Anmerkungen zur Taufe

Thomas Oliver

© SoundWords, online seit: 23.09.2017, aktualisiert: 23.09.2017

Ein historischer Überblick

Das Thema „Taufe“ hat vermutlich mehr als jedes andere biblische Thema viele unschöne Regungen und scharfe Worte hervorgerufen. Und doch: Würde man die Bedeutung der Taufe erkennen, dann würde der Streit darüber verstummen. Es handelt sich um eine persönliche Angelegenheit und nicht um die Verantwortung einer örtlichen christlichen Gemeinschaft. Es gibt nur eine Taufe, so wie es nur einen Herrn und einen Glauben gibt (Eph 4,5). Es ist hilfreich, festzustellen, dass es hinsichtlich der Taufe mit dem Heiligen Geist nur geringe oder keine Meinungsverschiedenheiten unter echten Bibelkennern gibt. „In einem Geist sind wir [die Christen] alle zu einem Leib getauft worden.“ Die Wassertaufe ist aber nicht direkt damit verbunden. Der Streit dreht sich um die Wassertaufe. Die Christenheit ist in zwei große gegensätzliche Lager gespalten, je nachdem, welche der beiden Sichtweisen jeweils bevorzugt wird: (1) die Glaubenstaufe oder (2) die Haus- oder Paedo(= Kinder)-Taufe (von: griech. paidon = „Kind“).  

Zunächst ein kurzer historischer Überblick über die Taufe in den vergangenen neunzehn Jahrhunderten:

  1. Die erste Erwähnung der Taufe gibt es in Verbindung mit dem Auftrag Johannes’ des Täufers. Seine Taufe hatte zur Folge, dass ein bekennender, bußfertiger und abgesonderter Überrest im Judentum gebildet wurde. Das Ergebnis seines Predigens und Handelns war es, eine Gruppe vorzubereiten, die den Herrn schließlich erwarten würde. Seine Taufe war im Blick auf das Leben Christi, während Er hier auf der Erde war; sie ist somit unterschieden von der Taufe im christlichen Zeitalter, die auf den Tod Christi vollzogen wird. Dennoch finden wir in beiden denselben Grundsatz wieder, angepasst auf die jeweiligen Umstände. Außerdem wurde der Überrest, der durch die Taufe des Johannes gebildet worden war, nach dem Tod, der Auferstehung und der Himmelfahrt Christi und nach dem anschließenden Kommen des Heiligen Geistes auf die Erde zum Kern der christlichen Versammlung. Die „Taufe“ wird 25-mal in der Apostelgeschichte zitiert, davon 8-mal in Bezug auf die Taufe des Johannes. Es gab einige Gläubige, die nur von der Taufe des Johannes gehört hatten, zum Beispiel Apollos (Apg 18,25) und die zwölf Jünger in Ephesus (Apg 19,3). Die Bedeutung der Taufe machte einen sehr wichtigen Punkt in der Predigt der Apostel aus.
  2. Schon früh im 2. Jahrhundert der christlichen Ära fand die unbiblische Lehre der sogenannten Taufwiedergeburt viele Anhänger, nach der man eben nur diesen Schritt tun müsse, um die Sicherheit für den Himmel schon so früh wie möglich im Leben eines Menschen festzumachen. Von diesem Zeitpunkt an hat der von religiösem Ritualismus geprägte Mensch seine Kinder taufen lassen angesichts der Gefahr, sie könnten sterben, bevor dieser Ritus an ihnen vollzogen würde, und so vom Himmel ausgeschlossen sein. Dagegen zeigt die Schrift, dass die Taufe nur in Verbindung mit der Erde und den auf ihr lebenden Menschen steht. Die erste Verurteilung der Praxis der Kindertaufe findet sich im Jahre 197 n.Chr bei Tertullian. Pelagius, ein Zeitgenosse Augustinus’ um etwa 400 n.Chr., verneinte die Gültigkeit der Wiedergeburt durch die Wassertaufe, meinte jedoch, dass die Taufe ein Kind ins Reich Gottes einführe, wo es dann die Möglichkeit habe, das Heil zu erlangen.
  3. Im 6. Jahrhundert werden Columban und die Mönche von Iona als die Ersten angesehen, die eine Taufe erst dann befürworteten, nachdem auch eine Glaubenserklärung abgegeben wurde. Aber schon im nächsten Jahrhundert wurden sie durch ein päpstliches Edikt ausgeschaltet.
  4. Etwas später kämpften die Armenier dafür, dass eine Taufe auf den Wunsch des Betroffenen erfolgen solle, so dass es damit zu einem Glaubensbekenntnis würde. Sie bestanden darauf, dass die Praxis der Kleinkindtaufe „die Welt“ in das christliche Bekenntnis gebracht habe.
  5. Die verfolgten Waldenser (1200–1500 n.Chr.) kamen mit zunehmender Verfolgung zu der gleichen Schlussfolgerung.
  6. Während der Reformation des 16. Jahrhunderts war es Luther, dem Gründer einer großen, nationalen Kirche, nicht möglich, die Praxis der Kleinkindtaufe und die darauf gegründeten Lehren zu zügeln; ebenso versagte Zwingli in der Schweiz darin.
  7. Zu dieser Zeit entstand in Deutschland, der Schweiz und anderswo die Bewegung der Wiedertäufer. (Dies war wirklich das öffentliche Auftauchen eines 1000 Jahre lang im Untergrund dahinfließenden Stromes. Die verborgenen Märtyrer hatten dieses Zeugnis all die Jahrhunderte hindurch bewahrt.) Unglücklicherweise wurden die Wiedertäufer mit einer kommunistischen Bewegung verwechselt, die der Bewegung der Wiedertäufer ähnlich war, so dass sie sowohl auf politischer als auch auf kirchlicher Ebene verfolgt wurden. Viele von ihnen wurden sowohl von Anhängern Roms als auch von Protestanten umgebracht!
  8. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts entstanden in England zwei Arten von Versammlungen: (a) unabhängige (Independents), die Kleinkinder tauften, von denen ein Elternteil gläubig war, und (b) die sogenannten Baptisten, die nur Gläubige tauften.
  9. Im 17. Jahrhundert waren es die Quäker, die trotz größter Verfolgung unerschrocken Zeugnis ablegten von der Innewohnung des Heiligen Geistes im Gläubigen und von dem daraus erwachsenden mündlichen Dienst. Aber indem sie diese eine Wahrheit besonders betonten, wurden sie einseitig und lehnten alle äußerlichen Anweisungen Gottes inklusive der Taufe ab. Obwohl John Bunyan ein Baptist war, lehnte er es ab, die baptistische Sichtweise zur Voraussetzung für die Gemeinschaft mit anderen Christen zu machen.
  10. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren die frühen „Brüder“ nicht über die Praxis der Taufe einig. J.N. Darby lehrte, dass die Taufe des Kindes eines Christen dieses zwar auf den Platz der Vorrechte brachte; er verurteilte jedoch die anglikanische Lehre der Taufwiedergeburt. Zu Beginn teilte diese Sicht nur eine kleine Minderheit seiner Gefährten. Viele seiner Mitstreiter befürworteten es sehr, die Taufe aufzuschieben, bis ein klares Glaubensbekenntnis abgegeben wurde. Unter diesen Gefährten waren auch einige bekannte „Brüder“ wie G.V. Wigram, William Kelly und C.H. Mackintosh. Später werden wir noch einige Zitate aus ihren Schriften wiedergeben.

