Der gegenwärtige und der zukünftige Zeitlauf (10)
Vernichtung des Antichristen

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© SoundWords, online seit: 27.09.2006, aktualisiert: 16.04.2018

Leitverse: Daniel 9,24-27

Dan 9,24-27: 70 Wochen sind über dein Volk und über deine heilige Stadt bestimmt, um die Übertretung zum Abschluss zu bringen und den Sünden ein Ende zu machen und die Ungerechtigkeit zu sühnen und eine ewige Gerechtigkeit einzuführen und Gesicht und Propheten zu versiegeln und ein Allerheiligstes zu salben. So wisse denn und verstehe: Vom Ausgehen des Wortes, Jerusalem wiederherzustellen und zu bauen, bis auf den Messias, den Fürsten, sind 7 Wochen und 62 Wochen. Straßen und Gräben werden wiederhergestellt und gebaut werden, und zwar in Drangsal der Zeiten. Und nach den 62 Wochen wird der Messias weggetan werden und nichts haben. Und das Volk des kommenden Fürsten wird die Stadt und das Heiligtum zerstören, und das Ende davon wird durch die überströmende Flut sein; und bis ans Ende: Krieg, Festbeschlossenes von Verwüstungen. Und er wird einen festen Bund mit den Vielen schließen für eine Woche; und zur Hälfte der Woche wird er Schlachtopfer und Speisopfer aufhören lassen. Und wegen der Beschirmung der Gräuel wird ein Verwüster kommen, und zwar bis Vernichtung und Festbeschlossenes über das Verwüstete ausgegossen werden.

Die Vernichtung des Antichristen

„Siebzig Wochen“, wurden dem Daniel gesagt (Dan 9,24-27), „sind bestimmt über dein Volk und über deine heilige Stadt, um die Übertretung zu schließen, die Sünden zu versiegeln und die Missetat zu versöhnen und die ewige Gerechtigkeit zu bringen, auch das Gesicht und die Propheten zu versiegeln und das Allerheiligste zu salben.“ Wenn also die letzte dieser siebzig Wochen gekommen ist, wenn der Antichrist viele, mit denen er einen starken Bund machte, verführt haben wird und wenn die Nationen die heilige Stadt zweiundvierzig Monate lang, trotz der Zeugen, welche, mit Säcken angetan, während dieser Zeit oder während dieser 1260 Tage weissagen, zertreten haben werden (Off 11,2.3), und wenn er endlich in der zweiten Hälfte dieser letzten Woche das tägliche Opfer abgeschafft und seine zweiundvierzig Monate – während welcher Zeit er die Heiligen verfolgt, welche eine Zeit, etliche Zeiten und eine halbe Zeit seinen Händen übergeben worden (Off 13,5; Dan 7,25) –, vollendet haben wird, dann muss das Verderben auf den Verwüster kommen. Der Gottlose muss durch den Hauch des Mundes des Herrn verzehrt und durch die Erscheinung seiner Ankunft vernichtet werden. Ja, wenn die Bedrängnis Israels zu dem Punkt gekommen sein wird, dass es weder von sich noch von irgendeinem Menschen etwas zu erwarten hat (Jes 26,17.18), wenn die Nationen ihrerseits den Höhepunkt ihrer Empörung erreicht haben werden, indem sie die Stadt, über welche Gott die Augen immer offen hat, entheiligen, dann wird der Herr um sein Land besorgt sein und wird sich seines Volkes erbarmen (Joel 2,17.18; Sach 1,14-17; 8,2; 12,5; 14,1-5). „Der Herr wird ausziehen wider diese Völker zu streiten … Seine Füße werden alsdann auf dem Ölberg stehen, der vor Jerusalem gegen Morgen liegt … und der HERR, mein Gott, wird kommen und alle Heiligen mit ihm.“ So wird also der vom Himmel offenbarte Jesus mit großer Macht und Herrlichkeit auf demselben Ölberg erscheinen, von welchem aus Er gen Himmel fuhr. Er wird die Nationen im Tal Josaphat versammeln, und da wird Er mit ihnen rechten wegen seines Volkes und seines Erbteils Israels (Joel 3). Diese Ankunft des Herrn erwarteten alle Heiligen der früheren Zeiten, und diese wird so oft in den Weissagungen angekündigt (Ps 96; 98; Jes 25; 26, besonders Jes 26,8.9.19-21; 40,9-11; 59,20.21; 62,11.12; 63,1-6; 64,1-5; 66,5-16; Hab 3,3-16; Sach 2; 14; Mt 24,27-30; 25,31ff.; 26,64; 2Thes 1,7-10; 2,8; Jud 15; Off 1,7; 19,11-21 usw.).

