Die Lehre des Paulus (3)
Kolosser 1,27-29; 2,8-10; 4,12; 1. Korinther 10,17; 12,12

Clifford Henry Brown

© SoundWords, online seit: 11.11.2009, aktualisiert: 10.09.2018

Leitverse: Kolosser 1,27-29; 2,8-10; 4,12; 1. Korinther 10,17; 12,12

Einleitung

Wir wollen erneut den Kolosserbrief aufschlagen. In dieser Reihe zu der Lehre des Paulus hatten wir bereits einen Vortrag gehabt, in der wir uns mit der Auswirkung dieser Lehre auf unser Leben und Zeugnis in diesen letzten Tagen beschäftigt haben. Wir haben gesehen, wie die Gemeinde historisch eingeführt wurde, und wir haben die Bekehrung des Apostel Paulus sowie das Zeugnis, das ihm anvertraut wurde, betrachtet. Wir haben in seinem Dienst gesehen, wie er es begehrte, alle Heiligen in die volle Gemeinschaft dessen zu bringen, was ihm als besonderem Apostel Gottes offenbart worden war. Zugegebenermaßen hat der Apostel eine einzigartige Stellung unter den anderen Aposteln. Vierzehn Männer werden in der Heiligen Schrift als Apostel bezeichnet und Paulus brauchte sich nicht hinter dem vornehmsten von ihnen zu verstecken. Paulus war das „auserwählte Gefäß“ (Apg 9,15), durch das Christus die Wahrheit über die Kirche (Gemeinde, Versammlung) offenbarte. Tatsächlich ist Paulus der Einzige der acht Autoren des Neuen Testamentes, der von der Gemeinde Gottes spricht. Wohl sprechen die anderen Apostel von „der Gemeinde“, aber allein Paulus, wie ich glaube, benutzt den Ausdruck „die Versammlung Gottes“.

Im letzten Vortrag haben wir Paulus durch das erste Kapitel des Kolosserbriefes begleitet und besonders seine Aussage in Kolosser 1,27-29 betont:

Kol 1,27-29: Christus … 28 den wir verkündigen, indem wir jeden Menschen ermahnen und jeden Menschen lehren in aller Weisheit, damit wir jeden Menschen vollkommen in Christus darstellen; 29 wozu ich mich auch bemühe, indem ich kämpfend ringe gemäß seiner Wirksamkeit, die in mir wirkt in Kraft.

Dann im nächsten Kapitel: „Denn ich will, dass ihr wisst, welch großen Kampf ich habe um euch und die in Laodizea und so viele mein Angesicht im Fleisch nicht gesehen haben, damit ihre Herzen getröstet werden, vereinigt in Liebe und zu allem Reichtum der vollen Gewissheit des Verständnisses, zur Erkenntnis des Geheimnisses Gottes, in dem verborgen sind alle Schätze der Weisheit und [der] Erkenntnis“ (Kol 2,13). Der Apostel sorgt sich hier darum, dass sich in meinem und deinem Leben die Wahrheit über das Geheimnis auswirkt. Und das Geheimnis Gottes ist verbunden mit Christus und der Gemeinde.

Drei besondere Offenbarungen

1. Ein Leib in Christus

Durch Gottes Wege und nach seiner Weisheit wurde Paulus der Herold für die Verkündigung von drei besonderen Offenbarungen. Auf die größte von ihnen wird zuerst in 1. Korinther 12,12 angespielt:

1Kor 12,12: Denn so wie der Leib einer ist und viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich viele, ein Leib sind: so auch der Christus.

Der Christus“! Ich betone den bestimmenden Artikel nicht ohne Grund. Es steht so im griechischen Text.

„Denn auch in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden, es seien Juden oder Griechen, es seien Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt worden“ (1Kor 12,13). „So auch [der] Christus.“ Was bedeutet an dieser Stelle der Ausdruck „der Christus“?