Wenn man die historische Entwicklung zu diesem Thema analysiert, so stellt man zwangsläufig fest, dass ein gewichtiger Grund für die Praxis der Glaubenstaufe ursprünglich aus dem Protest gegen dessen Missbrauch heraus entstand, der aus der Auseinandersetzung der Kindertäufer herrührte.

Die allgemeine Bedeutung der Taufe

Die Lehre der Taufe wird deutlich in Römer 6,3.4 dargelegt: „Wisst ihr nicht, dass wir, so viele auf Christus Jesus getauft worden sind, auf seinen Tod getauft worden sind? So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe auf den Tod.“ Die Präposition „auf“ hat den Sinn: „zu der Bedeutung“ seines Todes. Der Eunuch in Apostelgeschichte 8 hatte die Anwendung von Philippus’ Predigt deutlich verstanden; ebenso die Bedeutung der prophetischen Lehre aus Jesaja 53,2-8, die mit den Worten schloss: „Sein Leben wird von der Erde weggenommen.“ Er verstand: Wenn der Einzige, der überhaupt jemals das vollkommene Recht hatte, hier zu leben, sein Leben gegeben hat, dann war es demzufolge nun an der Zeit für ihn selbst, in Tod und Begräbnis diesem Einen gleichgemacht zu werden. Er erkannte, dass dies symbolisch durch die Taufe ausgedrückt wird. Das würde nun offiziell sein Leben als Mensch der Welt beenden. – Darüber hinaus sollten wir beachten, dass der Eunuch ein Mensch war, der eine besondere Stellung in der Welt innehatte. Taufe würde für ihn bedeuten, dass man ihn von nun an nicht mehr als einen der Großen der Welt ansehen würde! Dies betrifft alle, die demselben Weg folgen, denn konsequenterweise sollte jede getaufte Person auch der Bedeutung ihrer Taufe entsprechen. Wir sollten uns nicht um einen Platz in der Welt bemühen, die unseren Herrn ablehnt.

(Die biblische Art zu taufen bestand ohne Zweifel im Eintauchen in Wasser.) Einige meinten, dass die Taufe den Juden gehöre und nicht auf die Heiden anzuwenden sei, indem sie vorbringen, dass der Missionsauftrag in Matthäus 28 gegeben worden sei als etwas, was dem noch kommenden Königreich vorausgehe. Aber in der Apostelgeschichte haben die Apostel die Taufe wiederholt gepredigt und durchgeführt; in der Tat gehört sie zu den grundlegenden Dingen in den Anfängen des christlichen Zeitalters. Und falls irgendjemand die Taufe ignoriert, so steht er nicht auf christlichem Boden. Er mag für den Himmel passend sein, nicht aber für die Erde!

