Unsere Feste (2)
Laden wir Gott zu unseren Festen ein?

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© SoundWords, online seit: 30.12.2009, aktualisiert: 31.07.2018

Leitverse: 3. Mose 17,3-5

3Mo 17,3-5: 3 Jedermann vom Haus Israel, der ein Rind oder ein Schaf oder eine Ziege im Lager schlachtet oder der außerhalb des Lagers schlachtet 4 und es nicht an den Eingang des Zeltes der Zusammenkunft gebracht hat, um es dem Herrn als Opfergabe darzubringen vor der Wohnung des Herrn, diesem Mann soll Blut zugerechnet werden: Blut hat er vergossen, und dieser Mann soll ausgerottet werden aus der Mitte seines Volkes; 5 damit die Kinder Israel ihre Schlachtopfer bringen, die sie auf freiem Feld schlachten, dass sie sie dem Herrn bringen an den Eingang des Zeltes der Zusammenkunft zum Priester und sie als Friedensopfer dem Herrn schlachten.

Mit diesem zweiten Teil „Unsere Feste“ möchten wir gerne noch einige Grundsätze aus Gottes Wort anfügen, um das in Teil 1 Gesagte zu untermauern. Vielleicht stößt sich jemand daran, dass wir diese Grundsätze sehr oft mit dem Alten Testament erklären. Dennoch ist es überaus wichtig, dass wir nicht vergessen: Die Grundsätze der Heiligkeit Gottes ändern sich in keiner Haushaltung oder Epoche. Wenn wir in 1. Petrus 1,13-21 zu einem heiligen Wandel ermahnt werden, dann geht der Geist Gottes sogar so weit, dass Er das mit einer Schriftstelle aus dem dritten Buch Mose begründet (1Pet 1,16; s. 3Mo 11,45).

Etwas Ähnliches finden wir auch bei Paulus. Wenn Paulus in Römer 12 davon spricht, dass wir unsere Leiber Gott hingeben sollen, dann benutzt er die Sprache von 3. Mose und ermahnt uns, dass wir sie als „wohlgefällige Schlachtopfer“ hingeben sollen (s. 3Mo 1,9.13.17, wo es um das Brandopfer geht; 3Mo 3,5, wo es um das Friedensopfer geht). Hierin ist inbegriffen: „Ob ihr nun esst oder trinkt oder irgendetwas tut, tut alles zur Ehre Gottes“ (1Kor 10,31). So wie wir allezeit beten und danksagen sollen, so sollen wir uns allezeit im Herrn freuen und „Gott stets ein Opfer des Lobes bringen“ (Heb 13,15). Aber wenn wir Feste feiern, bei denen Gott bzw. unser Herr für bestimmte Stunden außen vor sein muss, dann steht das zu obigen neutestamentlichen Bibelstellen im starken Gegensatz.

Das Alte Testament hilft uns, diese neutestamentlichen Grundsätze besser zu verstehen. Durch die Bilder des Alten Testamentes werden uns gewissermaßen diese Grundsätze erklärt, so dass es für uns auch leichter ist, sie in die Praxis umzusetzen. Es sollte sich also keiner herausreden mit der Begründung: Wir stehen doch nicht unter Gesetz! – Wir erinnern noch einmal an die Stellen in Römer 15,4; 1. Korinther 10,6 und 2. Timotheus 3,16.17, wo wir finden, dass das Alte Testament voller Vorbilder für uns ist und dass „alles, was zuvor geschrieben worden ist, zu unserer Belehrung geschrieben“ wurde.

Wir hatten im ersten Teil dieses Artikels bereits gesehen, wie ein Friedensopfer gefeiert werden sollte (vgl. 3Mo 7). Das geopferte Tier sollte nicht erst am dritten Tag als Gemeinschaftsmahl gegessen werden. Die Opferung und das Teil für Gott sollte in unmittelbarem Zusammenhang mit dem eigentlichen Gemeinschaftsmahl stehen. Ansonsten würde dieses Friedensopfer nicht von Gott anerkannt werden und sogar ein Gräuel für Ihn sein (3Mo 7,18). 

Nun wenden wir uns zu 3. Mose 17, wo dieser Grundgedanke erneut bestätigt und sogar verschärft wird. Nach dem Lesen des ersten Teils, sagt vielleicht mancher: Nun es geht ja nicht um einen „Gottesdienst“, es geht ja auch nicht um das Mahl des Herrn. Es ist ja ein ganz privates Fest. In 3. Mose 17,3-5 heißt es, dass, wenn jemand aus Israel in der Wüste ein Tier schlachten wollte, er das nicht tun durfte, ohne das Tier Gott als Friedensopfer anzubieten. Von jedem Tier mussten das Blut und das Fett auf den Altar dargebracht werden. Es gab also kein Fest in der Familie oder mit Nachbarn oder Freunden, wo Gott nicht auch sein Teil bekam. Wenn wir dieses Vorbild anwenden, heißt das so viel wie: Gott möchte nicht, dass wir Feste feiern, wo Er nicht dabei sein kann und wo Er nicht „sein Teil“ bekommt. 

