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Inhalt
Einleitung
Hintergrund
Kennzeichen der
NAK
a) Die Bedeutung der
Heiligen Schrift in der NAK
b) Apostel Jesu Christi auch
heute noch
c)
Die Begriffe Wiedergeburt, Versiegelung, Taufe
d) Das Entschlafenenwesen
Schlussbemerkungen
Zum
Schluss noch eine
allgemeine Bemerkung
Wenn wir, wie in diesem Fall, etwas über
eine bestimmte Glaubensgemeinschaft sagen, dann fällt uns das immer ein wenig
schwer, weil wir auf der einen Seite eine bestimmte lehrmäßige Praxis vom Wort
Gottes her entschieden ablehnen müssen und auf der anderen Seite keinen
verurteilen und lieblos behandeln wollen und uns selbst auch in
Glaubensgemeinschaften befinden, die fehlerhaft sind und das Vollmaß der
Gedanken Gottes nicht erreichen. Vielleicht ist manchmal in solchen Glaubensgemeinschaften (wie der NAK) mehr Hingabe zu finden als bei Christen,
die vielleicht einen von der Heiligen Schrift her bibeltreueren Weg gewählt
haben. So möchten wir jeden Leser, besonders von der Neuapostolischen Kirche,
bitten, unsere Gedanken allein am Wort Gottes zu prüfen. Dies gilt natürlich für
jeden anderen interessierten Leser genauso.
Im Weiteren ist dieser Artikel auch nicht aus dem Beweggrund entstanden, einfach
mal etwas gegen die Neuapostolische Kirche zu schreiben, sondern weil wir als
www.soundwords.de angesprochen wurden und
wir auch von Gläubigen aus dieser Glaubensgemeinschaft die eine oder andere
Lesermeinung erhalten haben, die uns sehr nachdenklich gemacht hat.
Die Neuapostolische Kirche (NAK) entstand
in der Mitte/Ende des 19. Jahrhunderts und entsprang dem Wunsch, zur Urkirche
zurückzukehren. Sie zählt weltweit zwischen acht und neun Millionen Mitglieder. In
Deutschland sind es ca. 400.000 Mitglieder. Interessanterweise gilt die NAK, anders als
z.B. die Zeugen Jehovas und Adventisten, als gesetzlich anerkannte Kirche. Dies
ist insoweit interessant, da Erlösung (oder auch Sündenvergebung) nur durch
Apostel und sogenannte Stammapostel erlangt werden kann und somit also auch nur in der
NAK möglich ist. Dieses Kennzeichen entspricht eigentlich einer klassischen
Sekte.
Es heißt im 4. Glaubensartikel:
Ich glaube, dass der Herr Jesus seine Kirche durch lebende Apostel
regiert bis zu seinem Wiederkommen, dass er seine Apostel gesandt hat und
noch sendet mit dem Auftrag, zu lehren, in seinem Namen Sünden zu
vergeben und mit Wasser und dem Heiligen Geist zu taufen.
Und im 8. Glaubensartikel heißt es:
Ich glaube, dass die mit Wasser Getauften durch einen Apostel zur
Erlangung der Gotteskindschaft den Heiligen Geist empfangen müssen,
wodurch sie als Glieder dem Leibe Christi eingefügt werden.
Es gibt viele Aspekte, unter denen man die
NAK beleuchten könnte, aber wir wollen uns hier nur auf einige wesentliche
Aussagen konzentrieren. Dabei können wir nicht darauf eingehen, dass es natürlich
auch Lehrsätze gibt, die durchaus schriftgemäß und biblisch sind. Folgende
grundsätzlichen Lehransätze wollen wir näher beleuchten:
a) Die Bedeutung der Heiligen Schrift in
der NAK
b) Apostel Jesu Christi auch heute noch?
