Wiederherstellung nach Versagen (2)

Stanley Bruce Anstey

© SoundWords, online seit: 09.10.2021, aktualisiert: 17.10.2021

Wie wird jemand, der gefallen ist, wiederhergestellt?

Jetzt wollen wir uns ansehen, wie jemand, der versagt hat, wiederhergestellt wird. Eingangs haben wir gesagt, dass wir uns nicht selbst retten und uns ebenso wenig selbst bewahren können, und wenn wir versagen, können wir uns nicht selbst wiederherstellen. Wie wahr ist das doch. Wenn jemand, der versagt hat, wiederhergestellt werden soll, dann ist es der Herr, der das tut. Ihm gebührt alle Ehre. Ja, wer versagt hat, muss seiner Verantwortung nachkommen, wenn er wiederhergestellt werden soll, denn genauso wie unsere Bewahrung zwei Seiten hat, so hat auch die Wiederherstellung zwei Seiten: die Souveränität Gottes und die Verantwortung des Menschen. Wenn wir versagt haben, können wir nicht einfach nur sagen: „Es hängt allein vom Herrn ab, ob ich wiederhergestellt werde; ich warte einfach darauf, dass Er es tut.“ Nein, Er möchte, dass wir unsere Verantwortung in dieser Sache fühlen.

Die Fürsprache bzw. der Sachwalterdienst Christi

Wie bereits erwähnt, sind wir einerseits hilflos, wenn es um unsere Wiederherstellung geht. Wir sind völlig auf Gott angewiesen. Wenn jemand zu Gott umkehrt, ist das ein Zeugnis für die Treue Gottes, die uns zurückbringt. Lesen wir 1. Johannes 1 und 2:

  • 1Joh 1,9–2,2: Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit. Wenn wir sagen, dass wir nicht gesündigt haben, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns. Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt; und wenn jemand gesündigt hat – wir haben einen Sachwalter bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten. Und er ist die Sühnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die ganze Welt.

Einfach ausgedrückt: Wir werden aufgrund der Fürsprache Christi wiederhergestellt. Nun könnten wir fragen: Was genau ist die Fürsprache oder der Sachwalterdienst Christi? – Es ist das Werk, das Christus ausführt, um seine Leute wieder in die Gemeinschaft [mit Ihm] zurückzubringen, wenn sie versagt haben. Er tritt für uns als unser Hoherpriester ein, damit wir vor dem Fallen bewahrt werden, aber Er tritt auch als unser Fürsprecher für uns ein, nachdem wir versagt haben. Er wendet sich wegen unseres traurigen Zustandes an den Vater, verweist sozusagen auf sein Sühnungswerk am Kreuz und sagt: „Ich habe für diese Sünden bezahlt.“ Deshalb heißt es hier: „Er ist die Sühnung für unsere Sünden“ (1Joh 2,2).

Gleichzeitig wendet sich der Geist Gottes an unser Gewissen und erinnert uns an die Sünde (1Mo 42,21.22; 3Mo 5,4.5) und an die Liebe Christi (Lk 22,61). Er benutzt das Wort Gottes, um uns zum Nachdenken zu bringen (Eph 5,26), indem Er uns unseren Zustand einerseits und die Güte Gottes andererseits vor Augen führt (Röm 2,4). Auch züchtigt Er uns (Heb 12,5-11). Diese Dinge bringen Buße und Bekenntnis hervor, und diese wiederum führen zur Wiederherstellung (1Joh 1,9).

Wenn wir nun diesen Abschnitt als Ganzes betrachten, sehen wir Folgendes: Jemand wendet sich Gott zu und bekennt seine Sünden (1Joh 1,9), weil Christus als Fürsprecher [Sachwalter] wirkt (1Joh 2,1.2). Leider hat man mitten im Thema die Kapitel getrennt. Der erste Vers von Kapitel 2 zeigt, dass das Werk Christi als Fürsprecher [Sachwalter] in Gang kommt, „wenn jemand gesündigt hat“. Das geschieht, unmittelbar nachdem jemand gesündigt hat. Dann beginnt der Herr mit dem Werk der Wiederherstellung in der Seele. Es heißt nicht: „Wenn jemand sich an Ihn wendet und seine Sünde bekennt, handelt Er als unser Fürsprecher.“ Wenn Christus darauf warten würde, dass wir uns an Ihn wenden und unsere Sünde bekennen, bevor Er als unser Fürsprecher handelt, würden wir niemals wiederhergestellt werden, denn wenn wir uns selbst überlassen wären, würden wir uns niemals an Ihn wenden, da wir uns nicht selbst wiederherstellen können.

Solange wir in Sünde und Versagen verharren, gehen wir nicht zu Ihm – das tun wir erst dann, nachdem Er in uns gewirkt hat. Die Bibel ermahnt uns nirgendwo: „Stelle dich selbst wieder her.“ Dennoch gibt es etwas, was wir tun müssen: Wir müssen Buße tun und unsere Sünde bekennen; aber das tun wir erst dann, nachdem der Herr als unser Fürsprecher durch den Geist in uns gewirkt hat, um uns zur Umkehr zu bewegen.

