Der Brief an die Hebräer (10)
Kapitel 10

Stanley Bruce Anstey

© SoundWords, online seit: 10.01.2022, aktualisiert: 12.01.2022

Der vollkommene Gläubige (Heb 10,1-18)

In Kapitel 9 hat der Schreiber davon gesprochen, dass das Blut Christi das Gewissen des Gläubigen reinigt (Heb 9,14). In Kapitel 10 kommt er nun darauf zurück und erklärt, wie dies geschieht. Dieses Kapitel ist also eine Zusammenfassung (oder Schlussfolgerung) dessen, was in Kapitel 9 vorgestellt wurde. Es stellt uns die Art und Weise vor, wie der Gläubige für die Gegenwart Gottes passend gemacht und so befähigt wird, mit heiliger Freimütigkeit als ein gereinigter Anbeter in das himmlische Heiligtum einzutreten.

Der lehrmäßige Teil des Kapitels (Heb 10,1-18) besteht aus drei Teilen in Verbindung mit dem großen Opfer Christi. Alle drei Personen der Gottheit (der Dreieinheit) sind daran beteiligt, dem Gläubigen die Segnung der Errettung sicherzustellen:

  • Der Wille Gottes ist die Quelle unserer Segnung (Heb 10,1-10).
  • Das Werk Christi ist das Mittel zu unserer Segnung (Heb 10,11-14).
  • Das Zeugnis des Geistes bringt uns zur bewussten Erkenntnis unserer Segnung (Heb 10,15-18).

Diese Verse lehren uns also, dass der Wille Gottes durch das Werk Christi am Kreuz erfüllt wurde. Und das Zeugnis des Geistes gibt uns ein einsichtsvolles Verständnis davon. J.N. Darby fasst dies wie folgt zusammen:

Ich war voller Sünde; es wurde jemand benötigt, der über mich nachdachte, es wurde jemand benötigt, der das Geforderte tat, und dann jemand, der mir die Auswirkung sagte … Es gibt:

  1. den Willen Gottes – „durch welchen Willen“ usw.,
  2. das Werk, durch das der Wille vollbracht wird – „durch das ein für alle Mal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi“,
  3. das Verständnis davon, das mir gegeben wurde.[1]

Der Wille Gottes (V. 1-10)

Verse 1-4

Heb 10,1-4: 1 Denn da das Gesetz einen Schatten der zukünftigen Güter, nicht der Dinge Ebenbild selbst hat, so kann es niemals mit denselben Schlachtopfern, die sie alljährlich ununterbrochen darbringen, die Hinzunahenden vollkommen machen. 2 Denn würde sonst nicht ihre Darbringung aufgehört haben, weil die den Gottesdienst Ausübenden, einmal gereinigt, kein Gewissen von Sünden mehr gehabt hätten? 3 Doch in jenen Opfern ist alljährlich ein Erinnern an die Sünden; 4 denn unmöglich kann Blut von Stieren und Böcken Sünden wegnehmen.

In der Zusammenfassung des vorherigen Kapitels (9) zeigt der Schreiber, dass mit dem Kommen Christi (seinem ersten Kommen) die Opfer des levitischen Systems durch sein einziges großes Opfer ersetzt wurden. Daher haben die „Schatten der zukünftigen Güter“ dem eigentlichen Inhalt Platz gemacht, dargestellt in dem vollbrachten Werk Christi. In alttestamentlichen Zeiten schien das Licht Gottes auf Christus, und alle Formen und Zeremonien, einschließlich der wöchentlichen Sabbate, waren nur Schatten, die von Christus geworfen wurden. Als Er selbst gekommen ist und damit diese Vorbilder erfüllt hat, ist der eigentliche Inhalt an ihre Stelle getreten. In diesem Sinne hat das levitische System mit seinen Formen und Ritualen seinen Zweck erfüllt, auf Christus hinzuweisen, und wird nun nicht mehr benötigt.

Das System der Stiftshütte war ein „Gleichnis“ (Heb 9,9) und ein „Schatten“ (Heb 10,1) der geistlichen Dinge in den Himmeln, aber es war nicht „der Dinge Ebenbild selbst“. Mit dieser Aussage macht der Schreiber deutlich, dass wir nicht denken sollten, dass jedes Gefäß und jeder Gegenstand in der Stiftshütte unbedingt ein Gegenstück im Himmel haben. Solche Vorstellungen führen zu mystischen Auslegungen.

Der Hauptpunkt in den ersten Versen von Kapitel 10: Die Opfer, die in diesem irdischen System dargebracht wurden, konnten Sünden nicht wirklich vor Gott „wegnehmen“, noch konnten sie, was ihr Gewissen betrifft, die „Herzunahenden vollkommen machen“. In der Tat wurden diese Opfer nicht zu diesem Zweck dargebracht. Wie bereits erwähnt, wurden sie gegeben, um auf die Zeit hinzuweisen, in der Christus als das endgültige „Opfer für die Sünde“ kommen würde (Jes 53,10; Röm 8,3; 2Kor 5,21).

Im Gegensatz zu der Unfähigkeit der vielen alttestamentlichen Opfer, einen Gläubigen vollkommen machen zu können, sagt der Schreiber, dass der Anbeter im Christentum „einmal gereinigt“ wird durch den schlichten Glauben an das vollbrachte Werk Christi. Indem er Ihn als Retter annimmt, wird der Gläubige für immer gereinigt! Dies muss nie wiederholt werden! Das praktische Ergebnis dieser großen Segnung ist, dass der Gläubige „kein Gewissen von Sünden“ mehr hat. Wie in unseren Ausführungen zu Hebräer 9,13 und 14 angedeutet, lebt derjenige, der ein Gewissen von Sünden hat, in der Furcht, dass Gott ihn eines Tages für seine Sünden ins Gericht bringt. Kein Gewissen von Sünden mehr zu haben, bedeutet, dass die Furcht vor dem Gericht für immer beseitigt ist, weil wir verstanden haben, dass die Frage unserer Sünden durch das Opfer Christi von Gott gerecht geregelt wurde und dass wir nie mehr ins Gericht kommen werden. Wie in Kapitel 9 erwähnt, ist ein gereinigtes Gewissen eine Segnung, die Christen haben, die die Heiligen des Alten Testamentes unter dem levitischen System nicht hatten.

Der Schreiber argumentiert: Wenn die am großen Versöhnungstag dargebrachten Opfer Sünden vor Gott weggetan hätten, würde ihre „Darbringung aufgehört“ haben (Heb 10,2). Da die Opfer aber „jedes Jahr“ fortgesetzt wurden, ist das ein klarer Beweis dafür, dass sie dies nicht taten. Das alttestamentliche Ritual am großen Versöhnungstag bedeckte ihre Sünden (das ist die Bedeutung von „sühnen“ in der hebräischen Sprache) aufgrund der Nachsicht Gottes (Röm 3,25). Aber dieses Ritual konnte Sünden nicht wegnehmen. Das Blut von „Stieren“, das eine jährliche Sühnung für die Priester in diesem System bewirkte (3Mo 16,6-14), und das Blut von „Böcken“, das eine jährliche Sühnung für den Rest der Kinder Israels bewirkte (3Mo 16,15-22), konnte Sünden nicht einfach wegnehmen. Dies konnte nur durch den Tod Christi erreicht werden (1Joh 3,5). F.B. Hole schreibt dazu:

Die Opfer des alten Bundes glichen solch einem Wechsel. Sie hatten ihren Wert, aber er lag in dem, worauf sie hindeuteten. Sie waren gleichsam nur Papier; das Opfer Christi allein gleicht feinem Gold. Im dritten Buch Mose ist ihr relativer Wert ausgewiesen. Im Hebräerbrief finden wir, dass ihr Wert nur relativ ist, nicht wirklich. Sie können niemals Sünden wegnehmen. Deshalb hatte Gott kein Wohlgefallen daran, und das Kommen Christi war eine Notwendigkeit.[2]

Die Juden weigerten sich jedoch zu akzeptieren, dass Christus die große Erfüllung des Schattens war. Sie klammerten sich an die äußeren Formen und Rituale des Judentums, obwohl der eigentliche Inhalt, von dem diese Dinge sprachen, erfüllt worden war. Es war vorsätzliche Unkenntnis. Wenn man das Gesetz Christus vorzieht, ist das so, als würde man das Bild einer Person der Person selbst vorziehen, die auf dem Bild dargestellt ist! Im Hinblick auf die Hebräer, die sich zum Christentum bekannt hatten, ist es schwer zu verstehen, wie jemand die Realität in Christus verlassen und zu den Abschriften zurückkehren wollte. Oder warum jemand einen vollkommenen Hohenpriester, der im himmlischen Heiligtum dient, verlassen und zu einem mit Fehlern behafteten Priester zurückkehren wollte, der im irdischen Heiligtum diente. Dennoch war dies für einige Hebräer offensichtlich eine Versuchung.

Vers 5

Heb 10,5: Darum, als er in die Welt kommt, spricht er: „Schlachtopfer und Speisopfer hast du nicht gewollt, einen Leib aber hast du mir bereitet; …

Da das Blut von Stieren und Böcken die Ansprüche der göttlichen Gerechtigkeit in Bezug auf die Sünde nicht zufriedenstellen konnte, war es Gottes Wille, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Weltgeschichte ein annehmbares Opfer dargebracht werden sollte, um dies zu erreichen. Der Schreiber zitiert Psalm 40, um zu zeigen, dass es im Ratschluss Gottes vor Grundlegung der Welt vorgesehen war, dass Christus als der göttliche Sündenträger in die Welt kommen und durch sein einmaliges Opfer die Frage der Sünde zur Verherrlichung Gottes und zum Segen der Menschen ordnen würde. Er sagt: „Darum, als er in die Welt kommt, spricht er: ‚Schlachtopfer und Speisopfer hast du nicht gewollt, einen Leib aber hast du mir bereitet.‘“ Das bedeutet: Der Herr kam in dem vollen Bewusstsein, dass die Ansprüche der göttlichen Gerechtigkeit nicht durch die levitischen Opfer erfüllt werden konnten und dass Er Mensch werden musste, um der Sündenträger für Menschen zu sein. So wurde Ihm von Gott ein menschlicher „Leib“ bereitet, den Er bei seiner Menschwerdung annahm (Lk 1,35). Und „durch das Opfer des Leibes Jesu Christi“ wurde ein Opfer dargebracht, das die Sünde „ein für alle Mal“ getilgt hat (Heb 10,10).

