Der zweite Johannesbrief

Stanley Bruce Anstey

© SoundWords, online seit: 20.09.2021, aktualisiert: 20.09.2021

Einleitung

Der zweite und der dritte Johannesbrief werden im Allgemeinen als Anhänge des ersten Briefes betrachtet. Sie tragen in Stil, Wortwahl und Sprache die Merkmale des ersten Briefes. Es besteht kaum ein Zweifel, dass der Apostel Johannes der Verfasser beider Briefe ist, auch wenn sein Name nicht genannt wird. Da es sich um Hirtenbriefe handelt (d.h. um Briefe, die an Einzelpersonen und nicht an eine Versammlung oder eine Gruppe von Menschen gerichtet sind), geben diese Briefe Ratschläge in Bezug auf Brüder, die umherreisten und predigten und lehrten. In vielerlei Hinsicht ergänzen sie einander:

  • Der zweite Brief ermahnt uns, solche Lehrer abzulehnen, die in der Lehre über die Person Christi nicht gesund sind.
  • Der dritte Brief ermutigt uns, diejenigen aufzunehmen, die die Wahrheit treu lehren, und ihnen bei ihrem Dienst beizustehen.

Alle „zweiten“ Briefe stellen das christliche Zeugnis in einem Zustand des Verfalls und der Verwirrung dar und rufen folglich zur Trennung auf von dem, was nicht der Wahrheit entspricht. So auch dieser zweite Brief. Möglicherweise antwortete der Apostel damit auf eine Frage, die „die auserwählte Frau“ bezüglich der umherreisenden Prediger und Lehrer an ihn gerichtet hatte. Oder er hörte von jemand (vielleicht von ihrer Schwester, siehe 2Joh 13), dass sie in Gefahr stand, von bestimmten antichristlichen Lehrern bedrängt zu werden, und das veranlasste Johannes zu dieser Antwort. Unabhängig davon, was der Anlass für die Abfassung des Briefes war: Die darin enthaltene praktische Wahrheit war für die damalige Zeit von großer Bedeutung, und sie gilt umso mehr für unsere Zeit, da es mehr Irrlehrer im christlichen Bereich gibt als je zuvor. Da der Brief an eine Einzelperson geschrieben ist, sind die darin enthaltenen Anweisungen persönlich anzuwenden. Daher haben sowohl Brüder als auch Schwestern eine persönliche Verantwortung, diese Dinge in ihrem Leben in die Praxis umzusetzen.

Die auserwählte Frau und ihre Kinder

Es gibt nur einen Brief, der an eine Frau geschrieben wurde, und es gibt keinen Brief, der von einer Frau geschrieben wurde. Tatsächlich ist kein Buch in der Bibel von einer Frau geschrieben worden – obwohl zwei Bücher in der Bibel Frauennamen tragen: Ruth und Esther. Dass eine Frau nicht berufen wurde, einen Brief zu schreiben, entspricht den Anweisungen des Apostels Paulus über die Rolle der christlichen Frauen in der Kirche. In seinem Brief an Timotheus zeigt er, dass gläubige Frauen im Haus Gottes weder in der Lehre (1Tim 2,9-15) noch in der Verwaltung (1Tim 3,2; Apg 15,6) eine öffentliche Führungsrolle einnehmen sollen.

Verse 1.2

Johannes beginnt mit einem Gruß:

2Joh 1.2: 1 Der Älteste der auserwählten Frau und ihren Kindern, die ich liebe in der Wahrheit; und nicht ich allein, sondern auch alle, die die Wahrheit erkannt haben, 2 um der Wahrheit willen, die in uns bleibt, und sie wird mit uns sein in Ewigkeit.

Der Name der auserwählten Frau, an die Johannes schreibt, wird nicht genannt. Alles, was wir über sie wissen, ist, dass sie eine angesehene Christin war und Kinder hatte, die in der Wahrheit wandelten. Ihr Ehemann wird nicht erwähnt.

