Der Prediger (18)
Kapitel 11,1-6: Arbeit ist nicht sinnlos, im Gegenteil!

Willem Johannes Ouweneel

© SoundWords, online seit: 05.07.2019

 

5   Das Endresultat aller Untersuchung
(Prediger 11,1–12,14)

 

Es gibt doch Wert und Sinn im Leben!

   

Prediger 11,1-6

5.1 Arbeit ist nicht sinnlos, im Gegenteil!
(Prediger 11,1-6)

11,1 Wirf dein Brot hin auf die Fläche der Wasser, denn nach vielen Tagen wirst du es finden.

Ich habe im Vorhergehenden viele Argumente angeführt, warum ich der Meinung bin, dass alles irdische Sichabmühen im Grunde keinen bleibenden Wert hat. Das bedeutet allerdings noch nicht – wie ich ebenfalls entdeckt habe –, dass die menschliche Arbeit überhaupt keinen Wert hat. Im Gegenteil, Eifer und Hingabe haben in den Beschränkungen des zeitlichen und irdischen Lebens großen Nutzen. Kremple deshalb die Ärmel hoch! Mache reichlich Gebrauch von deinen Mitteln und Möglichkeiten, auch wenn du keine unmittelbaren Resultate siehst. Die Kosten gehen ja dem Gewinn voraus! Gib alles. Traue dich, etwas zu unternehmen. Auf Dauer wirst du sehen, dass dies Frucht abwerfen wird. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

11,2.3 2 Gib einen Teil an sieben, ja, sogar an acht; denn du weißt nicht, was für Unglück sich auf der Erde ereignen wird. 3 Wenn die Wolken voll Regen sind, so entleeren sie sich auf die Erde. Und wenn ein Baum nach Süden oder nach Norden fällt: An dem Ort, wo der Baum fällt, da bleibt er liegen.

Du musst aber die nötige Vorsicht walten lassen. Setze nicht alles auf eine Karte, sondern streue deine Risiken so viel wie möglich. Verteile dein Kapital über sieben oder acht Projekte, denn du weißt nie, welche Rückschläge dich treffen könnten.

Wenn sie kommen, kannst du sie ja nicht zurückhalten, genauso wenig wie den Regen: Wenn die Wolken voll von Regen sind, gießen sie ihn nun einmal über die Erde aus. Und wenn das Unheil einmal zugeschlagen hat, kannst du es nicht mehr zurückdrehen, so wie ein Baum, der gefallen ist, dort liegenbleibt, wo er liegt, in welche Richtung er auch gefallen sein mag, nach Norden oder nach Süden. Streue daher deine Risiken, denn du hast die Umstände nicht in deiner Hand.

11,4 Wer auf den Wind achtet, wird nicht säen, und wer auf die Wolken sieht, wird nicht ernten.

Unternehmungslust muss also mit Vorsicht im Gleichgewicht gehalten werden; allzu große Vorsicht ist allerdings auch wieder nicht gut. Ideale Umstände sind auf der Erde nun einmal nicht zu erzielen. Wer als Bauer so lange abwartet, bis er den günstigsten Wind hat, wird möglicherweise niemals zum Säen kommen. Und wer in der Erntezeit immer auf noch günstigeres Wetter wartet, kommt nie zum Ernten.

11,5 Wie du nicht weißt, welches der Weg des Windes ist, wie die Gebeine im Leib der Schwangeren sich bilden, ebenso weißt du das Werk Gottes nicht, der alles wirkt.

Gebrauche also die guten Gelegenheiten, wenn sie sich zeigen, und verplempere deine Chancen nicht, indem du auf vollkommene Situationen wartest. Eine solche Ängstlichkeit ist töricht, denn wir können nun einmal nicht in die Zukunft blicken. Genauso wenig wie du weißt, wie der Wind drehen wird oder wie das Kind im Mutterschoß wächst, genauso wenig kannst du im Vorhinein wissen, was Gott alles tun wird. Du kannst also nicht wissen, ob und wann die idealen Umstände, nach denen du verlangst, sich zeigen werden.

11,6 Am Morgen säe deinen Samen und am Abend zieh deine Hand nicht ab; denn du weißt nicht, welches gedeihen wird: ob dieses oder jenes, oder ob beides zugleich gut werden wird.

Darum sage ich noch einmal: Kremple die Ärmel hoch. Ergreife deine Chancen, tue dein Bestes unter Einsatz all deiner Kräfte. Beginne deine Arbeit früh am Morgen und arbeite, solange es Licht ist. Du weißt nämlich nicht, welche deiner unterschiedlichen Projekte Erfolg haben werden: das eine oder das andere oder vielleicht beide. Es spielt keine Rolle, überlasse dies Gott. Doch tue das, was du kannst. Bleibenden Wert wird es nicht einbringen; doch den zeitlichen Gewinn, den der Mensch von seiner Arbeit hat, ist unter Gottes Segen in jeder Hinsicht der Mühe wert!

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Übersetzt aus Bodes des Heils

Übersetzung: Stephan Winterhoff

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