Die Lehre der Taufwiedergeburt, die in der frühchristlichen Ära verkündet wurde [und teilweise auch heute noch wird; Anm. d. Red.], ist eine unhaltbare Erfindung. Die Wassertaufe hat absolut nichts mit dem Himmel zu tun; sie betrifft einzig die Erde. Keine bloße äußerliche Vorschrift kann irgendjemand für den Himmel bereitmachen! Es ist die Taufe durch den Geist in den einen Leib hinein, die das Thema Himmel im Blick hat.

Die baptistische Sicht

Die baptistische Sicht ist, dass die Taufe die Folge des Glaubens an den Herrn Jesus Christus sei. Es wird behauptet, dass sie

  1. ein Akt des Gehorsams sei auf ein Gebot unseres Herrn hin, der öffentlich die Ernsthaftigkeit unseres Glaubens beweise.
  2. ein Bild dafür sei, was in Gottes Gedanken geschehen sei mit einem Christen, sobald er glaubt.
  3. die Antwort eines guten Gewissens sei.
  4. das öffentliche Bekenntnis des Glaubens sei, dass in der Sprache der Bibel der Mensch „Christus angezogen“ habe. Er habe nun ein neues Bekenntnis mitsamt allen Vorrechten und Verantwortlichkeiten angenommen, d.h., von nun an stehe er auf der Seite des Herrn und damit der Welt entgegen. Manchmal wird dies mit dem Tod eines Königs verglichen, dessen Nachfolger sofort zum Herrscher wird, obwohl seine Krönung noch aussteht, bei der er dann offiziell als König vor dem ganzen Volk ausgerufen wird. Der Gläubige ist im Namen der Dreieinigkeit und des Herrn Jesus getauft.

Die Taufe ist nicht nur ein Bild der Verbindung im Tod, sondern auch des Begräbnisses. Wir sind durch die Taufe mit Ihm begraben. Sie wird weiterhin als ein Bild der Auferstehung gesehen, denn Römer 6,4 sagt, dass, „so wie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in Neuheit des Lebens wandeln“. Und wir sind „mit ihm begraben in der Taufe, in der ihr auch mitauferweckt worden seid durch den Glauben an die wirksame Kraft Gottes, der ihn aus den Toten auferweckt hat“ (Kol 2,12). Die alternative Übersetzung von „in der“ durch „in dem“ wird von dieser Lehrmeinung zurückgewiesen. Wenn man nun sowohl den Tod wie auch die Auferstehung in dem Gedanken der Taufe verbindet, wird es unannehmbar, Säuglinge zu taufen, da sie logischerweise nicht in Neuheit des Lebens wandeln können. Demnach würde so die christliche Taufe der Eintritt in die Sphäre von Christi Gerechtigkeit und Leben sein. (Viele Baptisten würden dem möglicherweise nicht vollends zustimmen, da sie behaupten, dass die Taufe keine subjektive Wirkung habe.)

Baptisten, die jemand getauft haben, der ein bloßes Lippenbekenntnis des Glaubens ablegt, jedoch erst anschließend ernsthaft glaubt, taufen einen solchen Menschen nicht erneut. (Falls sie es doch täten, wäre es ohne jede Bedeutung.) Auf der negativen Seite: Die alttestamentlichen Beispiele, die von Anhängern der Säuglingstaufe angeführt werden, mögen zwar manche Dinge andeuten (z.B. Noah und die Flut, Abraham und die Beschneidung, der in dem Kästchen mitten im Schilf bewahrte Mose, der Durchzug durch das Rote Meer, Hannas Darstellung von Samuel zum Dienst im Haus Gottes etc.); diese belegen jedoch nichts Endgültiges. Was die drei von Paulus getauften Haushalte (das Haus der Lydia, das Haus des Kerkermeisters aus Philippi und das Haus des Stephanus) betrifft, so lässt sich kein solches Gesetz ableiten; dass hier auch Säuglinge einbezogen waren, ist eine rein spekulative Annahme. Auf der positiven Seite hingegen betont man das Wort aus Markus 16,16: „Wer da glaubt und getauft wird, wird errettet werden.“ Auch in Petrus’ Pfingstpredigt zu Beginn seines Dienstes ist die Anweisung direkt und unzweideutig: „Tut Buße, und jeder von euch werde getauft auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden“, und: „Die nun sein Wort aufnahmen, wurden getauft“ (Apg 2,38.41). Auch in der Geschichte mit Kornelius heißt es: „Könnte wohl jemand das Wasser verwehren, dass diese nicht getauft würden, die den Heiligen Geist empfangen haben wie auch wir?“ (Apg 10,47). Da der Heilige Geist auf jene gefallen war, war es gar keine Frage, ob diese nun zu taufen waren. Glaube, Buße und Taufe sind in der Apostelgeschichte unauflöslich miteinander verbunden. Auf das Argument hin, dass die Kinder gläubiger Eltern heilig (oder ausgesondert) und von daher für die Taufe geeignet seien (1Kor 7,14), lautet die Antwort: Die Kinder sind heilig aufgrund ihrer Beziehung zu ihren gläubigen Eltern, und eine Taufe macht sie nicht mehr oder weniger heilig. Auch wird geleugnet, dass es irgendeine Sphäre göttlicher Gunst gibt, die durch die Taufe eingerichtet ist. Die Baptisten betrachten die Säuglingstaufe als genauso wertlos wie die Taufe des Johannes nach dem Tod Christi. Das wäre gerade so, als ob man eine Schuld mit gefälschtem Geld beglichen hätte: Die Schuld wäre immer noch offen und würde nach Bezahlung rufen. Genauso würde der Mensch immer noch getauft werden müssen, und das würde nicht als „Wiedertaufe“ im eigentlichen Sinn gelten. (Leider werden in den meisten Schriften zur baptistischen Sicht gegenteilige Ansichten weitgehend verspottet, aber nur wenige lehrmäßige Beweise geliefert, so dass es oftmals schwierig ist, aus der Masse der Aussagen wirklich wertvolle Argumente herauszufiltern.)