Das Ergebnis von diesem ist also die Vernichtung derjenigen, welche die Erde verderben. Das Tier und der falsche Prophet werden lebendig in den Feuersee, der mit Schwefel brennt, geworfen werden. Die Könige der Erde und ihre Heere werden getötet durch das Schwert, welches aus dem Mund des Herrn geht, und die Vögel des Himmels werden von ihrem Fleisch gesättigt werden.

Dies ist die Ernte und die Kelter der Erde (Joel 4,13; Mt 13,36.43; Off 14,15-20). Dann wird die Erde mit der Rute des Mundes des Herrn geschlagen und der Gesetzlose mit dem Hauch seines Mundes verzehrt (Jes 9,4; 2Thes 2,8). Die empörerischen Nationen werden vom Herrn in seinem Zorn zerschmissen werden wie irdene Gefäße (Ps 2). Dies ist das Bild Nebukadnezars, welcher durch den ohne Hände losgemachten Stein, der auf seine eisernen und tönernen Füße fällt, zermalmt wird (Dan 2). Es ist das vierte Tier desselben Propheten, welches getötet wird, und dessen Leib verderbt und in ein brennendes Feuer geworfen wird (Dan 7). Dies ist endlich das große Ereignis, auf welches die ganze Prophezeiung des Alten Testamentes hinzielt. Und darüber darf man sich nicht wundern; denn es ist das Ende „der Zeit der Nationen“ und folglich „der Ungnade Gottes über Israel“. Durch die Vernichtung des Tieres ist die Macht den Nationen genommen und sie kehrt wieder zu ihrem Ursprung zurück, zu demjenigen, der der König der Könige und der Herr der Herren ist. Aber dieser Allmächtige ist auch der Sohn Davids, der König Zions, der wiederkommt zu der Tochter Zions, welche Er für einen Augenblick verlassen hatte, der sich wieder zu Jerusalem wendet (Jes 54; Sach 1; 2). „Tröstet, tröstet mein Volk!“, wird Er dann sagen (Jes 40,1-11), „redet mit Jerusalem freundlich und rufet ihr zu, dass ihr Streit vollendet, und dass ihre Missetat versöhnt ist; denn sie hat von der Hand des Herrn Zwiefältiges empfangen, um all ihrer Sünden willen.“ Und das Volk, welches ehemals seinen König verwarf, wird seinerseits dann Ihn aufnehmen und sagen: „Gesegnet sei der Kommende im Namen des Herrn“ (Ps 118; Mt 23,39). Bis dahin sind die starken Stäbe in Zion abgerissen und mit Feuer verbrannt, und es gibt keinen Stab mehr, welcher zu einem Regentenstab tauglich wäre (Hes 19,11-14). „Zerstört, zerstört, zerstört will ich sie machen; auch soll sie nicht sein, bis der kommt, dem das Gericht gehört und welchem ich es übergebe“, spricht der HERR (Hes 21,32). In kurzer Zeit wird Er groß sein bis an die Enden der Erde; denn als gesalbter König in Zion hat Er die Nationen zum Erbe und die Enden der Erde zum Eigentum, und Er wird Frieden machen (Mich 5,4.5; Ps 2,8). Der Herr ist König auf der ganzen Erde. Dies ist das Reich Gottes oder der zukünftige Zeitlauf, der auf diesen gegenwärtigen bösen Zeitlauf folgt.

Die Einführung des zukünftigen Zeitlaufs

Das Reich Gottes oder der zukünftige Zeitlauf ist in der Tat stets als eine Folge der herrlichen Ankunft des Herrn dargestellt. Wenn der auf das Bild gefallene Stein dasselbe zermalmt hat, wird er selbst ein großer Berg, der die ganze Erde erfüllt. Wenn das Tier ins Feuer geworfen ist, wird die Herrschaft, die Ehre und das Reich dem Sohn des Menschen gegeben und mit Ihm den Heiligen des Allerhöchsten (Dan 2; 7; Off 19,11-21 in Verbindung mit Off 20,4. Siehe auch: Jes 2,20.21; 11,4 in Verbindung mit Jes 11,6-10; Jes 26,17-21; 25; 62; 63,1-9; 66,5.24; Sach 2,10-13; 14 usw.). Diese Zeit des Reiches ist auch „die Zeit der Erquickung vom Angesicht des Herrn … die Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge, wovon Gott von jeher durch den Mund seiner heiligen Propheten geredet hat“ (Apg 3,20.21). Es ist die „Wiedergeburt“, in welcher die zwölf Apostel auf zwölf Thronen sitzen werden, um die zwölf Stämme Israels zu richten (Mt 19,28). Es ist endlich die Zeit, welche man oft das Tausendjährige Reich nennt, weil man in Offenbarung 20,1-7 sieht, dass es tausend Jahre dauern wird.