Es bedeutet, dass die Vereinigung der Glieder des Leibes, mit dem auferstandenen und erhöhten Haupt, wenn man sie gemeinsam ansieht – Leib, Haupt und die Glieder –, als eins angesehen werden und deshalb „der Christus“ genannt werden. Der mystische „Christus“ umfasst also das Haupt im Himmel und die Glieder auf der Erde. Im Kolosserbrief sagt Paulus, dass er einen doppelten Dienst empfangen habe. Der erste Teil dieses Dienstes bezog sich auf das Evangelium, und das Evangelium des Paulus verbindet den Menschen immer mit der Herrlichkeit, wie er es auch im vierten Kapitel des zweiten Korintherbriefes nennt: „das Evangelium von der Herrlichkeit Christi“. Warum war das so? Wenn Paulus das Evangelium predigte, beließ er es nicht dabei, den Sündern zu sagen, dass Christus für sie starb und dass ihnen die Sünden vergeben würden, wenn sie Christus annähmen. Die Predigt des Paulus war ein Evangelium, so inhalts- und kraftvoll und dass derjenige, der an Christus glaubt, nicht nur Vergebung der Sünden erhielt, sondern mit dem Menschen in der Herrlichkeit verbunden würde – dem verherrlichten Herrn droben. Ja seine Lehre geht sogar noch weiter und sieht den Gläubigen in den himmlischen Örtern sitzen in Christus.

2. Die Bedeutung des Abendmahls

Die zweite Offenbarung, die Paulus erhielt, war eng mit der ersten verbunden. Zusätzlich zur Wahrheit, dass die Kirche eine himmlische Einrichtung und mit dem verherrlichten Haupt durch den innewohnenden Heiligen Geist Gottes verbunden ist, wurde Paulus ebenso die volle lehrmäßige Bedeutung dessen vermittelt, was wir gewöhnlich „das Abendmahl“ nennen. In der religiösen Welt wird es auch gemeinhin als Abendmahlsgottesdienst bezeichnet. Im Wort Gottes finden wir es im ersten Korintherbrief, Kapitel 10 und 11, als seine große zentrale Anordnung, die für uns durch die gesamte Geschichte der Gemeinde hindurch die Wahrheit über den Tod Jesu Christi ausdrückt. Paulus wurde nun die Verbindung zwischen dem Gedächtnis des Herrn und der zusätzlichen Bedeutung des einen Brotes offenbart:

1Kor 10,17: Denn ein Brot, ein Leib sind wir, die Vielen, denn wir alle nehmen teil an dem einen Brot.

So wird die Einheit des Leibes Christi (der Kirche) vor uns gebracht.

3. Die Entrückung

Bei der dritten Offenbarung an Paulus geht es um die Auferstehung der abgeschiedenen Heiligen und die Tatsache, dass einige von uns niemals sterben werden. Wie passt das nun mit den beiden anderen Offenbarungen zusammen? Folgendermaßen: Wenn die Wahrheit von Christus und der Gemeinde die höchste Wahrheit ist, die Gott der Menschheit geben kann, und das Gedächtnismahl des Herrn der Ausdruck dieser Wahrheit für die Gemeinde auf der Erde ist, was ist dann mit den Heiligen, die bereits verstorben sind? Verlieren sie irgendwelche Vorteile, die den lebenden Heiligen zuteilwerden? Nein, wir sind sicher, dass sie nichts verlieren. Denn der Herr wacht über sie und wird sie alle zurückbringen, damit sie mit uns zusammen verwandelt und passend gemacht werden für den Segen, wenn wir in die Fülle dessen eintreten, was wir nun im Glauben erhalten haben. Die Auferweckung der gestorbenen Heiligen und die Verwandlung der Lebenden, um in den Wolken entrückt zu werden und den Herrn in der Luft zu begegnen, wird gewöhnlich die „Entrückung“ genannt oder die „Aufnahme“ der Kirche/Gemeinde.

Wenn alle, die erwählt wurden, den mystischen Leib zu bilden, durch die Verkündigung des Evangeliums gesammelt sind, wird die Stimme des Erzengels ertönen und die Gemeinde wird für immer von der Erde entrückt. In 1. Thessalonicher 4 finden wir, wie es sich ereignen wird. Diese drei Offenbarungen, die Paulus erhielt, sind aufs Engste miteinander verbunden. Zusammen vollenden sie das besondere Zeugnis des Paulus.