„Einen Leib aber hast du mir bereitet“ – das ist ein Zitat aus Psalm 40,6 aus der Septuaginta (einer griechischen Übersetzung des Alten Testaments aus dem dritten Jahrhundert v.Chr.), wie auch die anderen alttestamentlichen Zitate in diesem Brief aus der Septuaginta stammen. Man könnte sich fragen, warum der Geist Gottes den Schreiber geleitet hat, so zu zitieren, denn es heißt in dem hebräischen Text: „Ohren hast du mir bereitet.“ Bei der Abfassung der Schriften des Neuen Testamentes ist es jedoch das Vorrecht des Geistes, das zu ändern, was Er ursprünglich im Alten Testament selbst inspiriert hat, denn Er ist der göttliche Verfasser. Ähnlich wäre es, wenn wir ein Gemälde von Rembrandt betrachten und dabei denken würden, dass es besser aussähe, wenn wir hier und da ein paar Farbtupfer hinzufügen würden – so etwas wäre völlig inakzeptabel. Wenn jedoch Rembrandt selbst käme, sein Werk betrachtete und beschlösse, seinem Gemälde einen Hauch von Farbe hinzuzufügen, wäre das akzeptabel, denn er ist der ursprüngliche Maler. Ebenso hat der göttliche Autor der Heiligen Schrift jedes Recht, einen bestimmten Text im Neuen Testament anders wiederzugeben. Sie widersprechen sich nicht, denn „Ohren“ zu haben bedeutet, einen „Leib“ zu haben. Psalm 40,6 betont den Gehorsam Christi als Knecht; daher wird der Ausdruck angemessen mit „Ohren“ wiedergegeben. In Hebräer 10,5 wird betont, dass Christus sich selbst als Opfer gegeben hat. Und dort heißt es „Leib“.

Vers 6

Heb 10,6: … an Brandopfern und Opfern für die Sünde hast du kein Wohlgefallen gefunden.

Diese Aussage wäre für Juden, die fest mit dem Judentum verwachsen waren, besonders schwer zu akzeptieren. Sie wussten, dass diese Opfer von Gott gegeben wurden und dass es Ihm gefiel, wenn sie dargebracht wurden. Sie waren ein „lieblicher Geruch dem HERRN“ (3Mo 1,9.13.17; etc.). Der Gedanke, dass Gott an ihnen kein Wohlgefallen fände, wäre für einen Juden schwer zu schlucken. Da es sich jedoch um ein Zitat aus ihren eigenen Schriften handelt (Ps 40,6), müssen die Juden zugeben, dass es sich nicht um eine merkwürdige Idee handelt, die der Schreiber des Briefes erfunden hat. In ihren eigenen Schriften heißt es, dass es eine Zeit geben wird, in der diese Opfer und Gaben nicht mehr „erforderlich“ sein werden. Dies kann nur mit dem Kommen des Messias und der Darbringung seines großen Opfers erklärt werden, wie viele Stellen der Heiligen Schrift bezeugen.

Vers 7

Psalm 40 wird zitiert, um zu zeigen, dass Christus die große Erfüllung all dieser Opfer ist. Dieser Psalm beschreibt seine Hingabe, um den Willen Gottes zu erfüllen:

Heb 10,7: Da sprach ich: Siehe, ich komme (in der Rolle des Buches steht von mir geschrieben), um deinen Willen, o Gott, zu tun.“

Das „Buch“ ist nicht die Bibel, sondern ein bildlicher Hinweis auf den Ratschluss Gottes in Bezug auf das Kommen Christi in diese Welt, um Sühnung zu bewirken. Beim Zitieren des Psalms lässt der Geist Gottes absichtlich die Worte „ist meine Lust“[3] weg. Das liegt daran, dass Psalm 40 in seiner vorrangigen Auslegung mit dem Tod Christi als dem wahren Brandopfer zu tun hat. Wie das Brandopfer war die Erfüllung des Willens Gottes etwas, an dem der Herr sein Wohlgefallen hatte – auch wenn es für Ihn bedeutete, in den Tod zu gehen. In Hebräer 9 und 10 geht es jedoch um das Opfer Christi als Sündopfer, bei dem Er „zur Sünde gemacht“ wurde (2Kor 5,21). Als das wahre Sündopfer erlitt Er unsägliche Qualen unter dem Gericht Gottes, als Er unsere Sünden an seinem eigenen Leib auf dem Holz trug. Diese sühnenden Leiden waren für Ihn keine Freude, aber Er blieb im Gehorsam gegenüber dem Willen Gottes am Kreuz, um die Sünde zu beseitigen. Daher wird die Formulierung „ist meine Lust“ weggelassen, wenn der Psalm auf das Sündopfer angewendet wird.

Verse 8.9

Heb 10,8.9: 8 Während er vorher sagt: „Schlachtopfer und Speisopfer und Brandopfer und Opfer für die Sünde hast du nicht gewollt noch Wohlgefallen daran gefunden“ (die nach dem Gesetz dargebracht werden), 9 sprach er dann: „Siehe, ich komme, um deinen Willen zu tun.“ (Er nimmt das Erste weg, damit er das Zweite aufrichte.)

In Hebräer 10,8 und 9 wird Psalm 40 ein zweites Mal zitiert, allerdings aus einem anderen Grund. Diesmal im Zusammenhang mit der Abschaffung des gesamten levitischen Systems. Der Schreiber erwähnt die vier Hauptopfer aus 3. Mose 1–6 als die Summe des levitischen Systems und spricht dann davon, dass Christus in die Welt gekommen ist, um dieses System wegzunehmen. Dies zeigt, dass das Opfer Christi die Vollendung und den Abschluss der levitischen Haushaltung darstellt. Psalm 40 wird also aus zwei Gründen zitiert: Einmal im Zusammenhang mit dem Kommen Christi in die Welt, um die Sünden ein für alle Mal wegzunehmen (Heb 10,4-7), und dann im Zusammenhang mit seinem Kommen, um „die erste“ Ordnung des Hinzunahens zu Gott (das levitische System) wegzunehmen. Dieser letzte Punkt war notwendig, um die „zweite“ Ordnung unter dem neuen Bund aufzurichten. Einfach ausgedrückt: Die zweite Ordnung konnte nicht aufgerichtet werden, solange die erste noch in Kraft war.

Vers 10

Heb 10,10: Durch diesen Willen sind wir geheiligt durch das ein für alle Mal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi.

Das große Ergebnis der Erfüllung des Willens Gottes ist, dass wir „geheiligt sind durch das ein für alle Mal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi“. Durch dieses große Werk Christi hat Gott die Gläubigen für ewige Segnungen abgesondert (die Bedeutung von Heiligung).

Das Werk Christi (V. 11-14)

Verse 11-13

Der Schreiber konzentriert sich dann auf das vollbrachte Werk Christi; zunächst auf das, was zur Verherrlichung Gottes war, und dann auf das, was das Werk Christi an Segnungen für den Gläubigen bewirkt hat. Was die Seite Gottes betrifft, sagt er:

Heb 10,11-13: 11 Und jeder Priester steht täglich da, verrichtet den Dienst und bringt oft dieselben Schlachtopfer dar, die niemals Sünden wegnehmen können. 12 Er aber, nachdem er ein Schlachtopfer für Sünden dargebracht hat, hat sich auf immerdar gesetzt zur Rechten Gottes, 13 fortan wartend, bis seine Feinde hingelegt sind als Schemel seiner Füße.

Das „eine Schlachtopfer“ Christi stellte die Ansprüche der göttlichen Gerechtigkeit in Bezug auf die Sünde so vollständig zufrieden, dass Er jedes Recht hatte, sich zur Rechten Gottes zu setzen. Nachdem das Werk vollbracht war, forderte Gott Ihn sogar auf, dort zu sitzen: „Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege zum Schemel deiner Füße“ (Ps 110,1). Das zeigt, dass die Ansprüche der göttlichen Gerechtigkeit mehr als zufriedengestellt wurden. Gott wurde durch das Werk, das Christus am Kreuz vollbrachte, verherrlicht.

Der Gegensatz zwischen den Opfern, die die levitischen Priester darbrachten, und dem großen Opfer Christi könnte nicht größer sein. Bei der Darbringung dieser alttestamentlichen Opfer war das Werk des Priesters niemals beendet. Es war ein unvollendetes Werk. Diese Opfer mussten ständig wiederholt werden. Die Tatsache, dass sich unter den Gegenständen der Stiftshütte kein Stuhl befand, weist darauf hin. Deshalb sagt der Schreiber: „Jeder Priester steht täglich da, verrichtet den Dienst.“ In den eintausendfünfhundert Jahren, in denen das levitische System bestand und noch galt, wurden viele Tausende von Tieropfern dargebracht – aber keines von ihnen, auch nicht alle gemeinsam, konnte „Sünden wegnehmen“. Im Gegensatz dazu hat sich Christus, nachdem Er sein einmaliges Opfer dargebracht hatte, „auf immerdar“ zur Rechten Gottes gesetzt, was bedeutet, dass das Werk der Versöhnung endgültig vollbracht ist. Somit ist das Werk Christi am Kreuz ein „vollbrachtes“ Werk (Joh 19,30). Die Gegensätze hier sind überreichlich. Die Priester standen, der Herr hat sich gesetzt. Die Priester opferten oft, Er opferte einmal. Ihre Opfer bedeckten die Sünden für ein weiteres Jahr; Sein Opfer nimmt die Sünden für immer weg.