c) Die Begriffe Wiedergeburt, Versiegelung, Taufe
d) Das Entschlafenenwesen
Hier stoßen wir bereits auf ein
schwerwiegendes Problem und es macht unsere obige Aussage an Mitglieder dieser
Kirche um so dringender. Wir sagten bereits, dass wir uns als Christen allein auf
das Wort Gottes stützen. Als Paulus in Apostelgeschichte 20,32 von den Ephesern
Abschied nahm, da befahl er sie nicht irgendwelchen Propheten oder Folgeaposteln
an, sondern einzig und allein dem Worte der Gnade Gottes. Was die Kirche in
Ephesus für die Zukunft brauchte, war Vertrauen auf Gottes Wort und nicht
Vertrauen auf Apostel. Und nicht weniger braucht jede heutige Gemeinde und jeder
Christ persönlich.
Leider wird dieses Vertrauen auf Gottes Wort in der NAK massiv und ganz
erheblich erschüttert, indem man sagt, dass die Heilige Schrift lediglich für die
Generation von damals Bedeutung hatte und das Gott heute durch neue Apostel
redet an die heutige Generation. Dass man sich dadurch jeder Verführung öffnet,
zeigt ein Beispiel des so genannten Stammapostels Johann Gottfried Bischoff (gest.
1960), der 1951 verkündete, dass Gott ihm gezeigt hätte, dass der Herr Jesus
noch während seiner Lebenszeit wiederkommen würde. Als Johann G. Bischoff 1960
starb und der Herr Jesus noch nicht gekommen war, hätten eigentlich vielen die
Augen aufgehen müssen, aber wie es in klassischen Sekten üblich ist, werden
solche Erscheinungen schöngeredet, und man geht dabei selbst so weit wie im Fall
Bischoff, dass man Gott am Ende die Schuld zuschiebt, indem man sagte: „Wir
stehen … vor dem unerforschlichen Ratschluss unseres Gottes und fragen uns,
warum Er seinen Willen geändert hat.“
Für jeden Christen, der nicht unter der Knechtschaft einer Sekte steht, sondern
in der Freiheit der Kinder Gottes (Röm 8,21), ist diese Begebenheit
ausreichend, um zu zeigen, wie falsch diese Glaubensquelle ist, und sie mahnt ihn
immer wieder zur Vorsicht. Wenn Christen nicht mehr unter Gebet und in der Kraft
des Heiligen Geistes die Bibel lesen, werden auch sie früher oder später einer
Verführung zum Opfer fallen. Es ist für ein Mitglied der NAK sehr schwierig,
sich für diese Sicht der Dinge zu öffnen, weil ihnen von Kindheit an gesagt
wurde, dass es heute sogenannte Stammapostel und Apostel gibt, die Worte
reden, die autoritativ sind. In der NAK wagt man nicht, einem dieser sog.
Stammapostel zu widersprechen, da sie das Sprachrohr Gottes sind.
Im Brockhaus-Lexikon (Multimedial 2002)
heißt es sogar:
Leiter und Träger der höchsten geistlichen
Autorität ist der von der „Apostelversammlung“ gewählte „Stammapostel“, der wiederum die
„Apostel“ ernennt (heute rund 260).
Diese sind allein zur Schriftauslegung berufen; ihre (Lehr-) Aussagen
gelten neben der Bibel als zweite Glaubensquelle.
Neben dieser zusätzlichen Glaubensquelle
sei auch darauf hingewiesen, dass die Apokryphen bei der NAK auch eine nicht
geringe Rolle spielen. Auf ihren Internetseiten werden diese außerbiblischen
Texte immer wieder zitiert.
Nun zu dem zweiten Hauptkennzeichen der
NAK: die Apostel und Stammapostel.
