Unsere Feste (1)
Wie feiern wir unsere Feste?

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© SoundWords, online seit: 30.12.2009, aktualisiert: 28.12.2019

Leitvers: 4. Mose 10,10

4Mo 10,10: An euren Freudentagen und an euren Festen und an euren Neumonden, da sollt ihr die Trompeten blasen bei euren Brandopfern und bei euren Friedensopfern.

Weihnachten ist vorbei, Silvester steht vor der Tür und der nächste Geburtstag, das nächste Jubiläum kommt bestimmt. Haben wir uns schon mal die Frage gestellt, was Gott von allen diesen Festen hält? Oder fragen wir schon gar nicht mehr danach, weil wir befürchten, dass Gott sowieso der große „Spielverderber“ ist und uns solche Dinge nicht „gönnt“?

Dass Gott nicht prinzipiell etwas gegen das „Festefeiern“ hat, geht sowohl aus dem Alten wie auch aus dem Neuen Testament hervor. In 3. Mose 23,2 lesen wir sogar, dass Gott Feste kennt, die Er „meine Feste“ nennt. Und in 4. Mose 10,10 heißt es: „Und an euren Freudentagen und an euren Festen und an euren Neumonden, da sollt ihr die Trompeten blasen bei euren Brandopfern und bei euren Friedensopfern.“ Können wir in den Freudentagen und Neumonden nicht ein Bild unserer Feste sehen, wenn wir Geburtstage feiern oder den Jahreswechsel in besonderer Weise begehen? Wir wollen diese Anwendung behutsam und nicht vorschnell machen, denn wenn hier von „Freudentagen“ und „euren Festen“ die Rede ist, dann waren das besondere Zeiten, in denen man Gott nahte und auch Brand- und Friedensopfer darbrachte. Diese Feste wurden nicht „Feste des Herrn“ genannt, sondern Gott nannte sie „eure Feste“. Man beging sie aber im Blick auf den Herrn – Er war der Mittelpunkt. Jedes Fest wurde im Aufblick zu Gott gefeiert und man gab durch die Brand- und Friedensopfer Gott sein Teil.

Wenn wir „unsere Feste“ in diesem Sinn begehen, dass Christus im Mittelpunkt steht, dann sind auch diese Feste zur Ehre des Herrn. Leider tragen viele unserer Feste nicht diesen Charakter, sondern werden vielfach durch weltliche Dinge verdorben, Dinge, die nicht zur Ehre des Herrn sind und Ihm nicht wohlgefällig sein können. Wir feiern oftmals wie die Welt Partys. Dabei betrinken wir uns vielleicht nicht und wir benehmen uns auch sonst ganz „ordentlich“; aber sind die Feste allein schon deshalb zur Ehre des Herrn und tragen sie das Wohlgefallen Gottes, weil wir viele dumme und unmoralische Dinge nicht tun? Das wäre doch wieder nur pharisäische Absonderung: Man hat allein Freude daran, etwas nicht zu tun und sich vielleicht dadurch über andere zu erheben. Damit aber ein Fest zur Ehre des Herrn wird, muss der Herr selbst im Mittelpunkt stehen.

Wie wird denn eine Party oder ein Fest zur Ehre des Herrn? Der Phantasie sind hier natürlich keine Grenzen gesetzt. Man kann gemeinsam Lieder zur Ehre Gottes singen, es können Kurzandachten gehalten werden, die mit der Festlichkeit im Zusammenhang stehen. Natürlich können auch Dinge gebracht werden, die zur allgemeinen Freude sind und nicht speziell geistlichen Charakter tragen – doch sie dürfen einem geistlichen Leben natürlich nicht entgegenstehen. Vielleicht sind hier besonders die jungen Leute angesprochen, die vielleicht eine Party feiern und sie auch gut beginnen, die am Ende aber doch mit einer Art Discotanz und Alkoholkonsum endet.

Es wäre traurig, wenn das Gerücht stimmen würde, dass sich junge Leute (natürlich nicht nur diese!) hier und da darüber unterhalten, wie weit man gehen kann, um gerade eben nicht ausgeschlossen zu werden. Es passt jedenfalls nicht zusammen, wenn wir am Freitag und/oder Samstag feuchtfröhliche Partys feiern und sonntags morgens in der Gemeinde fromme Lieder singen. Das wird über kurz oder lang ernstes Gericht nach sich ziehen. Denken wir nur an 1. Korinther 11, wo man das Mahl des Herrn in einer unwürdigen Weise beging und deshalb viele krank, schwach und einige sogar entschlafen waren.