In der englischen King-James-Übersetzung heißt es, dass Er sich „in Ewigkeit“ [„forever“] zur Rechten Gottes gesetzt hat, aber das könnte irreführend sein, wenn wir das Wort in seinem gewöhnlichen Sinn verstehen. Es würde bedeuten, dass Er sich nie wieder von Gottes Thron erheben würde. Das ist jedoch problematisch, denn in der Schrift heißt es, dass Er aufstehen und wiederkommen wird, um uns in den Himmel zu holen und danach die Welt in Gerechtigkeit zu richten. Eine bessere Übersetzung lautet „auf immerdar[4]“.[5] Das bedeutet, dass Er im Zusammenhang mit der Sühnung für Sünden ununterbrochen dort sitzt. Er wird nie wieder aufstehen und sich mit Sünde befassen müssen. Sein Werk am Kreuz hat die Sündenfrage geklärt. Mit der ununterbrochenen Fortdauer ist also der Sinn von Endgültigkeit verbunden. Dann wird Psalm 110,1 zitiert: „fortan wartend, bis seine Feinde hingelegt sind als Schemel seiner Füße“. Das bestätigt, dass Christus tatsächlich eines Tages vom Thron Gottes aufstehen wird, um wiederzukommen und die Welt zu richten.

Als der Himmel für Stephanus „geöffnet“ wurde, sah er Christus „zur Rechten Gottes stehen“ (Apg 7,56). Dies steht nicht im Widerspruch zu Hebräer 10,12. Der Herr stand zu dieser Zeit aus einem anderen Grund. Den Juden wurde immer noch die Gelegenheit geboten, Christus als ihren Messias anzunehmen. Er stand dort und war bereit, auf die Erde zurückzukehren und das Reich aufzurichten, wie es die alttestamentlichen Propheten angekündigt hatten, wenn sie nur Buße tun und sich bekehren würden (Apg 3,19.20). Hier, in Hebräer 10, geht es um das vollendete Sühnungswerk Christi. Er sitzt zur Rechten Gottes, weil das Werk vollbracht ist. Die Tatsache, dass Er hier sitzt, zeigt uns, dass das Angebot an Israel, das Reich zu bekommen, zu dieser Zeit zurückgezogen war.[6]

Vers 14

Nachdem der Schreiber darüber gesprochen hat, was das Werk Christi zur Verherrlichung Gottes bewirkt hat, spricht er nun über die unmittelbaren Folgen, die das Werk Christi für die Gläubigen haben. Er sagt:

Heb 10,14: Denn mit einem Opfer hat er auf immerdar die vollkommen gemacht, die geheiligt werden.

Die „Geheiligten“ sind diejenigen, die Gott für [bestimmte] Segnungen abgesondert hat – Gläubige. Sie müssen im Hinblick auf ihr Gewissen vollkommen gemacht werden, wenn sie in Freiheit als Anbeter in der Gegenwart Gottes stehen wollen. Dies geschieht durch das Verständnis und den Glauben an das vollbrachte Werk Christi. Es ist in der Tat eine großartige Tatsache: Solange Christus „auf immerdar“ (Heb 10,12) zur Rechten Gottes sitzt, ist der Gläubige „auf immerdar“ vollkommen gemacht (Heb 10,14)! Das eine hängt von dem anderen ab. Ein vollkommenes Werk ist von einer vollkommenen Person vollbracht worden, um die Gläubigen vollkommen zu machen. Ein vollkommenes Gewissen ist etwas, das dem Gläubigen verschafft wurde, das aber diejenigen nicht hatten, die unter dem alten Bund glaubten. (Es gibt noch einen anderen Aspekt der Vollkommenheit, die die Gläubigen erhalten werden, wenn der Herr bei der Entrückung wiederkommt [Phil 3,12; Heb 11,40; Heb 12,23] – ihre Verherrlichung [Röm 8,17.23.30; Phil 3,21], aber das ist hier nicht das Thema).

Das Zeugnis des Geistes (V. 15-18)

Vers 15a

Als Nächstes wird das Zeugnis des Geistes als das Mittel genannt, durch das der Gläubige weiß, dass er durch das vollbrachte Werk Christi gesegnet wurde. Der Schreiber sagt:

Heb 10,15a: Das bezeugt uns aber auch der Heilige Geist; …

Das Zeugnis des Geistes ist nicht irgendein warmes Gefühl, das Er im Herzen des Gläubigen hervorruft – wie einige sagen: „Ich habe ein Brennen in meiner Brust“ –, sondern das, was Er in der Heiligen Schrift gesagt hat. Indem wir im Glauben annehmen, was der Geist in der Heiligen Schrift über die Gläubigen gesagt hat, wissen wir, dass wir durch den Tod Christi „geheiligt“ (d.h. für Gott zum Segen beiseitegesetzt) und „vollkommen gemacht“ sind.

Der Schreiber bezieht sich hier nicht auf den Aspekt des Wirkens des Heiligen Geistes bei seiner Innewohnung – obwohl das sicherlich auf jeden Gläubigen in dieser Haushaltung zutrifft (1Thes 4,8; Eph 1,13; 4,30; usw.). Beachten wir sorgfältig: Er sagt, dass das Zeugnis des Geistes „uns“ gegenüber[7] ist, nicht in uns. Es handelt sich also um Tatsachen, die der Geist in der Heiligen Schrift dargelegt hat, nicht um subjektive Gefühle, die in uns hervorgebracht werden. Wir sollten nicht auf unsere Gefühle schauen, um Gewissheit über unsere Segnungen zu bekommen, denn unsere Emotionen und Gefühle ändern sich ständig. Gewissheit wird uns allein das geben, was der Geist Gottes im Wort Gottes [vorher] gesagt hat[8]. (In Römer 8,16 heißt es, dass das Zeugnis des Geistes „mit“ unserem Geist ist. Und in 1. Johannes 5,10 lesen wir, dass das Zeugnis „in“ uns ist – aber das sind andere Aspekte, die hier nicht im Blickfeld sind.)

Verse 15b-17

Heb 10,15b-17: 15b … denn nachdem er gesagt hat: 16 „Dies ist der Bund, den ich ihnen errichten werde nach jenen Tagen, spricht der Herr: Indem ich meine Gesetze in ihre Herzen gebe, werde ich sie auch auf ihren Sinn schreiben“; 17 und: „Ihrer Sünden und ihrer Gesetzlosigkeiten werde ich nie mehr gedenken.“

Mit dem Wort „nachdem“ bezieht sich der Schreiber auf das, was der Heilige Geist früher in Jeremia 31 über die geistlichen Segnungen des neuen Bundes gesagt hat. Da es sich um einen jüdisch-christlichen Brief handelt, sind die Segnungen, um die es hier geht, vor allem die Segnungen des neuen Bundes und nicht die charakteristisch christlichen Segnungen „in Christus“, die in den Briefen des Apostels Paulus erwähnt werden (Eph 1,3). Diese Segnungen des neuen Bundes sind nicht ausschließlich für Christen, sondern sie sind der gemeinsame Besitz aller Kinder Gottes, die an Christus glauben – einschließlich des erlösten Überrestes Israels und der Gläubigen aus den Nationen im kommenden Tausendjährigen Reich (Off 7). Da die Bestimmungen zu dem neuen Bund in Hebräer 8 ausführlich erklärt worden sind, hält es der Schreiber nicht für nötig, sie hier noch einmal zu nennen. Daher kürzt er sie ab und hebt eine besondere Segnung hervor: „Ihrer Sünden und ihrer Gesetzlosigkeiten werde ich nie mehr gedenken.“ „Sünden“ sind die Taten, die wir begangen haben, und „Gesetzlosigkeiten“[9] bedeutet die böse Gesinnung unseres Herzens (Ps 41,7; 66,18; 78,38; Jes 32,6; 59,7; Mt 23,28; Apg 8,22.23). Das zeigt, dass Gott sich unseres ganzen Falles angenommen hat – von der Entstehung unserer bösen Taten in unserem Herzen bis hin zu den tatsächlichen Handlungen – und sich mit unseren Sünden im Sühnungswerk Christi vollständig befasst hat. So entfernt Er nicht nur unsere Sünden aus unserem Gewissen, sondern Er verbannt auch jede Erinnerung an sie aus seinem Gedächtnis!

Lasst uns beachten, dass Er die Art der Sünden nicht einschränkt, die hier vergeben werden, wie es unter dem Bund des Gesetzes der Fall war. Unter diesem System konnten nur „Sünden aus Unwissenheit“[10] vergeben werden (Heb 9,7), und das auch nur in den Regierungswegen. Im Gegensatz dazu sind die Sünden, die durch das eine Opfer Christi vergeben werden können – und zwar für immer –, nicht nur Sünden aus Unwissenheit, sondern auch Sünden aus Vermessenheit! „Das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde“ (1Joh 1,7). Wie wunderbar ist das, denn niemand kann behaupten, nur unwissentlich gesündigt zu haben!

