Der Siebente von Adam
Einblick in das Leben Henochs

Frank Binford Hole

© SoundWords, online seit: 01.10.2008

Leitverse: 1. Mose 5,21.22; Hebräer 11,5; Judas 14

1Mo 5,21.22: Und Henoch lebte 65 Jahre und zeugte Methusalah. Und Henoch wandelte mit Gott, nachdem er Methusalah gezeugt hatte, 300 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. Und alle Tage Henochs waren 365 Jahre. Und Henoch wandelte mit Gott; und er war nicht mehr, denn Gott nahm ihn weg.

Heb 11,5:
Durch Glauben wurde Henoch entrückt, damit er den Tod nicht sehe, und er wurde nicht gefunden, weil Gott ihn entrückt hatte; denn vor der Entrückung hat er das Zeugnis gehabt, dass er Gott wohlgefallen habe.

Jud 14:
Es hat aber auch Henoch, der Siebte von Adam von diesen geweissagt und gesagt: „Siehe, der Herr ist gekommen inmitten seiner heiligen Tausende.“

In der Heiligen Schrift gibt es nichts Überflüssiges. Jeder Satz, ja jedes Wort hat seinen eigenen Zweck. Ein treffendes Beispiel haben wir in Judas 14, wo es heißt: „Es hat aber auch Henoch, der Siebente von Adam, von diesen geweissagt.“ Dass Henoch wirklich der Siebente der Nachkommen Adams über Seth war, kann man leicht aus 1. Mose 5 ersehen, aber es mag verwundern, warum Judas vier Worte darüber verliert, um unsere Aufmerksamkeit auf diese Tatsache zu lenken. Hat das irgendeinen Grund?

Gewiss. Sieben ist in der Schrift die Zahl der Vollendung und Vollkommenheit, gewöhnlich hinsichtlich des Göttlichen, doch mitunter auch in Bezug auf das Böse. Es ist also ganz passend, dass von den zehn vorsintflutlichen Erzvätern der Siebente derjenige war, in dem der Glaube und das Leben des Glaubens in Vollkommenheit zum Ausdruck kam.

Doch nicht allein das. Wenn wir uns zu 1. Mose 4 wenden und das Geschlechtsregister der Nachkommen Kains betrachten und zählen, so finden wir die beachtenswerte Tatsache, dass hier der Siebente von Adam Lamech ist. Im 5. Kapitel haben wir das Geschlechtsregister über Seth ohne irgendeinen Zusatz als den ihres Alters bis zu Henoch, wo der Heilige Geist einen Augenblick innehält, um über ihn gewisse Einzelheiten mitzuteilen. In Kapitel 4 haben wir ganz dasselbe. Nach Kain werden nur Namen aufgezählt, bis bei Lamech der Geist es für gut findet, über ihn etwas zu berichten.

Die Nachkommen Kains waren Menschen, in denen das Fleisch und die Grundzüge der Welt ihren Ausdruck fanden, während bei den Nachkommen Seths Gott sich einen göttlichen Samen in Menschen des Glaubens aufbewahrte. In beiden Linien ist der Siebente der Mensch von hervorragendem Charakter und hervorragender Macht, derjenige, in dem die entsprechenden Neigungen ihren vollen Ausdruck finden. In Lamech (1Mo 4,19-24) wird uns die Welt in ihren Hauptmerkmalen vorgestellt; in Henoch (1Mo 5,21-24) dagegen sehen wir den Pfad des Gläubigen durch die Welt.

Die Ordnung, in der beide durch den Geist Gottes eingeführt werden, ist beachtenswert, denn es ist diejenige, die durch die ganze Schrift hindurch gewahrt wird und von der es in 1. Korinther 15,46 ausdrücklich heißt: „Aber das Geistige war nicht zuerst, sondern das Natürliche, danach das Geistige.“ Zuerst das, was einzig und allein von Menschen ist, und dieses fehlt, dann das, was völlig von Gott ist und das bleibt. Daher das andere Wort: „Er nimmt das Erste weg, damit Er das Zweite aufrichte“ (Heb 10,9).

