Christi Platz ist unser Platz
Epheser 1–3

Roy A. Huebner

© SoundWords, online seit: 27.11.2005, aktualisiert: 29.12.2017

Leitverse: Epheser 1–3

Zwar war der Heilige Geist von dem verherrlichten Menschen im Himmel schon zu Pfingsten herabgekommen, dennoch wurde nicht gleich alles offenbart, was dieses Kommen beinhaltete. Gott hatte einen speziellen Zeitpunkt dafür vorgesehen. Dieser Zeitpunkt war die Wirkungsperiode des Apostels Paulus. Durch ihn sollte die ganze Fülle dessen, was das Kommen des Geistes mit sich brachte, offenbar werden. Seine Bestellung zu der apostolischen Position kam von jenem verherrlichten Menschen droben. Es folgte auf die Verwerfung des Zeugnisses des Stephanus von seiner dortigen Gegenwart. Paulus ist der Apostel, der bestellt war, die Wahrheiten der himmlischen Örter zu entfalten (Eph), und sagt uns, dass wir versetzt sind in die himmlischen Örter, in Christus Jesus (Eph 2,6). Das erzählt uns etwas von unserer Stellung vor Gott. Wir sind nicht versetzt in irdische Örter, so wie es das erlöste Volk Israel (Hes 20,33-38; Röm 11,26; Jes 60,21) sein wird, wenn Christus regiert vor seinen Ältesten in Herrlichkeit (Jes 24,23).

Nun, alle Gläubigen, die jemals gelebt haben oder leben werden, sind wiedergeboren und Kinder Gottes (Röm 9,7.8; Joh 11,52). Das haben wir mit allen Gläubigen gemeinsam. Alle Gläubigen, die bis zum Tausendjährigen Reich gelebt haben, haben teil an der ersten Auferstehung (Off 20,5), teil an der Auferstehung der Gerechten (Lk 14,14). Sie sind alle gemeinsam Heilige, sind gerecht (vgl. Heb 11,40). Aber obwohl es Dinge gibt, die für alle Heiligen gleich sind, haben doch solche, die in die himmlischen Örter versetzt sind in Christus Jesus, einen besonderen und himmlischen Platz. Die Anerkennung dieses Unterschiedes meinen wir, wenn wir davon reden, dass Israel ein irdisches Volk ist und die Gemeinde ein himmlisches Volk.

Lasst uns zunächst einmal feststellen, dass daraus, dass die alttestamentlichen Heiligen im Himmel sind, noch nicht folgt, dass sie in Christus Jesus auch in die himmlischen Örter versetzt sind. Sie haben ihre Segnungen, aber das kann niemals heranreichen an den einzigartigen Platz, den die „Glieder Christi“ (1Kor 6,15) haben und auch ewiglich haben werden (Eph 3,21; Off 21,1-3).

Als Teil der Glückseligkeit der Heiligen im Himmel, die nicht Teil der Gemeinde, der Braut, sind, lesen wir: „Gesegnet sind, die geladen sind zum Hochzeitsmahl des Lammes“ (Off 19,9). Aber sie sind nicht Teil der Braut – die auch vorgebildet wird durch eine Stadt (Off 21,9.10) –, sondern immer noch unterschieden in dem ewigen Zustand (Off 21,1-3; vgl. Eph 3,21).

[Es gibt also ein irdisches Volk (durch Berufung) und ein Volk, das sitzt in den himmlischen Örtern in Christus Jesus (Eph 2,6).]

All diese Ordnungen sind Festlegungen Gottes, um sich selbst in Christus zu verherrlichen sowohl in der irdischen als auch in der himmlischen Sphäre. Diese verschiedenen Herrlichkeiten darf man nicht miteinander vermischen, aber auch nicht trennen. Gott hat ein Ziel: sich selbst in Christus zu verherrlichen; aber das wird offenbart werden in zwei Sphären, der irdischen und der himmlischen. Und

  • so wie in der irdischen Sphäre sowohl Israel als auch die Nationen gesegnet werden, wobei der höchste Segen auf der Erde für Israel ist (während des Tausendjährigen Reiches),
  • so werden im Himmel alle Heiligen gesegnet, aber die Gemeinde bekommt den höchsten Segen.

In der Tat, es ist ein so hoher Segen, dass er beinhaltet, dass wir angenehm gemacht sind in dem Geliebten (Eph 1,6); das heißt, Gott hat uns in seine Gunst gebracht in dem Geliebten. Er hat dies getan, nachdem unser Geliebter aufgenommen worden war in Herrlichkeit (1Tim 3,16) und sich selbst gesetzt hatte über alle Himmel, damit Er alle Dinge erfüllte (Eph 4,10). Er füllt das unendliche Herz Gottes mit all der Glückseligkeit seiner Person und seines Werkes der Verherrlichung des Vaters.

Und der Vater sagt: Ich muss andere Söhne in der Herrlichkeit haben, die meinem Geliebten gleich sind. Ich möchte, dass sie Gemeinschaft mit mir haben in meiner Wertschätzung seiner Person. Und Ich werde sie moralisch Ihm gleichmachen. Ich will ihnen alles das geben, was möglich ist, was Ich ihnen geben kann, ausgenommen die Gottheit selber. Ich werde sie segnen mit jeder geistlichen Segnung in den himmlischen Örtern in Ihm (Eph 1,3). Ich will sie heilig und tadellos vor mir in Liebe haben (Eph 1,4). So mächtig wie die Kraft auch war, die in der Schöpfung gewirkt hat, die überragende Größe meiner Kraft habe Ich entfaltet, indem Ich meinen Geliebten aus dem Tod auferweckt habe und Ihn zu meiner Rechten gesetzt habe in den himmlischen Örtern über alles und alles unter die Füße meines Geliebten gestellt habe (Eph 1,19-23). Diese überragende Kraft, sage Ich, will Ich auch auf die anwenden, die Ich annehmen werde in meinem Geliebten (Eph 1,19). Und Ich werde sie dazu machen, dass sie sein Leib, „die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt“, sind (Eph 1,23). Und so wie Ich die überragende Größe meiner Kraft ihnen gegenüber entfaltet habe (Eph 1,19), beabsichtige Ich ihnen in dem kommenden Zeitalter den überragenden Reichtum meiner Gnade in Güte zu zeigen, denen, die Ich auserwählt habe, um begünstigt zu sein in meinem Geliebten (Eph 2,7).

Dem aber, der über alles hinaus zu tun vermag, über die Maßen mehr, als was wir erbitten oder erdenken, nach der Kraft, die in uns wirkt, ihm sei die Herrlichkeit in der Versammlung in Christus Jesus, auf alle Geschlechter des Zeitalters der Zeitalter hin! Amen“ (Eph 3,20.21).


Originaltitel: „Christ’s Place is our Place“
übersetzt aus Dispensational Truth, Bd. 1, S. 47–48

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