Viele Menschen denken, dass die Aussage „Ihrer Sünden und ihrer Gesetzlosigkeiten werde ich nicht mehr gedenken“ bedeutet, dass Gott die Sünden der Gläubigen vergisst. Doch „nicht mehr gedenken“ ist nicht dasselbe wie vergessen. Wir könnten griffige Floskeln verwenden wie „Unsere Sünden sind vergeben [forgiven], vergessen [forgotten], für immer [forever]“, aber damit wird ungewollt eine menschliche Schwäche mit Gottes Umgang mit unseren Sünden verbunden. Die Wahrheit ist, dass Gott auf einer gerechten Grundlage gehandelt hat, um unsere Sünden wegzutun: das vollbrachte Werk Christi. Auf dieser Grundlage kann Er sie bewusst aus seinen Gedanken entfernen, was das ewige Gericht anbelangt, weil der Preis für sie im Tod Christi bezahlt worden ist. Dies ist ein göttlicher Akt der Gerechtigkeit, nicht eine menschliche Schwäche des Vergessens. Wenn man Gott in dieser Frage menschliche Schwäche unterstellt, bedeutet das, dass Er mit unseren Sünden schludrig umgegangen ist. Wörtlich genommen, gibt dies dem Gläubigen kein wirkliches Vertrauen, dass Gott sich mit unseren Sünden richtig beschäftigt hat. Wenn Gott sie vergessen hat, wird Er sich vielleicht eines Tages wieder an sie erinnern! Und was dann? Jemand schrieb an J.N. Darby und fragte ihn danach im Zusammenhang mit Hebräer 10,17. Darby antwortete:

Es ist nicht so, als ob Gott die Dinge vergessen hätte, aber Er erinnert sich nicht an sie – hält sie nicht in seinem Gedächtnis fest – in keiner Weise.[11]

Der Richterstuhl des Christus zeigt uns, dass Gott unser gesamtes Leben aufgezeichnet hat, einschließlich unserer Sünden. Zu diesem Zeitpunkt werden sowohl die „guten“ als auch die „bösen“ Dinge in unserem Leben besprochen werden. Dazu gehören auch die Dinge, die wir vor unserer Errettung getan haben, denn die Rückschau wird sich auf die Dinge beziehen, die wir in unserem Leib getan haben. Und wir waren sicherlich in unserem Leib, bevor wir gerettet wurden (2Kor 5,10). Diese Rückschau könnte nicht stattfinden, wenn Gott Teile unseres Lebens aus seinem Gedächtnis löschen würde. Die einfache Antwort ist, dass Er immer noch weiß, wer wir sind und was wir getan haben, aber aufgrund der Wirksamkeit des vollbrachten Werkes Christi wird Er sich nicht mehr an unsere Sünden erinnern, um uns zu richten.

Vers 18

Heb 10,18: Wo aber eine Vergebung derselben ist, da ist nicht mehr ein Opfer für die Sünde.

Die Schlussfolgerung dieser ganzen Erörterung zu dem überlegenen Opfer Christi, die der Schreiber in den Kapiteln 9 und 10 sorgfältig verfolgt hat, lautet: Die levitischen Sündopfer müssen „nicht mehr“ dargebracht werden, da es jetzt eine ewige „Vergebung“ der Sünden durch das Sühnungswerk Christi gibt. Die Sündopfer sind damit hinfällig geworden.

Mit dieser Aussage ist der lehrmäßige Teil des Briefes abgeschlossen.

Praktische Ermahnungen (Heb 10,19–13,25)

Wir kommen nun zu dem praktischen Teil des Briefes. Auf der Grundlage der Wahrheit, die der Schreiber in den vorangegangenen Kapiteln vermittelt hat, ermahnt er die Gläubigen im Zusammenhang mit ihren Vorrechten und ihrer Verantwortlichkeit im Haus Gottes. Es folgen in diesem praktischen Teil des Briefes sieben Gruppen von Ermahnungen, die mit den Worten „Lasst uns“ beginnen (Heb 10,22.23.24; 12,1.28; 13,13.15).

Jeder Christ wird zu einem Priester gemacht

Das große Ergebnis für die Gläubigen, die durch das vollbrachte Werk Christi „vollkommen gemacht“ sind (Heb 10,14), ist, dass sie alle zu Priestern gemacht sind. Der Apostel Petrus und der Apostel Johannes bestätigen dies (1Pet 2,5.9; Off 1,6). Ohne es mit Worten zu sagen, ist es durch die Sprache, die der Schreiber gebraucht, und durch die Bilder, die er auf die Gläubigen anwendet, so offensichtlich, dass er sie als Priester betrachtet, dass er es nicht für nötig hält, diese Tatsache zu erklären.

  1. Erstens ist unser Priestertum in der Aussage enthalten: „und einen großen Priester haben über das Haus Gottes“ (Heb 10,21). Die Existenz eines großen Priesters setzt voraus, dass es eine Schar von Priestern unter Ihm gibt.

  2. Zweitens ermahnt uns der Schreiber, als Priester zu dienen und in die Gegenwart Gottes im himmlischen Heiligtum „hinzuzutreten“ (Heb 10,22). Dies kann nur zu solchen gesagt werden, die Priester sind.

  3. Drittens werden die Bilder, die der Heiligung der aaronitischen Priester entnommen sind, als Vorbild  auf die angewendet, die an den Herrn Jesus Christus glauben. Er spricht davon, dass unsere „Leiber mit reinem Wasser gewaschen“ werden, wie es bei den Söhnen Aarons der Fall war (2Mo 29,4; 3Mo 8,6). Dann spricht er davon, dass wir mit Blut „besprengt“ werden, was ebenfalls mit den Söhnen Aarons geschah (2Mo 29,19.20; 3Mo 8,24).

Das Priestertum der Gläubigen wird also in dem gesamten Abschnitt vorausgesetzt.

Der neue und lebendige Weg des Zugangs in das Heiligtum (V. 19-22)

Vers 19

Da alle Gläubigen Priester sind, werden wir ermahnt:

Heb 10,19: Da wir nun, Brüder, Freimütigkeit haben zum Eintritt in das Heiligtum durch das Blut Jesu, … so lasst uns hinzutreten …

Diese erste Ermahnung betrachtet diejenigen, die an den Herrn Jesus glauben, als eine Gemeinschaft von Priestern, die Vorrechte und Freiheiten haben, die die Priester im Alten Testament nicht hatten. Wir werden daher ermutigt, von dieser unglaublichen Freiheit des Zugangs in die Gegenwart Gottes Gebrauch zu machen und mit „Freimütigkeit“ im Geist des Gebets und des Lobpreises „in das Heiligtum“ einzutreten. Dieses große Vorrecht verdanken wir der Wirksamkeit „des Blutes Jesu“ – ein Zeichen seines vollbrachten Werkes.

Der Herr ist „durch“[12] sein Blut in das himmlische Heiligtum eingetreten (Heb 9,12). Und nun können auch wir „durch“ sein Blut dort eintreten (Heb 10,19). Er ist leibhaftig hineingegangen; wir treten im Geist ein. Da es uns im gegenwärtigen Zustand unseres Körpers nicht möglich ist, buchstäblich in den Himmel zu gehen, ist es offensichtlich, dass der Schreiber meint, dass dies im Geist geschieht, denn die wahre christliche Anbetung ist im „Geist“ und gemäß der neuen Offenbarung der „Wahrheit“ (Joh 4,23). In der alten levitischen Haushaltung haben die Menschen sicherlich gebetet und Gott angebetet. Aber sie hatten nicht die Einsicht, dass sie angenommen sind (eine christliche Segnung), und damit die Freiheit, die das vollbrachte Werk Christi den Gläubigen gibt. Das Ergebnis war, dass sie in einer bewussten Distanz zu Gott lebten. Im System der Stiftshütte wird dies dadurch ausgedrückt, dass das Volk außerhalb des Heiligtums anbetete (Lk 1,10).

Vers 20

Heb 10,20: … auf dem neuen und lebendigen Weg, den er uns eingeweiht hat durch den Vorhang hin, das ist sein Fleisch, …

Der Schreiber nennt diese Art des Zugangs in die Gegenwart Gottes „den neuen und lebendigen Weg“. Er ist „neu“, weil er nicht eine Abwandlung oder ein Anhang zur alten jüdischen Ordnung ist, sondern etwas völlig Neues. Die Christenheit hat dies in der Vergangenheit und in der Gegenwart nicht verstanden. Überall bestehen Gottesdienste aus einer Mischung aus christlichem Gottesdienst und der alten jüdischen Gottesdienstordnung. Das Ergebnis ist eine Mischung aus diesen beiden gegensätzlichen Ordnungen, die weder wirklich jüdisch noch wirklich christlich sind. Diese sozusagen christlich-jüdische Ordnung ist überhaupt nicht das, was Gott für die vorgesehen hat, die durch das Blut Christi erlöst sind. Er verwirft sogar die Idee, die beiden Ordnungen zu vermischen (Heb 13,10).

Diese neue Ordnung des Gottesdienstes wird auch „lebendig“ genannt, weil der Mensch neues Leben haben muss (durch die neue Geburt), um daran teilnehmen zu können. In der alttestamentlichen jüdischen Ordnung brauchte ein Mensch kein göttliches Leben zu haben, um den Anblick, die Klänge und die Pracht des Tempelgottesdienstes zu genießen. Er konnte daran teilnehmen, ohne wiedergeboren zu sein!

Dieser neue und lebendige Weg ist „für uns eingeweiht …, durch den Vorhang hin, das ist sein Fleisch“. Das bedeutet ganz einfach, dass der Vorhang (ein Abbild des Leibes Christi) zerrissen werden musste, damit wir als gereinigte Anbeter in die Gegenwart Gottes eintreten können. Das heißt, Christus musste sterben. Es war also nicht sein vollkommenes Leben als Mensch, das uns den Weg in die Gegenwart Gottes geöffnet hat, sondern sein Tod. Auch hat Gott dieses Vorrecht, das wir besitzen, die Hingabe seines Sohnes gekostet. Das zu wissen, sollte uns veranlassen, dieses Vorrecht mit großer Wertschätzung zu behandeln. Unser freier Zugang ist nicht so sehr eine Segnung als vielmehr ein Vorrecht, das auf unseren Segnungen beruht.