Das Wirken Christi als unser Fürsprecher[1] ist nicht mit der Tätigkeit eines Rechtsanwalts heute zu vergleichen. Der Rechtsanwalt arbeitet erst dann, wenn sein Klient zu ihm kommt und seine Dienste in Anspruch nimmt. Christus als unser Fürsprecher [Rechtsanwalt] wirkt zu unserem Guten, bevor wir uns an Ihn wenden!

Ich erinnere mich an einen Bruder, der nach mehreren Jahren der Abwesenheit in die Versammlung zurückkehrte, nachdem er furchtbar versagt hatte. Er sagte: „Ich bin zum Herrn zurückgekehrt. Ich bin wieder da!“ Aber in Wirklichkeit hatte der Herr ihn zurückgebracht. Dieser Bruder rechnete es sich selbst als Verdienst an, dass er umgekehrt war, und erkannte nicht, dass er ohne das Wirken des Herrn nicht zu Ihm zurückgekehrt wäre. Er verstand nicht, in welch hilflosem Zustand er sich befand, denn er war völlig auf Gott angewiesen.

Das Wort „Kindlein“[2] steht eigentlich nicht im Originaltext, denn nicht nur kleine Kinder sündigen. Es sollte heißen: „Meine Kinder“[3]. Das zeigt: Jedes Kind Gottes kann sündigen und sich vom Herrn entfernen. Ein älteres Kind kann genauso versagen wie ein jüngeres. Wenn ein älteres Kind Gottes sündigt, ist das sogar oft ernster, denn es kann andere auf diesem Weg beeinflussen. Dave Whitaker pflegte zu sagen: „Ich habe noch nie einen jungen Menschen gesehen, der eine Spaltung verursacht hat unter den Gläubigen, die im Namen des Herrn versammelt sind; es sind immer ältere Männer“ – und das ist wirklich wahr.

Beachte auch, dass es heißt: „Wenn jemand gesündigt hat [Vergangenheit]“. Es heißt nicht: „Wenn jemand sündigt [Gegenwart]“.[4] „Wenn jemand gesündigt hat“ – das weist darauf hin, dass es hier um einen konkreten Fall geht, wo ein Gläubiger gesündigt hat. Aber die Formulierung „wenn jemand sündigt“ legt nahe, dass Sündigen ein normaler Vorgang im Leben des Gläubigen wäre. Sündigen ist im Christentum jedoch nicht normal; es ist unnormal. Niemand von uns braucht zu sündigen, aber „wenn“ jemand gesündigt hat, gibt es eine Vorkehrung, damit so jemand wiederhergestellt werden kann. Manchmal kommen wir auf die Idee, dass wir unter bestimmten Umständen einfach sündigen müssen, aber das ist nicht wahr. Zu keiner Zeit ist ein Kind Gottes berechtigt zu sündigen.

Außerdem heißt es, dass unser „Fürsprecher [Sachwalter] bei dem Vater“ ist. Das zeigt: Ein Gläubiger, der gesündigt hat, hat immer noch eine Beziehung zu Gott als seinem Vater. Er hat seine Errettung also nicht verloren, wie manche fälschlicherweise denken. Wenn das so wäre, dann wäre Gott nicht mehr sein Vater. Er bräuchte dann auch keinen Fürsprecher, sondern einen Retter!

All das weist auf die Treue unseres Gottes hin, seine Leute, die sündigen und versagen, wiederherzustellen. Er ist eifersüchtig auf unsere Zuneigung bedacht und wird nicht zulassen, dass wir für immer auf ungerechten Wegen bleiben. Koste es, was es wolle, Gott wird den Verirrten zurückbringen!

Die Mittel, die Gott einsetzt, um einen Gläubigen, der versagt hat, wiederherzustellen

Im Folgenden führe ich einige der Mittel an, die Gott benutzt:

Christus tritt für uns ein

Der Herr Jesus geht zum Vater und betet, dass wir zur Umkehr gebracht werden (Lk 22,31.32). Gleichzeitig vertritt Er unsere Sache vor Gott gegen die Anschuldigungen des Teufels, der uns vor Gott verklagt, weil wir gesündigt und versagt haben (Off 12,10). Der Herr tritt für uns ein, indem Er sozusagen auf sein Blut hinweist, das Sühnung für unsere Sünden bewirkt hat (1Joh 2,2).

Der Geist Gottes lässt das Wort Gottes auf unser Gewissen wirken

Der Geist Gottes beschäftigt sich mit unserem Zustand und unserem sündigen Weg und konfrontiert uns mit unserem Versagen, bis wir uns damit auseinandersetzen und Buße tun. Er benutzt das Wort Gottes, um unsere durch die Sünde verhärteten Herzen aufzubrechen:

  • Jer 23,29: Ist mein Wort nicht so – wie Feuer, spricht der HERR, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmettert?