Denken wir aber auch über so manche Silvesterfeiern einmal nach, bei denen man vor 24.00 Uhr sehr fromm sein kann und zwischen 0:00 Uhr und 0:30 Uhr kurz „vergisst“, dass unsere Freude allezeit, also auch zwischen 0:00 und 0:30 Uhr, im Herrn sein sollte. Können wir wirklich planmäßig unsere Himmelsbürgerschaft „ablegen“ und für kurze Zeit die Ermahnung von Paulus ignorieren, „nicht gleichförmig dieser Welt“ zu sein? (Übrigens gilt das natürlich für viele andere Dinge genauso; was die Problematik bei Silvester jedoch verschärft: Wir tun es in der Öffentlichkeit und werden möglicherweise gerade von denen beobachtet, die sonst von uns das Bild eines frommen Christen haben. Unsere Nachbarn haben oft ganz genaue Vorstellungen davon, wie sich Christen zu verhalten haben!) Hierbei werden dann Dinge miteinander vermischt, die nicht zusammengehören, sondern gegeneinander im Streit liegen. In Galater 5 wird uns von dem Streit zwischen „Geist“ und „Fleisch“ berichtet und dass diese einander entgegengesetzt sind. Wenn Gott es im Alten Testament per Gesetz verboten hatte, dass man nicht „Wolle und Leinen zusammen“ (5Mo 22,11) anziehen sollte, dann gilt das heute natürlich nicht mehr buchstäblich, aber der Grundsatz bleibt doch bestehen: Gott hasst gemischte Grundsätze. Er will nicht, dass wir Dinge zusammenmischen, die von ihrer Natur her einander entgegen sind (hier: Geist und Fleisch; Gal 5).

Wir wollen diesen Trend (der Vermischung) nicht verschweigen, aber auch jene Geschwister, ob Jung oder Alt, unterstützen, die Feste feiern, über die sich auch der Herr Jesus freuen kann. Gerade in einer so schweren Zeit wie heute, wo durch die Verweltlichung der Christenheit um uns herum uns manches förmlich überrollt und wir uns an vieles gewöhnt haben – gerade in einer solchen Zeit wollen wir einen Weg aufzeigen, der sich konsequent an Gottes Wort orientiert.

Vielleicht sagt jemand auch: Aber ich möchte doch auch mal ein bisschen Spaß haben! Mal unabhängig von der Art des Spaßes – wie wird wohl der Herr Jesus über so einen Satz denken, Er, der alles in seinem wahren Charakter empfindet? In dieser Welt, die Ihn ans Kreuz brachte, Ihn immer noch lästert, Ihn immer noch verwirft und immer weniger die Grundsätze seines Wortes akzeptiert, immer unverschämter mit seiner Person umgeht – in dieser Welt wollen wir „unseren Spaß“ haben? Lesen wir, wie Gott dieses Verhalten beurteilt:

  • „Ihr …, die auf Polstern aus Elfenbein liegen [ein tolles Ambiente] und auf ihren Ruhebetten sich strecken [Bequemlichkeit schaffen]
  • und Fettschafe von der Herde essen und Kälber aus dem Maststall [der Festtagsbraten];
  • die zum Klang der Harfe faseln, sich wie David Musikinstrumente ersinnen [die Partymusik];
  • die Wein aus Schalen trinken [der Alkohol]
  • und sich mit den besten Ölen salben [Partykleidung und Parfüm]
  • und sich nicht grämen über die Wunde Josephs“ (Amos 6,4-6).