Vers 21

Heb 10,21: … und einen großen Priester haben über das Haus Gottes,

Um uns zu ermutigen, in die Gegenwart Gottes zu treten, erinnert uns der Schreiber daran, dass wir in dem Herrn Jesus Christus „einen großen Priester über das Haus Gottes“ haben. Als „Hoher“priester ist Er da, um uns zu helfen, indem Er sich für uns verwendet, aber als „großer“ Priester steht Er dem Haus Gottes vor und trägt somit die Verantwortung für alles, was in diesem Haus geschieht. Dies entspricht der Rolle, die Aaron in der alten levitischen Ordnung hatte, als er „die Ungerechtigkeit der heiligen Dinge“ bei „allen Gaben“ (Opfergaben) trug, die die Kinder Israel Gott brachten (2Mo 28,36-38). Er trug „einen Kopfbund [Turban]“, auf dem eine goldene Platte mit den Worten eingraviert war: „HEILIGKEIT DEM HERRN“. Wenn jemand von den Kindern Israel zu seinen Opfergaben versehentlich etwas darbrachte, was nicht der Anordnung entsprach, trug Aaron die Ungerechtigkeit davon, jedoch nicht der Opfernde. Damit sollte das Volk ermutigt werden, seine Opfergaben zu bringen.

In ähnlicher Weise haben wir auf dem neuen und lebendigen Weg einen großen Priester, der sich mit all unseren Gebeten und unserem Lobpreis beschäftigt und sie Gott in vollkommener Weise darbringt (Heb 13,15; 1Pet 2,5). Und wenn wir in unserer Anbetung etwas darbringen, was nicht der Wahrheit entspricht, kümmert Er sich darum und nimmt das weg, was nicht wohlangenehm ist (vgl. 3Mo 1,15.16). Einen großen Priester über das Haus Gottes zu haben, der auf diese Weise dient, sollte uns ermutigen, der Aufforderung, „hinzuzutreten“ und unseren Lobpreis und unsere Anbetung darzubringen, freimütiger zu folgen. Wir können es mit Zuversicht tun, weil wir wissen, dass wir diese Sicherheit haben.

Vers 22

Heb 10,22: … so lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen, in voller Gewissheit des Glaubens, die Herzen besprengt und so gereinigt vom bösen Gewissen und den Leib gewaschen mit reinem Wasser.

Der Schreiber erwähnt dann vier Dinge, die den Gläubigen befähigen, sich Gott als Priester zu nahen; zwei haben mit unserer Stellung vor Gott zu tun und zwei mit unserem Zustand.

  • Was unsere Stellung betrifft, so haben wir unseren „Leib gewaschen mit reinem Wasser“. Wie bereits erwähnt, ist dies ein Bild, das von der Waschung der Priester bei ihrer Heiligung stammt (2Mo 29,4). Es ist ein Sinnbild für die Reinigung, die wir durch die Wiedergeburt erfahren (Joh 3,5; 13,10; 15,3). Der Geist Gottes hat das Wasser des Wortes Gottes auf unsere Seelen angewendet und uns dadurch neues Leben geschenkt. Das Ergebnis ist, dass wir „ganz rein“ sind, weil dieses neue Leben heilig ist (Joh 13,10).

  • Wir haben auch unsere „Herzen besprengt“. Das ist ein weiteres Bild, das von dem Besprengen der Priester mit Blut bei ihrer Heiligung stammt (2Mo 29,20.21). Es versinnbildlicht die richterliche Reinigung, die wir durch den Glauben an das vollbrachte Werk Christi haben – wofür sein Blut das Zeichen ist. Dies führt dazu, dass der Gläubige ein gereinigtes Gewissen hat (Heb 9,14; 10,2).

Wer an den Herrn Jesus Christus glaubt, hat also eine doppelte Reinigung, die durch die beiden göttlichen Reinigungsmittel symbolisiert werden, die aus der Seite des Herrn am Kreuz flossen: das Wasser und das Blut (Joh 19,34).

In Johannes 19,34 wird das „Blut“ vor dem „Wasser“ genannt, weil es sich um die historische Tatsache handelt, während in 1. Johannes 5,6-8 das Wasser vor dem Blut genannt wird, weil es sich hier auf die Reihenfolge seiner Anwendung im Leben des Menschen bezieht. Das eine ist die Seite Gottes und das andere die des Menschen. Vor dem Auge Gottes muss das Blut zuerst kommen. Es ist erforderlich, damit Menschen gesegnet werden können. Alles Wirken Gottes durch sein Wort und seinen Geist bei der neuen Geburt hängt davon ab und ist darauf ausgerichtet, dass Christus in die Welt kam, um den Preis für die Sünde zu zahlen – wovon das Blut spricht.

J.A. Trench schreibt:

„Einer der Soldaten durchbohrte mit einem Speer seine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus“ (Joh 19,34). Dies ist die historische Reihenfolge. Und hier steht das Blut an erster Stelle, als Grundlage für alles, was der Herrlichkeit Gottes und unserem Segen dient. In der Reihenfolge der Anwendung auf uns, wie es Johannes in seinem Brief (1Joh 5,6) ausdrückt, kommt das Wasser zuerst: „Dieser ist es, der gekommen ist durch Wasser und Blut … Und der Geist ist es, der Zeugnis ablegt.“[13]

Der Schreiber erwähnt dann zwei praktische Dinge, die notwendig sind, damit der Gläubige in der Gegenwart Gottes als Priester dienen kann:

  • Er spricht von der Notwendigkeit, „ein wahrhaftiges Herz“ zu haben, d.h. ein Herz, das sich selbst gerichtet hat (1Kor 11,28.31). Umgekehrt ist ein Herz voller Arglist, das seinen wahren Zustand verdeckt, kein wahrhaftiges Herz. Wir müssen also ein „wahrhaftiges“ Herz haben, wenn wir Gott in Anbetung nahen (Heb 10,22) und ein „redliches“ Herz, wenn wir sein Wort lesen (Lk 8,15).

  • Der Schreiber erwähnt auch, dass wir „volle Gewissheit des Glaubens“ haben. Damit ist nicht die Gewissheit des Heils gemeint, sondern die Zuversicht, die wir haben, wenn wir uns Gott im Glauben nahen, weil wir eine doppelte Reinigung haben und uns selbst gerichtet haben.

Die beiden ersten Dinge („gewaschene Leiber“ und „besprengte Herzen“) machen uns also der Stellung nach zu Priestern. Und die beiden nächsten („ein wahrhaftiges Herz“ und „volle Gewissheit des Glaubens“) machen uns praktisch zu Priestern. Die ersten beiden haben mit unserer Stellung vor Gott zu tun, die beiden letzteren mit unserem Seelenzustand. Die beiden letztgenannten Punkte erklären vielleicht, warum es gelegentlich vorkommt, dass nur wenige Brüder ihr Priestertum in einer Zusammenkunft hörbar ausüben – einige der anwesenden Priester sind vielleicht nicht in einem priesterlichen Zustand, um dies zu tun. Die Antwort besteht nicht darin, eine Klasse von Männern für das öffentliche Gebet usw. einzusetzen, wie es in der Christenheit geschieht, sondern uns selbst zu richten, so dass der Geist Gottes frei ist, uns in den Zusammenkünften im öffentlichen Gebet und im Lobpreis zu leiten.

Das Festhalten des Bekenntnisses unserer Hoffnung (V. 23)

Vers 23

Die nächste Ermahnung hat mit dem Festhalten unseres öffentlichen Bekenntnisses des Glaubens in einer Welt zu tun, die sich dem widersetzt. Er sagt:

Heb 10,23: Lasst uns das Bekenntnis der Hoffnung unbeweglich festhalten (denn treu ist er, der die Verheißung gegeben hat); …

Eine strahlende „Hoffnung“, in einem verherrlichten Zustand bei Christus droben zu sein, war diesen hebräischen Heiligen vor Augen gestellt worden. Sie sollten diese Hoffnung nicht aufgeben, denn „treu ist er, der die Verheißung gegeben hat“ (vgl. Heb 10,36.37). Die Tatsache, dass die hebräischen Gläubigen auf diese Weise ermahnt werden, zeigt, dass sie unter enormem Druck standen, sich von der christlichen Stellung, die sie öffentlich eingenommen hatten, zurückzuziehen.

Die Tatsache, dass diese Ermahnung auf die vorangegangene Ermahnung, „hinzuzutreten“, folgt, gibt uns den Schlüssel dazu, wie wir in der Lage sind „festzuhalten“. Wenn wir wirklich von unserem Vorrecht Gebrauch machen, in die Gegenwart Gottes zu treten, werden wir die geistliche Kraft und Überzeugung empfangen, die uns befähigt, den Widerständen auf unserem Weg zu begegnen. Wenn Gläubige schwanken, liegt das meist daran, dass sie ihr Vorrecht, in die Gegenwart Gottes zu treten, vernachlässigt haben.

Einander anreizen zur Liebe und zu guten Werken (V. 24.25)

Verse 24.25

Heb 10,24.25: … 24 und lasst uns aufeinander achthaben zur Anreizung zur Liebe und zu guten Werken, 25 indem wir unser Zusammenkommen nicht versäumen, wie es bei einigen Sitte ist, sondern einander ermuntern, und das umso mehr, je mehr ihr den Tag näher kommen seht.