Das Zeitalter vor der Flut waren Tage der Gesetzlosigkeit. Der Tod herrscht von „Adam bis auf Mose“ (Röm 5,14), denn die Sünde war überströmend. Dennoch gab es keine Übertretung, weil noch kein Gesetz gegeben war, welches übertreten werden konnte. Nicht aber allein dies. Es gab auch keine von Gott eingesetzte Autorität auf Erden. Keiner war ermächtigt, als Stellvertreter Gottes das Schwert der Gerechtigkeit gegen seinen Nächsten zu führen. Autorität verleiht Gott erst nach der Flut (1Mo 1–6). Vor ihr war jeder sein eigener Gesetzgeber, und dieser Zustand erreichte in Lamech seinen Höhepunkt.

In Verbindung mit diesem Mann, einer machtvollen Persönlichkeit von großem Selbstbewusstsein, werden uns drei Dinge berichtet:

  1. Er durchbrach die Ordnung der Ehe, wie sie Gott von Anfang an aufgestellt hatte, indem Er einen Mann und eine Frau vereinte. Ganz augenscheinlich war Lamech der Erste, der sich über diese göttliche Einrichtung hinwegsetzte, indem er mehrere Frauen nahm. Was Gott angeordnet hatte, war für ihn nichtig. Zwar nahm er nur zwei, und von ihm bis zu Salomo oder Ahasveros mag der Verfall sehr zugenommen haben, doch er war derjenige, der den Anfang machte. Was führte ihn dazu, der Bahnbrecher dieses großen Übels auf Erden zu werden? Die Lust des Fleisches.

  2. Durch die zwei Frauen hatte er eine bemerkenswerte Familie. Das zweite Kennzeichen tritt in seinen Kindern zutage, und die Lust des Fleisches geht über in die Lust der Augen. Der eine wurde der Vater der Zeltbewohner und Herdenbesitzer, nämlich derjenigen, die die Handelsbeziehungen unter den Völkern aufrechterhielten, da sie nie ansässig waren und den Boden bebauten, sondern als Nomaden umherzogen. Ein anderer Sohn wurde der Urheber der schönen Künste und Wissenschaften: Er war der Vater aller derer, welche mit der Laute und Pfeife umgehen und so die geistige und ästhetische Seite des Lebens pflegten. Der Dritte war der Vater der Kunsthandwerk: In seiner Familie wurden die gefunden, die Eisen und Erz bearbeiteten.
    Auch der Name einer Schwester wird uns berichtet. Die Bedeutung von Naema scheint „Vergnügen“ zu sein. Sie charakterisiert augenscheinlich, ihrem Namen entsprechend, die angenehme Seite des weltlichen Lebens und wurde eine Wegweiserin in irdischen Vergnügungen. Wir müssen bedenken, dass der Ausdruck „die Lust der Augen“ nicht nur die Lust des Sehens mit den natürlichen Augen umschließt, sondern auch mit den Augen des Herzens. Er umfasst den ganzen unersättlichen und ruhelosen Geist der Forschung, der den Menschen auf dem Weg abseits der wahren Quelle des wahren Wissens kennzeichnet, die Gott ist. In unseren Tagen forschen die Menschen eifriger und fieberhafter denn je und bringen ganze Welten neuer Entdeckungen und Gedanken innerhalb ihres Gesichtskreises, und doch ist es immer ein Lernen, ohne zur Erkenntnis der Wahrheit zu kommen. In Lamech und seiner Familie sehen wir die kleinen Anfänge dessen hervorquellen, was jetzt ein reißender Strom geworden ist.

