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Leitverse: Matthäus 23,16-22
Mt 23,16-22: Wehe euch, blinde Leiter, die ihr
sagt: Wer irgend bei dem Tempel schwören
wird, das ist nichts; wer aber irgend bei dem Gold des Tempels schwören
wird, ist schuldig. Narren und Blinde! Denn was ist größer, das Gold, oder
der Tempel, der das Gold heiligt? Und: Wer irgend bei dem Altar schwören
wird, das ist nichts; wer aber irgend bei der Gabe schwören wird, die auf
ihm ist, ist schuldig. [Narren und] Blinde! Denn was ist größer, die Gabe
oder der Altar, der die Gabe heiligt? Wer nun bei dem Altar schwört, schwört
bei demselben und bei allem, was auf ihm ist. Und wer bei dem Tempel
schwört, schwört bei demselben und bei dem, der ihn bewohnt. Und wer bei dem
Himmel schwört, schwört bei dem Thron Gottes und bei dem, der darauf sitzt.
Der dritte
Weheruf beschäftigt sich mit dem, was wir sagen, und mit dem, was wir meinen. In
jener Zeit hatte man versucht, bestimmte Schlupflöcher zu finden, um einen Eid
oder einen Schwur nicht unbedingt halten zu müssen. Es erinnert ein wenig an
das, was wir vielleicht als Kinder oft machten, als wir sagten, wir schwören,
dass
wir dieses oder jenes nicht gemacht haben, während wir dabei die Finger auf
dem Rücken gekreuzt haben, was so viel bedeutete, dass der Schwur nicht gültig war.
Diese frommen Pharisäer haben das ein wenig „delikater“ gemacht und nicht so
plump wie wir vielleicht früher. Aber der Herr weist sie scharf zurecht, indem
Er verlangte, dass gottesfürchtige Menschen immer die Wahrheit reden und
nur das reden sollten, was sie auch wirklich meinten. An anderer Stelle sagte
der Herr: „Es sei aber eure Rede: Ja, ja; nein, nein; was aber mehr ist als
dieses, ist aus dem Bösen.“
Vollmundige Versprechen und Gelöbnisse auch in
unserer Zeit hören sich zwar geistlich an, aber das, was wir geistlich und
gesund nennen, nennt der Herr wiederum krank. Wie viel Ehen werden heute auch
unter Christen geschieden, obwohl man sich die Treue versprochen hat, „bis das
der Tod uns scheide“. Was haben vielleicht manche bei ihrer Taufe gelobt und
haben es nicht gehalten. Was haben wir bei unserer Bekehrung versprochen, bis
wir merkten, dass die Sünde immer noch in uns ist und dass die alte Natur noch
sehr wirksam ist. Seien wir also auf der Hut mit Versprechungen anderen
gegenüber oder mit Gelöbnissen Gott gegenüber. Umso mehr dann, wenn sie
öffentlich ausgesprochen werden.
Teil 1 — Einleitung
Teil 2 — Weheruf Nr. 1 (Vers 13)
Teil 3 — Weheruf Nr. 2 (Vers 15)
Teil 4 — Weheruf Nr. 3 (Verse 16-22)
Teil 5 — Weheruf Nr. 4 (Verse 23-24)
Teil 6 — Weheruf Nr. 5 (Verse 25-26)
Teil 7 — Weheruf Nr. 6 (Verse 27-28)
Teil 8 — Weheruf Nr. 7 (Verse 30-31)
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