1895 kam zum ersten Mal die Lehre des Stammapostels auf, womit man sich, ähnlich
wie im Papsttum, auf die Bibelstelle in Matthäus 16,18 bezog. Leider hat man
diese Stelle in der Kirchengeschichte immer wieder so verstanden, als hätte der
Herr gesagt, dass Petrus der Fels wäre und dass auf ihn die Kirche gegründet
werden sollte. Gott hat diese schreckliche Lehre vorausgesehen und es so
geführt, dass Petrus selbst schreibt, dass wir als lebendige Steine aufgebaut
werden auf Christus, den Stein oder auch den Fels — siehe 1. Petrus 2,4-8.
Natürlich ist die Gemeinde auf Christus gegründet und wir (inkl. Petrus, was
übersetzt nicht „Fels“, sondern „Felsstück“ oder „Stein“ bedeutet) sind nach 1. Petrus
2 lebendige Steine. Auch 1. Korinther 10,4 ist an dieser Stelle sehr
interessant, dort heißt es: „Der Fels aber war der Christus.“ Petrus nahm zwar
eine besondere Stellung zu Beginn der Kirchengeschichte ein, indem ihm die
Schlüssel des Reiches gegeben worden sind, und doch können wir dankbar sein,
dass
wir als Kinder Gottes auf den Felsen (Christus) gegründet sind und nicht auf den
wackeligen Stein eines Menschen, sei er noch so von Gott begabt und auserwählt
worden.
Jedenfalls werden nun alle Apostel (heute ca. 260-300) von dem Stammapostel
gewählt. Diese Lehre ist natürlich nach einer gesunden Überprüfung anhand des
Wortes Gottes nicht haltbar. Es gibt zwar Bibelstellen, die allein betrachtet
falsch gedeutet werden könnten, wie z.B. 1. Korinther 12,28, aber die in
Verbindung mit dem ganzen Wort Gottes doch eine andere Bedeutung haben, als es
die NAK gerne hätte. Das Wort Gottes sagt uns an keiner Stelle, dass ein
Apostelamt übertragen werden konnte. Im Gegenteil, um Apostel zu sein, bedurfte
es mindestens folgender (es mag sein, dass nicht alle Kennzeichen auf einmal
zusammentreffen mussten) Voraussetzungen:
-
man musste den Herrn Jesus gesehen haben (1Kor 9,1),
-
man musste Zeuge seiner Auferstehung
gewesen sein (Apg 1,22),
-
man musste vom Herrn Jesus (oder Gott — siehe Apg 2) selbst dazu berufen werden
(Mk 2,13),
-
die Apostel wurden durch mächtige Taten
und Wunder bestätigt (2Kor 12,12),
-
die Apostel durften sich nicht in
Widerspruch zu Gottes Wort stellen — diese Kennzeichen gelten natürlich für
jeden Diener, Ältesten, Aufseher oder Führer (s. 1Pet 4,11).
Diese Reihe an Voraussetzungen für ein
Apostelamt beweisen jedem Christen, der sich auf das Wort Gottes stützt, auf sehr einfache
und verständliche Weise, dass die ganze Grundlage der NAK mehr
als fragwürdig ist. Schließlich scheint diese Lehre für die NAK so wichtig zu
sein, dass man ihre Sonderlehre schon im Kirchennamen entdecken kann.
Die Praxis, dass nur ein Stammapostel andere Apostel einsetzen kann, ist völlig
willkürlich, dafür gibt es nicht einen Hinweis in der Heiligen Schrift, nicht
mal einen, den man missverstehen könnte (es sei denn, dass wir diesen überlesen
haben!). Wir lesen nichts davon, dass Paulus den Timotheus zum Apostel ernannt
hätte. Wenn er es getan hätte, wäre laut der Lehre der NAK noch die Frage, ob
nicht Petrus, der erste Stammapostel, diese „Weihung“ hätte vornehmen müssen.
Dürfen wir den aufrichtigen NAK-Gläubigen fragen, ob es wohl Gottes Wille war,
dass wir uns auf solche windigen und völlig willkürlichen Lehren von Menschen
stützen sollten?
Dieser Themenkreis kann sicher nicht im
Detail hier besprochen werden, aber es ist schon erstaunlich, wie die
Versiegelung mit dem Geist, die christliche Taufe und auch die Erlösung bzw.
