Die Verklärung auf dem Berg
Matthäus 16,28–17,8; Markus 9,1-8; Lukas 9,27-36

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© SoundWords, online seit: 04.07.2009, aktualisiert: 15.10.2016

Leitverse: Matthäus 16,28–17,8; Markus 9,1-8; Lukas 9,27-36

Lk 9,27-36: 27 Ich sage euch aber in Wahrheit: Es sind einige von denen, die hier stehen, die den Tod nicht schmecken werden, bis sie das Reich Gottes gesehen haben. 28 Es geschah aber etwa acht Tage nach diesen Worten, dass er Petrus und Johannes und Jakobus mitnahm und auf den Berg stieg, um zu beten. 29 Und während er betete, wurde das Aussehen seines Angesichts anders und sein Gewand weiß, strahlend. 30 Und siehe, zwei Männer unterredeten sich mit ihm, welche Mose und Elia waren. 31 Diese erschienen in Herrlichkeit und besprachen seinen Ausgang, den er in Jerusalem erfüllen sollte. 32 Petrus aber und die, die bei ihm waren, waren vom Schlaf beschwert; als sie aber völlig aufgewacht waren, sahen sie seine Herrlichkeit und die zwei Männer, die bei ihm standen. 33 Und es geschah, als sie von ihm schieden, dass Petrus zu Jesus sprach: Meister, es ist gut, dass wir hier sind; und wir wollen drei Hütten machen, dir eine und Mose eine und Elia eine; und er wusste nicht, was er sagte. 34 Als er aber dies sagte, kam eine Wolke und überschattete sie. Sie fürchteten sich aber, als sie in die Wolke eintraten; 35 und eine Stimme erging aus der Wolke, die sagte: Dieser ist mein geliebter Sohn, ihn hört. 36 Und als die Stimme erging, wurde Jesus allein gefunden. Und sie schwiegen und berichteten in jenen Tagen niemand etwas von dem, was sie gesehen hatten.

Einige, die den Tod nicht schmecken werden

Die drei Evangelisten, die uns dieses einzigartige Ereignis mitteilen, stellen folgende Worte voran: „Wahrlich, ich sage euch: Es sind etliche von denen, die hier stehen, welche den Tod nicht schmecken werden, bis sie den Sohn des Menschen haben kommen sehen in seinem Reich.“ Dann lesen wir weiter: „Und nach sechs Tagen nimmt Jesus den Petrus und Jakobus und Johannes, seinen Bruder, mit und führt sie auf einen hohen Berg besonders.“ Hieraus ersieht der aufmerksame Leser sofort, dass die Verherrlichung auf dem Berg die Erfüllung der Verheißung des Herrn war. Petrus, Jakobus und Johannes waren die „etlichen“, die den Tod nicht schmecken sollten, bevor sie den Sohn des Menschen in seinem Reich gesehen hatten. Auf dem Berg nun sahen sie den Herrn in seiner königlichen Herrlichkeit. Petrus selbst sagt uns dies in seinem zweiten Brief: „… Augenzeugen seiner herrlichen Größe … Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit, als von der prachtvollen Herrlichkeit eine solche Stimme an ihn erging: Dieser ist mein geliebter Sohn, an welchem ich Wohlgefallen gefunden habe. Und diese Stimme hörten wir vom Himmel her erlassen, als wir mit ihm auf dem heiligen Berge waren“ (2Pet 1,16-18). Diese Verherrlichung auf dem Berg ist daher ein Vorbild der Herrlichkeit des Herrn Jesus in seinem Königreich.

Mose und Elia in Herrlichkeit

Das, was uns nun ganz besonders in die Augen fallen muss, ist, dass Mose und Elia in derselben Herrlichkeit mit Jesus gesehen werden. Vom Herrn lesen wir: „Und er wurde vor ihnen umgestaltet; und seine Kleider wurden glänzend, sehr weiß wie Schnee, wie kein Walker auf der Erde weiß machen kann“ (Mk 9,3). In Lukas 9,31 lesen wir, dass Mose und Elia in derselben Herrlichkeit mit Ihm gesehen wurden, während die drei Jünger, die zugegen waren, zwar die Herrlichkeit sahen, sie aber nicht teilten („Und siehe, zwei Männer unterredeten sich mit ihm, welche Mose und Elia waren. Diese erschienen in Herrlichkeit …“; Lk 9,30.31). Wir finden hier also eine Darstellung dessen, was einmal im Reich Christi stattfinden wird. Mose ist das Vorbild aller Gläubigen, die vor der Ankunft Jesu gestorben sein werden, Elia hingegen das Vorbild jener Gläubigen, die ohne zu sterben in den Himmel aufgenommen werden, während die Jünger diejenigen Gläubigen vorstellen, die während der Regierung Christi im Tausendjährigen Reich auf der Erde wohnen und wohl die Herrlichkeit Christi und der verherrlichten Heiligen sehen, aber nicht teilen werden. Die verherrlichten Heiligen werden mit dem Herrn derselben Herrlichkeit teilhaftig sein. Ihr Leib wird seinem verherrlichten Leib gleichförmig sein (Phil 3,21). Wenn Er offenbart wird, werden wir mit Ihm offenbart werden in Herrlichkeit (Kol 3,4). Christus ist der Erbe aller Dinge, der Vater hat Ihm alles unterworfen, und wir sind seine Miterben (Röm 8,17). Wir werden mit Ihm als Könige auf der Erde herrschen (Off 1,6; 5,10), ja wir werden selbst die Engel richten (1Kor 6,3). Kein Unterschied wird zwischen dem Herrn Jesus und den Seinigen sein. Ich spreche hier natürlich nicht von seiner Gottheit, denn in dieser Beziehung kann niemand Ihm gleich sein, sondern es handelt sich um die Herrlichkeit, die Er als Sohn vom Vater empfangen hat. Was unsere Stellung vor Gott betrifft, sind wir schon jetzt in der Welt, wie Er ist (1Joh 4,17), und wenn Er offenbart wird, werden wir Ihm gleich sein, dann werden wir Ihn sehen, wie Er ist (1Joh 3,2). Welch eine unaussprechliche Gnade! Wir, die wir von Natur verlorene Sünder, Feinde Gottes waren, sollen in derselben Herrlichkeit mit dem Sohn Gottes offenbart werden.

