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Wie ein Tor die Dinge sieht - D.R. Reid
      
Der Autor
Kurzbiographie
David R. Reid

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Wie ein Tor die Dinge sieht
Lukas 12,18-20
D.R. Reid
© SoundWords    Zugriffe: 4977    seit: 27.08.2009  
Foto: LB

 


Leitverse:
Lukas 12,18-20

Lk 12,18-20: Und er sprach: Dies will ich tun: Ich will meine Scheunen niederreißen und größere bauen und will dahin all meinen Weizen und meine Güter einsammeln; und ich will zu meiner Seele sagen: Seele, du hast viele Güter daliegen auf viele Jahre; ruhe aus, iss, trink, sei fröhlich. Gott aber sprach zu ihm: Du Tor! In dieser Nacht fordert man deine Seele von dir; was du aber bereitet hast, für wen wird es sein?

Lies Lukas 12,16-21.

Wie gefällt es dir, ein Tor genannt zu werden? Wie würde es dir gefallen, ein Tor genannt zu werden wegen der Dinge die du besitzt? Wie würde es dir gefallen, von Gott als Tor bezeichnet zu werden wegen der Dinge, die dir gehören? Ist es möglich, dass Gott dich genau jetzt als Tor bezeichnet?

Ein Weg, herauszufinden, ob wir uns für Gottes „Torenliste“ qualifizieren, ist, indem wir uns mit dem Tor aus Lukas 12 vergleichen. Gott nannte ihn einen Tor, einfach weil er eine falsche Sicht von seinen Sachen hatte. Wenn wir unsere Sachen in gleicher Weise wahrnehmen wie der törichte Mann aus Lukas 12, dann steht es außer Frage, dass Gott in unsere Richtung guckt, mit seinem Kopf schüttelt und ausruft: „Du Tor“!

Aber was meinen wir eigentlich mit „unseren Sachen“? Im Grunde meinen wir unseren materiellen Besitz — unsere Autos, unsere Häuser, unsere Kleidung, unsere DVD-Player, unsere Möbel, unsere Computer, unser Erbstück, unsere Sammlungen, unsere Sportausstattung usw. Offensichtlich ist keine dieser Sachen an sich einfach böse, und der Besitz solcher Dinge macht niemand automatisch zu einem Tor. Aber die falsche Sichtweise oder Einstellung zu diesen Dingen kann uns jederzeit augenblicklich in die Kategorie „Tor“ bringen.

Der reiche Kornbauer in dem Gleichnis aus Lukas 12 hatte mehr „Früchte“ als seine Scheunen fassen konnten. Also plante er, größere Scheunen zu bauen, um sein Korn und seine anderen Güter darin zu lagern. Was ist denn falsch daran!? Hört sich doch nach gesundem Menschenverstand an. Was ist so töricht daran, Investitionen zu sichern und im Voraus zu planen? Nichts ist daran falsch oder töricht, im Voraus zu planen, wenn wir eine biblische Sicht von unseren Dingen haben. Das Problem des Kornbauern war nicht, dass er gesegnet war mit Überfluss bei seiner Ernte oder dass er viele Besitztümer hatte, und ebenfalls nicht, dass er größere Scheunen gebaut hatte, um seinen Besitz aufzubewahren. Einige Sprichwörter in der Bibel zeigen auf, dass eine solche Aktion zu empfehlen ist! Das Problem des Kornbauern war seine falsche Einstellung gegenüber seinen Besitztümern. Wo war sein Blick auf seine Sachen falsch, und wie kann man vermeiden, von Gott das Etikett „Tor“ verpasst zu bekommen?

Zuerst beobachten wir, dass der reiche Kornbauer nicht dankbar war für die Dinge, die ihm gehörten. Er ruhte nie, um dem Herrn einmal für die Segnungen des Überflusses in der Ernte zu danken oder für seinen Besitz. Danken wir dem Herrn für die Dinge, die uns gehören, oder nehmen wir sie für selbstverständlich? Was ist mit den zeit- und arbeitsersparenden Geräten, die wir uns anhäufen konnten? Bei unserem hohen Lebensstandard sind wir zu einem Punkt gekommen, wo wir doch tatsächlich denken, wir sollten diese Dinge besitzen. Wegen dieser Erwartungen sind wir mit der Zeit sehr undankbar geworden. Haben wir dem Herrn zum Beispiel einmal gedankt für unseren Ventilator oder die Klimaanlage während des letzten Sommers, oder beschweren wir uns die ganze Zeit nur über die Hitze?