Wiedergeburt zusammen verquickt werden und man fragt sich, wo man das in der
Bibel wiederfinden kann.
Man findet z.B. auf der
Homepage der NAK (www.nak.org) Folgendes:
Die Heilige Taufe mit Wasser ist ein Bestandteil der Wiedergeburt und die
notwendige Voraussetzung zur Hinnahme des Heiligen Geistes.
Natürlich streitet kein Christ ab, dass nur ein wiedergeborener Christ mit dem Heiligen Geist versiegelt werden
kann, aber was diese Seite der Wahrheit mit der christlichen Taufe zu tun haben
soll, ist mehr als fragwürdig. Man mag an die Lehre der katholischen Kirche
denken, die in Johannes 3 auch die christliche Taufe sehen will, wenn es dort
heißt, dass wir aus „Wasser und Geist“ geboren werden müssten. Aber zum einen
steht hier natürlich überhaupt nichts von der Taufe noch ist sie hier bildlich
vorgeschattet. In Johannes 3 ist das Wasser ein Bild des Wortes Gottes, was aus Jakobus 1,18 und
1. Petrus 1,23 mehr als deutlich hervorgeht. Wenn obiger Glaubenssatz der NAK stimmen würde, wäre der Schächer am Kreuz nicht
wiedergeboren, denn er hatte die christliche Taufe nicht mehr empfangen können, und
doch sagt der Herr Jesus zu ihm: „Heute wirst du mit mir im Paradies sein“.
Zudem wird gelehrt, dass die Versiegelung nur durch einen Apostel durch
Handauflegung vollzogen werden kann. Man redet sogar von der „Spendung“ des
Heiligen Geistes durch einen Apostel. Wie man das mit Epheser 1,13 und 1. Timotheus 2,5 in Übereinstimmung bringen möchte, scheint völlig
unverständlich.
Natürlich gibt es Bibelstellen, allerdings lediglich in der frühen Zeit der
Apostelgeschichte, wo die Taufe und der Heilige Geist zusammen erwähnt werden,
aber aus diesen einmaligen Umständen der Anfangszeit eine Lehre zu machen, die
zudem noch mit anderen Stellen im Widerspruch steht, ist auch mehr als
zweifelhaft.
Im Glaubensartikel Nummer 8
der NAK heißt es:
Ich glaube, dass die mit Wasser Getauften durch einen Apostel zur Erlangung
der Gotteskindschaft den Heiligen Geist empfangen müssen, wodurch sie als
Glieder dem Leibe Christi eingefügt werden.
Man fragt sich, wo man im Wort Gottes
solch eine Lehre finden kann. Paulus weist nachdrücklich im ersten
Korintherbrief
darauf hin, dass er nur das Haus von Stephanus und Krispus und Gajus
getauft hatte. Es schien gerade keine besondere Tätigkeit für einen Apostel zu
sein, die Taufhandlung durchzuführen oder gar den Heiligen Geist zu „spenden“,
wie es die NAK auszudrücken pflegt.
Wenn wir Apostelgeschichte 8 lesen und davon ausgehen, dass es sich hier um
den Apostel Philippus handelt, dann hätte dieser eine wichtige Handlung
vergessen. Er taufte zwar den gläubig gewordenen Kämmerer, aber er „vergaß“, ihn
mit dem Heiligen Geist zu versiegeln — jedenfalls dann, wenn man der Lehre der
NAK folgen würde.
