Können wir wissen, wann der Herr wiederkommt?
Apostelgeschichte 1,8

Edward Cross

© SoundWords, online seit: 08.04.2011, aktualisiert: 19.07.2016

Leitvers: Apostelgeschichte 1,7

Apg 1,7: Es ist nicht eure Sache, Zeiten oder Zeitpunkte zu wissen.

Erneut hat man versucht, das Datum des Kommens unseres Herrn zu bestimmen. Weil dies große öffentliche Aufmerksamkeit erregt hat, drucken wir erneut [25 Jahre später im Jahr 1933; Anm. d. Red.] die folgenden Bemerkungen von Edward Cross, die bereits im ersten Band von „Scripture Truth“ im Jahr 1908 erschienen.

Als die Jünger in Apostelgeschichte 1,6 den Herrn fragten: „Herr, stellst du in dieser Zeit für Israel das Reich wieder her?“, antwortete Er: „Es ist nicht eure Sache, Zeiten oder Zeitpunkte zu wissen, die der Vater in seine eigene Gewalt gesetzt hat.“ – „Zeiten und Zeitpunkte“ wurden ihnen also nicht kundgetan, aber die große prophetische Tatsache über den „Tag des Herrn“ (siehe 1Thes 5,1.2) war bereits offenbart, und so viel zumindest wussten sie, wie ihre Frage beweist. Doch darüber hinausgehende Informationen bezüglich „Zeiten und Zeitpunkten“ wurden ihnen vorenthalten.

Wie unangemessen und anmaßend ist es deshalb, wenn wir in Dinge eindringen wollen, die aus weisen Gründen verborgen gehalten werden. Und wie sehr wird die Seele beunruhigt und der wahre Dienst durch ruhelose Neugier geschwächt. Diese Neugier vergeudet all ihre Kräfte damit, in verborgenen Geheimnissen herumzuschnüffeln und die Zeit voraussagen zu wollen. Stattdessen sollten wir „die gelegene Zeit auskaufen“ (Eph 5,16) und die Gelegenheit ergreifen, um dem Herrn zu dienen. Für manchen liegt in dieser Art phantasievoller Beschäftigung eine große Faszination; aber Christsein bedeutet nicht Faszination, sondern ein Leben in demütigem Gehorsam und Unterwürfigkeit unter den Willen Gottes.

Wann die Zeit kommen wird, dass der Herr seine Heiligen zu sich versammelt, können wir nicht voraussagen – weder nach unserem eigenen Urteil auf Grund der Entwicklung der Umstände noch aus der Schrift heraus. Die Schrift offenbart nicht, wann die Zeit kommt, dass Er in der Macht und Herrlichkeit des Reiches erscheinen wird, wenn Er die Welt in Gerechtigkeit richten wird. Es ist nicht unsere Sache, „Zeiten und Zeitpunkte“ zu wissen, und wir können sie nicht vorhersagen. Die Heiligen in Thessalonich wussten, „dass der Tag des Herrn kommt wie ein Dieb in der Nacht“ und dass dann das „plötzliche Verderben“ (1Thes 5,2.3) kommt. Das war es, was sie über den „Tag des Herrn“ wussten, und das wussten sie ganz „genau“, aber mehr wussten sie nicht, und der Apostel liefert ihnen kein weiteres Wissen darüber. Bestimmte Ereignisse, von denen im zweiten Brief gesprochen wird, würden noch stattfinden müssen, bevor der „Mensch der Sünde … zu seiner Zeit offenbart wird“ (2Thes 2,3-6), aber auf diese Dinge wird nicht Bezug genommen, um die Neugier zu befriedigen, sondern um die Heiligen zu ermahnen, fest zu stehen und die Überlieferungen zu halten, die sie bereits gelehrt worden waren (2Thes 2,15).

Komm, Herr Jesus, nimm Dein Volk auf –
sehnsuchtsvoll erwartet’s Dich.
Bald sei Deine Segensstimme
Grundton ew’gen Jubelfests.
Sammle uns, die Du geschaffen,
zu dir selbst ins ew’ge Heim:
Wie Du, mit Dir, und für immer
Deinem Vater nah und Gott.


Originaltitel: „It is not yours to know the Times and Seasons“
aus Scripture Truth, Bd. 25, 1933, S. 144

Übersetzung: H.-R. Klenke


Hinweis der Redaktion:

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