Wie bekomme ich Frieden mit Gott?
Wiedergeboren und doch kein Friede?

Hendrik Leendert Heijkoop

© EPV, online seit: 15.12.2005, aktualisiert: 10.02.2018

Leitvers: Römer 5,1

Röm 5,1: Da wir nun gerechtfertigt sind durch Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus.

Lieber Freund!

Ich habe mich sehr gefreut, als ich von Dir hörte, dass Du Dich als verlorenen Sünder erkannt hast, der ewig verlorenginge, wenn er jetzt vor Gott erscheinen müsste. Du hast auch Deine Sünden vor Gott bekannt, aber Du weißt doch nicht, ob sie vergeben sind. Und nun fragst Du, ob Du vielleicht zu wenig Reue empfindest, ob Deine Bekehrung wohl tief genug gegangen sei. Es gibt Tage, an denen Du gar nicht oder nur sehr kühl darüber denkst.

Ich kann Deine Gedanken gut verstehen, denn ich habe das alles auch erlebt. Jahrelang (ich war noch sehr jung) wusste ich, dass ich verloren war. Tagsüber dachte ich nicht so oft daran; aber abends im Bett bekam ich Angst: Wenn ich diese Nacht sterbe, bin ich für ewig verloren. Dann bekannte ich meine Sünden wieder vor Gott und bat Ihn, mir zu vergeben. Niemals aber war ich sicher, dass sie mir vergeben waren. Einmal erzählte meine ältere Schwester, sie habe Frieden gefunden. Ich horchte sie aus, wie sie das gemacht hatte, und am Abend machte ich es genauso nach, natürlich ohne Ergebnis.

Als ich siebzehn Jahre alt war, saß ich eines Abends auf meinem Bett. Ich war mutlos und dachte: All das Beten hilft doch nichts. Nun habe ich schon so viele Jahre Gott gebeten, mich zu retten, und nichts hat sich verändert. In diesem Augenblick wirkte Gott in mir den Gedanken: Aber es steht doch geschrieben: „Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit“ (1Joh 1,9). Ist das denn nicht wahr? Selbstverständlich ist das wahr, denn Gott lügt nicht, dachte ich. Aber dann machte der Herr mir auch deutlich, was das für mich bedeutete. Dann waren also meine Sünden schon vergeben, als ich sie das erste Mal aufrichtig vor Gott bekannt hatte. In diesem Augenblick kam Ruhe in mein Herz oder besser gesagt, da fand mein Gewissen Ruhe. Von dem Abend an weiß ich, dass meine Sünden vergeben sind. Daran habe ich niemals mehr gezweifelt; denn Gott hat es ja gesagt!

Wie viel Reue muss man empfinden?

Woran lag es nun, dass es so viele Jahre dauerte, bis ich Frieden hatte? Ohne Zweifel war da eine der Ursachen, dass ich ein zu geringes Schuldgefühl und ein zu kleines Sündenbewusstsein hatte. Nicht, als ob Gott einen Maßstab anlegt und dann nicht vergibt, wenn unser Sündenbewusstsein und unsere Reue nicht tief genug sind. Noch nie hat ein Mensch bei seiner Bekehrung genügende Reue und Sündenbewusstsein gehabt. Erst nach der Bekehrung werden wir lernen, wie schlecht wir in uns selbst sind.

Aber Gott will doch, dass wir ein deutliches Bewusstsein von unserem verlorenen Zustand haben. Je tiefer dieses Bewusstsein ist, umso gründlicher ist unsere Bekehrung, so viel deutlicher erkennen wir auch das Urteil an, das wir verdient haben, und so viel aufrichtiger ist unser Schuldbekenntnis. So viel tiefer wird aber auch die Ruhe und der Friede sein, die wir danach verspüren. Darum wirkt der Heilige Geist an dem Herzen eines Sünders und versucht, sein Gewissen in das Licht Gottes zu bringen, damit er seinen verlorenen Zustand, die Menge seiner Sünden, sieht und etwas davon begreift, welches Gericht ein heiliger und gerechter Gott über ihn aussprechen muss.

