Schwierige Bibelstellen zum Thema „Heilssicherheit“
Aus einem alten Brief

Charles Henry Mackintosh

© SoundWords, online seit: 11.08.2009, aktualisiert: 03.01.2019

Leitverse: Jakobus 2,24; 2. Petrus 2,1; 2,20-22; Hebräer 6,4-6; Johannes 15,2.6; Matthäus 12,45; Offenbarung 3,11

(Auszug aus einem Brief)

Einleitung

Untersuchen wir nun die verschiedenen Schriftstellen, die, so wie Sie In Ihrem Brief sagen, gewöhnlich angeführt werden von denen, die die Lehre über das Ausharren bis ans Ende bestreiten. Vor allem ist es jedoch von großer Bedeutung, einen Grundsatz zu beleuchten, der nach meinem Urteil für die Erklärung der Heiligen Schrift im Allgemeinen von höchster Bedeutung ist. Dieser Grundsatz heißt: „Keine einzige Stelle der Schrift kann mit einer anderen im Widerspruch sein.“ Wenn daher scheinbar ein Widerspruch besteht, so hat er nur seinen Grund in dem Mangel unseres geistlichen Verständnisses.

Jakobus 2,24

Jak 2,24: Ihr seht also, dass ein Mensch aus Werken gerechtfertigt wird und nicht aus Glauben allein.

Wenn zum Beispiel jemand Jakobus 2,24 anführen wollte, um die Rechtfertigung aus Werken zu beweisen, so wäre es vielleicht möglich, dass ich mich außerstande fühle, ihm die richtige Antwort zu geben. Es ist sehr wohl möglich, dass Tausende, wie Luther, durch diese Stelle in die Enge getrieben worden sind. Ich kann die vollkommenste Sicherheit bezüglich meiner Rechtfertigung besitzen, ich kann völlig überzeugt sein, dass nicht irgendein Werk, das ich getan habe, sondern einfach der Glaube an Jesus Christus die Ursache meiner Errettung ist, und kann doch vielleicht nicht imstande sein, die Worte des Jakobus: „Ihr seht also, dass ein Mensch aus Werken gerechtfertigt wird und nicht aus Glauben allein“, zu erklären. Vielleicht verstehe ich den Apostel Jakobus nicht und finde mich daher wegen der scheinbaren Widersprüche, die zwischen Jakobus und Paulus bestehen, sehr in Verlegenheit. Was ist zu tun? Nichts anderes, als jenen Grundsatz anzuwenden, den ich oben angeführt habe: „Keine Schriftstelle kann mit einer anderen im Widerspruch sein.“ Man könnte ebenso gut den Zusammenstoß zweier Himmelskörper, die sich in der ihnen vom Schöpfer vorgeschriebenen Bahn bewegen, befürchten, als dass zwei durch göttliche Eingebung redende Schriftsteller einander widersprechen sollten.

Jetzt lese ich in Römer 4,5 die folgenden sehr deutlichen Worte: „Dem aber, der nicht wirkt, sondern an den glaubt, der den Gottlosen rechtfertigt, wird sein Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet.“ Hier ist das Selbstwirken, als rechtfertigender Grundsatz, ganz und gar ausgeschlossen, und nur der Glaube wird als solcher anerkannt. Ebenso lese ich in Römer 3,28: „Denn wir urteilen, dass ein Mensch durch Glauben gerechtfertigt wird, ohne Gesetzeswerke.“ Und auch in Römer 5,1: „Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus.“ Dasselbe finden wir im Brief an die Galater, denn dort lesen wir: „Wir wissen, dass der Mensch nicht aus Gesetzeswerken gerechtfertigt wird, sondern nur durch den Glauben an Jesus Christus, auch haben wir an Christus Jesus geglaubt, auf dass wir aus Glauben an Christus gerechtfertigt würden, und nicht aus Gesetzeswerken, weil aus Gesetzeswerken kein Fleisch gerechtfertigt werden wird“ (Gal 2,16).