Petrus hatte die Schlüssel des Reiches, deshalb kann man besonders von ihm
einige Bibelstellen lesen, wo der Heilige Geist auf Menschen kam, nachdem er mit
ihnen geredet hatte. Interessant ist an dieser Stelle, dass es in Apostelgeschichte 10,45 heißt:
„Dann antwortete Petrus: Könnte wohl jemand das
Wasser verwehren, dass diese nicht getauft würden, die den Heiligen Geist
empfangen haben, gleichwie auch wir?“ Hier ist es also gerade umgekehrt, als wie
im Glaubensartikel 8 bei der NAK. Hier hatten Menschen den Heiligen Geist
bereits empfangen und danach erst wurden sie getauft. Die Gabe des Heiligen
Geistes mit der christlichen Taufe zu verbinden, ist nicht die Weise der
Heiligen Schrift. Dies sind zwei Ereignisse, die zur selben Zeit (oder wenigsten
unmittelbar hintereinander) stattfinden können, aber nicht zwingend müssen.
Von Kornelius heißt es in Apostelgeschichte 11,14.15, dass der Heilige Geist auf das Haus des
Kornelius kam, während Petrus redete. Später heißt es dann in Vers 17, dass Gott
ihnen die Gabe des Geistes gegeben hatte und dass dies für Petrus eher
überraschend kam, als dass er hier eine bewusste Handlung, z.B. durch
Handauflegen, vorgenommen hätte. Der Geist weht, wo Er will (Joh 3,8), und
Gott versiegelt einen Menschen nicht durch die Handlung eines Menschen, wie es
die NAK lehrt.
Wenn auch die Versiegelung, Taufe und Wiedergeburt zeitlich sehr nahe
miteinander verbunden sein können, so muss man doch alle Dinge gut auseinanderhalten und nicht miteinander vermischen. Wenn Gott einem Menschen die
Wiedergeburt geschenkt hat, so sollte darauf die christliche Taufe folgen, die
nach Römer 6 besagt, dass wir nun ein Vorhaben aussprechen, nun in Neuheit des
Lebens zu wandeln. Und wenn jemand wiedergeboren ist und die Gewissheit seiner
Annahme bei Gott hat, dass also der Geist mit unserem Geist bezeugen kann, dass
wir Kinder Gottes sind (Röm 8,16), dann hat Gott auch das Siegel mit seinem
Geist auf diesen Menschen gedrückt. Epheser 1,13 sagt: „… auf welchen auch ihr
gehofft, (1) nachdem ihr gehört habt das Wort der Wahrheit, (2) das
Evangelium eures Heils, in welchem ihr auch, (3) nachdem ihr geglaubt
habt, (4) versiegelt worden seid mit dem Heiligen Geiste der Verheißung.“
Hier heißt es nicht [wie die NAK lehrt], dass wir, nachdem wir die Taufe empfangen
haben, durch einen Apostel mit dem Heiligen Geist versiegelt worden sind.
Das eigentliche Böse an dieser Lehre ist aber, dass man die Versiegelung mit dem
Geist nur durch einen Apostel erlangen kann, dass man also für die Erlangung
seines Heils einen Apostel der NAK benötigt. Diese Lehre steht auf der gleichen
Stufe wie die Marienverehrung in der katholischen Kirche. Beides ist in letzter
Konsequenz purer Götzendienst. Alles, was Christus an die Seite stellt oder was
man neben Christus stellt, ist Götzendienst. Paulus schreibt an Timotheus: „Denn
Gott ist einer, und EINER Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch
Christus Jesus.“ Nachdem der Apostel Johannes am Ende des ersten
Johannesbriefes
schreibt: „Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben“, da beeilt er
sich hinzuzufügen: „Kinder, hütet euch vor den Götzen.“ Wer ein Evangelium
bringt, das nach der Art „Christus plus irgendwer / irgendetwas“ gebildet ist, von dem
sagt der Apostel Paulus im Galaterbrief (Gal 1,9) in schrecklichem Ernst: „Wenn
jemand euch etwas als Evangelium verkündigt außer dem, was ihr empfangen habt:
Er sei verflucht!“ Für jede Beziehung, für jeden Bereich, für jeden Umstand
reicht „Jesus allein“. Dem Herrn sei Dank dafür!
Nun kommen wir zu einem weiteren
Kennzeichen der NAK — das Entschlafenenwesen.
