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Leitverse: Römer 11,33-36
Röm 11,33-36: O Tiefe des Reichtums, sowohl der Weisheit als auch der
Erkenntnis Gottes! Wie unausforschlich sind seine Gerichte und unausspürbar
seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer ist sein Mitberater
gewesen? Oder wer hat ihm zuvorgegeben, und es wird ihm vergolten werden? Denn
von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge; ihm sei die Herrlichkeit in
Ewigkeit! Amen.
Inhalt
Einleitung Gott der Vater Gott
der Sohn Gott der Heilige Geist Worin kommt die
„Einigkeit“ zum Ausdruck? Schluss
Über die „Trinität“ oder die „Dreieinigkeit“ ist schon viel diskutiert
worden. Dies ist an und für sich auch sehr verständlich, weil es beide Begriffe
so in der Bibel nicht gibt. Viele meinen überdies, dass diese Trinität erst auf
dem Konzil von Nicäa unter Kaiser Konstantin als Dogma oder Glaubensgrundsatz
festgestellt wurde. Es mag sein, dass die Lehre von der Dreieinigkeit eine Rolle
auf diesem Konzil gespielt hat, ähnlich der Frage der Kanonizität des Neuen
Testamentes oder der Sabbat-/Sonntag-Frage. Doch auf diesem Konzil wurde weder die Dreieinigkeit noch die
Sabbat-/Sonntag-Frage bestimmt noch festgelegt, welche Bibelbücher zum neutestamentlichen Kanon gezählt wurden, sondern es wurde
einfach festgehalten, was bis dahin von den meisten Christen geglaubt
wurde.
Was verstehen Christen unter dem Begriff „Trinität“ oder „Dreieinigkeit“? Die
Begrifflichkeit ist für die allermeisten Christen wohl eher zweitrangig. Worauf
es ankommt ist, dass Gott seinem Willen und seiner Natur nach einer ist,
aber nicht offenbart werden kann als nur in drei Personen. Selbstverständlich
stehen diese dann gleichrangig nebeneinander. Deshalb sprechen Christen auch von
Gott dem Vater, Gott dem Sohn und Gott dem Heiligen Geist.
Dass der Vater Gott ist, daran hat es nie Zweifel gegeben. Unzählige Briefe
beginnen mit den Worten „Gott, unser Vater“, bis auf wenige Ausnahmen:
Hebräerbrief; Jakobusbrief; 1. und 3. Johannesbrief; 2. Petrusbrief.
Interessanter wird es hier schon bei dem Sohn Gottes, dem Herrn Jesus
Christus. Hier liegt es bei oberflächlichem Lesen nicht direkt auf der Hand,
dass der Sohn auch Gott ist. Doch bei etwas genauerem Schriftstudium werden wir
auch diese Tatsache schnell bestätigt finden.
Eine umfangreiche Wortstudie findet man im Artikel „Die
Gottheit des Herrn Jesus“.
Wir fassen hier nur mal einige wesentliche Punkte zusammen:
Das Johannesevangelium beginnt mit den Worten:
Joh 1,1: Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und
das Wort war
Gott.
Diese Botschaft ist klar. Das Wort war Gott. Doch nun lesen wir weiter in
Vers 14, dort heißt es:
Joh 1,14: Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns (und wir haben seine
Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater),
voller Gnade und Wahrheit;
Diese Botschaft ist ebenso klar. Das Wort wurde Mensch. Nehmen wir also beide
Verse zusammen, die zudem auch in unmittelbarem Zusammenhang stehen, dann muss
die Schlussfolgerung sein, dass Jesus Christus Gott und Mensch in einer Person
war und ist. In Johannes 1,1 ist das Wort Gott und in Vers 14 wurde demnach Gott
Mensch und wohnte unter uns. Das ist an Schönheit und Emotionalität nicht mehr
zu überbieten. Der große Gott wird Mensch. Er kommt in einer Krippe zur Welt und
macht sich abhängig von einer irdischen Mutter, der Er gleichzeitig die Kraft
geben muss, um Ihn in den Armen zu halten. Kann man das verstehen? Nein, das
kann man nur anbeten.
In Kolosser 2,9 heißt es:
Kol 2,9: Denn in ihm (dem Herrn Jesus Christus) wohnt die
ganze Fülle der Gottheit
leibhaftig. Wenn also die ganze Fülle der Gottheit in dem Menschen Jesus
Christus lebt, dann muss dieser Sohn Gottes auch Gott selbst sein.
Die Juden klagten Christus an, weil Er sagte, dass Er Gottes Sohn sei. Den
Juden war damals völlig klar, was das bedeutet. Es bedeutete, dass Jesus sich selbst zu Gott machte. Und wäre Jesus Christus nicht der Sohn Gottes gewesen,
dann wäre dies wirklich die größte aller Gotteslästerungen gewesen und die Juden
wären im Recht gewesen.