Er kann uns einen Vers ins Gedächtnis rufen, der in unsere Situation redet (Lk 22,61) – entweder durch Hören, Lesen oder Erinnerung. Gott benutzt sein Wort, um unsere Seelen wiederherzustellen:

  • Ps 19,8: Das Gesetz des HERRN ist vollkommen und erquickt [stellt wieder her] die Seele (vgl. Ps 119,9).

Auch prägt der Heilige Geist die Liebe und Güte Gottes in unsere Herzen ein. Das bewirkt Buße (Röm 2,4). „Gnade“ und „Liebe“ berühren unser Herz und führen uns zum Herrn zurück (Jer 31,2.3; Mal 1,2; Off 3,19).

Der Vater übt in seinen Regierungswegen eine heilige Zucht in unserem Leben aus

Gott benutzt vielleicht Leid und Kummer als ein erzieherisches Mittel, um zu uns zu sprechen, uns zu korrigieren. Auf die eine oder andere Art bekommt Er unsere Aufmerksamkeit – auch wenn es Leiden erfordert. Er liebt uns so sehr (Hiob 33,14-22)! Wenn du vom Weg abgekommen bist, dann höre zu: Früher oder später bringt Er dich zurück. Er wird es mit dir austragen. Vielleicht muss Er dich mit der Rute zurechtweisen, um seine gnädigen Absichten in deinem Leben zu erreichen. In Hosea 2,6-9 lesen wir, dass Er uns den Weg „mit Dornen verzäunen“ wird, d.h. uns den Weg versperrt, indem Er zulässt, dass uns alle möglichen negativen Dinge widerfahren, damit unsere Pläne vereitelt werden. Würden ein liebender Vater und eine liebende Mutter zulassen, dass ein Kind nicht korrigiert wird? Nein, und der Herr wird das auch nicht tun (Heb 12,5-11). Vielleicht muss Er dir alles nehmen, woran sich dein Herz hier in der Welt klammert – selbst wenn es bedeutet, dass Er dich dazu auf dein Sterbebett bringen muss! Das ganze Ziel dahinter ist, dich zurückzubringen, und das wird Er tun. Der Psalmist sagt:

  • Ps 119,67: Bevor ich gedemütigt wurde, irrte ich; jetzt aber halte ich dein Wort.

Gott weist unsere Geschwister auf unseren Zustand hin

Gott macht auf irgendeine Weise die Gläubigen auf unseren traurigen Zustand aufmerksam, und sie beten für unsere Wiederherstellung. Und Gott erhört Gebete! Vielleicht hast du eine betende Mutter und einen betenden Vater. Gott wird ihre Gebete zu seiner Zeit erhören:

  • Jer 31,15.16: So spricht der HERR: Eine Stimme wird in Rama gehört, Wehklage, bitteres Weinen. Rahel beweint ihre Kinder; sie will sich nicht trösten lassen über ihre Kinder, weil sie nicht mehr sind. So spricht der HERR: Halte deine Stimme zurück vom Weinen und deine Augen von Tränen; denn es gibt Lohn für deine Arbeit, spricht der HERR, und sie werden aus dem Land des Feindes zurückkehren.

Außerdem bewegt Gott unsere Geschwister dazu, uns nachzugehen, um uns wiederherzustellen:

  • Gal 6,1: Brüder, wenn auch ein Mensch von einem Fehltritt übereilt würde, so bringt ihr, die Geistlichen, einen solchen wieder zurecht im Geist der Sanftmut [vgl. Jak 5,19.20].

Sie kommen zu uns und sprechen mit uns über unseren Weg. Es ist die Pflicht eines Bruders, einen Irrenden zu warnen, der in seinem Leben auf einen Schiffbruch zusteuert. In den Sprüchen heißt es:

  • Spr 24,11.12: Errette, die zum Tode geschleppt werden, und die zur Würgung hinwanken, o halte sie zurück! Wenn du sprichst: Siehe, wir wussten nichts davon – wird nicht er, der die Herzen wägt, es merken, und er, der auf deine Seele achthat, es wissen? Und er wird dem Menschen vergelten nach seinem Tun.

Wenn der Herr also jemand schickt, der mit uns spricht, sollten wir den Propheten nicht gleich „töten“ – vielleicht spricht Gott durch ihn zu uns! Die Schrift sagt:

  • 1Thes 5,20: Weissagungen verachtet nicht.

Welche Zeichen deuten an, dass jemand wiederhergestellt worden ist?

Er erkennt den eigenen erbärmlichen Zustand

Das Erste, was bei jemand, den der Herr wiederherstellt, deutlich wird, ist, dass er seinen erbärmlichen Zustand erkennt und darüber beunruhigt ist. Mein Freund, hast du dich in deinem Herzen vom Herrn entfernt? Weißt du es, dass du dich entfernt hast? Es ist gut, das zu wissen. Es zeigt, dass du ein wenig wach geworden bist!

Es kam eine Zeit, als der verlorene Sohn aufwachte. Er „kam zu sich“ und überlegte, was er da tat (Lk 15,17). Wenn jemand, der versagt hat, diesen Punkt erreicht, dann geschieht das direkt aufgrund der Fürsprache Christi, seines Sachwalters. Tatsächlich kann der Herr jedes der Mittel, die ich gerade erwähnt habe, einsetzen, um dieses Ziel mit uns zu erreichen.