Ist das nicht ein großartiger Gedanke, dass der große Gott auf unseren Festen gern dabei sein möchte? Gott weiß am besten, was wahre Freude ist, und vor allen Dingen, an wem wir „völlige Freude“ finden können. Er hat sie an seinem Sohn gefunden, so sehr, dass der Himmel mehrfach aufreißt und Gott „begeistert“ (voller Freude) ausruft: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Freude gefunden habe.“ Wenn wir uns als Glaubensgeschwister treffen, was sind unsere Gesprächsthemen? Unterscheiden sie sich grundsätzlich von denen der Welt?

Nach 3. Mose 17 sollte jemand, der solch ein Fest feierte, „ausgerottet“ werden. Gott möchte, dass unsere Gemeinschaft grundsätzlich mit dem „Altar“ in Verbindung steht, das heißt, dass wir dabei nicht vergessen: Unsere Gemeinschaft ist einzig gegründet auf das Werk des Herrn Jesus am Kreuz, wo Er sein Blut gegeben hat. Gott möchte etwas sehen von der Kraft der Hingabe des Herrn Jesus an Gott bis in den Tod. Diese Hingabe kam in dem Räuchern des Fettes auf dem Altar zum Ausdruck. Jede Freude, die nicht die Grundlage hat, dass der Herr Jesus für uns gestorben ist, ist für Gott unrein und ein Gräuel. Natürlich wird heute keiner mehr „ausgerottet“, wenn er ein eigenwilliges Fest feiert, aber der Grundsatz Gottes hat sich nicht geändert.

Aber du möchtest lieber mit „deinen Freunden feiern“? Das wollte der ältere, der „rechtschaffene“ Sohn in Lukas 15 auch. Er wollte nicht mit dem Vater feiern, er wollte mit seinen Freunden fröhlich sein. Dazu wollte er ein „Böcklein“ haben. Vielleicht möchten auch wir Gott gar nicht dabei haben, weil wir schon selbst spüren, dass Er irgendwie fehl am Platz wäre. So war es auch bei den Brüdern Josephs in 1. Mose 43. Joseph wollte gern mit ihnen zusammen essen. Aber seine Brüder hatten Angst und versuchten, noch vor der Tür mit dem Türsteher zu verhandeln, so unangenehm war es ihnen, mit Joseph zu essen.

Was ist ein gottgemäßes Fest? Wenn unser Zusammensein nicht auf die Tatsache gegründet ist, dass wir uns gegenseitig so nett finden, sondern darauf, dass wir alle durch dasselbe Blut des Christus erlöst sind und in seinem Tod die Grundlage für unsere Gemeinschaft finden. Laden wir Gott zu unseren Festen ein? Es ist klar, dass bei einem solchen Gast das Fest ein anderes Gepräge bekommt. Aber geht es uns nicht zu Herzen, dass Gott im Alten Testament auf diese Weise Vorsorge getroffen hatte, dass Er dabei sein wollte, wenn einige in seinem Volk miteinander um ein geschlachtetes Tier Tischgemeinschaft hatten? So wie Joseph in 1. Mose 43 gesagt hat: Die Männer sollen mit mir zu Mittag essen.

Nach 3. Mose 17,4 musste derjenige, der ein Fest feierte, an den Eingang des Zeltes der Zusammenkunft kommen. Dort konnte im Prinzip jeder Reine an seinem Festmahl teilnehmen (3Mo 7,19). Was das Teil Gottes angeht, so können wir uns schnell selbst betrügen, dass Gott schon sein Teil bekommt. Aber wie sieht es mit „reinen“ – oder sagen wir mal geistlichen – Geschwistern aus? Wären sie vom Grundsatz her auch willkommen? Oder denken wir: Wenn das der Bruder Soundso sehen würde? Könnten bei unseren Festen vom Grundsatz her wirklich alle Geschwister dabei sein?