Die Geschichte der Herstellung des Reiches oder der Einführung des zukünftigen Zeitlaufes lässt sich in Folgendem zusammenfassen: zuerst Gerichte und dann Segnungen über Israel und die Nationen. Dies hat man schon oft in den Wegen Gottes bemerken können, und es geht auch aus mehreren Aussprüchen hervor (z.B. Jes 4; Zeph 3,8.9; Mal 3,1-6 usw.). Das Reich wird nicht nur durch die Vernichtung des Antichristen und seiner Anhänger hergestellt; sondern weil es ein Reich der Gerechtigkeit und des Friedens ist, werden sich die Gerichte auf alle Gottlosen ausdehnen (Jes 11,14; 19,1-17; 30,31), ohne von dem Gericht des Gog zu sprechen, über dessen Zeitpunkt wir nichts feststellen (Hes 37; 38). Und in diesen Gerichten werden die Kinder Israels selbst als die Hämmer und Kriegsinstrumente Gottes gebraucht werden (4Mo 23,23.24; 24,7.9; Jes 41,10-16).

Endlich wird das Böse, wo es erscheint, unverzüglich durch die Gegenwart des Herrn unterdrückt und der Sünder zerstört, oder doch wenigstens gezüchtigt werden (Ps 101,8; Sach 14,16-19). Wenn dieser König, der nach Gerechtigkeit regiert, gekommen sein wird, so wird die Gerechtigkeit vor Ihm hergehen, und Er wird sie überall aufpflanzen, wo Er vorübergeht. Und der Lohn der Gerechtigkeit wird Friede sein und ihre Frucht Ruhe und Sicherheit ewiglich. Dann wird sein Volk in der Herberge des Friedens wohnen und in sicheren Wohnungen und in stillen Ruheplätzen (Jes 32,1.17.18).

Die Segnungen infolge des Gerichtes

So folgt also die Segnung auf das Gericht, zuerst für Israel und dann für die Nationen. Eine der ersten Segnungen wird die Sammlung Israels und dessen Vereinigung mit Juda sein, um sie zu einem Volk zu machen. Man darf nicht vergessen, dass Juda allein den Herrn verworfen und gekreuzigt hat, weil Israel dazumal schon zerstreut war. Deshalb ist es auch Juda allein, welches als Strafe für dieses Verbrechen durch die große Trübsal gehen muss und den Verführungen und Verfolgungen des Antichristen übergeben wird. Wenn aber der Herr den Boshaften durch den Hauch seines Mundes verzehrt haben wird, „wird er zum zweiten Mal seine Macht gebrauchen, um die Übriggebliebenen seines Volkes zu sammeln, die von den Assyrern, Ägyptern, Pathrösern, Mohren, Elamiten, Chaldäern, von Hamath und den Inseln des Meeres übrig geblieben sind; und er wird ein Zeichen unter den Heiden aufrichten, und die Verjagten Israels zusammenbringen“ (Jes 11,11-16). „Zur selben Zeit wird die große Posaune erschallen, und es werden diejenigen kommen, welche im assyrischen Lande verloren, und die, welche in Ägypten zerstreut waren, und werden den Herrn zu Jerusalem auf dem heiligen Berge anbeten“ (Jes 27,13). So werden Israel und Juda, indem sie nur ein Volk bilden, wie in den schönsten Tagen Salomos, alle die den Vätern gegebenen Verheißungen an sich erfüllt sehen (Jer 50,4.5; Hes 37,15-28). Dann werden sie als Diener der Segnung, wie sie es für das Gericht waren, zu den Nationen gehen, welche nichts vom Herrn gehört, noch seine Herrlichkeit gesehen haben, und seine Ehre unter ihnen verkündigen (Jes 61,6; 66,19). Diese, gedemütigt und lenksam, werden, um anzubeten, nach Jerusalem kommen, welches dann die politische und religiöse Hauptstadt der Welt sein wird – der Mittelpunkt der Segnung, welche sich von da wie ein Strom bis an die Enden der Erde ausdehnen wird.

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Originaltitel: „Der gegenwärtige und der zukünftige Zeitlauf“
aus Botschafter des Heils in Christo, 1857, S. 140–144
aus dem Französischen übersetzt
von der Redaktion sprachlich leicht angepasst


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