Er tut aufrichtig Buße

Das Zweite, was man bei jemand sieht, den der Herr wiederherstellt, ist aufrichtige Buße. Buße bedeutet, dass wir unseren Sinn ändern und alles ins Gericht bringen, was wir sind und getan haben. Auch das ist das Ergebnis der Güte Gottes, die in unseren Seelen wirkt. Wie bereits erwähnt, ist es „die Güte Gottes“, die einen Menschen „zur Buße leitet“ (Röm 2,4). Als der verlorene Sohn über die Güte seines Vaters nachdachte, brachte ihn das dazu, dass er seine Meinung über seinen Vater änderte und sich selbst verurteilte (Lk 15,17-19).

Buße ist wirklich ein Wort, das heute seine Bedeutung verloren hat. Viele haben unklare Vorstellungen darüber. Ein Teil dieser Verwirrung ist nicht unbedingt ihre Schuld – die Religion hat den Menschen diese irrigen Vorstellungen eingeimpft. Im Folgenden einige Beispiele:

  • Buße ist keine Bußübung. Bußübungen sind das Bemühen des Menschen, in irgendeiner Weise für begangenes Unrecht zu sühnen. Das ist natürlich etwas, was wir nicht tun können. Nur das Blut Christi kann Sühnung für die Seele tun (3Mo 17,11; 1Joh 1,7).
  • Buße ist nicht Bekenntnis. Manche denken fälschlicherweise, dass sie Buße tun, wenn sie sich entschuldigen für etwas, was sie falsch gemacht haben. Es ist jedoch möglich, etwas zu bekennen, aber dennoch nicht bußfertig zu sein. Bekenntnis ist eine Tat, Buße ist ein Prozess.
  • Buße ist nicht [äußere] Reformation. Reformation ist lediglich eine äußerliche Veränderung. Es ist, als ob man ein neues Kapitel aufschlagen will – man versucht, schlechte Gewohnheiten durch gute zu ersetzen. Obwohl diese Dinge aus der Buße hervorgehen, sind sie keine Buße. Gott verlangt nicht von uns, dass wir feierliche Versprechen abgeben, die wir nicht halten können.
  • Buße ist nicht Reue. Reue bedeutet, die Sünde zu bedauern. Sie kann in Buße münden, aber Reue selbst ist nicht Buße. Buße ist ein inneres Werk in der Seele und führt dazu, dass wir unsere Einstellung zu dem Weg, den wir eingeschlagen haben, ändern und das verurteilen, was wir getan haben. Vielleicht haben wir gedacht, dass das, was wir getan haben, in Ordnung sei, aber jetzt halten wir es für falsch, für böse, und das führt dazu, dass wir es nicht mehr tun. Wenn jemand wirklich bußfertig ist, wird er sich davon abwenden.

In Lukas 15 steht:

  • Lk 15,10: Ebenso, sage ich euch, ist Freude vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.

Beachte, dass es heißt: „der Buße tut [als Prozess]“. Das zeigt, dass Buße ein fortlaufender Prozess im Leben des Gläubigen sein sollte. Wir sollten niemals aufhören, Buße zu tun! Manche denken, Buße bedeute, traurig zu sein. Wenn das so wäre, dann hieße das, dass wir für den Rest unseres Lebens traurig sein müssten, was jedoch nicht stimmt! Wir sollten allerdings immer unsere Haltung zu einem sündigen Weg ändern und immer einen Geist des Gerichts über unsere Sünde haben, d.h. bereit sein, unsere Sünde zu verurteilen. Wenn wir aufhören, Buße zu tun, hören wir auf, einen veränderten Geist über unsere Sünde zu haben, und bald werden wir wieder auf die Sünde zusteuern!

Ich erinnere mich, dass ein Bruder über eine bestimmte Schwester sagte: „Sie hat Buße getan.“ Meinte er damit, dass sie mit der Buße zu Ende war und nicht mehr bußfertig war? Ich glaube, er hat nicht verstanden, dass Buße etwas ist, was unser ganzes Leben lang andauern sollte. Wie ich schon gesagt habe, Buße bedeutet nicht, dass wir über unser Versagen Trübsal blasen und uns selbst bemitleiden sollten. Buße bedeutet ganz einfach, dass wir das, was wir falsch gemacht haben, verurteilen und uns nicht davon abbringen lassen. Wir sollen es immer auf diese Weise betrachten.

Er legt ein Bekenntnis ab

Auch sollte es ein Bekenntnis geben. Der Vers, den wir weiter oben in 1. Johannes 1,9 gelesen haben, spricht davon, dass wir unsere Sünden bekennen. Wenn wir das tun, so heißt es, ist Er „treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit“. Dies ist notwendig, damit wir wieder in die Gemeinschaft mit dem Herrn aufgenommen werden. Jemand, der gefallen ist, wird seine Schuld offen zugeben.