Wie oben bereits erwähnt, wird heute keiner „ausgerottet“, wenn er ein Fest nicht in diesem Sinn feiert, aber wie Gott darüber denkt und empfindet, das sehen wir sehr deutlich. In 3. Mose 17 wird uns keine neutrale Alternative für ein Fest genannt, etwa nach dem Motto „Das mache ich nur für mich“. Wenn Gott die Alternative aufzeigt (3Mo 17,7), dann kennt Er nur eine Alternative: für die Dämonen. Das ist krass, wirst du sagen. Gibt es wirklich nur die zwei Alternativen: Entweder wir feiern mit Gott oder mit den Dämonen? Aber es ist tatsächlich so: Entweder hat Gott an unseren Festen seine Freude oder der Teufel. Gott sieht das so. Wenn Gott in 1. Korinther 10,7 aus dem Alten Testament zu unserer Warnung zitiert: „Das Volk setzte sich nieder, um zu essen und zu trinken, und sie standen auf, um sich zu vergnügen“, dann verbindet Er das unmittelbar mit der Warnung: „Werdet auch nicht Götzendiener.“ Jede Gemeinschaft, die nicht mit Christus in Verbindung steht, bekommt ganz schnell den Charakter von Götzendienst. Es ist uns wohl klar, dass eine Feier die Verbindung mit Christus nicht einfach dadurch bekommt, dass wir noch schnell ein Tischgebet sprechen.

Kürzlich wollte ein Bruder, der um des Dienstes des Herrn willen in einen entlegenen Teil Deutschlands gezogen war, seinen 65. Geburtstag feiern. Er dachte daran, dies mit den Geschwistern seiner früheren „Heimatgemeinde“ gemeinsam zu tun. So feierte er seinen Geburtstag nicht nur mit der Familie, sondern auch mit den Geschwistern im Versammlungsraum. Was das Fest kennzeichnete, war eine grundsätzlich klare Ausrichtung auf die Ehre des Herrn. Dazu dienten nicht nur die Lieder, die Gebete und ein Gedanke über die Schrift, auch die humorvollen Teile, wie zum Beispiel eine etwas ironisch aufgemachte Powerpoint-Präsentation mit älteren Fotos des Bruders anlässlich seines Umzuges, zeugten von dem Band der Liebe, das die Geschwisterherzen verband. Eine „Party“ würde ich das Fest nicht nennen wollen und sicherlich darf man den Geschmack eines 18-Jährigen nicht an dem Geschmack eines 65-Jährigen messen. Eins steht jedenfalls fest: Dieses Fest erfüllte alle Kriterien des Wortes Gottes für ein Fest nach seinen Gedanken.

Im ersten Teil hatten wir bereits auf Johannes 2 hingewiesen, wo der Herr Jesus zu Beginn seines Dienstes auf einem Fest schnell die „Hauptrolle spielte“. Am Ende seines Dienstes auf der Erde sollte ein anderes Fest eine Hauptrolle in seinem Leben spielen. In Matthäus 27 heißt es: „Zum Fest aber war der Statthalter gewohnt, der Volksmenge einen Gefangenen freizulassen, den sie wollten … Die Hohenpriester aber und die Ältesten überredeten die Volksmengen dazu, Barabbas zu erbitten, Jesus aber umzubringen. Der Statthalter aber antwortete und sprach zu ihnen: Welchen von den zweien wollt ihr, dass ich euch freilasse? Sie aber sprachen: Barabbas. Pilatus spricht zu ihnen: Was soll ich denn mit Jesus tun, der Christus genannt wird? Sie sagen alle: Er werde gekreuzigt!“ (Mt 27,15.20-22). Was für ein „einzigartiges“ Fest? Dieses Fest steht einmalig in der Weltgeschichte! Weil der Herr Jesus an diesem Fest selbst das Opfer geworden ist, können wir heute Festfeier halten!

Andererseits hatte der Herr Jesus wenige Stunden vorher von diesem Fest gesagt: „Mit Sehnsucht habe ich mich gesehnt, dieses Passah mit euch zu essen, ehe ich leide“ (Lk 22,15) – es war das letzte Passahfest, bevor Er selbst das Passahlamm werden würde. Wenn wir daran denken, können wir dann anders, als tief ergriffen zu sein? Und als ob es noch nicht reicht: Der Herr fügt diesem Fest ein bisher nicht erwähntes Element hinzu (trotz der vielen Erwähnungen des Passahs im Alten Testament). Und dieses Element – o Wunder über Wunder! – spricht nicht wie die bitteren Kräuter beim ersten Passahfest von Leiden (das hätten wir vielleicht erwartet). Nein, es spricht von Freude – es ist der Kelch! Sollte dieser einzigartige Herr nicht Mittelpunkt aller unserer Feste sein?

„Fegt den alten Sauerteig aus, damit ihr ein neuer Teig seit, wie ihr ungesäuert seid. Denn auch unser Passah, Christus, ist geschlachtet worden. Darum lasst uns Festfeier halten, nicht mit altem Sauerteig, auch nicht mit Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern mit Ungesäuertem der Lauterkeit und Wahrheit“  (1Kor 5,7.8).

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