In allen diesen und vielen anderen Stellen werden, wie bereits erwähnt, die Werke als rechtfertigender Grundsatz gänzlich ausgeschlossen, und die Sprache dieser Stellen ist so einfach, dass jeder Mensch, wie ungebildet er auch sein mag, sie verstehen kann. Wenn wir daher Jakobus 2,24 nicht erklären können, müssen wir entweder diese Stelle leugnen oder unsere Zuflucht zu dem oben genannten Grundsatz nehmen, dass keine Schriftstelle mit einer anderen im Widerspruch sein kann. Im letzteren Fall werden wir mit einem unwandelbaren Vertrauen und in vollkommener Ruhe unseren Weg weitergehen und mit Freuden festhalten an der Hauptlehre des Evangeliums, der „Rechtfertigung durch den Glauben ohne Gesetzeswerke“.

Da wir indessen nun einmal unsere Aufmerksamkeit auf Jakobus 2,24 gerichtet haben, ist es wohl am Platz, im Vorübergehen einige Bemerkungen, die zur Förderung eines richtigen Verständnisses beitragen können, über diese Stelle zu machen. In Vers 14 finden wir ein kleines, unscheinbares Wort, das sozusagen der Schlüssel ist zu der Stelle, die wir vor uns haben. Dort fragt der Apostel: „Was nützt es, meine Brüder, wenn jemand sagt, er habe Glauben, hat aber nicht Werke?“ (Jak 2,14). Wenn er gefragt hätte: „Was nützt es, wenn jemand Glauben hat?“, dann wäre die Schwierigkeit unüberwindlich. Aber das Wörtchen „sagt“ nimmt alle Schwierigkeit weg und zeigt uns in deutlicher Weise, worüber uns der Apostel belehren will. Wir könnten mit demselben Recht fragen: „Was nützt es, wenn jemand sagt, dass er hunderttausend Euro besitzt, wenn er sie nicht hat?“ Es hat sicher keinen Nutzen für jemand, wenn er nur sagt, dass er Glauben habe, sondern nur dann, wenn er ihn wirklich besitzt, hat er sowohl für die Gegenwart als auch für die Ewigkeit „Nutzen“ davon, indem der Glaube ihn mit Christus einsmacht und ihn in den vollen und ungeschmälerten Besitz alles dessen stellt, was Christus für uns getan hat und was Er für uns vor Gott ist.

Dies gibt mir Veranlassung, den vorliegenden Gegenstand noch von einem anderen Gesichtspunkt zu betrachten, wodurch die scheinbaren Widersprüche zwischen den Briefen des Paulus und des Jakobus vollends beseitigt werden. Es besteht ein großer Unterschied zwischen den Werken des Gesetzes und den Werken des Glaubens. Paulus schließt die ersten aus, während er die anderen gebietet. Doch wir wiederholen mit allem Nachdruck, dass es nur die Werke des Gesetzes sind, die Paulus ausschließt, und dass Jakobus nur die Werke des Glaubens gebietet. Die Werke Abrahams und Rahabs waren keine Gesetzeswerke, sondern Werke des Glaubens. Sie waren die natürlichen Früchte des Glaubens, ohne die sie jeder rechtfertigenden Kraft ermangelt haben würden. Und fragt jemand nach dem Unterschied zwischen den Werken des Gesetzes und den Werken des Glaubens, so lautet die Antwort, dass die Werke des Gesetzes solche sind, die man verrichtet, um das Leben zu erlangen, während man in den Werken des Glaubens die natürlichen Früchte des Lebens erblickt, das man bereits besitzt. Und was muss man tun, um das Leben zu erlangen? Man muss glauben an den Sohn Gottes. „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, hat ewiges Leben“ (Joh 5,24). Bevor wir das Geringste tun können, müssen wir das Leben haben, und nicht dadurch, dass wir sagen: „Ich habe Glauben“, sondern dadurch, dass wir wirklich glauben, erlangen wir das Leben. Und wenn wir das Leben besitzen, so werden wir auch Früchte des Lebens hervorbringen.