Es ist lehrreich, wie Johannes zu ihr spricht. Es ist ein Beispiel dafür, wie ein Bruder mit einer Schwester im Herrn umgehen sollte. Er verzichtet auf Vertraulichkeiten und verwendet keine Kosenamen. Er nennt sie nicht „Geliebte“, wie er es tut, wenn er die Kinder Gottes im Allgemeinen anspricht (1Joh 2,7; 3,2.21; 4,1.7.11) oder Gajus, einen Bruder im Herrn (3Joh 1.2.5.11). Das lag nicht daran, dass er sie nicht liebte, sondern daran, dass alle diese Ausdrücke unangemessen sind, wenn Brüder mit Schwestern auf einer persönlichen Ebene zu tun haben. Er sagt zwar: „die ich liebe“, aber er fügt schnell hinzu: „in der Wahrheit“, und das im Zusammenhang mit: „alle, die die Wahrheit erkannt haben, um der Wahrheit willen“. Das zeigt uns: Es ist für einen Bruder nicht angebracht, eine Schwester im Herrn herauszugreifen und von seiner Liebe zu ihr zu sprechen; das könnte falsch verstanden werden. Dies zeigt, wie vorsichtig wir in unseren natürlichen Beziehungen sein müssen, um jeglichen Anschein des Bösen zu vermeiden. In ähnlicher Weise sagte der Apostel Paulus zu Timotheus, er solle mit den jüngeren Schwestern „in aller Keuschheit“ umgehen (1Tim 5,2).

Vers 3

2Joh 3: Es wird mit euch sein Gnade, Barmherzigkeit, Friede von Gott, dem Vater, und von dem Herrn Jesus Christus, dem Sohn des Vaters, in Wahrheit und Liebe.

Johannes wünscht ihr „Gnade“ und „Barmherzigkeit“ und „Friede“ von dem Vater und dem Sohn. Auf dieser Grundlage wäre sie gut in der Lage, die praktischen Anweisungen zu befolgen, die er ihr geben wollte.

Vers 4

Johannes freute sich sehr darüber, dass die Kinder der auserwählten Frau auf dem christlichen Weg voranschritten und in der Wahrheit wandelten:

2Joh 4: Ich habe mich sehr gefreut, dass ich einige von deinen Kindern in der Wahrheit wandelnd gefunden habe, wie wir von dem Vater ein Gebot empfangen haben.

Beachte: Er sagte nicht, dass sie „die Wahrheit kennen“, sondern dass sie „in der Wahrheit wandeln“. Das zeigt: Die Wahrheit ist nicht nur etwas, was wir mit unserem Verstand erfassen, sondern etwas, was wir im täglichen Leben praktizieren und ausleben müssen. Wenn er sagt, dass er „einige“ ihrer Kinder in der Wahrheit wandeln sah, deutet das darauf hin, dass nicht alle Kinder der auserwählten Frau auf diesem Weg wandelten. Johannes stellt dies nicht in den Vordergrund, sondern freut sich über diejenigen ihrer Kinder, die in der Wahrheit wandelten.

Dies ist auch ein Beispiel für uns. In einer Zeit des Niedergangs, in der viele Dinge nicht in Ordnung sind, neigen wir dazu, uns mit dem Versagen der Heiligen und all den Dingen zu beschäftigen, die wir für falsch halten. Aber das ist keine gesunde Beschäftigung. Denken wir an das alte Sprichwort: „Wer sich mit dem Versagen beschäftigt, wird ein Versager!“ Die normale Beschäftigung des Christen ist die mit Christus (Phil 3,13.14; Heb 12,2).

Verse 5.6

Johannes bittet sie, das große Gebot zu erfüllen, das die christliche Gemeinschaft vom Vater empfangen hat:

2Joh 5.6: 5 Und nun bitte ich dich, Frau, nicht als ob ich dir ein neues Gebot schriebe, sondern das, was wir von Anfang an gehabt haben: dass wir einander lieben sollen. 6 Und dies ist die Liebe, dass wir nach seinen Geboten wandeln. Dies ist das Gebot, wie ihr von Anfang an gehört habt, dass ihr darin wandeln sollt.