Vollendet in Ihm

Kommen wir nun zurück zu Kolosser 2. Der Apostel sorgt sich darum, dass die Gläubigen die volle Erkenntnis des Geheimnisses Gottes haben.

Kol 2,4.8-10: 4 Dies sage ich [aber], damit niemand euch verführe durch überredende Worte. … 8 Gebt acht, dass nicht jemand da sei, der euch als Beute wegführt durch die Philosophie und durch eitlen Betrug, nach der Überlieferung der Menschen, nach den Elementen der Welt, und nicht nach Christus. 9 Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig; 10 und ihr seid vollendet in ihm.

Liebe Geschwister, „ihr seid vollendet in ihm“. Wie eifersüchtig hat Paulus darüber gewacht, dass sich diese Wahrheit mit uns fortsetzen sollte. „Vollendet in ihm“ – aber das hängt zusammen mit der Wahrheit von Christus und seiner Gemeinde. Man kann sie nicht trennen. Es gehört alles zusammen und Paulus sagt im ersten Vers: „Denn ich will, dass ihr wisst, welch großen Kampf ich habe um euch …“ Weswegen? Damit sie gerettet würden? Nein! Vielleicht damit sie nach dem Tod in den Himmel kommen könnten? Nein! Damit sie in dieses Geheimnis eindringen, damit dieses Geheimnis ihr Leben prägt und gestaltet! Und er fährt fort die Lehre zu entwickeln, so wie sie sich praktisch auf das Leben des Gläubigen auswirkt.

Epaphras ringt in den Gebeten – wofür?

Wenden wir uns im letzten Kapitel desselben Briefes dem 12. Vers zu:

Kol 4,12: Es grüßt euch Epaphras, der von euch ist, ein Knecht Christi Jesu, der allezeit für euch ringt in den Gebeten, damit ihr vollkommen und völlig überzeugt in allem Willen Gottes steht.

Da gab es also einen Mann, der durch Beten geistlich für den Herrn arbeitete. Lebte er für das Evangelium? Ich zweifle nicht daran. Es gibt keinen Gläubigen mit einem gesunden Seelenzustand, der nicht für das Evangelium lebt. Aber ich sag euch, bei Epaphras gab es noch etwas darüber hinaus. Epaphras lebte für die Gemeinde. Lebt ihr für die Gemeinde? Wirklich? Paulus tat es. Paulus lobt Epaphras dafür, dass er sich geistlich abmüht und arbeitet, damit die Heiligen die volle Erkenntnis der ganzen Wahrheit Gottes erfahren. Die Zeit, in der wir leben, ist so flach und das Christentum so verwässert, dass es an manchen Orten mit einer Missionsgesellschaft für das In- und Ausland verwechselt wird.

Ich werde euch erzählen, was ich erlebt habe. Eines Nachmittags hatten wir eine gute Bibelarbeit während einer Konferenz. Es war ein Pfarrer da, ein Kind Gottes. Ich kannte ihn persönlich. Seine Mutter gehörte zu der Zusammenkunft der Geschwister dort. Am Ende der Konferenz bemerkte ich ihm gegenüber, was wir doch für eine schöne Zeit mit dem Wort Gottes hatten und er stimmte mir eher zögerlich zu und fügte an: „Diesen Dingen messe ich keine große Bedeutung zu. Ich glaube, dass Gott alle Dinge in Bezug auf die Rettung menschlicher Seelen misst.“ Er meinte das so, er war ehrlich, und ich glaube, dass er auch wirklich einer war, der Seelen gewonnen hat. Eines Tages wird sein ganzer Dienst für Christus in feierlichem Rückblick an Christi Richterstuhl vorbeiziehen. Glauben Sie, dass an diesem Tag sein Wertmaßstab Gültigkeit haben wird? Wird Gott unser christliches Leben danach bewerten, wie viele Seelen wir für Christus gewonnen haben? Paulus schrieb an die Heiligen: „Ihr seid unser Brief, geschrieben in unsere Herzen, erkannt und gelesen von allen Menschen“ (2Kor 3,2). Was kann man in euch lesen? Wird man nur das lesen können, was die Rettung der Menschen betrifft? Oder wird in ihnen der Geist eines Epaphras gefunden, der sich darum mühte, mit dem Willen Gottes bezüglich Christus und seiner Gemeinde in Übereinstimmung zu sein? Wir müssen die richtigen Maßstäbe haben. Wenn nicht, entfernen wir uns weit von Gottes Gedanken.