Vielleicht besitzen wir Dinge, für die wir uns schämen, und wir finden es auch nicht richtig, diese zu besitzen. Falls es da irgendwas in unserem Besitz gibt, für das wir nicht mit gutem Gewissen dem Herrn danken können, sollten wir es loswerden — jetzt sofort! Wir sollten wirklich nur Dinge besitzen, für die wir auch mit reinem Gewissen dem Herrn danken können. Tatsächlich ist ein beruhigtes Gewissen eine der besten Richtlinien für unseren Besitz von materiellen Dingen — mal nebenbei erwähnt ist das viel besser als die unausgewogene Meinung gewisser Christen, die gerne richten, die versuchen Geistlichkeit auf der Basis von dem, was wir besitzen (oder nicht besitzen), zu messen. Gleichzeitig ist die Sichtweise der christlichen Gemeinschaft um uns herum bezüglich des Besitzes von Bedeutung und kann ebenfalls eine hilfreiche Richtlinie sein. Wir benötigen Richtlinien, weil es für uns sehr einfach ist, in diesem Bereich unempfindlich zu werden und abzustumpfen. Wir erfinden dann irgendwelche Ausreden und Erklärungen für den Besitz aller möglichen Arten von Dingen, auf die wir lieber verzichten sollten. Dankbarkeit für die Dinge, die wir mit einem reinen Gewissen besitzen können, sind ein Zeichen für einen weisen Christen. Undankbarkeit zeichnet einen Toren aus.

Ein weiterer Fehler, den der reiche Mann machte, war, dass er nicht erkannte, was die Quelle seiner Dinge war. Er dachte doch tatsächlich, dass die Quelle all seines Zeugs seine eigene Anstrengung war. Er schaute auf seine Sachen und auf sich selbst und nicht auf Gott. Beachte, in den Versen 17 und 19 liegt die Betonung auf „ich“ und „meiner“. Er hat kaum die Tatsache erkannt, dass er alles von Gott empfangen hatte — einschließlich seiner Gesundheit und Stärke und seines geistigen Leistungsvermögens (das es ihm ermöglichte, seinen egoistischen Zukunftsplan zu fassen), die er genauso von Gott hatte wie all seinen materiellen Besitz. Erkennen wir, dass alles, was wir besitzen, gottgegeben ist?

1. Korinther 4,7 sagt: „Was aber hast du, das du nicht empfangen hast? Wenn du es aber auch empfangen hast, was rühmst du dich, als hättest du es nicht empfangen?“ Letztendlich ist die Quelle von all dem, was wir besitzen, Gott. Wir mögen denken, dass wir und unsere harte Arbeit die Quelle von all dem, was wir besitzen, ist — aber so denkt der Tor. Wenn es Dinge sind, die wir verdienen, wie etwa gute Noten, oder Dinge die wir gewinnen, wie der Pokal für den ersten Platz, oder Dinge, die wir kaufen, wie Segelschiffe oder Surfbretter, so ist uns alles doch von Gott gegeben. Nur Toren glauben und rühmen sich, dass sie selbst die Quelle ihrer intellektuellen oder sportlichen Talente sind und ihrer Fähigkeit, hart zu arbeiten. Könnte irgendjemand von uns in letzter Zeit als Tor vermerkt sein (von Gott)?

Ein drittes Problem bei dem reichen Tor war, dass er Sicherheit in seinen Dingen suchte. Er glaubte doch wirklich, er würde von dem, was er sich in seinen großen Scheunen gehortet hatte, viele Jahre ein problemfreies Leben haben (V. 19). Wie töricht! Aber sind wir nicht dieser gleichen falschen Sichtweise schuldig was Dinge betrifft? Vertrauen wir wirklich auf den Herrn, was unsere Sicherheit betrifft? Wenn das so ist, wieso sind wir dann unglücklich, wenn die Börsenkurse sinken? Und wieso haben wir keinen Schlaf, wenn einige unserer Dinge verloren gehen oder durch Feuer, Hochwasser, Unfall oder Diebstahl beschädigt werden? In Matthäus 6,33 sagt Jesus, dass wir zuerst nach dem Reich Gottes trachten sollen und uns dann alles, was wir wirklich brauchen, zufallen wird. Glauben wir wirklich an diese biblische Verheißung oder denken wir nur, dass wir es glauben?