Ich kann nur sagen, dass ich 32 Jahre lang umsonst um eine einzige Schriftstelle gebetet habe, in der irgendjemand – außer Gläubige – getauft wurde oder solche, die vorgeben zu glauben. Argumente habe ich genug gehört, aber mit direkter Autorität der Schrift nicht ein einziges Jota. Das Thema Taufe habe ich immer nur sehr widerstrebend behandelt. Unter denen, die ich liebe und achte, gibt es so viele unterschiedliche Beurteilungen dazu, dass es mir nicht wert scheint, darüber zu streiten. Alle Fragenden sollten das Neue Testament zur Hand nehmen und es sorgfältig und unter Gebet studieren. Und falls sie nichts Genaues herausfinden können, wie können sie dann ohne klare göttliche Autorität handeln? (Charles Henry Mackintosh)

Obwohl ich selbst als Gläubiger getauft worden bin, kann ich nicht mit solchen sympathisieren oder das Licht ignorieren, das uns die Schrift hinsichtlich der Taufe gibt. Auf der anderen Seite: Wer kann schon ehrlich sagen, dass uns die Kindertaufe als Teil der Glaubenslehre verkündigt wurde. Es wurden Traktate dazu veröffentlicht, aber wir sind weit davon entfernt, den Beweis aus der Heiligen Schrift zu haben, nach dem wir suchen, bevor wir irgendeine Lehre als christliche Doktrin akzeptieren. Kluge Leute aus allen Richtungen gestehen ein, dass die „Häuser“ in der Schrift dazu nichts Entscheidendes aussagen. Vielleicht gab es gar keine Säuglinge, oder die Häuser wurden getauft, ohne dass die Säuglinge inbegriffen waren, eben weil es der Natur der Sache so entsprach. Wir hören auch nie, dass Petrus oder jemand anders zu Beginn getauft habe, sondern immer wurde zuerst gepredigt. Und erst anschließend wurden diejenigen, die das Wort annahmen, getauft. Aber es war das Empfangen und das Bekennen des Namens des Herrn und nicht die Taufe, die aus ihnen Jünger machte, so wie auch der Aufnahmeritus immer ihrem Bekenntnis folgte. Das Wort Gottes ist zu weise, um anzudeuten, dass er (der Kerkermeister aus Philippi) getauft wurde, bevor er glaubte, denn anschließend wird gesagt, dass er frohlockte, gläubig geworden, mit seinem ganzen Haus. Es ist erstaunlich, dass seine Freude im Aorist beschrieben wird, sein Glaube hingegen impliziert den Präsens oder das fortgesetzte Ergebnis von etwas Vergangenem. Nichts kann offensichtlicher falsch sein, als zu sagen: „Die Taufe ist eine subjektive Sache“, was in der Tat die Vorstellung von Baptisten ist, die die Taufe darauf reduzieren, um den Zustand des Täuflings zu bezeichnen – ganz egal, ob es einen subjektiv wahrnehmbaren Glauben bei ihm gibt. (William Kelly)

Dies sind die ehrlichen Ansichten von C.H. Mackintosh und W. Kelly zu diesem Thema. Obwohl G.V. Wigram eine unverkennbar baptistische Sichtweise hatte, fand diese nur geringen oder keinen Ausschlag in seinem Dienst und in seinen Schriften. Es wird erzählt, dass eine vorlaute Frau einmal Herrn Darby fragte: „Wie hält es Herr Wigram mit der Taufe?“ Sie war auf die bissige Erwiderung nicht vorbereitet: „Madam, er hält seinen Mund.“ Würden wir erkennen, wie wenig wir unserer Taufe gemäß leben, dann würden auch wir G.V. Wigrams Praxis nacheifern.