Doch dies ist nicht der Kern der Sache. Das Entscheidende war, dass ich auf mich sah und nicht auf Gott. Sein Wort war nicht genug für mich. Als ich meine Sünden gesehen hatte und wusste, dass ich alles verdorben hatte, hätte ich auf die Stimme Gottes lauschen sollen. Gottes Wort ist nicht undeutlich: „Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt.“ Ich wartete auf etwas in meinem Herzen und in meinem Leben, was mir über die Vergebung meiner Sünden Sicherheit verleihen sollte; aber ich hätte Gottes Wort glauben müssen, das jedem, der seine Sünden bekennt, versichert, dass seine Sünden vergeben sind.

Gerechtigkeit Gottes

Gott ist nicht ein irdischer Richter mit einem weichen Herzen, bei dem es möglich ist, dass jemand, der sein Mitleid erregt, milder bestraft wird als ein anderer, der das nicht so versteht; denn Gottes Liebe und Gnade können niemals im Widerspruch zu seiner Gerechtigkeit handeln. Das ist das Wunderbare des Evangeliums, dass derselbe Gott, der seine Gerechtigkeit einst in dem Gericht über jeden Sünder offenbaren wird, jetzt seine Gerechtigkeit darin zeigt, dass Er jedem Sünder, der im Glauben an den Herrn Jesus zu Ihm kommt, vergibt und alle Schulden auslöscht. „Denn Gottes Gerechtigkeit wird darin offenbart aus Glauben zu Glauben“ (Röm 1,17). „… zur Erweisung seiner Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit, dass er gerecht sei und den rechtfertige, der des Glaubens an Jesus ist“ (Röm 3,26).

Rechtfertigung

Tatsächlich kann Gott nur gerecht handeln, nur in Übereinstimmung mit Seiner Gerechtigkeit. Darum wäre der Mensch rettungslos verloren, wenn der Herr Jesus das Erlösungswerk auf Golgatha nicht vollbracht hätte. Gottes Liebe wollte den Sünder vom ewigen Verderben retten; aber das war nicht möglich, weil die Gerechtigkeit die Bestrafung des Sünders forderte. Und niemals kann Gottes Liebe im Widerspruch mit seiner Gerechtigkeit handeln.

Da nun fand das Wunderbare statt, von dem wir in Hebräer 10, Psalm 40 usw. lesen. Der Wille Gottes war, alle Sünder zu retten (1Tim 2,4). Der Herr Jesus wurde Mensch und sagte: „Siehe, ich komme, um deinen Willen, o Gott, zu tun!“ Er ging ans Kreuz, um dort für uns die Frage der Sünde zu lösen. Er wurde dort zur Sünde gemacht, und Gottes Gericht über die Sünde wurde auf Ihn geladen, sodass Gottes Gerechtigkeit in diesem Gericht vollkommen befriedigt wurde.

Aber der Herr trug nicht seinetwegen das Gericht. Er war ja der Heilige, der Reine, der Sünde nicht kannte. Er trug die Sünde als Stellvertreter für jeden, der Ihn im Glauben als seinen Heiland annehmen würde. Nun kann Gott zu jedem Sünder sagen: „Lasst euch versöhnen mit Gott“ (2Kor 5,20). Und nicht nur seine Liebe, sondern auch seine Gerechtigkeit fordert, dass jeder, der im Glauben an den Herrn Jesus zu Ihm kommt, Vergebung empfängt.

Die Auferstehung – der Beweis von Gottes Gerechtigkeit

Auf diesen Punkt will ich ein wenig genauer eingehen. Der Herr Jesus ist an das Kreuz gegangen und hat dort alle Sünden von denen, die Ihn angenommen haben und Ihn noch annehmen werden, an Seinem Leibe getragen (1Pet 2,24). Auch ist Er zur Sünde gemacht und als solcher gerichtet worden (2Kor 5,21; Röm 8,3). „Der Lohn der Sünde ist der Tod“ (Röm 6,23), das Entferntsein von Gott (Off 20,14.15). Dies hat der Herr Jesus am Kreuz ertragen müssen. Er war in den schrecklichen Stunden der Finsternis von Gott verlassen, und am Ende starb Er. Aber Er konnte am Kreuz sagen: „Es ist vollbracht!“