Die „Wunde Josephs“ spricht von dem Leid, das der Herr Jesus trotz seiner Liebe und seiner Gerechtigkeit von seinem Volk und von uns Menschen erfuhr; von dem Hass, der Kaltherzigkeit, der Grausamkeit, der Gefühllosigkeit, der Ungerechtigkeit, unter der Er, wie einst Joseph, schrecklich litt. So konnten die Brüder Josephs damals ihr Frühstück essen, während Joseph in der Grube war. Für den Herrn Jesus gibt es in einer gewissen Weise auf dieser Erde gar kein Fest zu feiern, denn Er sagt in Lukas 22,18: „Denn ich sage euch, dass ich von jetzt an nicht von dem Gewächs des Weinstocks trinken werde, bis das Reich Gottes kommt.“ Erst im tausendjährigen Friedensreich, wenn Er nicht mehr der Verworfene, Gekreuzigte und Gelästerte ist, sondern der von allen Geehrte und Geachtete, kann Er wieder ein Freudenfest feiern und von dem Gewächs des Weinstocks trinken. Wie wird wohl unser Herr, der unendliches Mitgefühl zeigte und über einen elenden Zustand eines aussätzigen Menschen innerlich bewegt war, es empfinden, wenn wir sagen: Aber ich möchte auch mal ein wenig Spaß haben?

Wenn die Israeliten zum Beispiel das Neumondfest feierten, brachten sie immer Opfer, unter anderem, wie oben gesehen, auch Friedensopfer. Warum ist das so interessant? Das Friedensopfer wurde Gott nicht ganz gebracht wie das Brandopfer, es wurde auch nicht für irgendeine Sünde dargebracht, sondern es war ein Gemeinschaftsopfer. Von diesem Opfer bekamen Gott, der Priester und jeder, der dazu eingeladen war, ihr Teil. Auf diese Art und Weise – so dass Gott ebenfalls sein Teil bekommt – sollten auch wir unsere Feste feiern.

Wenn wir das Gesetz des Friedensopfers in 3. Mose 7 lesen, dann heißt es dort: „Und wenn irgend vom Fleisch seines Friedensopfers am dritten Tag gegessen wird, so wird es nicht wohlgefällig sein; wer es dargebracht hat, dem wird es nicht zugerechnet werden: Ein Gräuel wird es sein; und die Seele, die davon isst, wird ihre Ungerechtigkeit tragen“ (3Mo 7,18). Die Belehrungen des Alten Testamentes sind uns als Vorbilder geschrieben worden und dienen der Ermunterung, der Ermahnung und der Belehrung, „damit der Mensch Gottes vollkommen sei“ (1Kor 10,6; Röm 15,4; 2Tim 3,16.17). Deshalb müssen wir danach suchen, was Gott uns damit sagen möchte. Wenn Gott im Alten Testament beispielsweise über die Ochsen spricht, dann bedeutet dies nicht etwa, dass Er um die Ochsen besorgt wäre (5Mo 25,4; vgl. 1Kor 9,9.10). Ebenso wenig geht es Ihm in 3. Mose 7 um das Einnehmen einer Fleischmahlzeit, sondern um geistliche Grundsätze. Das Gleiche gilt für obiges Beispiel mit der Zusammensetzung der Kleidungsstücke in 5. Mose 22,11.

War einem Israeliten also nicht deshalb verboten, am dritten Tag das Fleisch des Friedensopfers zu essen, weil man die Gemeinschaft beim Essen nicht von dem Opfer (oder der Opferhandlung) trennen sollte? Wollte Gott damit nicht deutlich machen, dass jede Gemeinschaft nur aufgrund des Opfers des Herrn Jesus möglich wurde und dass dieses Opfer, diese Person, die sich geopfert hat, im direkten Zusammenhang stehen sollte mit unseren gemeinschaftlichen Festen? Wenn wir unsere Feste von dieser Person losmachen oder auf unseren Festen Dinge treiben, die mit der Ehre des Herrn im Widerspruch stehen oder, um es mit 3. Mose 7,18 auszudrücken, „nicht wohlgefällig“ sind – wird uns dann auch nicht das zugerechnet, was wir eigentlich für Gott geben wollten? Immerhin war das Friedensopfer doch auch nach drei Tagen immer noch ein Opfer, das ursprünglich Gott gebracht wurde. Aber Gott sagt hier nicht nur, dass es „nicht zugerechnet werden“ würde, sondern dass es „ein Gräuel sein wird“. Das ist eine harte Sprache. Aber wenn wir den Herrn Jesus nicht zum Mittelpunkt unserer Feste machen, dann verkommen diese Feste zu ganz netten, geselligen Abenden. Letztlich sind solche Veranstaltungen Gott ein Gräuel. Paulus sagt uns: „Ob ihr nun esst oder trinkt oder irgendetwas tut, tut alles zur Ehre Gottes.“ Es reicht nicht, wenn wir unsere Feste halb zur Ehre Gottes feiern und halb die Dinge der Welt treiben. Streben wir danach, dass wir alles und nicht nur einiges zur Ehre Gottes tun! Gott wird mit unserer Schwachheit sicher viel Geduld haben, wenn wir in diesen Dingen aufrichtig sind.