  3. Lamech war aber nicht allein ein Vorkämpfer der Verderbnis als der Erste, der mehrere Frauen hatte, er war auch überragend in der Ausübung der rohen Gewalt. In seinem grenzenlosen Egoismus zeigt sich der Hochmut des Lebens. Es heißt in Vers 23 und 24: „Einen Mann erschlug ich für meine Wunde und einen Jüngling für meine Strieme! Wenn Kain siebenfach gerächt wird, so wird Lamech siebenundsiebzigfach“ (1Mo 4,23.24). Hieraus geht doch wohl hervor, dass irgendein Mensch dem Lamech eine körperliche Beleidigung zufügte, was dieser dadurch rächte, dass er ihn einfach erschlug.
    Geschlechter vorher hatte sich Kain zu einem Mord hinreißen lassen, und das hatte ihn so augenscheinlich unter das Urteil der Menschen und das Gericht Gottes gebracht, dass einige Jahrhunderte hindurch die Menschen in Furcht das Menschenleben achteten. Wiederum aber durchbrach Lamech diese Beschränkung. Er erschlug nicht nur den Jüngling, sondern nach der Tat kehrte er nach Hause zurück und rühmte sich seinen Frauen gegenüber in seinem Geist der Überhebung. Und um ihnen seine Wichtigkeit vor Augen zu stellen, machte er eine unehrerbietige Anspielung auf den göttlichen Schutz, der Kain zuteilgeworden war, so dass den Menschen nicht erlaubt wurde, ihn anzurühren, wie es in Vers 15 berichtet wird. Er behauptete, dass er siebenundsiebzigfach gerächt wird, wenn für Kain siebenfache Rache sein sollte. Daraus geht hervor, wie wichtig er sich selbst vorkam. Wahrlich, der Hochmut des Lebens!

Was sind diese Charakterzüge, die in Lamech zutage treten, anders als die Elemente der Welt? „Denn alles, was in der Welt ist, die Lust des Fleisches und die Lust der Augen und der Hochmut des Lebens, ist nicht von dem Vater, sondern von der Welt“ (1Joh 2,16). Aus diesem Grund ist das ganze weltliche System aufgebaut, und in unseren Tagen sehen wir die Vollendung dessen, was schon in Lamech ganz deutlich offenbar wurde.

Während nun Lamech sich auf dieser Erde selbst zum Ergötzen lebte – ungefähr tausend Jahre vor der Flut – und die Schranken niederriss, die jenen Strom der menschlichen Verderbnis und Gewalttat zurückgehalten hatte, so dass es schließlich so weit kam, wie uns in 1. Mose 6,11 berichtet wird: „Und die Erde war verdorben vor Gott, und die Erde war voll Gewalttat“, verfolgte ein anderer Mensch ruhig seinen irdischen Pfad. Das Leben Henochs begann, und nach der Geburt seines Sohnes Methusalah wandelte er dreihundert Jahre mit Gott.

Von diesem bemerkenswerten Mann werden im Alten Testament zwei Charakterzüge berichtet und zwei im Neuen, im Ganzen also vier. Beachten wir sie, denn wir lernen dadurch die wahren Kennzeichen des Pfades der Heiligen auf Erden verstehen, wie sie in diesem „Siebenten von Adam“ vorgestellt werden.

  1. „Und Henoch wandelte mit Gott.“ Welch eine Welt von Bedeutung ist in diesen wenigen Worten ausgedrückt. Wandeln deutet nicht Ruhe, sondern Tätigkeit an, sei es nun dem Geiste oder dem Körper nach. Überall, wo Henoch tätig war, geschah dies mit Gott. Als Adam noch nicht gesündigt hatte, war Gott der Herr mit ihm im Garten gewandelt, wie aus Vers 8 des 3. Kapitels hervorgeht. Henoch jedoch befand sich inmitten einer Szene des zunehmenden Verfalls und der Gewalttat. Gott konnte nicht mit ihm wandeln, wie Er es einst in der unbefleckten Schöpfung mit Adam tat, aber Henoch wandelte mit Gott. Er kannte Ihn, in Ihm lebte und webte er. Dem Leib nach befand er sich auf der Erde, die nicht länger ein Platz sein konnte, der passend war für Gott, um dort in der Kühle des Tages zu wandeln, dem Geiste nach jedoch ging er mit Gott, er hielt Schritt mit Ihm.
    Er war aber keineswegs ein abgeschlossener oder träumerischer Mystiker, denn es heißt, dass Henoch mit Gott wandelte, nachdem er Methusalah gezeugt hatte, dreihundert Jahre, und er zeugte Söhne und Töchter! Seine Lebensführung war wie die der anderen Menschen, er kannte sowohl die Prüfungen und Trübsale als auch die Freuden, die mit der Gründung einer Familie verbunden sind, und der Familienkreis war in jenen Tagen sehr groß, da die Lebensdauer der Menschen wesentlich länger als heute war. Trotzdem aber wandelte er mit Gott. Nicht hier und da einmal, sondern mit ständiger Beharrlichkeit drei Jahrhunderte hindurch! Welch wunderbarer Wandel, der längste von dem uns je berichtet wird. Während er dem Geist nach mit Gott wandelte, war er dem Leib nach unter den Menschen. Er kannte ihre Wege und ihre Sünde und legte klares Zeugnis ab für Gott und wider sie. Doch dies bringt uns zu dem zweiten Charakterzug, der ihn kennzeichnete.