Der Neuapostole Dr. R.
Kiefer aus Aachen schreibt:
Im engeren Sinne ist damit [mit dem
Entschlafenenwesen] die neuapostolische Praxis angesprochen, für die
Verstorbenen nicht nur betend einzutreten, sondern ihnen die Teilhabe am
sakramentalen Dienst der Kirche zu ermöglichen.
Wird in der katholischen Kirche lediglich
für die Toten gebetet, so geht die NAK hier einen deutlichen Schritt weiter.
Der Stammapostel J.G.
Bischoff [gest.1960] schrieb dazu:
Den Entschlafenen wird sonntäglich durch Apostel das Heilige Abendmahl
gereicht. Dreimal im Jahr finden besondere Gottesdienste statt, in denen den
heilsverlangenden Seelen die Sakramente [Taufe, apostolische Handauflegung,
also Versiegelung, und Abendmahl] der Kirche Christi gespendet werden.
Außerdem wird in einem Buch Fragen und Antworten über den
neuapostolischen Glauben Folgendes gesagt:
Wir wissen, dass wir für die Toten beten können […], damit auch sie der
Erlösung teilhaftig werden. Sofern sie die vom Gnadenaltar ausgehende
Heilsbotschaft ergreifen, wird Gott sie weiterführen und ihnen auch die
Gnadenhandlungen zugänglich machen, die stellvertretend für die Toten von
Lebenden hingenommen werden.
Diese Praxis will man aus dem 1. Korinther
15,29 ableiten. Dort heißt es: „Was werden sonst die tun, die für die {o. an
Stelle der (griech. hyper mit Gen.); so auch nachher} Toten getauft werden, wenn
überhaupt Tote nicht auferweckt werden? Warum werden sie auch für sie getauft?“
Sicherlich haben wir es hier mit einer nicht einfachen Bibelstelle zu tun. Aus
dieser Bibelstelle jedoch eine so weitreichende Lehre zu ziehen, dass man z.B.
die Versiegelung und das Abendmahl gleich mit in diese Bibelstelle hineinliest,
ist wohl eine mehr als fragwürdige Exegese. Selbst die Lehre, dass wir uns nun
für Tote, die vielleicht noch nicht mal an Christus geglaubt haben, taufen
lassen sollten, kann man hieraus nicht entnehmen.
Was meint nun 1. Korinther
15,29 wirklich? Nun, in der Zeit, wo Paulus diesen Brief schrieb, mussten viele
Christen ihr Bekenntnis zu Christus in der Taufe mit dem Tod bezahlen. Aber
doch gab es immer wieder Menschen, die sich trotzdem zu Christus bekehrten und
sich auch taufen ließen. Es war wie mit einer Armee, wo neue Soldaten die Lücken
solcher schlossen, die im Krieg gefallen waren. Es war buchstäblich so, dass
Neubekehrte die Lücke derer schlossen, die wegen ihres Bekenntnisses zu Christus
starben. Deshalb kann Paulus auch schreiben, dass die Neubekehrten für [oder
besser: anstelle von] den getöteten Christen getauft wurden. Es ist in diesem
Zusammenhang bedeutsam, dass die Taufe an sich in erster Linie mal ein
öffentliches Bekenntnis zu einem gestorbenen Christus bedeutet — und es deshalb
auch hier von Paulus aufgegriffen wird. Weiter will Paulus sagen: Sollte es nun
keine Auferstehung der Toten geben, warum sollten sich dann die Neubekehrten
überhaupt taufen lassen? Das wäre so, als würde man in einem aussichtslosen
Krieg, wo die Niederlage schon besiegelt ist, immer weitere Soldaten in ihr
Verderben schicken. Das wäre — und das will Paulus hier sagen — völlig absurd.
