Schule und Glauben
Einige Tage nach dem Schulanfang ...

K. Becklein

© K. Becklein, online seit: 23.08.2001, aktualisiert: 21.07.2016

Schule und Glauben

Nach der Einschulung, wenn bei Eltern und Kind die erste Begeisterung über die neue Situation verklungen ist, werden gläubige Eltern bald eine ernüchternde Feststellung machen: Das Kind bringt aus der Schule Gedanken mit nach Hause, die mit dem Wort Gottes und deshalb mit der Überzeugung der Eltern nicht in Einklang zu bringen sind. Die Eltern sind darüber enttäuscht, vielleicht auch entsetzt.

Woher kommt diese Enttäuschung? Was erwarten wir als gläubige Eltern von der Schule? (Die Rede soll hier von der „normalen“ staatlichen Schule sein, die die meisten unserer Kinder besuchen.) Bei dieser Frage sollten wir uns vor Augen halten, dass die Schule für die Kinder die Möglichkeit bietet, viele wichtige und nützliche Dinge für ihr späteres Leben zu lernen, dass sie aber auch der Ort ist, an dem ihnen die »Welt« als Herrschaftsbereich des Fürsten dieser Welt ganz massiv gegenübertritt mit all ihren Ideen und Beeinflussungen. Zudem werden die Kinder – leider – zum größten Teil von Lehrern unterrichtet, die keine Beziehung zu Gott haben. Das sind alles Fakten, die wir selbstverständlich kennen, aber rechnen wir auch immer damit?

Konsequenzen?

Welche Konsequenzen ziehen wir Eltern daraus? Gehen wir auf Konfrontation zu der Schule? Das mag in einer einzelnen Situation vielleicht angebracht sein, befreit die Kinder aber nicht auf Dauer von negativen Einflüssen. Viel wichtiger scheint mir, dass die Kinder selbst lernen, antigöttliche Gedanken zu erkennen. Aber ist das nicht zu viel verlangt? Wie können Eltern dieses Ziel erreichen? Sicher ist es ganz gut, wenn die Eltern eine Vorstellung davon haben, was die Kinder in der Schule erwartet, und ihnen bei auftauchenden Fragen, z.B. auf dem Gebiet der Evolutionslehre, Auskunft geben können. Entscheidend aber ist, dass die Kinder möglichst viel von der Wahrheit wissen, um alles, was ihnen begegnet, daran zu messen. Und das Heranführen an diese Wahrheit, an das Wort Gottes, muss so früh wie möglich beginnen, nicht erst im Schulalter. Diese Aufgabe des Elternhauses kann auch nicht an irgendeine Einrichtung wie Sonntagschule oder Kindergarten abgetreten werden. Sie erschöpft sich auch nicht im Erzählen biblischer Geschichten. Nur wenn die Kinder an uns, den Eltern, sehen, dass wir mit diesem Wort leben und dass dieses Wort Maßstab unseres ganzen Lebens ist, werden auch sie bereit sein, dieses Wort als verbindlich anzuerkennen.

Außenseiterrolle?

Wenn unsere Kinder das dann praktizieren, werden sie sehr schnell in eine Außenseiterrolle geraten. Das ist für die moderne Pädagogik eine schlimme Situation. Für uns als Eltern auch? Dabei sollten wir uns vor Augen halten, dass Nachfolger Jesu Christi der Welt gegenüber stets „Außenseiter“ waren. Vielleicht ist uns das nicht mehr so recht bewusst, weil wir selbst schon so angepasst sind und zu viel mit Kompromissen leben? Natürlich meine ich nicht, dass wir unsere Kinder zu Außenseitern um jeden Preis erziehen sollen. Sie sollen froh mit ihren Schulkameraden zusammen lernen, aber auch bereit sein, um ihres Glaubens willen klar Stellung zu beziehen, auch gegen die Mehrheit.

Woher sollen die Kinder aber die Kraft dazu nehmen? Aus sich selbst heraus können sie das nicht schaffen. Besinnen wir uns auf unsere wichtigste Kraftquelle: das Gebet. Wie entlassen wir unsere Kinder morgens in die Schule? Nehmen wir uns die Zeit, mit ihnen Gottes Wort zu lesen und vor allem mit ihnen zu beten und sie für den vor ihnen liegenden Schultag unserem Herrn anzubefehlen! Dann kann es auch für unsere Kinder zur Selbstverständlichkeit werden, alles, was sie in der Schule bewegt, im Gebet mit ihrem Herrn zu besprechen. Darauf liegt eine große Verheißung:

„Seid um nichts besorgt, sondern lasst in allem durch Gebet und Flehen eure Anliegen vor Gott kundwerden; und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus“ (Phil 4,6.7).


Mit freundlicher Genehmigung aus Die Wegweiseung (heute Perspektive)
Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg, www.cv-dillenburg.de


Hinweis der Redaktion:

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