Neben vielen weiteren Belegstellen, finden wir noch die vielleicht mit am
deutlichsten sprechende Stelle in 1. Johannes 5,20:
1Joh 5,20: Wir wissen aber, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns ein Verständnis
gegeben hat, auf dass wir den Wahrhaftigen kennen; und wir sind in dem
Wahrhaftigen, in seinem Sohne Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott
und [das] ewige Leben.
Kommen wir nun zu der sogenannten dritten Person der Gottheit, dem Heiligen Geist.
Eigentlich ist es schon nicht ganz glücklich, dass man von der ersten, zweiten
und dritten Person der Gottheit spricht. Unmerklich führt man so wieder eine
gewisse Hierarchie ein. Auf der anderen Seite nehmen wir es aber beim Lesen der
Bibel so wahr, dass am deutlichsten von Gott dem Vater gesprochen wird, dann
auch von Gott dem Sohn, und eher selten lesen wir direkt etwas davon, dass auch
der Heilige Geist Gott ist.
Eine deutliche Stelle für die Beweisführung, dass der Heilige Geist eine
Person und gleichzeitig Gott ist, finden wir in Apostelgeschichte 5 in der
Geschichte von Ananias und Sapphira. Dort heißt es in Kapitel 5,3:
Apg 5,3: Petrus aber sprach: Ananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt,
dass du den Heiligen Geist belogen und von dem Kaufpreis des Feldes beiseitegeschafft hast?
Zuerst wird hier einmal deutlich, dass Ananias den Heiligen Geist belogen
hat. Das zeigt schon mal, dass es sich bei dem Heiligen Geist nicht allein um
eine Kraft handelt, sondern um eine Person. Eine Kraft kann man nicht belügen,
eine Person schon. Versuchen Sie einmal, den Strom aus der Steckdose zu belügen
;-). Das geht natürlich nicht!
Im Weiteren kann der Heilige Geist betrübt werden (Eph 4,30). Man
kann den Heiligen Geist lästern (Mt 12,31). Man kann den Heiligen
Geist beleidigen (Heb 10,29). Auch wird der Heilige Geist als Fürsprecher,
Sachwalter und Tröster bezeichnet (Joh 14). Er kann Diener des Herrn hindern,
etwas zu tun oder die Gläubigen in die ganze Wahrheit leiten — siehe
Apostelgeschichte 16,6 und Johannes 15,26. Das spricht alles davon, dass der
Heilige Geist eine Person ist.
Dann lesen wir weiter in Apostelgeschichte 5:
Apg 5,4: Blieb es nicht dein, wenn es so blieb, und war es nicht, nachdem es
verkauft war, in deiner Gewalt? Was ist es, dass du dir diese Tat in deinem
Herzen vorgenommen hast? Nicht Menschen hast du belogen, sondern Gott.
Sicher muss man immer vorsichtig sein mit Schlussfolgerungen, doch stehen
beide Verse nicht nur im gleichen Kapitel, sondern sie stehen unmittelbar
zusammen. Ananias und Sapphira haben also nicht nur den Heiligen Geist als Person
belogen, sondern sie haben damit Gott den Heiligen Geist belogen.
Dem Heiligen Geist werden auch Eigenschaften zugeschrieben, die nur Gott in sich
selbst vereinigt. Der Heilige Geist ist ewig, Er wird der „ewige
Geist“ genannt (Heb 9,14). Der Heilige Geist ist allgegenwärtig (Ps
139,7). Der Heilige Geist ist allmächtig (Lk 1,35) und der Heilige
Geist ist allwissend (1Kor 2,10.11; Joh 14,26; Joh 15,13). Und
nicht zuletzt wird dem Heiligen Geist auch eine Schöpfertätigkeit
zugeschrieben denn es heißt in Hiob 33,4: „Der Geist Gottes hat mich gemacht, und der Odem
des Allmächtigen belebt mich.“
Wenn wir von der Dreieinigkeit reden, dann müssen wir noch nachweisen, worin
die „Einigkeit“ besonders zum Ausdruck kommt. Natürlich denken wir, was den
Vater und den Sohn angeht, zuerst an die Stelle in Johannes 10,30: „Ich und
der Vater sind eins.“ Diese Stelle sagt nicht nur aus, dass der Vater und
der Sohn eines Sinnes sind, das ist sowieso klar, sondern dass, „wer mich
(Jesus) gesehen hat, hat den Vater gesehen“ (Joh 14,9).