Sie sollte in dem alten und doch zugleich neuen Gebot bleiben. Dieses besteht, wie Johannes sagt, darin, „einander zu lieben“. Es ist „alt“, weil es zum ersten Mal im Leben des Herrn offenbart wurde, als Er hier auf der Erde war (1Joh 2,7). Es ist auch „neu“, weil es in den Kindern Gottes zu sehen ist, seit der Heilige Geist gegeben wurde (1Joh 2,8). Da sich die Liebe im Gehorsam zeigt (Joh 14,15; 1Joh 5,3), würde dieses Gebot für sie eine glückliche Sache sein. Im Wesentlichen wollte Johannes damit sagen, dass sie sich in erster Linie um den Zustand ihrer eigenen Seele kümmern sollte, damit sie im Geist mit dem Herrn wandeln kann.

Das Auftreten und Wirken von antichristlichen Lehrern

Vers 7

In Vers 7 nennt Johannes dann den Grund, warum es so wichtig ist, in der Wahrheit und in der Liebe zu wandeln: Es gab viele Irrlehrer, die umherzogen und ungefestigte Gläubige in die Irre führten.

2Joh 7: Denn viele Verführer sind in die Welt ausgegangen, die nicht Jesus Christus im Fleisch kommend bekennen; dies ist der Verführer und der Antichrist.

Auf diese Weise macht Johannes die auserwählte Frau darauf aufmerksam, dass antichristliche Lehrer auftreten und wirken würden. Den Bemühungen des Feindes, sie in die Irre zu führen, konnte sie nur dann widerstehen, wenn sie in der Wahrheit verankert war und in Liebe und Gehorsam wandelte.

Diese Männer waren „in die Welt ausgegangen“ (oder ins Ausland gegangen) und gaben sich als christliche Missionare aus, aber leider gingen sie mit falschen Lehren hausieren. Da sie unter dem Einfluss finsterer Mächte standen, verkündigten sie in Wirklichkeit böse Lehren, die die Grundlagen des christlichen Glaubens untergruben – vor allem in Bezug auf die Person Christi. Sie behaupteten, neues und höheres Licht zu haben als das, was die Apostel den Gläubigen überliefert hatten, aber in Wirklichkeit leugneten sie das Licht. Johannes sagt, dass sie „nicht Jesus Christus im Fleisch kommend bekennen“. Zu leugnen, dass Jesus Christus „im Fleisch gekommen“ ist, bedeutet: Sie leugneten seine Gottheit und seine Menschheit (siehe 1Joh 4,2.3). Die Tatsache, dass Er „im Fleisch“ gekommen ist, zeigt, dass Er tatsächlich wahrer Mensch war[1], und die Tatsache, dass Er „gekommen“ ist, zeigt, dass Er vor seiner Menschwerdung existierte; Er ist also eine göttliche und ewige Person.

Vers 8

Da diese Gefahr sehr aktuell war, sagt Johannes:

2Joh 8: Gebt acht auf euch selbst, damit wir nicht verlieren, was wir erarbeitet haben, sondern vollen Lohn empfangen.

Er möchte, dass die auserwählte Frau und ihre Kinder fest in der Wahrheit blieben, damit sie – und Johannes sowie alle, die mit ihm arbeiteten – nicht um ihren Lohn gebracht würden. Sich solchen Lästereien zuzuwenden, würde den Verlust unserer Krone am kommenden Tag bedeuten (Off 3,11). Dies ist ein wichtiges Wort für alle, die in Wort und Lehre arbeiten. Wenn die Gläubigen, denen wir das Wort verkünden, nicht in der Wahrheit bleiben, können wir nicht erwarten, an jenem Tag einen „vollen“ Lohn zu erhalten.

Vers 9

In dem für Johannes typischen abstrakten Stil stellt er nüchtern fest:

2Joh 9: Jeder, der weitergeht und nicht in der Lehre des Christus bleibt, hat Gott nicht; wer in der Lehre bleibt, dieser hat sowohl den Vater als auch den Sohn.

Wenn jemand nicht die Wahrheit über die Person Christi festhält, entlarvt er sich selbst als jemand, der keine Beziehung zu Gott hat. Ein falscher Lehrer mag behaupten, Gott zu kennen, aber Johannes sagt, dass er „Gott nicht hat“, wenn er eine falsche Lehre in Bezug auf die Person Christi vertritt. Mit anderen Worten: Er ist überhaupt kein echter Gläubiger. (Johannes zieht nicht die Tatsache in Betracht, dass es irgendwo da draußen einen wahren Gläubigen geben könnte, der in einem Punkt der Lehre unwissend ist und der Korrektur bedarf.)