Die Sichtweise der Haus- oder Kindertäufer

Der Name, in dem die Taufe stattfindet, ist wichtiger als die Art und Weise, die Wassermenge, das Lebensalter oder die Person, die diesen Ritus durchführen will. Der übliche baptistische Standpunkt steht im Widerspruch zur Schrift! Der größte Stolperstein für den baptistischen Standpunkt ist dabei, dass der Apostel Paulus Häuser getauft hat. Sofort behaupten die Kritiker, die Betroffenen seien alle bekehrt gewesen, aber die Schrift sagt dies nicht. Indem er diese Aussage unwirksam macht, verliert er Beweiskraft gegenüber der anderen Seite, die behauptet, die Lehre der Schrift tendiere dahin, eine Haustaufe zu rechtfertigen. Der Baptist ist schwer beleidigt, wenn er gefragt wird, ob seine Familie und seine kleinen Kinder in den Himmel kämen, würde der Herr sofort wiederkommen. Er wird dann antworten: „Ja, bestimmt!“ Wenn man ihn jedoch um einem Schriftbeweis für seine Aussage bittet, so wird er wahrscheinlich irrelevante Argumente machen. Er nimmt an, dass der Wert des Todes Christi seinen Kindern einen Platz im Himmel sichert (ohne irgendeinen Schriftbeweis), und spricht ihnen (mit der Schrift) einen Platz auf der Erde außerhalb des Hauses Gottes, wo Gott wohnt, ab. Wir sind ziemlich sicher, dass seine kleinen Kinder aufgrund der souveränen Gnade Gottes einen Platz im Himmel haben werden, obwohl dies von keiner bestimmten Bibelstelle belegt wird. Der große Streitpunkt, den die Baptisten vorbringen, liegt darin, dass sein Gegner keinen Schriftbeweis für sein Handeln vorlegen kann, aber das trifft ihn selber genauso!

In Apostelgeschichte 2 beschwört Petrus seine Hörer, Buße zu tun und sich im Namen Jesu Christi taufen zu lassen. Es folgten die Vergebung der Sünden und die Gabe des Heiligen Geistes, was die entgegengesetzte Reihenfolge zur baptistischen Theorie darstellt. Das Versprechen betraf die Juden und ihre Kinder, die er aufforderte, sich von diesem verkehrten Geschlecht retten zu lassen. (Nun gab es nicht mehr länger Rettung im Judentum, der besten Gesellschaft der Welt.) Nun musste sich der Jude von der Welt absondern. Vor der Kreuzigung sagte der Jude: „Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder.“ Nun aber sagte der Heilige Geist: „Euch gilt die Verheißung und euren Kindern“ (Mt 27,25; Apg 2,39). Petrus öffnete die Tür, um die bußfertigen Juden und ihre Kinder in das Reich der Himmel hineinzulassen. Dann wurde dem Saulus von Tarsus von Ananias gesagt, er solle aufstehen, sich taufen und seine Sünden abwaschen lassen, indem er den Namen des Herrn anruft (Apg 22,16). (Offensichtlich konnte das Abwaschen von Sünden nicht passend sein für ewige Angelegenheiten.) Auf eine regierungsmäßige Weise musste er sich selbst trennen von den Sünden und dem Ort, mit dem sie in Verbindung standen. Er musste frei werden von seiner ganzen Schuld als Jude und Feind Christi. Er sollte nun ein neues Leben unter der Autorität des Herrn führen. Sein ganzes Dasein war von jetzt ab einer völlig neuen Leitung unterworfen!

In Apostelgeschichte 16,13-15 wurden Lydias Herz aufgetan und ihr ganzes Haus getauft. (Es gibt keinen Hinweis darauf, dass auch die Herzen ihrer Hausgenossen aufgetan wurden.) Als Konsequenz ihrer Treue wurden jene in die christliche Gemeinschaft aufgenommen. In Apostelgeschichte 16,32 redete der Apostel das Wort des Herrn zu all jenen, die sich im Haus des Kerkermeisters befanden (ein umfangreicherer Begriff als in Vers 31). Und in Vers 33 wird gesagt, dass er getauft wurde und alle die Seinen sogleich, d.h. sein Haus, nämlich diejenigen, die unter seiner direkten Verantwortung standen. Der Christ tritt nicht dafür ein, dass alle Kinder getauft werden, sondern nur seine eigenen! Die Satzstruktur in Vers 34 lautet im Original: „Er, an Gott glaubend, frohlockte mit seinem ganzen Haus“ (Apg 16,32-34). „Glaubend“ steht im Singular, aber sein Haus nahm an seiner Freude teil. Die Bekehrung verursachte im Haus dieses vormals brutalen Rohlings eine Revolution! Eine Bekehrung ist nicht viel wert, wenn die Menschen an uns keine große Veränderung bemerken. Was das Haus des Stephanas betrifft, so erinnerte sich der Apostel nicht daran, darüber hinaus noch andere getauft zu haben. So war auch keine weitere Verantwortung damit verbunden, weder für ihn als Täufer noch für einen Täufling, denn sonst hätte er sich wohl daran erinnert. „Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern im Herrn“ (Eph 6,1). Die wörtliche Übersetzung betont den „Gehorsam im Herrn“. Sie lehren ihre Kinder die Wahrheit, die diese, wenn sie die Wahrheit erfassen, für die Welt unbrauchbar macht.

