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Leitverse: Psalm 51,7; 2. Mose 21,22-24
Ps 51,7: Siehe, in Ungerechtigkeit bin ich geboren,
und in Sünde hat mich meine Mutter empfangen.
2Mo 21,22-24: 22 Wenn Männer sich zanken und stoßen eine schwangere Frau
so, dass sie gebiert, und es geschieht kein Schaden, so soll er gewiss mit Geld
gestraft werden, je nachdem der Ehemann der Frau ihm auferlegen wird, und er
soll es geben durch die Schiedsrichter. 23 Wenn aber Schaden geschieht, so
sollst du geben Leben um Leben, 24 Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand,
Fuß um Fuß.
In Websters Wörterbuch wird das Wort „entsetzlich“ beschrieben als „etwas,
das Horror, Bestürzung, Abscheu oder Empörung hervorruft“. Dieses Wort ist
sicherlich das geeignete Adjektiv, um die heutige Abtreibungssituation zu
beschreiben. Abtreibung ist entsetzlich, nicht nur der Statistiken wegen,
sondern auch aufgrund des unveränderlichen Maßstabs der Schrift.
Es ist offensichtlich, dass Statistiken nicht alles berichten können, aber
zweifellos zeigen sie eine wahrhaft entsetzliche Entwicklung in der Geschichte
der Abtreibungen. Das Urteil des Obersten Gerichtshofs [der USA] im Jahre 1973
war ein Wendepunkt, da es erklärte, dass nach der Verfassung der Vereinigten
Staaten ein „ungeborener Fötus“ keine Rechtsperson ist. Seitdem wurden in
den USA mehr als vierzig Millionen Abtreibungen durchgeführt. Als während des
Nazi-Holocaust sechs Millionen Juden umkamen, reagierten wir mit Wut und Horror.
Ist es nicht mindestens ebenso entsetzlich, dass vierzig Millionen Babys
absichtlich getötet wurden? Wie schrecklich, an die Gaskammern und
Verbrennungsöfen von Auschwitz, Dachau und Buchenwald zu denken! Aber wie ist
es mit den Verbrennungsöfen in den Abtreibungskliniken? Die gesamte Zahl der
amerikanischen Gefallenen während der gesamten Geschichte unseres Landes ist
nur ein winziger Bruchteil der Anzahl legal abgetriebener Babys.
Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, die dem Kongress erlaubt,
Bundeszuschüsse für bestimmte Abtreibungen zu kürzen, wie auch das neue
Gesetz, das Abtreibungen im zweiten und dritten Trimester unter Strafe stellt,
sind zwar kleine Schritte in die richtige Richtung, aber viel zu wenig, um die
entsetzlichen Statistiken zu ändern. In den USA werden jedes Jahr über
1.550.000 Millionen Ungeborene getötet: Es ist eine Tatsache, dass fast jedes
dritte gezeugte Baby in den Staaten abgetrieben wird! Einige werden getötet
durch die Absaugmethode, durch die der winzige Körper zerrissen und
verstümmelt wird; andere durch die gründliche Ausschabung der Gebärmutter;
wieder andere werden abgetrieben durch Amniozentese mit Kochsalzlösung, die die
zarte Haut des Ungeborenen verbrennt. Wenn das Baby für andere Methoden zu
groß ist, wird die berüchtigte, furchtbare Dilatation-Entleerung
durchgeführt, bei der der Kopf des lebenden Kindes durchbohrt und das Gehirn
abgesaugt wird, wenn das Baby nur wenige Sekunden und Zentimeter vor der
Lebendgeburt steht! Abgetan als ein „Stück Gewebe“, „ein paar Zellen“
oder „das Produkt der Zeugung“ — keines dieser Babys wird vom Gesetz
geschützt oder hat etwas zu sagen bezüglich seiner eigenen Vernichtung. Wie
tragisch! Wie entsetzlich!