Ich erinnere mich, wie Bruder M. und ich vor ungefähr dreißig Jahren einer Witwe beim Ausschachten für ihr neues Heim halfen. Wir maßen Länge und Breite, allerdings war ein Zoll vom Zollstock abgeschnitten worden, was wir aber nicht wussten. Als der Maurer kam, um die Wände zu mauern, stellte er zu seinem Entsetzen fest, dass das Loch im Boden in beiden Richtungen zu klein war. Wir waren aufrichtig; wir wussten nicht, dass ein Zoll gefehlt hatte – und wir hätten im Traum nicht daran gedacht. Wir mussten erst überzeugt werden. Aber wir benutzten das falsche Messwerkzeug und das Ergebnis zeigte sich in unserem Werk. Der Maurer fand den Fehler. Und wenn wir hier in unserem Werk für Gott den falschen Maßstab anwenden, können wir nur erwarten, dass unser Werk falsch ist. Wir möchten in unserem Christenleben sichergehen, dass wir dem ganzen Ratschluss und Bereich der vollen und freien Offenbarung Gottes Raum geben. Beachte, wie Paulus sagt: „Gebt acht, dass nicht jemand da sei, der euch als Beute wegführt“ (Kol 2,8). Wenn ihr euch dann heute die christliche Welt anseht, könntet ihr euch mit viel Fantasie etwas vorstellen, das noch weniger seinem Original entspricht als das Christentum? Bei all dem Stimmengewirr in der heutigen Welt sticht das Christentum besonders hervor. Wir finden jegliche Art von Schisma, Wahrheit, Fehler, Kult, Ritualismus, Rationalismus – alles unter dem Banner des Christentums.

Zwei Gefahren – Rationalismus und Ritualismus

In unserem Abschnitt (Kol 2,8-18) begegnen den Gläubigen zwei ernste Gefahren. Die erste Gefahr ist der Rationalismus, der zweite ist der Ritualismus, und beide werden uns um den Schatz der Wahrheit Gottes bringen. Der Rationalismus – liebe junge Leute, diese Vorträge sollen hauptsächlich jungen Christen Nutzen bringen –, ich möchte euch das wirklich nahebringen, der Rationalismus lässt den Verstand in den Angelegenheiten Gottes arbeiten. Rationalismus ist der Versuch, sich geistig von den Dingen Gottes zu lösen. Wenn ihr das zulasst, werdet Ihr, ohne es zu merken, den Boden der Wahrheit Gottes verlassen. Das ist eine sehr subtile Angelegenheit. Satan weiß, dass, wenn er euren Verstand gebraucht, er auf 6000 Jahre Erfahrung mit diesem Instrument zurückgreifen kann. Er weiß, wie er Dinge so darstellen kann, dass sie den natürlichen Verstand ansprechen. Das Heilmittel ist das Wort, das Paulus in 2. Korinther 10,5 spricht: „… und jede Höhe, die sich erhebt gegen die Erkenntnis Gottes, und jeden Gedanken gefangen nehmen unter den Gehorsam des Christus.“ Wenn wir lernen, die Wahrheit von Gott so einfältig aufzunehmen, wie sie uns gegeben wurde, so werden wir bewahrt bleiben.

In diesem Zusammenhang denke ich an das Wort des Paulus in 2. Korinther 11,3: „Ich fürchte aber, dass etwa, wie die Schlange Eva durch ihre List verführte, so euer Sinn verdorben und abgewandt werde von der Einfalt gegenüber dem Christus.“ Ihr jungen Leute, achtet auf diesen Ausdruck: „die Einfalt gegenüber dem Christus“. Die Dinge Gottes, die Wahrheit Gottes, alles wird einfach genannt, sie sind einfach zu glauben, aber ein Stein des Anstoßes für die Vernunft. Es ist auch kein Wunder, dass die Welt das Evangelium hört und als Torheit ansieht. So ist das mit dem natürlichen Menschen. Aber für den Glaubenden ist das Wort Gottes ein Vorratshaus und ein wertvoller Schatz, und daraus bringt er alte und neue Schätze hervor. Der Apostel sagt nun in unserem Kapitel, er möchte nicht, dass wir verdorben werden. Willst du dem Feind erlauben, dich zu verderben und auszurauben?