Die nächste Ermahnung befasst sich mit der Notwendigkeit der gegenseitigen Ermutigung. Er sagt: „Lasst uns aufeinander achthaben zur Liebe und zu guten Werken.“ Das zeigt, dass wir es nicht nur nötig haben, uns Gott zu nahen, sondern auch „einander“. In Zeiten der Verfolgung und der Versuchung, sich zurückzuziehen, besteht eine besondere Notwendigkeit, dass wir Gemeinschaft mit den Gläubigen haben und einander ermutigen.

Wir brauchen die gegenseitige Unterstützung von Glaubensgeschwistern, aber wir werden sie nicht haben, wenn wir nicht „den Spuren der Herde“ (Hld 1,8) nachgehen. Da wir „unseres Bruders Hüter“ sind (1Mo 4,9), haben wir die Verantwortung, über den Zustand des anderen zu wachen und ihn, wenn nötig, zu warnen, wenn er beginnt, vom Weg abzukommen (Spr 24,11.12). Das wird jedoch schwierig sein, wenn wir es versäumen, zum Dienst und zur Gemeinschaft zusammenzukommen (Apg 2,42). Deshalb sagt der Schreiber weiter: „indem wir unser Zusammenkommen nicht versäumen, wie es bei einigen Sitte ist, sondern einander ermuntern, und das umso mehr, je mehr ihr den Tag näher kommen seht“. Das Zusammenkommen der Heiligen zu versäumen ist ein sicheres Zeichen dafür, dass unsere Zuneigungen abnehmen. Gewöhnlich geht dies dem völligen Verlassen einer Versammlung voraus. Die folgenden Dinge sind verräterische Zeichen, die gewöhnlich diejenigen begleiten, die eine Versammlung verlassen:

Merkmale, die gewöhnlich diejenigen kennzeichnen, die eine Versammlung verlassen

  • Sie beginnen, die Zusammenkünfte immer weniger zu besuchen.
  • Sie beschäftigen sich mit den Unzulänglichkeiten der Heiligen und kommen zu dem Schluss, dass es dort keine Liebe gibt.
  • Es fehlt die Trennung von der Welt, sei es in säkularer oder religiöser Hinsicht – und gleichzeitig beschuldigen sie diejenigen, die in Absonderung davon leben, gesetzlich zu sein.
  • Sie behaupten, dass sie in den Zusammenkünften keine Nahrung bekommen – Zusammenkünfte, an denen sie normalerweise gar nicht teilnehmen.
  • Sie fühlen sich schnell beleidigt.
  • Sie ändern ihre Lehre über den einen Mittelpunkt des Zusammenkommens, um die Tür zu öffnen, ihr Weggehen rechtfertigen zu können.

Angesichts dieser Tendenz, sich zurückzuziehen, betont der Schreiber die Notwendigkeit, „einander zu ermuntern, und das umso mehr, je mehr ihr den Tag näher kommen seht“. Es ist sehr wichtig, dass den Heiligen die Lehre vermittelt wird, denn sie ist das Mittel, durch das wir auferbaut werden (1Tim 4,16; 2Tim 2,15). Aber diese Ermahnung zeigt auch, dass wir den praktischen Dienst nicht vernachlässigen dürfen. Dadurch werden die Heiligen ermutigt weiterzumachen. Je näher wir den „Tag“ kommen sehen, an dem der Herr erscheinen wird, um die Welt durch das Gericht Gerechtigkeit zu lehren (Jes 26,9), desto notwendiger wird diese Art von Dienst im Haus Gottes sein. Bis zu diesem Zeitpunkt werden die Dinge moralisch und geistlich immer dunkler werden. In der Tat wird der finsterste Moment der Weltgeschichte kurz vor dem Tag sein, an dem Christus erscheint (Mt 24,29.30). Der Abfall vom christlichen Glauben hat bereits begonnen (1Tim 4,1; 2Thes 2,7), und deshalb ist es umso notwendiger, dass wir einander ermuntern. Wahre Gläubige können zwar nicht abfallen, aber sie können von der Strömung des Abfalls vom Glauben im christlichen Bekenntnis mitgerissen werden und beginnen, bestimmte Grundsätze und Praktiken aufzugeben, die sie einmal vertreten haben. Dies ist eine echte Gefahr.

Wie bereits erwähnt, ist der „Tag“, auf den sich der Schreiber hier bezieht, die Erscheinung Christi. J.N. Darby schreibt:

Der „Tag“, von dem hier die Rede ist, ist nicht die Entrückung der Versammlung, sondern die Erscheinung.[14]

W. Kelly schreibt:

Da es hier um Verantwortung geht, ist es der „Tag“ oder die Erscheinung des Herrn, die folgt, wenn unsere Treue oder das Fehlen derselben offenbar wird.[15]

S. Ridout schreibt:

Jene Heiligen, deren Augen gesalbt waren, konnten sagen: „Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge“ [1Pet 4,7]. Sie wussten, dass Christus am Ende der Welt erscheinen würde [Heb 9,26], dass bald der Tag kommen würde, an dem seine Feinde unter seine Füße gelegt werden würden (Heb 10,13). Und als sie diesen Tag herannahen sahen, reizten sie sich gegenseitig umso mehr an. Was sollen wir also sagen, die wir Jahrhunderte später leben? Wie viel näher ist dieser Tag für uns![16]

Die vierte Warnung gegen den Abfall (Heb 10,26-39)

Die Gefahr des Sündigens mit Willen (V. 26-31)

Der Schreiber unterbricht seine Ermahnungen („Lasst uns“), um noch einmal vor der Gefahr des Abfallens zu warnen. In der zweiten Hälfte von Kapitel 10 warnt er vor dem Abfallen (Heb 10,26-31), aber er ermutigt die Gläubigen auch, auszuharren (Heb 10,32-39). In Kapitel 11 schweift er weiter ab, indem er Beispiele von Menschen aus der Zeit des Alten Testaments anführt, die im Glauben lebten. Anschließend nimmt er seine Ermahnungen in Hebräer 12,1 wieder auf.

Verse 26.27

Heb 10,26.27: 26 Denn wenn wir mit Willen sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, so bleibt kein Schlachtopfer für Sünden mehr übrig, 27 sondern ein gewisses furchtvolles Erwarten des Gerichts und der Eifer eines Feuers, das die Widersacher verzehren wird.

Die Sünde aus Vorsatz, auf die er sich hier bezieht, ist das Abfallen vom Glauben – die vorherrschende Sünde im ganzen Brief. Wie bereits erwähnt, bestand die Gefahr des Abfallens der Hebräer darin, dass sie den christlichen Glauben aufgaben und zum Judentum zurückkehrten. Das ist nur etwas, was ein falscher Bekenner tun würde, der nie gerettet worden ist.

Vers 26 bezieht sich nicht, wie häufig angenommen wird, auf einen abtrünnigen Christen, der sündigt und dadurch sein Heil verliert. Christen können ihr Heil nicht verlieren (Joh 10,27.28; usw.). Die Person, um die es hier geht, ist jemand, der „die Erkenntnis der Wahrheit empfangen hat“, also von ihr erleuchtet worden ist. Aber beachte: Es wird nicht gesagt, dass die Person die Wahrheit auch geglaubt hat. Die Wahrheit zu empfangen und die Wahrheit zu glauben, sind zwei verschiedene Dinge. Manche meinen, das Wort „wir“ in diesem Vers weise darauf hin, dass der Schreiber von Christen spricht und sich dabei selbst einschließt. Aber wie bereits erwähnt, bezieht sich die Verwendung von „wir“ in diesem Brief in der Regel auf die Landsleute des Schreibers, die Juden waren, wie es auch hier der Fall ist.

Dieser Vers spricht auch nicht von einem Sünder, der das Evangelium ablehnt. Die Ablehnung des Evangeliums kann sicherlich als Sünde eingestuft werden. Aber um diese Sünde geht es hier nicht. Der Mensch hier ist viel verantwortlicher als der Sünder, der das Evangelium ablehnt. Er hat das Evangelium äußerlich angenommen und bekannt, dem Evangelium zu glauben, und hat danach alles über Bord geworfen. In Kapitel 6 macht der Schreiber deutlich, dass es keine Heilung von dieser vorsätzlichen Sünde des Abfallens gibt. Wo könnte man ein Opfer für die Sünden jemandes finden, der abgefallen ist? Gott hat die jüdischen Opfer abgeschafft und der Abtrünnige selbst hat sich vom Opfer Christi abgewandt! Daher ist für einen solchen Menschen „kein Schlachtopfer für Sünden mehr übrig“. Er kann nirgendwo hingehen und es gibt kein Opfer mehr für ihn. Er ist verloren.

J.N. Darby schreibt:

Sein [Christi] ein für alle Mal dargebrachtes Opfer war das einzige Opfer. Wenn jemand bekannt hatte, den Wert dieses Opfers zu kennen, und es dann aufgab, so gab es kein anderes Opfer, zu dem er Zuflucht hätte nehmen können, noch konnte es je wiederholt werden. Es blieb kein Opfer mehr für die Sünde.[17]

Alles, was einem Abtrünnigen bleibt, ist „ein gewisses furchtvolles Erwarten des Gerichts“ (Heb 10,27). Ein solcher Mensch macht sich selbst zu einem „Widersacher“ der Wahrheit, und folglich wird er von dem Gericht des Zornes Gottes verzehrt werden.