1. Korinther 7,17 zeigt damit völlig übereinstimmend, dass das Haus ein Ort der Vorrechte ist. Unter dem Gesetz entließen die Juden ausländische Ehefrauen als ungeheiligt. Aber unter der Gnade heiligt der gläubige Teil den ungläubigen Teil der Ehe, die für rechtens erklärt wurde, wie auch die daraus entstandenen Kinder als legitim anerkannt wurden, so dass diese den äußeren Vorhof des Tempels betreten konnten. In 1. Petrus 3,21 ist die Taufe das Gegenbild dessen, was uns von Noah in Vers 20 berichtet wird, sie „errettet auch euch jetzt“ (offensichtlich nur was die die Erde betrifft). Der Typus Noahs auf den Tod des Herrn wies nicht auf den sühnenden Wert hin (dies konnte nur das Blut bezeugen), sondern auf die durch den Tod Christi bewirkte Trennung, die das System der Welt für die christliche Familie verurteilt. Das gute Gewissen eines Juden, der nun an Christus als seinen Messias glaubte, fragte nach dem Grund, warum man Leiden zu ertragen hatte, während doch Gehorsam (unter der alten jüdischen Ordnung, von der man aber nun geschieden war) irdischen Segen von Gott zur Folge hatte. Diese Frage wird durch die Auferstehung Jesu Christi, dem Ergebnis seines Todes, beantwortet. Dessen Bedeutung trennte den Christen vom Lauf dieser Welt und rettete ihn von der Welt und ihren Prinzipien. Die Taufe stellt einen Menschen unter die Autorität des Herrn, aber die ewige Rettung ist in Christus! Die Taufe bezieht sich nur auf das Leben auf der Erde. Der frühere Übeltäter, der mit Christus starb, wurde nicht getauft. Er hatte sein Recht, zu leben, verwirkt. (Es ist also sinnlos, einen Sterbenden zu taufen.) Aber aus all der bluterkauften Schar wird er der Einzige sein, der sagen kann: „Ich war mit Christus gekreuzigt.“ Der Apostel sprach: „Ich bin mit Christus gekreuzigt“, was seinem geistlichen Verständnis entsprach, gemäß seiner Taufe zu leben!

Die baptistische Sicht war eher auf eine gefühlsmäßige Ablehnung eines jahrhundertealten, schreienden Missbrauchs der Anordnung der Schrift zurückzuführen. Aber der Missbrauch macht die Bedeutung der Anordnung nicht hinfällig! Es ist deshalb noch viel wichtiger, dass wir uns einer genauen Prüfung unterziehen, inwieweit wir tatsächlich der Bedeutung unserer Taufe gemäß leben. Der Christ tauft seine Kinder im Hinblick auf deren Leben hier auf der Erde. Durch sein Bekenntnis sondert er sie durch die Taufe für Christus von der Welt ab, und er ist dafür verantwortlich, sie in der Zucht und der Ermahnung des Herrn aufzuziehen. Wenn er im Herzen von der Welt abgesondert sind, wird er seine Kinder nicht für die Welt erziehen!

Es gibt kein Gebot, sich taufen zu lassen! Der Herr belehrte seine Jünger in Matthäus 28,19.20, aber dies war kein universeller Befehl. Außerdem ist es kein öffentliches Bekenntnis. Die Taufe führt lediglich in die äußerlichen Vorrechte des Christentums ein, die nach der Barmherzigkeit Gottes ein großer Vorzug sind. Die Taufe ist kein Symbol dafür, dass man tot war und mit Christus auferstanden ist. Wir sind „mit ihm begraben worden durch die Taufe auf den Tod“ (Röm 6,4). Taufe heißt, dass sie „Christus angezogen“ hatten (Gal 3,27). Dadurch wurden sie mit Christus sichtbar einsgemacht. Von nun an ergab es keinen Sinn mehr, danach zu trachten, Mose (das Gesetz) anzuziehen. Die Taufe ist kein Zeichen dafür, dass sie vorher Christus angezogen hatten! Israel (Männer, Frauen und Kinder) wurde in der Wolke und im Meer auf Mose getauft, damit sie auf diese Weise für ihn abgesondert und unter seine Autorität gestellt wurden. Ob sie Glauben hatten oder nicht, erwies sich in der Wüstenwanderung. Ein Soldat mag eine Uniform tragen und doch ein Verräter sein, doch er ist auf eine ganz andere Art verantwortlich, als es ein Zivilist ist! Noah bereitete „eine Arche zur Rettung seines Hauses“ (Heb 11,7). (Bei der Taufe geht es um Rettung, nicht um Vergebung der Sünden oder Bekehrung.) Noahs Söhne und ihre Frauen hatten an seiner Rettung Anteil, obwohl sie nicht direkt mit Gott zu tun hatten.

Es ist offensichtlich, dass das Untertauchen die richtige schriftgemäße Taufart war. Dennoch ist das Besprengen üblich geworden, und das christliche Bekenntnis wird daran festgemacht. Das Wasser (egal ob viel oder wenig) stellt die Verbindung mit dem Tod Christi dar. Taufe hat keine Beziehung zu einem subjektiven Seelenzustand. Sie verleiht keine Tugend, sie ist rein objektiv. In der Geschichte von Kornelius (Apg 10) kam der Geist zuerst wegen des natürlichen Vorurteils der Juden. Es gibt im Christentum nur zwei Dinge, die für das Auge sind, und zwar die Taufe und das Mahl des Herrn. Das Erstere ist der Anfang und einmalig. Das Mahl des Herrn aber ist wiederkehrend, wiederholt sich, denn „sooft ihr dieses Brot esst und den Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt“ (1Kor 11,26). Ich habe mich nicht selbst getauft, aber durch meine Teilnahme am Mahl des Herrn habe ich das Vorrecht, meine Taufe zu bestätigen. Jedes Mal, wenn ich meine Hand zu dem Kelch hin ausstrecke, stelle ich mich symbolisch auf die Seite des Herrn, der Welt entgegen!