In der Art und Weise, wie Johannes hier spricht, bedeutet „weitergehen“, die Grenzen der christlichen Offenbarung zu überschreiten und in neuartige und mystische Vorstellungen abzugleiten, die nicht mit der Wahrheit übereinstimmen. Genau das kennzeichnet die Sekten in der Christenheit: Sie behaupten vielleicht, neues und klareres Licht zu haben, das über das hinausgeht, was uns das orthodoxe Christentum gebracht hat; aber in Wirklichkeit ist es ein Irrtum, der sich als Wahrheit verkleidet. Dementsprechend nennt Johannes sie „Verführer“. Diese Art des „Weitergehens“ ist eine von zwei Fallstricken, in die nur bekennende Gläubige fallen können, weil sie kein göttliches Leben haben. Diese sind:

  • Abfall vom Glauben, der den Heiligen einst überliefert wurde (Heb 10,39; Jud 3)
  • Über die Grenzen der christlichen Offenbarung hinausgehen und in den Mystizismus abgleiten, was oft dazu führt, dass man die Person Christi herabsetzt (2Joh 9)

Diese beiden Gefahren sind wie Gräben auf beiden Seiten der Straße, in die nur bekennende Gläubige früher oder später fallen. So wie Johannes diese Dinge sieht, werden wahre Gläubige weder das eine noch das andere tun. Aber sie können von der Strömung des Glaubensabfalls „fortgerissen“ werden und beginnen, bestimmte Grundsätze und Praktiken aufzugeben, an denen sie einst festgehalten haben (2Pet 3,17). Sie könnten auch zulassen, dass ihr Geist unkontrolliert in eine mystische Denkweise abgleitet und über göttliche Themen spekuliert, aber sie werden nie so weit gehen, die Lehre des Christus zu leugnen.

Umgekehrt sagt Johannes: „Wer in der Lehre bleibt, dieser hat sowohl den Vater als auch den Sohn.“ Wenn jemand also über die Person Christi feststeht, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass er echt ist.

Die Ablehnung antichristlicher Lehrer

Verse 10.11

Johannes ahnte, dass diese liebe Schwester in diesen Dingen auf die Probe gestellt würde, und gab ihr deshalb seinen apostolischen Ratschlag:

2Joh 10.11: Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, so nehmt ihn nicht ins Haus auf und grüßt ihn nicht.

Es könnte nicht deutlicher sein, was sie tun sollte, wenn einer dieser Scharlatane an ihre Tür käme: Sie sollte ihm den Zutritt zu ihrem Haus verweigern und keine Gemeinschaft mit ihm haben.

Beachte: Johannes sagt ihr nicht, sie solle sich mit all den falschen Ideen vertraut machen, die zu jener Zeit verbreitet wurden, sondern sie sollte einfach bei dem bleiben, was sie „von Anfang an“ gehört hatte. Sie sollte sich mit der Wahrheit vertraut machen, die der Kirche durch die Apostel gegeben worden war, und in Christus bleiben; dabei würde die Salbung des Geistes sie leiten, wenn die Irrlehrer an ihre Tür kämen. Johannes sagt ihr nicht, dass sie deren Aufrichtigkeit beurteilen soll. Da diese Lehrer verblendet waren, konnten sie sehr wohl glauben, dass das, was sie lehrten, die Wahrheit war. Ihre Motive mochten gut und richtig gewesen sein (in ihren Augen), aber das war nicht das Kriterium, nach dem sie sie beurteilen sollte – es war ihre Lehre über die Person Christi. Falsche Lehrer können also aufrichtig sein, aber sie sind aufrichtig falsch, wenn sie einen Irrtum über die Person Christi vertreten.

Beachte auch: Johannes sagt ihr nicht, dass sie den Mann in seiner Lehre zurechtweisen soll. Das wäre ein gefährliches Unterfangen; sie könnte in genau diese Irrtümer hineingezogen werden! Sie würde ihren Platz [als Frau] verlassen, wenn sie das versuchen würde (1Tim 2,12). Johannes macht ganz klar, was sie tun sollte: Sie sollte sich auf keinerlei Weise darauf einlassen – nicht einmal einen gewöhnlichen Gruß an ihn richten! Sie sollte nichts mit ihm zu tun haben.