Die „Einigkeit“ kommt aber noch in anderen Punkten zum Ausdruck. Oben haben
wir schon angemerkt, dass der Heilige Geist beim Schöpfungsakt eine Rolle
gespielt hat. Hiob sagt in 33,4: „Der Geist Gottes hat mich gemacht“, und
so finden wir auch den Geist Gottes bei der Schöpfung über dem Wasser schweben
und wir finden den Geist Gottes bei der Neuschöpfung eines Menschen im Neuen
Testament bei Nikodemus, wo es heißt, dass wir aus „Wasser und Geist geboren“
werden müssen. In Johannes 1,1.2 wird dem Herrn Jesus dieser Schöpfungsakt
zugeschrieben und in unzähligen Psalmen wird der Schöpfungsakt Gott selbst
zugeschrieben. Hier finden wir also völlige Harmonie und Einigkeit.
Auch in der Opferung des Herrn Jesus sehen wir diese Einigkeit. Zum einen hat
der Sohn sich selbst geopfert. Er sagte: „Darum liebt mich der Vater, weil
ich mein Leben lasse“ (Joh 10,17). Der Herr Jesus hatte die Gewalt, sein
Leben von sich selbst aus zu lassen. Dann wiederum heißt es auch, dass Gott seinen Sohn geopfert hat:
„Er [Gott], der doch seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben hat.“ Und wiederum heißt es in
Hebräer 9,14: „… der durch den ewigen Geist sich selbst ohne Flecken Gott
geopfert hat.“ Auch hier sehen wir also, dass eine völlige Harmonie und
Einigkeit in der Gottheit besteht.
Ein weiteres Beispiel ist die Auferweckung des Herrn Jesus. Einerseits ist
Jesus Christus Kraft seiner eigenen Macht auferstanden. Er sagte seinen Jüngern:
„Ich habe Gewalt, es [mein Leben] zu lassen, und habe Gewalt, es
wiederzunehmen.“ Doch heißt es auch in Römer 6,4: „… so wie Christus aus
den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters“, und
wiederum heißt es von Gott dem Heiligen Geist in Römer 8,11: „Wenn aber der
Geist dessen, der Jesus aus den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er,
der Christus aus den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig
machen wegen seines in euch wohnenden Geistes.“
Die Einigkeit in der Gottheit kommt außerdem in dem Taufauftrag an die Jünger
zum Ausdruck, wenn es heißt: „Tauft sie im Namen des Vaters, des Sohnes
und des Heiligen Geistes“, oder auch in der Verteilung und Ausübung der
Gaben, denn es heißt auf der einen Seite, dass der Herr Jesus in den Himmel
gegangen ist und dem Menschen Gaben gegeben hat (Eph 4), und andererseits heißt
es in 1.
Korinther 12,4-6: „Es sind aber Verschiedenheiten von Gnadengaben, aber
derselbe Geist; und es sind Verschiedenheiten von Diensten, und derselbe
Herr; und es sind Verschiedenheiten von Wirkungen, aber derselbe Gott,
der alles in allen wirkt.“
Eine erstaunliche Stelle ist auch Johannes 14. Dort richtet der Herr Jesus seine Abschiedsrede an
seine Jünger und tröstet sie mit den Worten: „Ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Sachwalter geben,
dass er bei euch sei in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt
nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch ihn kennt. Ihr [aber] kennet
ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. Ich werde euch nicht als
Waisen lassen, ich komme zu euch.“ Wer würde also zu den Jüngern
kommen, wenn der Herr die Erde verlassen würde? Natürlich der „Geist der
Wahrheit“, der auch tatsächlich zu Pfingsten auf diese Erde kam. Doch wenn wir
genau lesen, heißt es in Johannes 14 auch: „Ich komme zu euch“, das heißt, der
Herr Jesus ist nicht nur „eins mit dem Vater“, sondern Er ist auch eins mit dem
Heiligen Geist.
Wir sehen also, dass es nicht des Konzils zu Nicäa bedurfte, um festzustellen,
dass die Bibel deutlich von der sogenannten Trinität oder Dreieinigkeit redet.
Es gehört zu den wundersamsten Erscheinungen des Christentums, wenn wir über die
Bedeutung dieser Dreieinigkeit nachdenken; es ist eine anbetungswürdige Sache
und kann mit dem menschlichen Verstand niemals ausgelotet werden. Diese Trinität
gibt es nur im Christentum, und sie ist das Fundament unseres christlichen
Glaubens. Wer diese Säule umstößt, verliert alle Segnungen und zieht sich
selbst den Boden unter den Füßen weg. So finden wir zwar nicht die Begriffe Trinität
und Dreieinigkeit, jedoch überdeutlich das Wesen dieser Sache selbst. Bei dieser
Ausarbeitung möge der Leser bedenken, dass ich nur einige wenige Beispiele
bringen konnte und es noch weitaus mehr Bibelstellen und schriftgemäße Beweise
gibt als die hier aufgeführten.

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