Abtreibung ist auch nach den Lehren der Schrift entsetzlich. Sagt denn die
Bibel irgendetwas über Abtreibung? Wenn wir eine biblische Konkordanz zu Rate
ziehen, stellen wir fest, dass Abtreibung dort nicht vorkommt. Jedoch behandelt
die Schrift durchaus die wichtigste Frage beim Thema der Abtreibung: Ist das
ungeborene Kind ein menschliches Wesen?
Psalm 51 ist der große Bußpsalm König Davids, der auf seine Sünde mit
Bathseba folgte. In Vers 7 bekennt David: „In Sünde hat mich meine Mutter
empfangen.“ Das bedeutet nicht, dass Sex von Natur aus sündhaft oder dass
David unehelich geboren wäre. David will damit sagen: Er hatte bereits bei der
Empfängnis eine sündhafte Natur. Die New International Version ist hier, an
diesem Punkt, eine hilfreiche Übersetzung: „Gewiss war ich seit der Geburt
ein Sünder, sündhaft seit der Zeit, da meine Mutter mich empfing.“ Nun ist
das nicht nur Davids poetische Art, über sein Entstehen nachzusinnen. Es ist
Gottes Wort, das uns lehrt, dass wir von der Empfängnis an eine sündhafte
Natur haben. Wir werden nicht erst zum Sünder, wenn wir unsere erste Sünde
begehen, sondern wir sündigen, weil wir mit einer sündhaften Natur empfangen
werden. Wir werden nicht nur mit einer sündhaften Natur geboren — wir haben
schon bei der Empfängnis eine sündige Natur. Im Licht dieser biblischen Lehren
müssen wir uns selbst in Bezug auf die Abtreibungsfrage einige sehr wichtige
Fragen stellen. Haben „ein paar Zellen“ eine sündhafte Natur? Wenn das „Produkt
der Empfängnis“ nur ein „Stück Gewebe“ ist, würde die Bibel diesem eine
sündhafte Natur zusprechen? Im Alten sowie im Neuen Testament finden wir
überwältigende Beweise, dass die sündhafte Natur untrennbar und auf
einzigartige Weise mit dem menschlichem Leben verbunden ist — dem Leben, das
bei der Empfängnis beginnt.
Es gibt noch eine Reihe anderer Bibelverse, die die grundsätzliche Wahrheit
unterstützen, dass ungeborene Kinder menschliche Wesen sind. Vergleiche zum
Beispiel Psalm 139,13-16 und Jeremia 1,4-5. David und Jeremia sprechen beide von
sich als Person, schon vor ihrer Geburt. Außerdem macht Lukas 1,44 eine sehr
interessante Aussage über Johannes den Täufer vor seiner Geburt. Wir lesen,
dass er „vor Freude hüpfte“ im Leib seiner Mutter. Man wird die Emotion der
Freude kaum einem „Stück Gewebe“ zusprechen können. Freude ist eine
menschliche Emotion. Jetzt werden einige argumentieren, dass das nur Elisabeths
Art war, darüber zu sprechen, wie das Ungeborene sie in der Gebärmutter trat.
Aber wir müssen vorsichtig sein, die Schrift so zu behandeln. Es ist richtig,
dass der historische Kontext und die kulturelle Umgebung beachtet werden
müssen, wenn die Schrift richtig interpretiert werden soll. Wir müssen uns
jedoch immer wieder daran erinnern, dass der Heilige Geist der maßgebliche
Autor der Schrift ist und seine Inspiration sich erstreckt über jedes Wort der
Schrift (vgl. 1Kor 2,13). Könnte es sein, dass Gott uns in Lukas 1,44 etwas
über ungeborene menschliche Wesen lehren will?
