihm unterworfen sind.

Hieran schließt der Apostel einen Vergleich der Taufe mit der Arche Noah in der Sintflut. Noah war durch das Wasser hindurch gerettet worden. Auch wir sind es, denn das Wasser der Taufe bedeutet den Tod, so wie die Sintflut analog der Tod der damaligen Welt war. Christus ist durch den Tod gegangen und ist dann auferstanden. Wir treten in der Taufe in den Tod ein, aber es ist gleich der Arche, denn Christus hat im Tod für uns gelitten und ist in der Auferstehung aus dem Tod wieder hervorgegangen. Genauso ging Noah aus der Sintflut hervor, um sozusagen ein neues Leben in einer Auferstehungswelt zu beginnen. Christus hat, indem Er durch den Tod gegangen ist, die Sünden gesühnt. Wir – indem wir geistlich hindurchgehen – lassen alle unsere Sünden in dem Tod zurück, wie Christus es tatsächlich für uns getan hat. Denn Er wurde ohne die Sünden, die Er am Kreuz sühnte, auferweckt. Und diese Sünden waren unsere Sünden. So haben wir durch die Auferstehung Jesu Christi ohne unsere Sünden ein gutes Gewissen. Wir gehen in der Taufe im Geist und im Bild durch den Tod. Die Frieden gebende Kraft der Sache ist die Auferstehung Jesu Christi, nachdem Er die Sühnung vollbracht hatte. Durch diese Auferstehung haben wir daher ein gutes Gewissen.

Das war es, was die Juden zu lernen hatten. Christus war hinaufgestiegen in den Himmel, und alle Mächte und Herrschaften waren Ihm unterworfen. Er ist zur Rechten Gottes. Wir haben also nicht einen Messias auf der Erde, sondern ein gutes Gewissen und einen himmlischen Christus.

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