Nachdem ich nun versucht habe, meinen Grundsatz durch Beispiele klarzumachen, überlasse ich es fernerhin Ihrer Sorge, ihn auf die verschiedenen Schwierigkeiten und scheinbaren Widersprüche anzuwenden, die Ihnen bei der Betrachtung des Wortes Gottes auffallen mögen, während ich mich jetzt mit der Hilfe des Herrn bemühen werde, die wichtigen Schriftstellen, die Sie mir angeführt haben, zu erklären.

2. Petrus 2,1

2Pet 2,1: Es waren aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden, die Verderben bringende Sekten nebeneinführen werden und den Gebieter verleugnen, der sie erkauft hat, und sich selbst schnelles Verderben zuziehen.

Die erste dieser Schriftstellen finden wir in 2. Petrus 2,1. Die Schwierigkeit besteht für Sie in den Worten: „Und den Gebieter verleugnen, der sie erkauft hat.“ Dennoch aber bieten diese Worte keine besondere Schwierigkeit. Der Herr hat an allen, die unter dem Himmel leben, Männern, Frauen und Kindern, ein zweifaches Recht: ein Recht als Schöpfer und als Erlöser. Die Worte des Petrus deuten auf das zweite Recht. Die falschen Lehrer verleugneten nicht nur den Herrn, der sie geschaffen, sondern auch den Gebieter, der sie erkauft hatte. Hierauf das Augenmerk zu richten, ist von großer Wichtigkeit, weil hierdurch mehr als eine Schwierigkeit beseitigt wird. Der Herr Jesus hat sich ein Recht auf alle Glieder des Menschengeschlechts erworben. Der Vater hat Ihm Gewalt gegeben über alles Fleisch. Daher kommt die Sünde derer, die Ihn verleugnen. Es ist Sünde, wenn man Ihn als Schöpfer verleugnet, und es ist eine noch größere Sünde, wenn man Ihn als Erlöser verleugnet. Es handelt sich hier keineswegs um die Frage der Wiedergeburt. Der Apostel sagt nicht: „Den Gebieter verleugnen, der sie lebendig gemacht hat.“ Wäre dies der Fall, dann bestünde wirklich eine Schwierigkeit; so aber lässt der Wortlaut der Stelle die Frage bezüglich des Ausharrens bis ans Ende unangetastet.

2. Petrus 2,20-22

2Pet 2,20-22: Denn wenn sie, entflohen den Befleckungen der Welt durch die Erkenntnis des Herrn und Heilandes Jesus Christus, aber wieder in diese verwickelt, überwältigt werden, so ist für sie das Letzte schlimmer als das Erste. Denn es wäre ihnen besser, den Weg der Gerechtigkeit nicht erkannt zu haben, als, nachdem sie ihn erkannt haben, umzukehren von dem ihnen überlieferten heiligen Gebot. Es ist ihnen aber nach dem wahren Sprichwort gegangen: Der Hund kehrte um zu seinem eigenen Gespei, und die gewaschene Sau zum Wälzen im Kot.