Das Neue Testament verbietet, wie gesagt, Feste nicht, ja, wir finden den Herrn Jesus selbst auf einem Fest anwesend. Doch lesen wir einmal, was dort geschah. Selbst wenn Er nur „auch“ eingeladen war (Joh 2,2)[1], wurde doch sehr schnell deutlich, dass Er notwendig war, um die Freude (wovon der Wein ein Bild ist) aufrechtzuerhalten. Ohne Ihn, ohne dass etwas von seiner Herrlichkeit sichtbar wird, wird es bei jedem unserer Feste, wie dort in Kana, einen Mangel an Freude geben (Joh 2,3). Dabei denken wir natürlich an wahre Freude, die keinen bitteren Nachgeschmack hat. Wenn wir uns über Dinge freuen, über die Er sich nicht freuen kann, dann ist es nicht möglich, dass wir die Freude mit Ihm teilen, und diese Freude wird immer einen bitteren Nachgeschmack haben.

Mögen unsere Feste immer diesen Mittelpunkt kennen: JESUS CHRISTUS!

Nächster Teil

 

Anmerkungen

[1] Johannes 2 wird manchmal als „Freifahrtschein“ zum Alkoholgenuss für Christen herangezogen, weil der Herr Jesus selbst Wasser in Wein verwandelt hat. Aber bedenken wir gut, dass diese Begebenheit besonders ein Zeichen für die Juden ist, die den guten Wein (die Freude) buchstäblich erst zum Schluss genießen werden: im tausendjährigen Friedensreich. Sie haben eine irdische Berufung, und zu ihrer Berufung gehört, den guten Wein in Maßen zu genießen. Es wird einmal so sein, dass jeder „unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum“ sitzen wird (Mich 4,4). Christen haben diese Verheißung im ganzen Neuen Testament jedoch nicht erhalten sie haben eine himmlische Berufung und sind mit himmlischen Segnungen beschenkt worden. Timotheus musste sogar dazu ermuntert werden, wegen seines häufigen Unwohlseins „ein wenig“ Wein zu trinken. Zudem muss man bedenken, dass die Feste damals über mehrere Tage gingen und sehr viele Leute anwesend waren. Der Herr hätte sicherlich keinen übermäßigen Alkoholgenuss gutgeheißen oder dabei mitgewirkt, dass sich die Gäste am Wein berauschen konnten. Übermäßigen Alkoholgenuss verurteilt Er ja nicht nur im Neuen, sondern auch im Alten Testament scharf; wenn wir die Antwort des Speisemeisters recht verstehen, hätte es zu einem solchen Auswuchs auch auf solchen Festen grundsätzlich kommen können. Bedenken wir zudem, dass es hier nicht um eine Belehrung über Alkohol geht, sondern um tiefe geistliche Belehrungen und über ein Zeichen, das von weitreichender Bedeutung sein sollte. Es wird nicht erwähnt, dass die sechs Krüge auch vollständig geleert wurden. Es soll vielmehr gezeigt werden: Wenn der Herr Freude schenkt, ist es eine so große Freude, dass kein Mangel mehr aufkommen kann. Allerdings zeigt die Geschichte auch, dass am Alkohol nicht prinzipiell etwas Schlechtes ist. Da wir die Gefahren in der heutigen Zeit kennen, tun Christen jedoch gut daran, nur in Ausnahmefällen Alkohol zu konsumieren. Dies gilt insbesondere bei gemeinsamen Feiern, wo nicht jeder – und das sogar in mehrerer Hinsicht – gleich „stark“ ist und wo es geschehen kann, dass durch unsere Stärke der Schwache in Sünde fällt (1Kor 8; Röm 14).

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