Vers 28

Heb 10,28: Jemand, der das Gesetz Moses verworfen hat, stirbt ohne Barmherzigkeit auf die Aussage von zwei oder drei Zeugen; …

Um die Schwere des Abfallens vom Glauben zu verdeutlichen, vergleicht der Schreiber diese Sünde aus Vorsatz mit der Sünde mit erhobener Hand in der alten Haushaltung und zeigt, dass sie viel „schlimmer“ ist. Unter dem Gesetz wurde derjenige, der sich mit erhobener Hand über ein einfaches Gebot hinwegsetzte, „auf die Aussage von zwei oder drei Zeugen“ hingerichtet. Ein Beispiel dafür ist die Übertretung des Mannes, der am Sabbat Holz auflas (4Mo 15,30-36). Er wurde gesteinigt, so dass er starb, weil er es „mit erhobener Hand“ getan hatte! Es handelte sich nicht um eine Sünde aus Versehen, für die ein Sündopfer dargebracht und der Person dann in den Regierungswegen vergeben werden konnte (3Mo 4,2; 4Mo 15,27-29; Heb 9,7).

Vers 29

Der Schreiber sagt dann:

Heb 10,29: … wie viel schlimmerer Strafe, meint ihr, wird der wert geachtet werden, der den Sohn Gottes mit Füßen getreten und das Blut des Bundes, durch das er geheiligt worden ist, für gemein erachtet und den Geist der Gnade geschmäht hat?

Wenn es schon unter dem Gesetz kein Heilmittel für eine Sünde mit erhobener Hand gab, wie viel mehr dann in dem Fall eines Abtrünnigen, der „mit erhobener Hand“ (d.h. „mit Willen“) gegen die Gnade Gottes sündigt!

Um dies zu unterstreichen, erwähnt der Schreiber in diesem Vers drei schreckliche Dinge, die ein Abtrünniger tut, wenn er den christlichen Glauben aufgibt und zum Judentum zurückkehrt:

  1. Erstens tritt er „den Sohn Gottes mit Füßen“! Er lehnt Christus also nicht einfach nur ab, sondern er verwirft Ihn entschieden und auf die abschätzigste Weise. Eine solche Art der Verwerfung ist eine Beleidigung der Größe seiner Person.

  2. Zweitens hält er „das Blut des Bundes, durch das er geheiligt wurde, für gemein“. Indem er sich zum Christentum bekennt, wird ein bloß bekennender Gläubiger äußerlich geheiligt, was Bibelausleger „relative Heiligung“ nennen (vgl. Röm 11,16; 1Kor 7,14 und 2Tim 2,21). Auf diese Weise abgesondert zu sein, bedeutet nicht, dass eine Person gerettet ist, sondern dass sie sich durch ihre Identifikation mit den Christen in einer bevorzugten Stellung befindet. Das „Blut des neuen Bundes“ wurde am Kreuz vergossen (Mt 26,28). Das Werk Christi am Kreuz bildete die Grundlage für den kommenden neuen Bund mit Israel. In der Zwischenzeit heiligt sein Blut alle, die auf diese äußerliche Weise ein Glaubensbekenntnis zu Ihm ablegen. Wer sich von diesem Bekenntnis lossagt, behandelt „das Blut“ Christi als „etwas Gemeines“[18]. Das ist eine schockierende Missachtung dessen, was in den Augen Gottes und in den Augen aller, die durch das Blut Christi erlöst worden sind, überaus kostbar ist (1Pet 1,18)!

  3. Drittens hat der Abtrünnige „den Geist der Gnade geschmäht“ – die göttliche Person, die von Gott gekommen ist, um uns viele wunderbare Wahrheiten zu vermitteln und uns viele wunderbare Segnungen zu schenken.

Es erübrigt sich, zu sagen, dass es viel schlimmer ist, sich dieser Dinge schuldig zu machen, als am Sabbat Holz zu sammeln! Wenn ein Sünder unter dem Gesetz für einen so einfachen Verstoß hart bestraft wurde, wie viel mehr wird dies sicherlich auf einen Menschen zutreffen, der diese schrecklichen Dinge tut. Die Strafe wird also im Verhältnis zur Schwere der Sünde stehen.

Verse 30.31

Heb 10,30.31: 30 Denn wir kennen den, der gesagt hat: „Mein ist die Rache, ich will vergelten“, spricht der Herr. Und wiederum: „Der Herr wird sein Volk richten.“ 31 Es ist furchtbar, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen!

Obwohl wir natürlich über solch einen dreisten Unglauben betrübt sind, müssen wir davon absehen, alle Abtrünnigen zu verurteilen. Der Abtrünnige muss dem Handeln Gottes überlassen werden. Deshalb gibt uns der Schreiber ein warnendes Wort mit auf den Weg: „,Mein ist die Rache, ich will vergelten‘, spricht der Herr. Und wiederum: ,Der Herr wird sein Volk richten.‘“ Sein abschließendes Wort der Warnung lautet: „Es ist furchtbar, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen.“ Diese ernste Aussage sollte all jenen ins Gewissen reden, die nur bekennende Gläubige waren und die sich mit dem Gedanken trugen, sich aus der christlichen Gemeinschaft zurückzuziehen und zum Judentum zurückzukehren.

Drei Dinge, die wir nicht aus den Augen verlieren dürfen (V. 32-39)

Die letzten Verse des Kapitels sind voller Ermutigung für diejenigen, die wirklich gläubig waren. Sie waren der Verfolgung durch die ungläubige Masse des Volkes ausgesetzt. Unter diesem Druck wurden sie in ihrem Glauben müde und zweifelten an ihrem Weg. Es war unbedingt erforderlich, dass diese Brüder den Weg des Glaubens mit Ausharren fortsetzten. Um sie dazu zu ermutigen, stellt der Schreiber ihnen drei Dinge vor, die sie nicht aus den Augen verlieren sollten. Wenn diese Dinge immer wieder hell vor ihrer Seele stehen würden, wären sie sicherlich motiviert, auf diesem Weg weiterzugehen. Diese drei Dinge werden das Gleiche auch bei uns bewirken.

1. Wir haben „einen besseren und bleibenden Besitz“

Verse 32-34

Heb 10,32-34: 32 Erinnert euch aber an die früheren Tage, in denen ihr, nachdem ihr erleuchtet worden wart, viel Kampf der Leiden erduldet habt; 33 indem ihr einerseits sowohl durch Schmähungen als auch Drangsale zur Schau gestellt wurdet, andererseits aber Genossen derer wurdet, die so einhergingen. 34 Denn ihr habt sowohl den Gefangenen Teilnahme bewiesen als auch den Raub eurer Güter mit Freuden aufgenommen, da ihr wisst, dass ihr für euch selbst einen besseren und bleibenden Besitz habt.

Das Erste, was sie nach dem Wunsch des Schreibers nicht aus den Augen verlieren sollten, waren die großen geistlichen Besitztümer, die sie in Christus hatten. Diese Segnungen und Vorrechte sind außerordentlich kostbar und übertreffen bei weitem alles, was die Juden im Judentum hatten. In der Tat sind sie die höchsten Segnungen, die Gott jemals seinen Geschöpfen gegeben hat (oder jemals geben wird)! So haben die Christen durch Gnade und ihre Verbindung mit Christus und durch den innewohnenden Heiligen Geist einen besonderen Platz vor Gott, den alle anderen in seiner gesegneten Familie nicht haben. Daher werden sie „die Versammlung der Erstgeborenen“ genannt (Heb 12,23). (Der Ausdruck „Erstgeborene“ bedeutet, dass sie den Vorrang vor anderen haben.) Christen könnten gesegneter nicht sein (Eph 1,3).

Diese hebräischen Gläubigen hatten früher eine richtige Sichtweise auf diese geistlichen Dinge, als sie einmal „erleuchtet“ und durch das Evangelium gerettet wurden, und sie mussten zu dieser Einstellung zurückgerufen werden. Deshalb sagt er: „Erinnert euch aber an die früheren Tage.“ Als sie sich einmal auf den christlichen Weg begaben, verstanden sie, dass ihr Teil in Christus etwas Besonderes war. Und sie betrachteten es als ein Vorrecht, dass sie für würdig befunden wurden, für diese Dinge zu leiden. Infolgedessen erduldeten sie mit Freude „viel Kampf der Leiden“. Wenn sie von ihren Landsleuten öffentlich geschmäht wurden, indem sie „durch Schmähungen als auch Drangsale zur Schau gestellt“ wurden, nahmen sie dies ohne Vergeltung hin, weil sie verstanden, dass dies ein Teil der Leiden für Christus war. Selbst wenn ihre „Güter“ (materielle Besitztümer) durch die Missgunst anderer geplündert wurden, nahmen sie diesen Verlust „mit Freuden“ hin. Weil sie wussten, dass sie in Christus „einen besseren und bleibenden Besitz“ hatten, waren sie in der Lage, diese Dinge auf so bemerkenswerte Weise zu ertragen. Infolgedessen lohnte es sich für sie, für diese Dinge zu leben und zu leiden.

Aber leider wurden sie durch die vielen Widerstände auf ihrem Weg entmutigt und verloren ihre ursprünglichen Überzeugungen. Deshalb diese Ermahnung des Schreibers. Sein Heilmittel für sie war die Rückkehr zu ihrer ursprünglichen Denkweise, die sie als junge Christen hatten – aber nicht die Rückkehr zum Judentum. Sie brauchten eine Neuausrichtung ihrer Überzeugungen, indem sie erneut einen Blick auf das warfen, was ihnen in die Hände gegeben worden war. Dann würden sie wieder erkennen, dass es in der Tat ein großes Vorrecht war, diese kostbaren Dinge bekommen zu haben.