Ein anderes Argument aus der Schrift zeigt, dass das ungeborene Kind
menschlich ist; es kommt aus der Betrachtung der Menschwerdung unseres Herrn
Jesus Christus. Die Lehre der Menschwerdung bedeutet, dass der ewige Sohn Gottes
Fleisch wurde — ein Mensch! Wann fand die Menschwerdung statt? Bei der Geburt
Jesu? Zum Zeitpunkt der Lebensfähigkeit? Zum Zeitpunkt der ersten
Kindsbewegungen? Oder schon bei der Empfängnis? Matthäus 1,20 stößt uns
sicherlich auf die Schlussfolgerung, dass die Menschwerdung bei der Empfängnis
erfolgte. Der Engel tröstete Josef wegen Marias Zustand mit den Worten: „Das in ihr Gezeugte ist von dem Heiligen Geist.“
Kann man angesichts der vorher angeführten Verse zu einer anderen logischen
Schlussfolgerung gelangen als der, dass ungeborene Kinder menschliche Wesen
sind? Eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, wann das Menschsein beginnt,
ändert keinesfalls das unfehlbare und ewige Wort Gottes! Ungeborene sind
Menschen vom Zeitpunkt der Empfängnis an. Wagen wir es, die Abtreibung
stillschweigend zu dulden oder neutral zu bleiben?
Jede Diskussion darüber, was die Bibel zur Abtreibung zu sagen hat, wäre
unvollständig ohne eine Betrachtung von 2. Mose 21,22-25. Einige Befürworter
der Abtreibung haben diesen Abschnitt aus dem Zusammenhang gerissen und
behaupten, dass er eine biblische Grundlage für die Abtreibung sei. Keineswegs
befürworten diese Verse die Abtreibung! Wenn mit dem Satz „… dass sie
gebiert“ eine vorzeitige Geburt gemeint ist (die New International Version
übersetzt „Frühgeburt“ in Vers 22) und Mutter oder Kind weitere
Verletzungen erlitten, dann musste der Schuldige dafür zahlen: Auge um Auge,
Zahn um Zahn — Leben für Leben! Es ist aber möglich, dass diese Stelle sich
auf eine Fehlgeburt und nicht auf eine Frühgeburt bezieht; die hebräischen
Wörter, die bedeuten „wenn die Leibesfrucht abgeht“, sind nicht präzise
genug, um zu wissen, ob das Kind tot oder lebendig geboren wurde. Bei einer
Übersetzung der Wörter als Fehlgeburt (wie in der New American Standard Bible),
würden sich die weiteren Verletzungen nur auf die Mutter beziehen. Daher würde
der Schuldige nur dann mit seinem Leben bezahlen, wenn die Mutter sterben
würde. Daraus können wir natürlich nicht schließen, dass das tote Baby nicht
als Mensch angesehen wurde. 2. Mose 21,22-25 sagt nur — in dieser eher
nachsichtigen Sichtweise —, dass der Täter nicht als Mörder angesehen werden
sollte für die unbeabsichtigte Verursachung einer Fehlgeburt. Diejenigen, die
aufgrund dieser Schrift eine geplante chirurgische Abtreibung rechtfertigen
wollen, machen sich einer groben Fehlinterpretation und falschen Anwendung der
Bibel schuldig.
Überall in der Bibel wird die Unverletzlichkeit menschlichen Lebens betont.
Unsere Verantwortung vor Gott ist es, menschliches Leben zu schützen —
geborenes oder ungeborenes. Selbst wenn man die Bibel etwas „streckt“: Mit
dem Wort Gottes kann man keine Abtreibung rechtfertigen. Das Leben eines
ungeborenen Kindes absichtlich zu beenden, ist ein Unrecht — ungeachtet der
Umstände, Kultur oder Gerichtsurteile.
Unzählig viele Leute sind heute entweder verwirrt oder einer Gehirnwäsche
erlegen bezüglich der Abtreibung, selbst die, die es gut meinen. Als Christen
sollten wir jede Gelegenheit wahrnehmen, unsere Stimme gegen Abtreibung zu
erheben (vgl. Kol 4,5-6). Aber im Glauben wachsende Christen sollten nicht nur
reden: Wir sollten in Mitgefühl die Hand ausstrecken denen, die in Bezug auf
die Abtreibung verzweifelt versuchen, das Richtige zu tun.
Übersetzung: R. Loyal
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