Die Versöhnung aller Dinge (14)
Kolosser 1,20

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Kol 1,20: … und durch ihn alle Dinge mit sich zu versöhnen – indem er Frieden gemacht hat durch das Blut seines Kreuzes –, durch ihn, es seien die Dinge auf der Erde oder die Dinge in den Himmeln.

„Alle Dinge“ in Kolosser 1,20, die versöhnt werden, beziehen sich zurück auf Vers 16, wo es heißt, dass „alle Dinge“ durch Christus geschaffen worden sind. In Kolosser 1,16 wird dann auch erklärt, was mit „alle Dinge“ gemeint ist. Obwohl vielleicht auch die physikalische Schöpfung darin inbegriffen ist [1], so geht es doch in erster Linie um die moralische Schöpfung, denn „alle Dinge“ sind laut Vers 16 „Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten“, also Herrschaftsstrukturen, die Gott geschaffen hat. Diese Strukturen sind durch Satan und den Menschen in Unordnung gekommen und dadurch verdorben. Der Mensch hat die Autorität, die Gott ihm gegeben hat, benutzt, um seinen eigenen Interessen nachzugehen, statt Gott zu dienen und zum Segen für solche zu sein, die ihm unterstellt worden sind. Auch im Himmel sind durch Satan und seine Dämonen Autoritätsstrukturen verdorben worden. Viele Fürstentümer und Gewalten sind jetzt „die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Örtern“ (Eph 6,12), die die göttliche Ordnung umgestoßen haben.

Diese verdorbenen Strukturen können Gottes Ziele nicht verhindern, doch Gott lässt heute das alles noch so zu, sowohl auf der Erde als auch in den Himmeln. Wenn der Tag des Herrn kommt, wird sich das ändern. Gott selbst wird dann in Christus auf der Erde die Herrschaft antreten. Alles wird sich seiner Autorität beugen: Christus wird nicht nur auf der Erde das Haupt sein, sondern auch im Himmel. Satan und seine Dämonen werden keine Gewalt haben, weil sie während des tausendjährigen Friedensreiches im Abgrund gebunden sein werden (Off 20,1-3). Alle Autoritätsstrukturen sind dann Christus untergeordnet; alle Throne und Herrschaften auf der Erde, alle Fürstentümer und Gewalten in den Himmeln sind dann in einem Gott wohlgefälligen Zustand: versöhnt.

Zwar wird im Tausendjährigen Reich noch Sünde sein, und Sünde wird auch noch in den Menschen sein, aber Sünde wird nicht herrschen. Auch werden noch bestimmte Folgen der Sünde und des Gerichtes sichtbar sein. Doch alle Elemente der alten Schöpfung – insbesondere die moralischen Elemente, die Autoritätsstrukturen – werden unter die Herrschaft Christi kommen; alle werden von Ihm in der einen oder anderen Weise angerührt werden (das beinhaltet auch sofortiges Gericht über Rebellen; vgl. Ps 101,8). Weil alles unter der Herrschaft Christi steht, wird Gott während dieser Zeit Wohlgefallen an der Schöpfung haben.

Diese Zeit nennt die Schrift die „Wiederherstellung aller Dinge“ (Apg 3,21). [2] Alles wird versöhnt und in eine geordnete Beziehung mit Gott zurückgebracht sein. An diesem „siebten Tag“ der ersten Schöpfung wird Gott „von all seinem Werk, das er gemacht hatte“ (1Mo 2,2), doch noch einmal ruhen können. Wenn auch speziell auf Israel bezogen, so heißt es über diese Zeit: „Er freut sich über dich mit Wonne, er schweigt in seiner Liebe, frohlockt über dich mit Jubel“ (Zeph 3,17). Dies wird nicht nur Israel und die Nationen betreffen und für die Erde Gültigkeit haben, nein, „die Engel Gottes [werden dann] auf- und niedersteigen auf den Sohn des Menschen“ (Joh 1,51). Das heißt: Auch die Herrschaftsstrukturen im Himmel werden beteiligt sein. Denn, wie bereits erwähnt, Satan und seine Dämonen werden während dieser Zeit nichts ausrichten können, weil sie gebunden sind.


Fußnoten

[1] Blitz, Donner, Hagel, Regen usw. werden in der Schrift oft als „Diener“ Gottes angesehen, die seinen Willen tun. Das Zurückhalten des Regens oder das Hinausschicken des Blitzes ist dann Gericht. Im Tausendjährigen Reich wird die Erde die Ergebnisse der Versöhnung genießen können. Das lesen wir zum Beispiel in Hosea 2,23.24: „Ich werde den Himmel erhören, und dieser wird die Erde erhören; und die Erde wird das Korn und den Most und das Öl erhören; und sie, sie werden Jisreel erhören.“ Dann werden diese „Diener“ zur Freude des Menschen sein.

[2] Deswegen ist die Versöhnung aller Dinge auch „durch ihn“ (Kol 1,20).

Letzte Aktualisierung: 26.04.2017

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