Konnte der Herr im Grabe bleiben, nachdem Er das Werk der Erlösung vollbracht hatte? Gottes Gerechtigkeit, die erst das Gericht über Ihn gebracht hatte, forderte nun, dass Er nicht länger im Tode blieb. Das Werk war ja vollbracht, Gottes Gericht vollkommen zur Auswirkung gekommen und Gottes Gerechtigkeit völlig befriedigt. Darum erweckte Gott Ihn aus den Toten (Eph 1,20). Das ist vor der Welt und für uns der Beweis, dass Gott das stellvertretende Werk des Herrn Jesu angenommen hat und dadurch befriedigt worden ist (Joh 16,8.10). Wenn der Herr nicht auferstanden wäre, würde dies der Beweis sein, dass das Werk noch nicht vollbracht wäre. Dann aber würde es auch keine Erlösung für uns geben (1Kor 15,17.18). Das lässt uns also erkennen: Der Mittelpunkt des Evangeliums ist die Auferstehung, und jeder Angriff darauf verdirbt das Evangelium. Deshalb sagt Römer 4,25: „… welcher unserer Übertretungen wegen dahingegeben und unserer Rechtfertigung wegen auferweckt worden ist.“

In der Gnadenzeit, in der wir leben, ist es also so, dass Gott von jedem Menschen sagt: „… denn alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes.“ Er sagt aber auch: „… und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist; welchen Gott dargestellt hat zu einem Gnadenstuhl durch den Glauben an sein Blut“ (Röm 3,23-25).

Die Botschaft kommt „gegen“ alle (Menschen), aber nur „auf“ alle, die da glauben (Röm 3,22). Nur solche, die das göttliche Urteil annehmen, dass sie verloren sind, und zugleich im Glauben den Herrn Jesus annehmen, haben teil daran.

Nun hat der Heilige Geist in Deinem Herzen gewirkt und Du hast Deine Sünden und Deinen verlorenen Zustand gesehen. Du bist damit zu Gott gegangen und hast vor Ihm bekannt, was Du bist und was Du getan hast. Gott wies Dich auf den Herrn Jesus hin und sagte: „Er ist für Sünder gestorben; wenn du Ihn annimmst, rechne ich sein Werk dir zu.“ Du hast den Herrn Jesus angenommen. Nun musst Du auch glauben, dass es wahr ist, was Gott sagt, und Deine Sünden also vergeben sind. Es geht nicht darum, ob Dein Gefühl Dir sagt, dass alles in Ordnung ist, sondern darum, dass Gott es gesagt hat, und darauf allein kommt es an. Als in der Passahnacht (2Mo 12) der Engel des Verderbens durch Ägypten schritt, ging er an den Häusern vorüber, wo er das Blut sah. Ob der Erstgeborene oder seine Angehörigen selbst es sahen, war gleichgültig. Wenn sie nur taten, was Gott gesagt hatte, dann war alles in Ordnung; aber um Frieden zu haben, mussten sie glauben, dass sie sicher waren, weil Gott es gesagt hatte.

Das Wunderbare bei diesem allem ist, dass Gott in jeder Hinsicht verherrlicht wird, wenn Er einen Sünder annimmt. Dass seine Barmherzigkeit, Gnade und Liebe darin gesehen werden, ist wohl deutlich; aber das ist es nicht allein. Wenn ein Sünder im Glauben an den Herrn Jesus zu Gott kommt, rechnet Gott ihm das Werk des Herrn Jesu zu. Weil aber der Herr Jesus das Gericht über die Sünde vollkommen getragen hat, bedeutet das für ihn: Gott sieht mich ohne eine einzige Sünde, die noch gerichtet werden müsste. Gott ist also gerecht, wenn Er einen solchen Menschen von jeglichem Gericht freispricht und ihn rechtfertigt. So wird Gottes Gerechtigkeit verherrlicht, aber auch seine Wahrheit; denn Er hat ja in seinem Wort gesagt, dass Er es tun wolle. Dann wird uns die Bedeutung von 1. Johannes 1,9 deutlich: „Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“