Die Wiederherstellung der Seele für die Gemeinschaft [mit dem Herrn] muss kein langwieriger Prozess sein. Das Bekenntnis in 1. Johannes 1,9 dauert nicht lange. Es kann allerdings einige Zeit dauern, bis jemand wieder in die Gemeinschaft mit den Gläubigen aufgenommen wird, wenn die Sünde so schwerwiegend war, dass er oder sie ausgeschlossen worden war. Es braucht Zeit, um den Geschwistern zu beweisen, dass die Buße echt ist. Sie müssen die „Früchte“ der Umkehr sehen (Lk 3,8; Apg 26,20); und das kann einige Zeit dauern.

Wir werden an Absalom erinnert, der eine Gruppe bildete, um den Thronfolger zu töten, damit er selbst den Thron besteigen konnte (2Sam 13,23-39). Später kehrte er durch das Wirken Joabs zurück, doch ohne Bekenntnis oder Buße (2Sam 14). Und da er seine Sünden nicht verurteilt hatte, bildete er eine weitere Gruppe von Männern: dieses Mal, um den Thron durch einen offenen Aufstand anzugreifen (2Sam 15). Wir täten gut daran, auf die Zeichen wahrer Buße in einem solchen Menschen zu warten.

Was ist der Beweis, dass jemand wirklich bußfertig ist?

Petrus ist das herausragende Beispiel für einen versagenden Gläubigen im Neuen Testament, aber Noomi ist das herausragende Beispiel für eine versagende Gläubige im Alten Testament, die durch die Gnade Gottes wiederhergestellt wurde. Schauen wir uns ihre Geschichte an, die wunderschön die Zeichen wahrer Buße illustriert.

Das Beispiel von Noomi

Sie setzt einen klaren Schlussstrich unter das Leben in Moab

Lesen wir einige Verse aus Ruth 1:

  • Ruth 1,6.7: Sie [Noomi] machte sich auf, sie und ihre Schwiegertöchter, und kehrte aus den Gebieten von Moab zurück; denn sie hatte im Gebiet von Moab gehört, dass der HERR sich seinem Volk zugewandt habe, um ihnen Brot zu geben. Und sie zog aus von dem Ort, wo sie gewesen war.

Wir sehen hier, dass die Güte Gottes in Noomis Herzen wirkte, als sie hörte, dass Gott seinem Volk Brot gegeben hatte. Das Ergebnis war: „Sie zog aus von dem Ort, wo sie gewesen war.“ Das heißt, sie machte einen klaren Schnitt mit dem, womit sie in Moab zu tun gehabt hatte. Wir lesen nicht, dass sie jemals in dieses Land zurückgekehrt wäre. Das zeigt, dass sie mit Moab wirklich fertig war. In Sprüche 28,13 heißt es: „Wer seine Übertretungen verbirgt, wird kein Gelingen haben; wer sie aber bekennt und lässt, wird Barmherzigkeit erlangen.“ Genau das tat Noomi: Sie verließ Moab.

Wenn jemand wiederhergestellt werden möchte, seine Verbindung mit der Welt jedoch nicht abbricht (mit ebenden Personen und Dingen, die ihn überhaupt erst vom Herrn weggeführt haben), dann zeigt das, dass seine Buße nicht sehr tief ist, wenn es überhaupt Buße gibt. Es ist ein verräterisches Zeichen, dass etwas nicht stimmt. Mein Freund, wenn du wiederhergestellt werden willst, musst du aus den Umständen herauskommen, in denen du dich befindest! Das musst du unbedingt tun. Wenn du das nicht tust, wird es dich wieder nach unten ziehen.

Sie ist betrübt, dass ihr Ungehorsam anderen Leid gebracht hat

  • Ruth 1,13: [Noomi sprach:] Mir ergeht es viel bitterer als euch [a. Ü.: Ich bin ja euretwegen tief betrübt]; denn die Hand des HERRN ist gegen mich ausgegangen.

Noomi tat es leid, dass sie im Leben ihrer Schwiegertöchter Kummer verursacht hatte. Es ist immer ein gutes Zeichen, wenn eine bußfertige Person merkt, dass ihr Ungehorsam andere Menschen verletzt, gekränkt hat. Mein Freund, wenn du in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen bist, denke an den Kummer, den du im Herzen deiner Eltern verursacht hast! Hast du jemals innegehalten und an den Kummer und den Schmerz gedacht, den du deinem Vater und deiner Mutter zugefügt hast, weil du den Freuden der Sünde nachgejagt bist?

Sie kehrt zum Ausgangspunkt zurück

  • Ruth 1,19: Und so gingen beide [Noomi und Ruth], bis sie nach Bethlehem kamen.

Bethlehem war genau der Ort, von dem aus Noomi nach Moab gegangen war. Dort hatte sie gewohnt, als sie im Land Israel lebte (Ruth 1,1). Sie ging genau dorthin zurück, wo sie den Weg ursprünglich verlassen hatte. Gott möchte, dass wir bis zu ebender Wurzel unseres Abweichens zurückgehen – bis zum Anfang, wo die Dinge ihren Lauf genommen haben – und es richten. Wir müssen an den Ort zurückkehren, an dem wir waren, bevor wir vom Weg abgekommen sind.