Die zweite Schriftstelle findet sich am Schluss desselben Kapitels in den Versen 20-22. Die Ausbreitung der Schrifterkenntnis und des Lichtes des Evangeliums kann einen wunderbaren Einfluss auf das Betragen und den Charakter eines Menschen ausüben, der doch nicht die lebendig machende, erlösende und freimachende Kraft des Evangeliums von Christus kennengelernt hat. Es wäre fast unmöglich, dass da, wo die Bibel gelesen und das Evangelium der Gnade gepredigt wird, keine deutlichen Folgen zu sehen wären, ohne dass darum nun auch eine Wiedergeburt bewirkt sein müsste. Man kann durch den Einfluss einer reinen und verständlichen Erkenntnis des „Herrn und Heilands Jesus Christus“ viele schlechte Gewohnheiten ablegen und unsittliche Handlungen unterlassen, während das Herz doch nicht die Seligkeit des Glaubens erfahren hat. Aber man wird stets finden, dass diejenigen, die unter dem Einfluss des Evangeliums gewesen sind (d.h., wenn dieser Einfluss sich nur auf das äußere Verhalten ausgebreitet hat), sobald sie sich davon freimachen können, viel tiefer in den Schlamm der Sünde sinken und sich zu weit größeren Ausschweifungen hinreißen lassen, als ehe sie unter diesen Einfluss kamen: „Für sie [ist] das Letzte schlimmer [geworden] als das Erste.“ Der Teufel findet seine Freude daran, den ehemaligen Bekenner durch einen weit schmutzigeren Schlamm zu ziehen als der war, worin er sich früher in den Tagen seiner Unwissenheit und sorglosen Torheit gewälzt hat. Wie notwendig ist es daher, dass wir bei allen, mit denen wir irgendwo in Berührung kommen, auf eine völlige Übergabe des Herzens an den Herrn Jesus dringen, damit bei ihnen nicht nur eine äußere Veränderung hervorgebracht werde, sondern damit sie das Leben empfangen – ein Leben, das derjenige, der es besitzt, nie verlieren kann. Die oben angeführte Schriftstelle enthält durchaus nichts, wodurch die Schafe Christi beunruhigt werden könnten, aber sie enthält dagegen sehr ernste Ermahnungen für diejenigen, die, wenn sie sich auch für eine Zeit lang in Schafskleider gehüllt haben, sich dennoch niemals in Wirklichkeit von einem „Hund“ oder einer „Sau“ unterschieden haben. Dieselbe Wahrheit wird uns in Hebräer 6 vor die Seele gestellt, denn dort lesen wir:

Hebräer 6,4-6

Heb 6,4-6: Denn es ist unmöglich, diejenigen, die einmal erleuchtet worden sind und die himmlische Gabe geschmeckt haben und des Heiligen Geistes teilhaftig geworden sind und das gute Wort Gottes und die Wunderwerke des zukünftigen Zeitalters geschmeckt haben und abgefallen sind, wieder zur Buße zu erneuern, da sie den Sohn Gottes für sich selbst kreuzigen und ihn zur Schau stellen.

Diese Worte haben bereits manche in Verlegenheit gebracht. Dennoch ist ihre Erklärung einfach, sobald man nur an zwei Personen in der Heiligen Schrift denkt, die in einem solchen Zustand gewesen sind. Wir meinen den Saul und den Judas. Beide sind erleuchtet gewesen, beide haben geschmeckt die himmlische Gabe, beide sind des Heiligen Geistes (als Gabe) teilhaftig geworden. Saul weissagte durch den Heiligen Geist; Judas verkündigte das Evangelium, verrichtete Wunder und trieb Dämonen aus. Doch war keiner von beiden wiedergeboren, und darum gingen sie verloren, als sie abtrünnig geworden waren. Ebenso können auch Personen in der christlichen Gemeinde sein, die ihnen ähneln und die wie sie abtrünnig werden oder abfallen und verlorengehen. Es tritt dann zum Schluss an den Tag, dass sie nicht wiedergeboren waren, wie viel Licht und wie viele Gaben sie auch gehabt haben mögen. Ein Wiedergeborener kann in diesem Sinne nicht abtrünnig werden oder abfallen, sondern wird bis zum Ende hin bewahrt durch die Macht Gottes (1Pet 1,5).

In Johannes 15,2.6 sagt der Herr:

Johannes 15,2.6

Joh 15,2.6: Jede Rebe an mir, die nicht Frucht bringt, die nimmt er weg; und jede, die Frucht bringt, die reinigt er, damit sie mehr Frucht bringe. … Wenn jemand nicht in mir bleibt, wird er hinausgeworfen wie die Rebe und verdorrt; und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.

Zur Erklärung dieser Worte ist es nötig, auf den Unterschied hinzuweisen, der zwischen den Reben des Weinstocks und den Gliedern des Leibes Christi besteht. Niemand kann ein Glied des Leibes Christi sein, wenn er nicht wiedergeboren ist. Man muss mit Christus gestorben und auferstanden sein, um ein Glied seines Leibes sein zu können. Eine Rebe am Weinstock ist hingegen jeder, der zu Christus in irgendeiner Beziehung steht, und wenn dies auch nur durch ein äußerliches Bekenntnis der Fall ist. Behält man diesen Umstand im Auge, dann ist die Erklärung der Worte Jesu nicht schwierig, denn dann geht klar daraus hervor, dass alle, die nur durch ein äußeres Bekenntnis zu Christus in Beziehung getreten sind und darum natürlich keine Früchte hervorbringen, von dem Weinstock abgeschnitten werden. Man vergleiche hiermit das, was Paulus in Römer 11 über den Ölbaum sagt.