Auch für uns gibt es nichts, was uns mehr motiviert, den Weg des Glaubens mit Überzeugung weiterzugehen, als zu erkennen, was in unsere Hände gelegt worden ist. Wenn wir uns einen Moment Zeit nehmen, um unsere vielen Segnungen in Christus aufzuzählen, die uns von allen anderen gesegneten Geschöpfen Gottes unterscheiden, werden wir sofort erkennen, dass uns wirklich etwas Besonderes gegeben ist. Es ist eine Untertreibung, zu sagen, dass es ein Vorrecht ist, ein Christ zu sein.

2. Der Herr kommt sehr bald

Verse 35-37

Heb 10,35-37: 35 Werft nun eure Zuversicht nicht weg, die eine große Belohnung hat. 36 Denn ihr habt Ausharren nötig, damit ihr, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt, die Verheißung davontragt. 37 Denn noch eine ganz kleine Zeit, und „der Kommende wird kommen und nicht ausbleiben“.

Die zweite Sache, die diese hebräischen Gläubigen nicht aus den Augen verlieren sollten, war, dass der Herr bald kommen würde – in „einer ganz kleinen Zeit“. Und Er würde eine besondere Belohnung für diejenigen mit sich bringen, die den Willen Gottes getan haben (Off 22,12).

Die Erwähnung des Kommens des Herrn, wie der Schreiber es hier tut, sollte diese geliebten Gläubigen sicherlich dazu motivieren, den Weg bis zu diesem Augenblick weiterzugehen, denn für den Glauben war er nicht mehr fern. Ebenso sollte sein bevorstehendes Kommens uns motivieren, den Weg fortzusetzen. Wenn sie das Kommen des Herrn schon in ihrer Zeit erwarteten, wie viel mehr sollten wir es tun, die wir viele Jahrhunderte später leben. Es wird nicht mehr lange dauern! In der englischen King-James-Übersetzung heißt es „zögern“, aber es sollte „aufschieben“[19] heißen. Der Herr hat fast zweitausend Jahre lang gezögert (gewartet), weil es nicht die Zeit des Vaters war, Ihn zu senden.[20] Aber wenn dieser Augenblick gekommen sein wird, wird Er nicht zögern, zu kommen und uns nach Hause zu holen (vgl. Ps 19,6)

3. Sich zurückziehen missfällt dem Herrn

Verse 38.39

Heb 10,38.39: 38 „Der Gerechte aber wird aus Glauben leben“; und: „Wenn jemand sich zurückzieht, so hat meine Seele kein Wohlgefallen an ihm.“ 39 Wir aber sind nicht von denen, die sich zurückziehen zum Verderben, sondern von denen, die glauben zur Errettung der Seele.

Der dritte Punkt, den diese geliebten Geschwister nicht aus den Augen verlieren sollten, war, dass es dem Herrn missfallen würde, wenn sie sich von dem Weg des Glaubens zurückziehen würden.

In diesen Versen spricht der Schreiber vom „Zurückziehen“, was „jemand“ (auch Gläubige)[21] tun kann, und vom „Zurückziehen zum Verderben“ (Abfallen), was nur Bekenner tun können, indem sie ihr Bekenntnis des Glaubens an Christus aufgeben. Beides hat mit Abkehr zu tun, aber das eine (Abfallen) ist unendlich viel schlimmer. Wie bereits erwähnt, können wahre Gläubige nicht vom Glauben abfallen. Aber sie können von der Strömung des Abfalls beeinflusst sein, die sich „in späteren Zeiten“ in der Christenheit ausbreitet (1Tim 4,1). Und sie können bestimmte Grundsätze und Praktiken aufgeben, die sie einmal vertreten haben.

Jeder, der in Erwägung zieht, sich von dem Weg zurückzuziehen – auch wenn er meint, dass es nur ein kleines Stück ist –, muss daran erinnert werden, dass er damit die Möglichkeit der Züchtigung des Herrn ins Spiel bringt. Gott liebt sein Volk, und Er wird nicht zulassen, dass die Gläubigen auf einem Weg der Ungerechtigkeit oder des Kompromisses weitergehen, ohne dass Er in ihrem Leben Zucht ausübt, um sie zurückzubringen (Heb 12,5-11; Hos 2,6.7). Daher bringt ein Zurückziehen von dem Weg oft unerwünschte Schwierigkeiten in unser Leben und sollte daher nicht als eine Möglichkeit betrachtet werden. Das Leben auf dem Weg des Glaubens ist schon schwierig genug, ohne dass wir durch unsere Unachtsamkeit und unseren Ungehorsam noch zusätzliche Probleme in unser Leben bringen.

Das einzig Logische für uns ist, den Weg weiterzugehen und Gott um Gnade zu bitten, in den Schwierigkeiten und Nöten auszuharren, die ein Leben des Gehorsams gegenüber seinem Wort mit sich bringt. Der Schreiber zitiert aus Habakuk 2,4, um zu zeigen, dass „der Gerechte aus Glauben leben“ wird, denn das ist für ein Kind Gottes normal, unabhängig davon, in welcher Haushaltung es lebt, wie das nächste Kapitel (11) zeigt. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, dass wir „die Zeit unserer Fremdlingschaft in Furcht wandeln“. Denn wir wissen, dass unser Vater in seinen Regierungswegen Gericht in unserem Leben hervorrufen kann, um uns zu korrigieren, wenn wir dem Herrn in irgendeiner Weise missfallen (1Pet 1,17).


Übersetzt aus The Epistle to the Hebrews. The New and Living Way of Approach to God in Worship in Christianity  
Christian Truth Publishing 2017

 

 

Übersetzung: Burghard Kleinebenne

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Anmerkungen

[1] J.N. Darby, „Notes on the Epistle to the Hebrews“, Collected Writings, Bd. 27, S. 396.

[2] F.B. Hole, Grundzüge des Neuen Testaments, Bd. 5: Hebräerbrief – Petrusbriefe, Hückeswagen (CSV) 1999, S. 73.

[3] Anm. d. Red.: Die englische KJV übersetzt Psalm 40,9 mit „I delight to do thy will“.

[4] Wörtl. „für das Ununterbrochene“.

[5] Anm. d. Red.: Die englische Übersetzung von J.N. Darby übersetzt hier „in perpetuity“ und hat folgende Fußnote: „Nachdem Er das Werk vollbracht hatte, konnte Er sich setzen und bleibt [fortan] ununterbrochen sitzen, nachdem Er alles getan hatte. Das steht im Gegensatz zu den Priestern, die täglich standen.“ Die Fußnote verweist auf eine weitere Fußnote zu Hebräer 5,6, in der der Ausdruck „in perpetuity“ erklärt wird: „[Dies meint] mehr eine ununterbrochene Fortdauer und [nicht so sehr], dass es kein Ende gibt.“

[6] Anm. d. Red.: In Hebräer 10,12 heißt es, dass Christus sich auf immerdar gesetzt hat zur Rechten Gottes, nachdem Er ein Schlachtopfer für Sünden dargebracht hat. Wir glauben nicht, dass die Erklärung dieser Stelle in einem zeitlichen Zusammenhang mit Apostelgeschichte 7,56 zu suchen ist. Dort heißt es, dass Stephanus den Sohn des Menschen zur Rechten Gottes stehen sieht. Nachdem Christus das Werk der Erlösung vollbracht hatte, hat Er sich sogleich und auf immerdar zur Rechten Gottes gesetzt. In dieser Hinsicht hat Er nichts mehr zu tun.

[7] Anm. d. Red.: Die englische King-James-Übersetzung übersetzt: „Whereof the Holy Ghost also is a witness to us.“

[8] Anm. d. Red.: Die englische King-James-Übersetzung übersetzt „for after that he had said before“.

[9] Anm. d. Red.: Die englische King-James-Übersetzung übersetzt an dieser und den folgenden Stellen mit iniquities („Ungerechtigkeiten“).

[10] Anm. d. Red.: Die Übersetzung der CSV-Elberfelder hat die Fußnote „Unwissenheiten“.

[11] J.N. Darby, Letters, Bd. 3, S. 371.

[12] Anm. d. Red.: Die Übersetzung der CSV-Elberfelder hat die Fußnote „durch sein eigenes“.

[13] J.A. Trench, „Replies to Scripture Questions“,  Scripture Truth, Jg. 1, 1909, S. 22.

[14] J.N. Darby, „Notes from Lectures on the Epistle to the Hebrews“, Collected Writings, Bd. 27, S. 400.

[15] W. Kelly, An Exposition of the Epistle to the Hebrews: with a new version, London (T. Weston) 1905,

S. 191.

[16] S. Ridout, Lectures on the Epistle to the Hebrews, New York (Loizeaux Brothers), S. 207.

[17] J.N. Darby, Betrachtung über Hebräer (Synopsis). Online auf www.bibelkommentare.de.

[18] Anm. d. Red.: Die Übersetzung der CSV-Elberfelder hat die Fußnote „unrein“.

[19] Anm. d. Red.: Die CSV-Elberfelder übersetzt „ausbleiben“.

[20] Anm. d. Red.: Im Zusammenhang mit der Entrückung lesen wir in der Bibel nichts davon, dass der Vater den Sohn zur Heimholung der Gläubigen sendet (vgl. Joh 14,3; 1Thes 4,16). Wenn es jedoch um das Kommen des Herrn Jesus zur Aufrichtung seines Reiches geht, weiß nur der Vater, wann dieser Zeitpunkt sein wird (Mk 13,32; Apg 1,7).

[21] Anm. d. Red.: Es gibt Ausleger, die der Meinung sind, dass der Ausdruck „jemand“ in dem Zitat aus Habakuk 2,4a sich in diesem Zusammenhang auch nur auf christliche Bekenner bezieht. Wir persönlich glauben, dass diese Aussage ganz allgemein gültig ist und es auch ein Zurückziehen von Gläubigen gibt und der Herr an jemand in so einer Haltung auch kein Wohlgefallen haben kann.

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