Abraham ist ein weiteres Beispiel dafür. Als er aus Ägypten zurückkam, heißt es, dass er an ebenden Ort zurückkehrte, wo er seinen Altar verlassen hatte (1Mo 12,8; 13,3). Der Altar steht für die Gemeinschaft mit Gott. Das weist darauf hin, dass die Gemeinschaft wiederhergestellt war. Dass jemand wieder die Gemeinschaft mit dem Herrn genießt, ist ein gutes Zeichen für die Wiederherstellung. 

Sie zeigt einen Geist echter Zerbrochenheit und Demut

  • Ruth 1,20: Noomi sprach zu ihnen: Nennt mich nicht Noomi, nennt mich Mara.

Mara bedeutet „bitter“. Noomi deutete damit an, dass sie in ihrer Seele tiefe Bitterkeit über ihren ganzen Lebensweg empfand. Das ist ein weiterer Aspekt, der sich bei jemand zeigt, der wirklich Buße getan hat: Es gibt echte Zerbrochenheit und Demut. David sagt: „Die Opfer Gottes sind ein zerbrochener Geist; ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten“ (Ps 51,19). Als Hiskia wiederhergestellt wurde, sagte er: „Ich will sachte wallen alle meine Jahre wegen der Betrübnis meiner Seele“ (Jes 38,15).

Gott wünscht sich „Wahrheit im Innern“ (Ps 51,8); wenn das der Fall ist, wird es diese Demut geben. Wenn jemand bekennt, dass er vom Herrn wiederhergestellt worden ist, jedoch eine hochmütige Haltung an den Tag legt, zeigt das, dass das Werk der Buße nicht sehr tief war. Je tiefer die Buße gepflügt hat, desto mehr wird jemand in Demut wandeln.

Sie rechtfertigt Gott in allem, was mit ihr geschehen ist und was Er zugelassen hat

  • Ruth 1,20: Der Allmächtige hat es mir sehr bitter gemacht.

Als sie das sagte, beklagte sie sich nicht, sondern sie rechtfertigte Gott in seiner Treue, dass Er zu ihr geredet hatte, um sie zurückzubringen. Sie hatte ihren Mann und ihre beiden Söhne durch den Tod verloren und akzeptierte die Züchtigung, die damit verbunden war, als richtig und gerecht. Sie sagte nicht: „Seht, was mir passiert ist; das ist nicht fair. Ich habe das nicht verdient.“ Nein, sie akzeptierte es als von der Hand eines treuen und liebenden Gottes.

Sie bekennt offen ihre Verfehlung

  • Ruth 1,21: Ich bin gegangen.

Sie gab niemand außer sich selbst die Schuld für ihr Fortgehen. Sie sagte nicht: „Mein Mann hat mich gegen meinen Willen nach Moab gebracht. Wenn er nicht gewesen wäre, wäre ich nie dort gewesen.“ Nein, sie brachte dafür keine Ausreden vor, wohin sie gegangen war und was sie getan hatte. Sie gab sich selbst die Schuld und gestand ihr Versagen bei all dem ein. Manche bekennen ihre Sünde, reden sich aber gleichzeitig heraus. Das ist keine Buße. Vor Jahren wurde ein Mann beim Stehlen erwischt. Er gestand, dass er ein Seil gestohlen hatte, verschwieg aber, dass am anderen Ende ein Pferd angebunden war! Wenn es jemand schwerfällt, zuzugeben, dass er etwas Falsches getan hat, dann ist sein Bekenntnis nicht aufrichtig.

Sie gibt dem HERRN die uneingeschränkte Ehre für ihre Wiederherstellung

  • Ruth 1,21: Der HERR hat mich zurückkehren lassen.

Anders als der Bruder, den ich vorhin erwähnt habe und der sagte: „Ich bin zurückgekommen“, gab Noomi dem HERRN die Ehre, dass Er sie zurückgebracht hatte. In Psalm 23,3 heißt es: „Er erquickt meine Seele [od.: Er stellt meine Seele wieder her].“

Sie will unter dem Volk des HERRN sein

  • Ruth 1,22: So kehrte Noomi zurück, und Ruth, die Moabiterin, ihre Schwiegertochter, mit ihr, die aus den Gebieten von Moab zurückkehrte; und sie kamen nach Bethlehem.

Das deutet darauf hin, dass sie wieder unter dem Volk des HERRN sein wollte. Das ist ein weiteres Zeichen dafür, dass jemand wirklich wiederhergestellt ist. Wenn jemand sagt, er sei wiederhergestellt, er jedoch nicht unter dem Volk des Herrn sein will, dann stimmt etwas nicht. Das erinnert mich an jemand, der sagte: „Die Gemeinde liebe ich – nur die Leute kann ich nicht ausstehen!“ Eine solche Haltung zeigt, dass etwas nicht stimmt. Es ist normal, dass man Gemeinschaft mit seinen Glaubensgeschwistern haben möchte. In Apostelgeschichte 2,42 heißt es: „Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten.“ Das sind die vier Anker des normalen Versammlungslebens.