  2. Er zeugte für Gott. Dies erfahren wir durch den Brief des Judas, der uns den Gegenstand seines Zeugnisses aufbewahrt hat: „Siehe, der Herr ist gekommen inmitten seiner heiligen Tausende.“ Selbst in diesem frühen Zeitraum der Weltgeschichte wurde ein klares Zeugnis abgelegt hinsichtlich des Erscheinens Gottes in Herrlichkeit, eine Erscheinung, die den Gottlosen Verderben bringen würde. Henoch schonte seine Zuhörer nicht. Gottlos waren sie in Taten und Worten. Der dreifache Gebrauch des Wortes „gottlos“ in Judas 15 ist sehr auffallend. Wir lesen nicht, dass sich auf das Zeugnis Henochs einige bekehrt hätten, aber es war ohne Zweifel durch außerordentliche Kraft und Treue gekennzeichnet.

  3. Er wurde „zu Gott entrückt“. Der kurze Bericht im 1. Buch Mose lautet, dass „er nicht mehr war“ am Ende der dreihundert Jahre, „denn Gott nahm ihn weg“. Im Neuen Testament wird er erweitert: „Durch Glauben wurde Henoch entrückt, damit er den Tod nicht sehe, und er wurde nicht gefunden, weil Gott ihn entrückt hatte“ (Heb 11,5). Hieraus erfahren wir, dass der Glaube die Energie war, in der Henoch mit Gott wandelte und durch die er schließlich in Gottes Gegenwart entrückt wurde. Nach drei Jahrhunderten des Lebens mit Gott muss es als einfach und folgerichtig erschienen sein, dass Gott ihn nahm und er seinen irdischen Wohnplatz mit dem ewigen Aufenthalt bei Gott Selbst vertauschte.
    Jedes Wort ist hier der Beachtung wert. Er wurde entrückt, „damit er den Tod nicht sehe“. Wurde er denn vom Tod bedroht? Seinem Lebensalter nach zu urteilen, würde es kaum so scheinen, denn sein Vater hatte 962 Jahre gelebt und sein Sohn 969, und das Durchschnittsalter der neun vorsintflutlichen Erzväter war außer ihm selbst über 900 Jahre. Ferner heißt es: „Er wurde nicht gefunden“, was daraus schließen lässt, dass man ihn gesucht hat.
    Die Sprache ist hier außerordentlich bestimmt. Seine Entrückung fand statt, damit er den Tod nicht sehen sollte, was kaum so ausgelegt werden kann, dass er schließlich gestorben sein würde, wenn er nicht entrückt worden wäre. Nein, es schließt die wunderbare moralische Tatsache in sich, dass die Kraft Gottes durch Glauben einen Menschen völlig aus dem Gebiet des Todes emporheben kann. Sie konnte ihn im geistlichen Leben aufrechterhalten, während er durch den Machtbereich des Todes ging, und diesem schließlich verbieten, ihn anzurühren und ihn in die Gegenwart Gottes, also für immer außerhalb der Gewalt des Todes, bringen. Doch weiterhin kommt in diesen Worten zum Ausdruck, dass sein Tod unmittelbar bevorstand, wenn er nicht entrückt worden wäre. Henoch wurde nämlich von Gott auf seinem Pfad des treuen Zeugnisses bis zum letztmöglichen Augenblick gelassen und gerade dann, als die gottlosen, vorsintflutlichen Menschen, durch seine klaren und furchtlosen Worte gerichtet, im Begriff waren, den Zeugen zum Stillschweigen zu bringen, und ihn suchten, um ihn zu erschlagen, gerade dann wurde er nicht gefunden, „denn Gott hatte ihn entrückt“.
    Wenn diese Auslegung richtig ist, muss die Entrückung ein vorausgehender Schatten des kommenden Gerichts für die Welt gewesen sein. Andererseits aber auch ein öffentliches Zeugnis davon, dass Gott auf seiner Seite war, und dies führt uns zur vierten Charakteristik.