Aber, wie gesagt, selbst wenn die Auslegung der NAK richtig wäre, dann wäre ihre
Lehre, dass man sonntäglich auch den Toten die Sakramente reicht, in keiner
Weise mit dem Wort Gottes zu vereinbaren. Man geht hier deutlich über die
Aussagen der Heiligen Schrift hinaus.
Eine weitere Bibelstelle, die gerne für diese Lehre missbraucht wird, ist 1.
Petrus
3,18b-20: „… getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem
Geist, in
welchem er auch hinging und predigte den Geistern, die im Gefängnis sind, welche
einst ungehorsam waren {o. nicht glaubten}, als die Langmut Gottes harrte in den
Tagen Noahs, während die Arche zugerichtet wurde, in welche {o. in welche
eingehend} wenige, das ist acht Seelen, durch Wasser {o. durch Wasser hindurch}
gerettet wurden.“
Man möchte diese Stelle gerne dahin gehend auslegen, dass das Gefängnis an dieser
Stelle das Totenreich darstellen würde und als ob Christus ins Totenreich
gegangen wäre und den ungläubig Gestorbenen noch das Evangelium verkündigt
hätte.
Nun, das ist eine sehr seltsame Lehre. Erstens finden wir dafür keine Bestätigung
in der übrigen Schrift. Zweitens wissen wir, dass der Herr Jesus gar nicht im
Gefängnis gewesen ist. Nach Lukas 23 ist er eben im Paradies gewesen bei den
Gläubigen. Seine menschliche Seele war bei den Seelen der Gläubigen im Paradies.
Und drittens, wie sollten wir verstehen, dass der Herr Jesus Ungläubigen eine
Botschaft gepredigt hat, was sollte das heißen? Und viertens, warum nur an diese
Ungläubigen, die da in den Zeiten Noahs umgekommen waren durch die Sintflut,
warum dann nicht auch den anderen Ungläubigen? Das ergibt alles keinen Sinn — um es mal nur schwach auszudrücken. Es ist eine unmögliche Auslegung, die
natürlich die Frage aufwirft, was die Stelle nun jetzt wirklich meint.
Wenn Petrus schreibt: „… in welchem er auch hinging“, dann meint er hier offenbar
Christus, der damals durch seinen Geist an diese Welt eine Botschaft verkündigt
hat, dass die Menschen sich bekehren sollten. War Christus denn sichtbar
anwesend? Nein! Genauso wenig wie heute! Wie hat Er dann damals diese Botschaft
gepredigt? Durch seinen Geist! Wie hat Er das denn getan durch seinen Geist?
Durch Prediger! Noah war ja der Prediger der Gerechtigkeit (2Pet 2). Also,
was Petrus sagen möchte, ist dieses: Damals war ein kleiner Überrest auf dieser
Erde, Christus war abwesend, aber Er wirkte durch seinen Geist durch den
Prediger der Gerechtigkeit — ohne viel Erfolg. Die Welt ging in dem Gericht
verloren. Aber Noah hatte lange und lange gepredigt, und schließlich wurden nur
wenige gerettet. Das ist eure Lage. Die ist gar nicht so neu! Die ist gar nicht
so besonders! Das war schon früher auch der Fall, und die Geschichte Noahs ist
wohl natürlich das beste Beispiel aus dem ganzen Alten Testament. Wie wohl die
Gläubigen der Jetztzeit in der Regel noch mehr Erfolg in der Predigt haben als
Noah damals. Das sollte den Gläubigen, an die Petrus schrieb, Mut machen.
Das scheint uns die einzige vernünftige
Auslegung zu sein, die auch nach unserem Dafürhalten mit dem übrigen Worte
Gottes in Übereinstimmung steht. Denn z.B. Lukas 16 zeigt uns ganz deutlich, dass
es nach dem Tod keine Chance mehr gibt.