Johannes warnt: „Denn wer ihn grüßt, nimmt teil an seinen bösen Werken.“ Wenn sie so jemand in ihr Haus aufnahm, war das ein Zeichen der Gemeinschaft. Das würde sie zu einer Teilhaberin an seinen bösen Lehren machen – auch wenn sie persönlich diese Irrlehren nicht vertrat! So jemand zu empfangen, hieße also, ihn und seine Lehren zu billigen, und das wäre Untreue gegenüber Christus. Das zeigt, dass Lehren, die Christus falsch darstellen, auf keinen Fall toleriert werden dürfen. Das Problem mit diesen schwerwiegenden Irrtümern ist: Sie fressen wie „Krebs“ (2Tim 2,16.17) um sich und breiten sich aus wie „Sauerteig“ (Gal 5,9); wenn sie geduldet werden, werden andere verdorben. Solche Leute sollten nicht in unseren Häusern oder in der Versammlung willkommen geheißen werden.

Abschließende Grüße

Verse 12.13

2Joh 12.13: 12 Obwohl ich euch vieles zu schreiben habe, wollte ich es nicht mit Papier und Tinte [tun], sondern ich hoffe, zu euch zu kommen und mündlich mit euch zu reden, damit unsere Freude völlig sei. 13 Es grüßen dich die Kinder deiner auserwählten Schwester.

Johannes beendet den Brief, indem er der auserwählten Frau mitteilt, er wolle kommen und von Angesicht zu Angesicht mit ihr sprechen und ihre „Freude“ im Herrn vergrößern. Er übermittelte auch Grüße von ihrer „auserwählten Schwester“, die sich offensichtlich in der gleichen Gegend wie Johannes aufhielt (wahrscheinlich in Ephesus). Wie bei der auserwählten Frau wird auch der Name ihrer auserwählten Schwester nicht genannt.

Nachwort

Die „allgemeinen“ Briefe von Petrus, Johannes und Judas haben eine besondere Bedeutung für die heutige Zeit, in der der Abfall vom christlichen Zeugnis überhandnimmt. Diese Abwendung von der Wahrheit wird ihren Höhepunkt erreichen, nachdem die Kirche in den Himmel heimgerufen worden ist, wenn „der Mensch der Sünde“ (der Antichrist) in der großen Trübsal offenbart wird (2Thes 2,3). Zu dieser Zeit wird die leblose christliche Welt (die bei der Entrückung zurückbleibt) jedes Überbleibsel des Christentums abwerfen und diesem bösen Menschen in der Anbetung des Tieres und seines Bildes folgen (Dan 12,11; Mt 24,15; Off 13,11-18).

Da die Masse der heutigen Christen nur behauptet, an Christus zu glauben, aber nicht wirklich gläubig ist, gibt es eine gemischte Schar von echten und falschen Kindern Gottes – und das hat viel Böses und Verderben zur Folge. Wir sind sehr dankbar für die Johannesbriefe, die die Merkmale des ewigen Lebens in den Kindern Gottes aufzeigen und uns so in die Lage versetzen, die echten von den falschen Kindern Gottes zu unterscheiden. Wir sind Gott auch dafür dankbar, dass Er den Judasbrief in den Kanon der Heiligen Schrift aufgenommen hat. Er entlarvt den wahren Charakter des Abfalls im christlichen Bekenntnis und gibt dem Gläubigen die feste Gewissheit, dass der Abfall ihn nicht berühren wird, wenn er sich auf die hohepriesterliche Fürsorge Christi verlässt (Heb 7,25). Er, der uns errettet hat, ist auch fähig, uns zu bewahren und zu erhalten, und Er wird uns eines Tages untadelig vor dem Angesicht seiner Herrlichkeit „mit Frohlocken“ darstellen (Jud 24).


Quelle: The Second Epistle of John: The Refusal of False Teachers,
E-Book Version 1.2, 2019

Übersetzung: Stephan Isenberg

 

Anmerkungen

[1] Anm. d. Red.: Er ist auch heute noch Mensch.


Hinweis der Redaktion:

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