In einem fundamentalistischen Magazin sah ich eine Buchanzeige. Ich kaufte dieses Buch und las einen Teil daraus. Es war verführerisch geschrieben, wirklich gekonnt gemacht. Aber das ganze Buch war ein Versuch, Gottes Plan für den menschlichen Verstand passend zu machen. Es war ein Versuch der menschlichen Vernunft, die Wahrheit in eine Form zu pressen, die vom fleischlichen Menschen akzeptiert werden kann. Bevor ich das Buch beendete, war ich beeindruckt, wie Kinder Gottes so weit vom Pfad abkommen können. Ich fühlte, wie Satan diesen Autor so weit vom Boden der Wahrheit entfernt hatte, dass er tatsächlich ernsten Irrtum predigte. Er hatte tatsächlich den Christus Gottes verloren – den Ewigen. Ja, sein Christus wurde zum Nachkommen Gottes, natürlich nicht in diesen Worten, aber in summa und Substanz war es das, wohin seine Worte führten.

Wie vorsichtig müssen wir doch sein. Vertraue nicht deinem Verstand! Erinnere dich daran, Gott gab uns sein Wort, und als Er das tat, zog Er uns nicht zu Rate: „Denn wer hat den Sinn des Herrn erkannt, oder wer ist sein Mitberater gewesen?“ (Röm 11,34). Das hatte Paulus im Sinn, als er an die Römer schrieb. Ja, wer hat Gott geholfen? Wer hat Ihn beraten, als Er seinen Plan für Zeit und Ewigkeit machte? Paulus schließt das alles aus. Wir sind weise, du und ich, wenn wir uns der Wahrheit von Hebräer 1 unterwerfen: Gott hat zu uns geredet; und wenn wir weise sind, nehmen wir sein Wort an, nehmen es ohne Rückfrage an. In Kolosser 2 werden wir gewarnt, dass Satan uns liebend gerne vom Boden der Wahrheit entfernen würde, entweder durch Rationalismus oder Ritualismus.

In der uns heute umgebenden Moderne sehen wir die ausgewachsenen Ergebnisse davon, dass der Mensch seinen Verstand mit den Dingen Gottes arbeiten lässt. Einen extremen Vertreter haben wir in Henry Emerson Fosdick, der offen sagt, dass er nicht an die Auferstehung des Herrn Jesus, die Jungfrauengeburt des Christus sowie das Sühnungswerk Christi glaubt. Er offenbart sich damit ganz offen als Ungläubiger. Das ist das Ende der Straße, das ist, wohin die Moderne führt. Moderne oder Rationalismus beginnen mit der Veränderung oder Neutralisierung der Heiligen Schrift, wenn auch nur in kleinen Dingen. Aber es ist alles auf demselben Weg. Es ist nur eine Frage, wie weit wir gehen. Beispielsweise hat neulich einer der Radioprediger, der gerne als Fundamentalist angesehen werden möchte, den Denominationalismus [christliche Systeme und Kirchen; Anm. d. Red.] verteidigt. Er machte eine Bemerkung in der Art: Es wird immer Denominationen geben, solange die Kirche existiert. Wir ziehen unseren Kindern unterschiedliche Kleidung an, wir ziehen sie nicht alle gleich an. Wir erlauben ihnen eine gewisse Individualität und kleiden sie entsprechend ihrer Persönlichkeit. Und er tat die Frage der Denomination mit einer Handbewegung ab, so als wollte er sagen: „Dieser Teil der Frage ist uns überlassen.“ Ist das Glaube oder Rationalismus?

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Teil 1 des zweiten Vortrags Paul’s Doctrine

Übersetzung: Raymond Loyal

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