Auszüge aus Briefen J.N. Darbys

Ich möchte genauso wenig als Anti-Baptist wie als Baptist bezeichnet werden. Ich kann mir nichts Besseres wünschen, als Menschen Wege anbieten zu können, die Wahrheit zu würdigen, und Seelen davon abzuhalten, in einen sektiererischen Geist zu verfallen (Letters of J.N. Darby, 1:244).

Sie wurden von feurigen Baptisten geplagt, wie ich es nur selten zuvor gesehen hatte; es war jämmerlich. Ich lehne den Streit darüber ab und suchte einzig Gewissensfreiheit. Das ganze baptistische Prinzip ist nichts weiter als ein Mangel an Licht. Ich beschäftige sie lieber mit Christus, denn die Hälfte des Bösen ist, mit Vorschriften beschäftigt zu sein, egal welche Partei ergriffen wird (1:309).

Der Verweis auf die Taufe des Johannes, soweit sie auch galt, würde seine (Christi) Hinrichtung behindert haben. Ich sehe ein Gebot zu taufen, nicht ein Gebot, getauft zu werden (1:363).

Wir reinigen uns vom Bösen in einer großen getauften Menge. Aber es gab viel Verwirrung und Missbrauch im Hinblick darauf, so dass man mit denjenigen Geduld haben sollte, die mit diesen Taufvorschriften verbunden sind, wenn man sie korrigieren will (1:444).

Ich habe Menschen nie dazu gedrängt, ihre Kinder taufen zu lassen. Obwohl ich es als christliche Anordnung anerkenne, denke ich, dass dies in der Schrift absichtlich im Hintergrund gehalten wird, während das ewige Leben und die Einheit mit Christus in Ihm gegründet sind. Die Ordnung der Dinge auf der Erde ist nur für eine Zeit. Ich habe keinen Zweifel, was die Taufe der Kinder eines Christen betrifft. Aber ich fühle, dass Christus mich nicht zum Taufen gesandt hat; das überlasse ich anderen. Bei Petrus geht es überall darum, Buße zu tun, sich taufen zu lassen zur Vergebung der Sünden und die Gabe des Heiligen Geist zu empfangen. Er spricht nicht über unser Gestorbensein mit Christus oder über unsere Auferstehung mit Ihm (2:55.56).

Ich fürchte, wenn ich mich zu sehr mit der Art und Weise (der Taufe) beschäftige, wird Christus als einziger Herzensgegenstand abnehmen (2:176).

Petrus sagte: „Tut Buße und lasst euch taufen zur Vergebung der Sünden“, und nicht: „weil euch eure Sünden vergeben sind“. „Lass dich taufen“ bedeutet: „Werde Christ.“ Sie gelangten in den Bereich des [christlichen] Bekenntnisses. Wenn wirklich Glaube und Buße vorhanden waren, dann erhielten sie auch die wirkliche Vergebung und empfingen den Heiligen Geist. … Es war immer mein Denken, die Taufe geistlicherweise mit dem Haus (einem der beiden Merkmale der Versammlung) zu verbinden, nicht mit dem Königreich. Die Taufe ist der formale Eintritt hinein in die Stellung der Vorrechte (2:494).

Es ist Unfug, Menschen mit einer bloßen Vorschrift zu beschäftigen. Wenn ein Mensch nicht getauft worden ist, so sollte er es nachholen. Ich würde niemand erneut taufen, der schon als Säugling besprengt wurde, obwohl ich diese Form der Taufe nicht mag. … Ich habe nicht das Verlangen, mich mit euch auf einen Streit über die Taufe einzulassen.
Ich fürchte eine sektiererische Tendenz, die Gottes Segnungen und seine Gegenwart im Haus Gottes zunichtemacht. Aber ich hege nicht den Wunsch, irgendjemand von diesen Dingen zu überzeugen (2:536.569).

Die Taufe ist zum Tod, und es gibt in der Schrift nicht den geringsten Hinweis darauf, dass sie Leben gibt. Der englische [anglikanische] Gottesdienst spricht einem Säugling Vergebung der Sünden zu, der doch niemals gesündigt hat und der überhaupt keine Vergebung durch Erlösung hat (3:242).