Jedenfalls sind diese beiden Bibelstellen (1Kor 15,29; 1Pet 3,18-20) die einzigen Bibelstellen, auf die sich
NAK-Gläubige beziehen könnten und dies natürlich auch tun. Nur wenn wir uns auf
den unsicheren Boden von menschlichen Lehren [hier durch sogenannte Apostel] begeben,
kann man solch eine Lehre rechtfertigen. Und wir wiederholen es noch einmal: Selbst wenn man diese Bibelstellen anders deuten würde,
dann ginge die Praxis der
NAK doch weit über diese Bibelstellen hinaus und käme mit anderen deutlichen
Bibelstellen in Konflikt.
Viele Lehren der NAK sind sehr zweifelhaft
und greifen zum Teil auch die Person des Herrn empfindlich an (siehe Punkt c),
so dass man hier einfach von fundamentaler Irrlehre reden muss. Es mag dort
verführte Gläubige geben, die Sündenerkenntnis haben und in dem Opfer Jesu
Christi Heil und Erlösung gefunden haben („der Herr kennt, die sein sind“). Aber
vor den Lehren der Neuapostolischen Kirche müssen wir dringend warnen und bitten
jeden NAK-Gläubigen, sich nicht in das unsichere Fahrwasser irgendwelcher
menschlicher Apostel oder Stammapostel zu begeben, sondern einzig und allein dem
vollgültigen und vollendeten Wort Gottes zu glauben.
Epheser 2,20 sagt: „Also seid ihr denn nicht mehr Fremdlinge und ohne
Bürgerrecht, sondern ihr seid Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes,
aufgebaut auf die Grundlage der Apostel und Propheten, indem Jesus Christus
selbst Eckstein ist, in welchem der ganze Bau, wohl zusammengefügt, wächst zu
einem heiligen Tempel im Herrn, in welchem auch ihr mitaufgebaut werdet zu einer
Behausung Gottes im Geist.“ Die Apostel haben die Grundlage gelegt und für diese Treue werden sie einmal
reichlich belohnt werden, so dass es in Offenbarung 21,14 heißt: „Und die Mauer
der Stadt hatte zwölf Grundlagen, und auf denselben die zwölf Namen der zwölf
Apostel des Lammes.“
Lieber Leser, der du dich vielleicht in dieser Sekte aufhältst, es ist unser
tiefer Wunsch, dass wir durch die vorstehenden Worte niemanden verletzten möchten.
Es mag auch sein, dass wir vielleicht manchen Punkt nicht deutlich genug oder
vielleicht auch etwas verkürzt oder vernebelt (aus Sicht der NAK) dargestellt
haben. Auch wir sind fehlerhaft und haben nicht die Weisheit Gottes gepachtet
oder völlig erkannt. Und dennoch glauben wir, dass die grundsätzlichen
Kennzeichen der NAK durch ihr Selbstzeugnis auf entsprechenden Internetseiten (z.B. www.nak.org) erfasst und entsprechend
widerlegt wurden.
Unter Vorbehalt, weil wir diese Zeugnisse von Aussteigern aus der NAK nicht
schlussendlich beurteilen können, möchten wir noch auf die Internetseite www.nak-info.de hinweisen.
Im Rahmen unserer Arbeit mit
www.soundwords.de werden wir natürlich
mit den unterschiedlichsten Strömungen und Sekten konfrontiert. Unser Bemühen
geht dahin — und das versuchen wir in unseren Antworten auch immer wieder
herauszustellen —, dass eine ernsthafte Auseinandersetzung nur auf Grundlage der
Heiligen Schrift geführt werden kann, weil diese Offenbarung Gottes für jeden
wiedergeborenen Christen der einzige Maßstab sein kann, um nicht auf menschliche
Verführungen hereinzufallen. Auseinandersetzungen, die nicht auf der Grundlage
des Wortes geführt werden, lehnen wir aus diesen Gründen auch pauschal ab. Das
bedeutet für uns, dass wir auf Argumente, wie „Der Geist hat mir aber gesagt“
oder im konkreten Fall „Apostel Soundso hat aber gesagt“ nicht eingehen
können.
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