In Matthäus 12,45 lesen wir:

Matthäus 12,45

Mt 12,45: Dann geht er hin und nimmt sieben andere Geister mit sich, böser als er selbst, und sie gehen hinein und wohnen dort; und das Letzte jenes Menschen wird schlimmer als das Erste. Ebenso wird es auch diesem bösen Geschlecht.

Der letzte Satz dieser Stelle erklärt das Ganze. Der Herr schildert den sittlichen Zustand des jüdischen Volkes. Der Geist der Abgötterei hat die Israeliten eine Zeit lang verlassen, aber nur, um später mit siebenfacher Heftigkeit und Gewalt zurückzukehren, sodass ihr letzter Zustand bedeutend ärger sein wird als alles, was bis dahin in ihrer Geschichte bekannt geworden ist. Es ist klar und deutlich, dass hier nicht im mindesten die Rede ist von den Gläubigen, die abfallen.

Endlich finden wir in Offenbarung 3,11 die Worte:

Offenbarung 3,11

Off 3,11: Ich komme bald; halte fest was du hast, damit niemand deine Krone nehme.

In dieser Stelle müssen wir auf zwei Dinge unser Auge richten: zunächst, dass es sich hier um eine Ermahnung handelt, die an eine Versammlung gerichtet ist; und dann: dass wir in dieser Stelle nicht lesen: „Auf dass niemand dein Leben nehme.“ Ein Knecht kann seine Belohnung verlieren, aber ein Kind Gottes kann nie das ewige Leben verlieren. Man würde viele Schwierigkeiten beseitigen, wenn man auf diesen Punkt sein Augenmerk richtete. Die Beziehung eines Kindes ist ganz verschieden von der eines Jüngers. Die Sicherheit in Christus ist etwas ganz anderes als das Zeugnis für Christus. Wenn unsere Sicherheit von unserem Zeugnis, oder unsere Kindschaft von unserer Treue als Jünger abhängig wäre, wo würde es dann mit uns enden? Es ist sicher wahr, dass ich mein Verhältnis als Kind umso mehr genieße und dass mein Zeugnis als Jünger umso kräftiger und treuer sein wird, je mehr ich meine Sicherheit verstehe. Dennoch aber dürfen wir diese beiden Dinge nicht miteinander vermengen.

Es mag jemand sagen: „Alle Stellen, die von einem Ausharren bis ans Ende und von einem Überwinden sprechen, scheinen anzudeuten, dass, da die Möglichkeit eines Nicht-Ausharrens und eines Nicht-Überwindens vorhanden ist, also auch die Möglichkeit besteht, dass man am Schluss nicht selig wird.“ Hierauf kann ich Ihnen nur die Antwort geben, dass ich es mir immer als ein Glück anrechnen werde, alle Stellen, die Sie meinen, mit Ihnen zu untersuchen, um Ihnen durch die Gnade Gottes zu beweisen, dass keine von all diesen Schriftstellen mit der wichtigen Frage bezüglich des Ausharrens bis ans Ende im Widerspruch steht, sondern dass im Gegenteil jede Stelle an und für sich oder in dem Zusammenhang, in dem sie steht, den Beweis liefert, dass sie sich in vollkommener Übereinstimmung befindet mit der Wahrheit der ewigen Sicherheit auch des schwächsten Lammes, das der Herde Christi angehört.

Möge der Herr unsere Seelen mehr und mehr in seiner Wahrheit befestigen und uns bewahren zur Verherrlichung seines Namens!

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Auszug aus dem Artikel „Das Ausharren bis ans Ende“
aus Botschafter des Heils in Christo, 1869, S. 168–174

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