Wenn jemand immer wieder versagt

Wenn jemand in der Vergangenheit immer wieder versagt hat, liegt das meist daran, dass seine Buße nur oberflächlich war. Gott sucht bei einem Bußfertigen „Wahrheit im Innern“ (Ps 51,6). Mit anderen Worten: Er will Echtheit. Wenn jemand immer wieder versagt, liegt das normalerweise daran, dass sein [Eigen-]Wille nicht gebrochen worden ist. Einfacher ausgedrückt: So jemand ist nicht von den Dingen gekennzeichnet, die wir bei Noomi gesehen haben. Er möchte zwar wiederhergestellt werden, aber nicht seinen Lebensstil aufgeben – einen Lebensstil, der ihn überhaupt erst vom Herrn weggezogen hat! Er hat die Heiligkeit Gottes nicht begriffen, und er hat nicht verstanden, wie ernst das ist, was er getan hat. Folglich sieht er nicht die Gefahren, wenn er mit solchen Verbindungen weitermacht.

Der „dritte“ und „siebte“ Tag

Während der Wüstenwanderung der Kinder Israels stellte der Herr ihnen gnädigerweise ein Mittel zur Verfügung, mit dem sie von Verunreinigungen gereinigt werden konnten: Er gab ihnen das „Wasser der Reinigung[5]“ (4Mo 19,9). Dieses Wasser war buchstäblich ein Gebräu aus Wasser und bestimmten anderen Zutaten, das sie aufbewahrten, damit jemand, der sich verunreinigt hatte, sich reinigen konnte. Es ist ein Typus für die wiederherstellende Gnade des Herrn Jesus Christus, der uns von Verunreinigungen reinigt, wenn wir in Sünde gefallen sind.

Ich erwähne das, weil das Wasser der Reinigung zweifach angewendet werden musste, bevor jemand gereinigt war. Die eine Anwendung musste am „dritten Tag“ erfolgen und die zweite am „siebten Tag“ (4Mo 19,12). Die Tatsache, dass das Wasser zweimal angewendet werden musste, zeigt uns, dass Gott Sünde nicht auf die leichte Schulter nimmt. Die vollständige Wiederherstellung braucht Zeit. Diese zwei Tage sind typisch für die zwei Stufen bei der Wiederherstellung der Seele eines Menschen. „Der dritte Tag“ spricht davon, dass der Mensch die begangene Sünde einsieht. Das Gewissen kommt in Übung und bringt ihn dazu, die Sünde zu bekennen. Er versteht, dass Christus für die begangene Sünde gelitten hat und dass er Gefallen gefunden hat an etwas, was Christus die Qualen am Kreuz gekostet hat. Am „siebten Tag“ geht das Werk in dem Menschen weiter, und er erkennt, was die Gnade Gottes getan hat, um diese seine Sünde wegzunehmen.

Jemand ist am „dritten Tag“, wenn er von Trauer über seine Sünde überwältigt ist. Wenn er den „siebten Tag“ erreicht hat, ist Freude in der Seele, weil er weiß, dass die Gnade die Sünde weggetan hat.

Ermutigung für den, der versagt hat

Mein Freund, wenn du Wiederherstellung brauchst, musst du verstehen, dass der Teufel nicht will, dass du wiederhergestellt wirst. Er wird dich daran hindern, so gut er kann. Er tut dies, indem er dich entmutigt – bis dahin, dass du aufgibst. Lass das nicht geschehen.

Vielleicht zweifelst du und hast Angst davor, zum Herrn und zu seinem Volk zurückzukehren. Lass dich von diesen negativen Gedanken nicht entmutigen, aufzustehen und zum Herrn zurückzukehren; du wirst feststellen, dass Er dich trotzdem noch liebt! Gott wird dich genauso empfangen, wie der Vater den verlorenen Sohn empfing.

But, gracious Lord, when we reflect
How apt to turn the eye from Thee,
Forget Thee, too, with sad neglect,
And listen to the enemy,
And yet to find Thee still the same—
Tis this that humbles us with shame.[6]

Vielleicht sagst du: „Es hat keinen Sinn, dass ich zurückkomme. Ich habe versagt, und jeder wird mich als Versager ansehen. Sie werden mich wahrscheinlich meiden und mich wie einen Christen zweiter Klasse behandeln.“ Mein Freund, diese Einstellung zeigt, dass es in deiner Seele keine tiefe Buße gegeben hat. Du machst dir mehr Sorgen um deinen Ruf als um die Ehre des Herrn! Das Allerwichtigste sollte sein, dass du den Willen Gottes in deinem Leben tust, koste es, was es wolle. Du wirst erst dann wiederhergestellt werden, wenn du das Gefühl hast, dass du es zu Recht verdienst, vom Herrn und seinem Volk gemieden zu werden. Ich beeile mich jedoch zu sagen, dass du einen Fehler begehst, wenn du denkst, dass das Volk des Herrn so hart ist, wie du es dir vorstellst. Viele von ihnen sind selbst durch die Gnade Gottes wiederhergestellt worden! Und sie wissen, wie du dich fühlst. Höre nicht auf diese Lüge des Teufels.