Falls jemand daraus eine Sekte macht, dann ist das von großem Übel; dann wird die Taufe zum Zentrum der Einheit anstatt Christus. Der Heilige Geist ist niemals durch die Wassertaufe empfangen worden. Was die Säuglingstaufe betrifft, so habe ich niemals versucht, irgendjemand davon zu überzeugen. Ich glaube, dass jeder nach seinem eigenen Gewissen handeln muss. Die Kinder von Gläubigen sind relativ heilig, und 1. Korinther 7,14 meint genau das. Ich bestreite, dass es hier um Gehorsam geht. Diejenigen, die das so handhaben, verändern das Christentum in seinen Grundfesten. (Die Lehre, dass Vergebung der Sünden und der Empfang der Gabe des Heiligen Geistes durch die Taufe kommen, ist vom Feind.) (3:328.329)

Jemand, der nie getauft wurde, sollte vor der Teilnahme am Tisch des Herrn getauft werden. Der einzige Taufbefehl erging an die zwölf Apostel, um Heiden (nicht Juden) zu taufen. Taufe hat nichts mit der Einheit des Leibes zu tun, sondern stellt eine Art Zulassung dar, die den Tod Christi ausdrückt (3:495).

Baptisten machen einen großen Fehler, weil sie nicht erkennen, dass Gott neben der Tatsache der persönlichen Errettung noch einen Ort der Segnung aufgerichtet hat (3:557).

Ich bin auf seinen (Christi) Tod getauft, aber nicht weil ich gestorben bin! Ich wasche meine Sünden ab, aber nicht weil meine Sünden abgewaschen sind. Es ist ein formaler Eintritt in diese Vorrechte, aber kein Zeugnis darüber, dass ich sie erhalten habe. Ich habe niemals versucht, irgendjemand zu überzeugen. Wenn sie zufrieden sind, ihrem Gewissen zu folgen, dann habe ich nichts weiter dazu zu sagen. Aber über eines bin ich gewiss: Wenn die Schrift Recht hat, dann sind ihre Ansichten falsch (3:560).

Getauft für die Toten (1Kor 15,29)

Die griechische Vorsilbe huper in Verbindung mit dem Genitiv-Fall wird in der Authorized Version 113-mal mit „für“ übersetzt, 8-mal mit „von“, 6-mal mit „anstelle von“ oder „zugunsten“ und 1-mal mit „betreffs“. J.N. Darby übersetzt mit „im Hinblick auf / mit Verweis auf“. Andere Gelehrte übersetzen hier übereinstimmend mit „betreffs“ bzw. „in Bezug auf“ und verwerfen die abergläubische Theorie, einen lebendigen Menschen für einen Toten zu taufen, der seinerseits nicht getauft wurde. Der Absatz (1Kor 15,20-28) ist eingeschoben, während 1. Korinther 15,29 an das Thema von 1. Korinther 15,19 anknüpft; dort wird die Leugnung der Auferstehung von den Toten dazu benutzt, um auszudrücken, dass Christus demnach gar nicht von den Toten auferstanden wäre und sich somit alle in Hoffnungslosigkeit stürzen müssten. In einem solchen Fall wäre es nämlich absurd, sich die Aussichten auf ein diesseitiges Leben durch die Taufe zu verderben, weil diese uns doch formal von unserem alten Leben scheidet. Wir würden uns mit dem Tod von jemand identifizieren, der von der Welt als jemand erachtet wurde, der unpassend sei weiterzuleben. Außerdem gäbe es über das Grab hinaus keine Aussicht. Deshalb würde das Argument also lauten, dass man sich an allem erfreuen solle, was in diesem Leben möglich ist. – Aber der Tod ist nicht das Endziel: Die Auferstehung eröffnet eine neue Sphäre endloser Segnung! Zu der Zeit, als die Verfolgung wütete und viele als Märtyrer starben, gingen getaufte Personen an die Stelle der Toten wie neue Soldaten, die vortraten, um die durch Verluste entstandenen Lücken in einer Armee je nach Bedarf zu füllen.

Wir haben versucht, das Thema mit Bezug auf ein historisches Ereignis darzustellen. Die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts war von den jakobitischen Unruhen in den schottischen Highlands gekennzeichnet. Im Jahre 1757 kam William Pitt (dem Ältesten) der Gedanke, dass der kriegsähnliche Charakter der Highlander gut gegen die Feinde des Königs genutzt werden könnte. So forderte er die Anführer der Highlander dazu auf, Gebietsregimenter zu bilden. Im Ergebnis stellte Cameron von Lochiel 1100 Krieger auf, die breitere Schultern hatten als sonst irgendwelche 1100 Männer auf den britischen Inseln. In den folgenden Jahren vollbrachten sie heldenhafte Taten. In den zwei Jahrhunderten seit der Regimentsgründung füllten immer wieder neu hinzukommende Rekruten die gelichteten Reihen auf. Aber man kann mit Sicherheit sagen, dass das Regiment nie mehr so großartige Männer innehatte wie zu Beginn seiner Gründung. Und obwohl diese alle verschwunden sind, geht die Geschichte der Cameron Highlander weiter; zumal man auch stets versuchte, die Ehre des Regiments aufrechtzuerhalten. Vielleicht mögen wir dies nicht mit der Treue der ersten Christen vergleichen, aber wir sind sehr wohl dafür verantwortlich, die christlichen Traditionen gemäß der Schrift beizubehalten, und zwar genauso, wie sie es taten – nach bestem Vermögen und mit demselben Ausblick auf das Kommen und auf den Richterstuhl Christi.


Originaltitel: „Notes on Baptism“, aus Scripture Quarterly
Quelle: www.stempublishing.com

Übersetzung: Frank Cisonna


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