Das Vertrauen in den Herrn setzen und nicht in Dinge, was unsere Sicherheit betrifft, bedeutet nicht, dass wir uns überhaupt nicht um materielle Dinge sorgen müssen. Als wachsende Christen sollten wir umsichtige Nutzer und nicht achtlose Verschwender oder selbstsüchtige Hamsterer der Dinge sein, die Gott uns gibt. Ferner bedeutet es nicht, wenn man auf den Herrn vertraut, dass man jetzt gar nicht im Voraus planen soll. Die Folgerung aus 2. Korinther 12,14 ist, dass wir die Sicherheit der nächsten Generation bedenken sollten. [„Denn nicht die Kinder sollen für die Eltern Schätze sammeln, sondern die Eltern für die Kinder.“] Wo wird dann die göttliche Linie gezogen zwischen den Toren und den verantwortlichen Planern? Hören wir auf die Worte aus Jakobus 4,13-15: „Wohlan nun, ihr, die ihr sagt: Heute oder morgen wollen wir in die und die Stadt gehen und dort ein Jahr zubringen und Handel treiben und Gewinn machen (die ihr nicht wisst, was der morgige Tag bringen wird; denn was ist euer Leben? Ein Dampf ist es ja, der eine kurze Zeit sichtbar ist und dann verschwindet); statt dass ihr sagt: Wenn der Herr will und wir leben, so werden wir auch dieses oder jenes tun.“

Die Trennlinie zwischen törichtem Horten und weisem Planen wird gezogen auf der Grundlage der Perspektive. Der Tor sagt: „Mein Leben ist in meiner eigenen Hand und darum werde ich …“ Die weise Person sagt: „Mein Leben ist in Gottes Hand und darum, wenn der Herr will, dann plane ich …“ Wie deutlich ist diese Trennlinie in deinem Leben gezogen?

Ein vierter und letzter Fehler des Toren aus Lukas 12 war, dass seine Priorität in dem selbstsüchtigen Genießen der Dinge lag. Essen, trinken, fröhlich feiern und es sich gut gehen lassen war das Wichtigste für diese törichte Seele (V. 19). Die Bibel versichert uns in 1. Timotheus 6,17b, dass Gott „uns alles reichlich darreicht zum Genuss“. Aber die Bibel lehrt ebenfalls, dass das selbstsüchtige Genießen der Dinge, die wir besitzen, falsch ist. Beachte zum Beispiel einmal den Kontext in 1. Timotheus 6,17-18. Wir sollen uns auf Gott konzentrieren und nicht auf Dinge (V. 17a), und dann sollen wir die Dinge, die wir genießen, freigebig mit anderen teilen (V. 18). Das ist übrigens eines der Geheimnisse, die Dinge, die uns gehören, zu genießen. Freilich bedeutet das nicht, dass wir mit jedem unverantwortlichen Schmarotzer teilen sollen, der daherkommt. Aber sicherlich könnten die meisten von uns etwas mehr von den Dingen teilen, als wie es gegenwärtig der Fall ist. Vor allem mit denen, die weniger glücklich sind als wir. Der reiche Mann aus Lukas 12 war nicht bereit zu teilen. Anstatt etwas von dem Getreide an die Bedürftigen zu geben, hat er es lieber in Scheunen gehortet. Er wurde wegen seiner Selbstsucht Tor genannt. Sind wir weise und teilen oder sind wir selbstsüchtige Toren?

Vers 21 zeigt eine beunruhigende Wahrheit. Uns wird gesagt, dass jeder, „der für sich selbst Schätze sammelt und nicht reich ist im Bezug auf Gott“, dasselbe Schicksal wie der törichte Mann erleiden wird. Was kann schlimmer sein, als mit Gottes Etikett „Tor“ in die Ewigkeit zu gehen? Wie viel besser ist es, in die Ewigkeit zu gehen als jemand, der „reich im Blick auf Gott“ ist, weil wir als wachsende Christen die richtige Sicht von unseren Sachen während unseres Lebens hatten.


Übersetzung: David Betthaus  


 

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