Was ist das Geheimnis?
Epheser 3,1-10

Frederick William Grant

© SoundWords, online seit: 26.11.2005, aktualisiert: 29.12.2017

Leitverse: Epheser 3,1-10

Eph 3,1-10: Deshalb ich, Paulus, der Gefangene Christi Jesus für euch, die Nationen – wenn ihr nämlich gehört habt von der Verwaltung der Gnade Gottes, die mir in Bezug auf euch gegeben ist, dass mir durch Offenbarung das Geheimnis kundgetan worden ist – wie ich es zuvor in kurzem beschrieben habe, woran ihr beim Lesen merken könnt mein Verständnis in dem Geheimnis des Christus –, das in anderen Geschlechtern den Söhnen der Menschen nicht kundgetan worden ist, wie es jetzt offenbart worden ist seinen heiligen Aposteln und Propheten im Geist: dass die aus den Nationen Miterben seien und Miteinverliebte und Mitteilhaber der Verheißung in Christus Jesus durch das Evangelium, dessen Diener ich geworden bin nach der Gabe der Gnade Gottes, die mir gegeben ist nach der Wirksamkeit seiner Kraft. Mir, dem allergeringsten von allen Heiligen, ist diese Gnade gegeben worden, den Nationen den unergründlichen Reichtum des Christus zu verkündigen und alle zu erleuchten, welches die Verwaltung des Geheimnisses sei, das von den Zeitaltern her verborgen war in Gott, der alle Dinge geschaffen hat; damit jetzt den Fürstentümern und den Gewalten in den himmlischen Örtern durch die Versammlung kundgetan werde die mannigfaltige Weisheit Gottes,

Woraus besteht das Geheimnis?

  1. Das Allererste ist, dass die Nationen Miterben sein würden, Erben auf gleicher Ebene mit den Juden, oder vielmehr mit den jüdischen Gläubigen. So was können wir nirgendwo im Alten Testament finden. Es gibt Segnungen für die Nationen und die zukünftige Welt, aber der Jude ist immer das Haupt, und der Heide der Schwanz. Es gibt keine gleiche Erbschaft, keine Gleichheit. Auch das Erbe selber ist daher anders als das, was die Verheißungen des Alten Testamentes offenbarten. Es ist in einer völlig anderen Sphäre. Die christlichen Segnungen sind in den himmlischen Örtern, und das Erbe, so wie es uns schon gezeigt wurde (Eph 1), ist ein Erbe mit Christus. Wir sind auch Miterben auf diese Weise in einer höheren und weit wunderbareren Stellung, als das Alte Testament jemals für irgendeinen Gläubigen, wen auch immer, versprochen hat. Das ist der erste Punkt. Und er wird zweifellos zuerst genannt, weil er am meisten in Beziehung zu der Wahrheit des Alten Testamentes zu stehen scheint, obwohl er tatsächlich anders ist.

  2. Von Erbschaft sprach das Alte Testament tatsächlich, aber in keiner Weise von solch einem Leib, wie die Gemeinde ist, ein verbundener Leib, wie wir es nennen mögen, denn hier wird das selbe Wort (syn) überall gebraucht, das uns zeigt, dass die Juden und die Heiden auf der völlig gleichen Stufe stehen – ein Leib, in dem Juden und Heiden „gleiche“ Glieder sind. Das ist natürlich der Leib Christi, wie uns das schon klargemacht wurde. Es gibt absolut nichts, das irgendeinen möglichen Grund von Verwechslung mit den israelitischen Verheißungen geben könnte.

  3. Das Dritte ist, dass Nationen und Juden zusammen Teilhaber der Verheißungen in Christus Jesus durch das Evangelium sind. Hier wieder ist es so, dass von einem Platz in Christus nirgendwo im Alten Testament gesprochen wird. Christus ist König und Herr seines Volkes. Sie sind niemals mit ihm einsgemacht, wie von den Christen heute gesagt wird. Die Verheißung im Alten Testament war deshalb nicht solch eine Verheißung. Er nennt es „Verheißung“ hier, nicht deshalb, weil wir den Platz noch nicht haben – wir haben die feste Versicherung, dass wir ihn haben –, sondern weil dieses, wie alles andere, auf seine volle Offenbarung und vollkommene Glückseligkeit in der Ewigkeit wartet.


Übersetzt aus The Numerical Bible. Acts to 2 Corinthians, S. 336

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