Gott wusste, wer wir waren

Nun sagst Du: „Aber ich kann gar keine Veränderung feststellen. Ich tue noch viel mehr verkehrte Dinge als früher.“ Ich glaube sofort, dass Du jetzt viel mehr Sünden bei Dir siehst als früher. Das kann auch nicht anders sein; denn der Heilige Geist hat Deine Augen erleuchtet. Aber Gott kannte Dich schon, als Du zu Ihm kamst. Er kannte Dein Herz, Dein Leben, alle Sünden, die Du getan hattest und die Du noch tun wirst. Er kennt und kannte viel mehr, als Du je auf Erden gewahr werden wirst. „Die Güte und Menschenliebe unseres Heiland-Gottes erschien“, als auch wir solche waren, von denen es heißt: „Einst waren auch wir unverständig, ungehorsam, irregehend, dienten mancherlei Lüsten und Vergnügungen, führten unser Leben in Bosheit und Neid, verhasst und einander hassend“ (Tit 3,3.4). „Christus ist, da wir noch kraftlos waren, zur bestimmten Zeit für Gottlose gestorben. Gott aber erweist seine Liebe gegen uns darin, dass Christus, da wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist“ (Röm 5,6-10; 2Kor 5,20). Als Feinde wurden wir mit Gott versöhnt!

Wir haben Frieden mit Gott

Also obwohl Gott vollkommen wusste, wer Du bist, hat Er den Herrn Jesus dahingegeben, auf dass, wenn Du an Ihn glaubst, Du das ewige Leben haben sollst. Er hat gesagt, Du sollst umsonst gerechtfertigt werden, wenn Du im Glauben an das Blut des Herrn Jesu zu Gott kommst (Röm 3,23-25). Er hat gesagt, Er würde Dich von aller Schuld freisprechen, wenn Du so Ihm nahtest, womit Er dann nur gerecht wäre. Das beweist also, dass Er nichts mehr gegen Dich hat, seitdem Du mit dem Bekenntnis Deiner Schuld zu Ihm gekommen bist. Von seiner Seite aus ist also alles in Ordnung. Hast Du dann noch etwas gegen Gott? Natürlich nicht. Du bist ja zu Gott gekommen, weil Du erkannt hast, dass Du die Vergebung nötig hattest.

Aber warum hast Du denn keinen Frieden? Friede mit Gott wird doch sicher bedeuten: Da ist nichts mehr, was zwischen Gott und mir geregelt werden muss, alles ist in Ordnung. Nun hat Gott nichts mehr gegen Dich; denn Er hat Dich gerechtfertigt, weil Du an den Herrn Jesus geglaubt hast und darum teilhast an der ewigen Erlösung, die der Herr erworben hat (Heb 9,12; Röm 5,1). Und Du hast nichts mehr gegen Ihn; Du bist versöhnt mit Gott (2Kor 5,20). Also hast Du Frieden mit Gott! Römer 5,1 sagt dann auch: „Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott!“

Aber ich habe keinen Frieden!

Aber nun sagst Du: Aber ich habe keinen Frieden! – Das stimmt, denn Du hast es noch nicht angenommen, dass der Friede schon längst da ist. Der Herr Jesus hat den Frieden gemacht. Er ist unser Friede. Und Er verkündigt uns diesen Frieden (Eph 2,14-17). „… indem er Frieden gemacht hat durch das Blut seines Kreuzes“ (Kol 1,20). Seitdem Du Ihn angenommen hast, hast Du an diesem Frieden teil. Um ihn aber zu genießen, musst Du glauben, dass es so ist. Du wirst Frieden haben, sobald Du glaubst, dass Gott die Wahrheit redet, wenn Er sagt, der Herr Jesus hat auf dem Kreuz Frieden gemacht. Du machst es so wie die japanischen Soldaten auf einer kleinen Insel im Stillen Ozean: Fünf Jahre nach Kriegsende lebten sie noch im Kriegszustand. Sie erwarteten feindliche Überfälle usw., so wie sie es im Krieg getan hatten, und warum? Weil sie meinten, es sei noch Krieg, denn sie glaubten den Friedensbotschaften nicht. Dass Du noch keinen Frieden hast, hat seinen tiefsten Grund darin, dass Du dem Wort Gottes nicht vorbehaltlos glaubst. Das bedeutet für Dich einen großen Schaden. Vor allem aber verunehrst Du Gott sehr, wenn Du seinem Wort nicht glaubst. „Nicht ein Mensch ist Gott, dass er lüge“ (4Mo 23,19)!