Vielleicht denkst du: „Ich habe versagt und bin auf dem Glaubensweg abgewichen, und wenn man einmal auf diese Weise versagt hat, wird man wieder versagen, denn: Einmal ein Rückfälliger, immer ein Rückfälliger.“ Mein Freund, ich möchte, dass du weißt, dass auch daran nichts Wahres ist. Tatsächlich ist es eine Lüge, die direkt aus der Hölle kommt! Der Teufel ist der Vater der Lüge [Joh 8,44], und er wird solche Gedanken benutzen, um jemand, der versagt hat, zum Aufgeben zu bringen. Ich kenne einen Bruder, der schon jahrelang auf der Straße des Versagens geht. Er meinte, eine alte Schwester habe ihm gesagt, dass jemand, der einmal versagt habe, danach immer wieder versagen werde. Sie sagte: „Einmal ein Versager, immer ein Versager!“ Damals war er gerade dabei gewesen, zu versuchen, wieder aufzustehen, aber diese Aussage machte ihm so viel zu schaffen, dass er einfach aufgab und weitersündigte. Er glaubte die Lüge! Mein Freund, es ist eine dreiste Lüge; es ist eine reine Erfindung des Teufels. Wir sind hier, um dir zu sagen, dass der Herr dich endgültig wiederherstellen kann. In Jeremia 3 heißt es:

  • Jer 3,22: Kehrt um, ihr abtrünnigen Kinder; ich will eure Abtrünnigkeiten heilen.

Vielleicht versagst du oftmals von neuem und wirst wieder rückfällig, und deine „Übertretungen“ sind „viele“ und „zahlreich“ so wie die Israels (Jer 5,6; 8,5; 14,7), aber du hast niemals zu oft versagt, als dass der Herr dich nicht wiederherstellen könnte.

Ruben versagte moralisch schwer, aber das Wort an ihn war: „Ruben lebe und sterbe nicht, und seiner Männer sei eine Zahl [d.h., seine Männer sollen nicht wenige sein]!“ (5Mo 33,6).

Lieber Mitchrist, wenn du versagt hast – es gibt Hoffnung für dich. Der Herr kann und wird dich wiederherstellen. Er wartet darauf, dich mit offenen Armen zu empfangen. Er liebt dich und hat den Preis für alle deine Sünden bezahlt – auch für die, die du begangen hast, nachdem du errettet worden bist. Er hat sie weggetan und ruft dich auf, zu Ihm zurückzukehren. Möge Gott dir die Gnade geben, dies zu tun.


Engl. Originaltitel: „Backsliding and Restoration“
First E-Book Edition – October 2018
E-Book Version 1.5

Übersetzung: Stephan Isenberg

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Anmerkungen

[1] Anm. d. Red.: Das Wort Sachwalter kann man auch mit Beistand oder Rechtsanwalt übersetzen.

[2] Anm. d. Red.: In der englischen King-James-Bibel.

[3] Anm. d. Red.: So steht es auch in der CSV-Elberfelder.

[4] Anm. d. Red.: Anstey argumentiert hier anders, und zwar mit if und when. Im Englischen stehe in 1. Johannes 2,1 nicht das Wort when („wenn“, „in dem Moment, wenn“), sondern if („falls“, „für den Fall, dass“; in der CSV-Elberfelder oft mit „sei es, dass“ übersetzt). Das Wort if drücke aus, dass die Möglichkeit besteht, dass ein Gläubiger einmal sündigt. Im Gegensatz dazu lege when nahe, es wäre normal, dass ein Gläubiger sündigt. Die CSV-Elberfelder übersetzt hier nicht „falls“ und das Verb steht nicht im Präsens (Gegenwart) wie in der englischen Bibel, sondern sie übersetzt mit „wenn“ und das Verb folgt im Perfekt (unvollendete Vergangenheit). Andere deutsche Übersetzungen haben ebenfalls „wenn“, das Verb steht jedoch im Präsens. Die Menge-Bibel dagegen hat: „Sollte aber jemand (trotzdem) sündigen“, und drückt damit denselben Gedanken aus wie das englische if plus Präsens.

[5] Anm. d. Red.: Das hebräische Wort wird in der englischen King-James-Bibel mit Absonderung übersetzt.

[6] Text: R. Viney. Um 1840 oder früher. (Anm. d. Red.: Lied „O that we never might forget“, Nr. 224 aus Hymns for the Little Flock und Spiritual Songs. Auf Deutsch etwa: O gnäd’ger Herr, wenn wir bedenken, / wie leicht wir uns von dir abwenden, / dich auch versäumen und vergessen / und dabei hören auf den Feind. Dass Du doch stets derselbe bist, / erfüllt mit Scham und Demut uns.)

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