  4. „Gott hatte Wohlgefallen an ihm“, etwas, was ohne Glauben unmöglich ist. Die Welt konnte dies in der Tatsache sehen, dass Gott ihn entrückte. Er aber hatte das Zeugnis davon vor seiner Entrückung (Heb 11,5). In Hebräer 11,4 wird uns gesagt, dass Abel das Zeugnis hatte, dass er gerecht war, bevor er erschlagen wurde (V. 5), dass Henoch das Zeugnis hatte, dass er Gott wohlgefiel, bevor er entrückt wurde. Der eine war gerecht bei Gott, und er wusste es, der andere war angenehm vor Gott, und er wusste es. Beide hatten ein göttliches Zeugnis.
    „Er gefiel Gott.“ Was könnte Besseres als dies gesagt werden? Ein Leben, das in diesen Worten zusammengefasst werden kann, ist des Lebens wert, wenn es auch, wie in Henochs Fall, ein Leben ist, das der Welt außerordentlich missfällt.

Zu Beginn der Menschheitsgeschichte ist uns also ein sehr vollkommenes Bild von der Welt auf der einen Seite und von dem Pfad des Gläubigen durch die Welt zur Herrlichkeit auf der anderen gezeichnet. Etwa fünfzig Jahrhunderte sind verflossen, und die Welt hat sich ungeheuer entwickelt. Der Sämling der Tage Henochs ist ein mächtiger Baum geworden. Seine drei Hauptschösslinge, wie sie in dem Leben Lamechs zutage treten – „die Lust der Augen, die Lust des Fleisches und der Hochmut des Lebens“ –, sind drei mächtige Stämme geworden, von denen jeder viele Äste und Zweige trägt. Doch der große Baum zeigt jetzt Spuren des Verfalles, das Äußere eine verdorbene Masse, faul. Auf ihn ist das Urteil geschrieben: „Die Welt vergeht und ihre Lust“ (1Joh 2,17).

Sollten wir das beklagen? Nein, wahrlich nicht! Das Vergehen des weltlichen Systems ist ein Gegenstand der Freude für uns, und der eben erwähnte Vers schließt nicht ohne den Zusatz: „Wer aber den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit.“ Der Mensch von der Art Henochs wird bleiben. Henoch ist ein besonders belehrendes Beispiel für uns. Gerade wie Noah, der den göttlichen Überrest Israels darstellt, sicher durch die Flut des Gerichts auf die erneuerte Erde kam, so ist in Henoch der Pfad des Glaubens und des Zeugnisses der Kirche vorgebildet, an dessen Ende die Entrückung steht, ehe das Gericht kommt. Sollten nicht wir, die wir im Licht einer weit wunderbareren Offenbarung leben, als sie Henoch je gekannt hat, Nachahmer seines Glaubens sein?

Verlassen wir uns darauf, unsere größte Aufgabe ist, mit Gott wandeln. Nicht vor Ihm hergehen, auch nicht hinter Ihm zurückbleiben, sondern mit Ihm Schritt halten und uns in Ihm freuen und alledem zu entsprechen, was Er uns offenbart hat in der Kraft des Geistes, den Er uns gab. Das ist eine Angelegenheit der persönlichen Übung und des persönlichen Glaubens. Wie wir mit Gott wandeln, werden wir für Ihn zeugen und Ihm wohlgefallen. Das Ende ist, Lob und Dank sei Gott, sicher. Wir werden gehen, um bei Gott zu sein, in Seine Gegenwart entrückt.


Originaltitel: „The Seventh from Adam“; Scripture Truth, Bd. 15, 1923, S. 34-38;
entnommen aus: Der Dienst des Wortes, November 1923

Letzte Aktualisierung: 09.12.2016


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