Sobald Du Gott auch in diesem Punkt glaubst, kannst Du Ihm danken für alles, was Er Dir gegeben hat, für seine wunderbare Gnade. Und dann fühlst Du den Frieden in Deinem Herzen, vorher nicht. Der Mensch sagt: „Erst sehen, dann glauben!“ Gott sagt: „Erst glauben, dann sehen!“

Mit herzlichen Grüßen

Dein Freund H.L. H.


Aus Briefe an junge Menschen, Ernst-Paulus-Verlag, 1985, S. 16–22

 

Frieden mit Gott und Versiegelung mit dem Geist

Frage

Ich kann nicht verstehen, wie es zwischen der Wiedergeburt und der Versiegelung mit dem Heiligen Geist einen zeitlichen Abstand geben kann.

Antwort

So wie die Frage lautet, ist die Antwort sehr einfach. Am Pfingsttage empfingen die Jünger den Heiligen Geist, aber waren sie nicht vor der Zeit wiedergeboren. Und dasselbe kann ich fragen bei Kornelius und den zwölf Jüngern in Apostelgeschichte 19.

Apostelgeschichte 9 beweist, dass es auch so sein kann bei Personen, die bekehrt werden, nachdem der Heilige Geist auf Erden wohnt. Paulus war doch bekehrt und wiedergeboren nach Apostelgeschichte 9,3-7. Nach Apostelgeschichte 22,10 fragt er den Herrn, was er tun soll, und das tut nur einer, der wiedergeboren ist.

Es ist zu beachten, dass Wiedergeburt eine ganz andere Sache ist als Versiegelung und Salbung und Innewohnung des Heiligen Geistes. (Diese drei Dinge sind drei Seiten von derselben Tatsache.)

Die Reihenfolge, in der ein Sünder ein Christ wird, ist nach Gottes Wort: Der Heilige Geist wendet das Wort Gottes an auf sein Gewissen und Herz. Er sieht, dass er ein verlorener Sünder ist, und bekennt seine Sünden vor Gott – und in demselben Augenblick wirkt der Heilige Geist ein neues Leben in ihm: die Wiedergeburt. Dann sagt Gott zu ihm: Du bekennst, ein verlorener Sünder zu sein? Nun, für solche habe ich meinen Sohn gegeben. Glaube an Ihn und sein Werk auf dem Kreuze. Dann erst kann der Sünder das Evangelium glauben. Und erfasst er es in seiner vollen Bedeutung für seine Sünden und für seine böse Natur und glaubt er dem Wort Gottes, dass Gott vollkommen befriedigt ist dadurch, dann hat er Frieden mit Gott und der Heilige Geist kommt, um in ihm zu wohnen, und damit ist er versiegelt und gesalbt.

Er kann das Evangelium nicht annehmen, bevor er bekehrt und wiedergeboren ist. Und er wird erst versiegelt, nachdem er das Evangelium seines Heils geglaubt hat (Eph 1,13). Und das Evangelium unseres Heils finden wir in 1. Korinther 15,3.4: dass Christus gestorben ist für unsere Sünden, dass Er begraben wurde und dass Er auferweckt worden ist. Das Erste hat also mit unseren Sünden (böse Taten) zu tun; das Zweite mit unserer bösen Natur (wir sind mit Ihm begraben); das Dritte damit, dass Gott vollkommen befriedigt ist (Röm 4,23-25). Und wenn er das glaubt, hat er Frieden mit Gott und ist versiegelt.


Originaltitel: „Fragen und Antworten“
aus Hilfe und Nahrung, Ernst-Paulus-Verlag, 1970, S. 33


Hinweis der Redaktion:

Die SoundWords-Redaktion ist für die Veröffentlichung des obenstehenden Artikels verantwortlich. Sie ist dadurch nicht notwendigerweise mit allen geäußerten Gedanken des Autors einverstanden (ausgenommen natürlich Artikel der Redaktion) noch möchte sie auf alle Gedanken und Praktiken verweisen, die der Autor an anderer Stelle vertritt. „Prüfet aber alles, das Gute haltet fest“ (1Thes 5,21). – Siehe auch „In eigener Sache ...