Mose und Elia in der unmittelbaren Gegenwart Gottes

Doch es gibt noch etwas Größeres als dieses. In Lukas lesen wir nicht nur, dass Mose und Elia mit Jesus in Herrlichkeit erschienen, sondern dass sie auch in der unmittelbaren Gegenwart Gottes waren. Es kam nämlich eine Wolke, die sie überschattete, und die Jünger wurden mit Furcht erfüllt, als sie sahen, dass jene in die Wolke eintraten (Lk 9,34). Diese Wolke ist die Wohnung Gottes, wie uns dies im Alten Testament gesagt wird. Als die Kinder Israel durchs Rote Meer zogen, ging die Wolke hinter ihnen her und machte eine Scheidung zwischen ihnen und den Ägyptern, so dass diese sie nicht erreichen konnten. Auf ihrer Reise durch die Wüste ging die Wolke vor ihrem Angesicht her, um ihnen den Weg zu zeigen. Aus dieser Wolke sprach der HERR mit Mose; sie stand über dem Eingang der Stiftshütte und der HERR sprach mit Mose aus ihr. In gleicher Weise kam auch hier aus der Wolke die Stimme des Vaters: „Dieser ist mein geliebter Sohn; ihn höret.“ Gott, der Vater, war also in der Wolke. Und Mose und Elia gingen in sie hinein. Sie gingen in die Wohnung Gottes, in das Haus des Vaters. Dies ist das Teil der Gläubigen. „In dem Hause meines Vaters sind viele Wohnungen“, sagt der Herr Jesus zu seinen Jüngern, „ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten.“ Wenn Er nun wiederkommt, wird Er uns in das Haus des Vaters führen. Dies ist unendlich mehr als die Erscheinung in der Herrlichkeit Jesu. Die Herrlichkeit, die die Jünger sahen, weckte keine Furcht in ihnen; aber als sie sahen, dass Mose und Elia in die Wolke hineingingen, da fürchteten sie sich. Sie wussten sehr wohl, dass die Wolke die Wohnung Gottes war, aber noch nie hatten die Gläubigen die Schwelle dieser Wohnung überschritten. Wohl hatte Mose mit Gott, der in der Wolke war, gesprochen, aber er war nicht in sie hineingegangen. Dies war etwas ganz Neues. Und in der Tat ist dies das Herrlichste, das es geben kann. Das Haus des Vaters, die Wohnung Gottes, ist der beste und höchste Platz, den es gibt. Dort soll nun unsere ewige Wohnung sein. Es ist eine unaussprechliche Gnade, dieselbe Herrlichkeit mit Christus zu teilen und darin mit Ihm offenbar zu werden, aber es ist unendlich herrlicher, in dem Hause des Vaters zu sein, dort mit Jesus zu verkehren und vertraulich mit Ihm umzugehen und zu sprechen.

Vertraulicher Umgang mit dem Herrn

Und dies ist es, was wir hier finden. Mose und Elia unterhielten sich mit Jesus, und zwar, wie Lukas erzählt, über den Ausgang, den Jesus in Jerusalem erfüllen sollte. Sie sprachen also in vertraulicher Weise mit Ihm über sein Leiden und Sterben, über das, was das Herz Jesu in diesem Augenblick am meisten erfüllen musste und wozu Er in die Welt gekommen war. So wird es mit uns sein, wenn wir mit Jesus im Haus des Vaters wohnen werden. Dies muss vor allem die Freude unserer Herzen sein. Der Genuss der Herrlichkeit ist groß, aber weit größer ist der vertrauliche Umgang mit Jesus. Eine Krone ist herrlich, aber Gemeinschaft mit Jesus ist herrlicher. Sicher ist es die Freude einer Frau, die Ehre und Herrlichkeit ihres Mannes teilen zu können, aber wäre es nicht traurig, wenn sie sich mehr über die Teilhabe an dieser Ehre erfreute als über den Umgang mit ihrem Mann? Sollte die Gemeinschaft mit Jesus im Vaterhaus nicht einen größeren Wert für uns haben als selbst die Herrlichkeit, die wir mit Ihm teilen werden? Sollten wir nicht schon jetzt im Geist Gemeinschaft mit Jesus haben, die wir einst in Wirklichkeit genießen werden? Ohne Zweifel. Kaum war der Herr vom Berg herabgestiegen, als Er auch schon in derselben vertraulichen Weise mit seinen Jüngern über seine Leiden und sein Sterben zu sprechen begann, wie Er es auf dem Berg in der Herrlichkeit mit Mose und Elia getan hatte. Wie herrlich! Der Gegenstand der Unterhaltung Jesu mit den Seinigen unten am Fuß des Berges war derselbe wie oben auf dem Berg – derselbe in der Erniedrigung wie in der Herrlichkeit. Ja, obwohl der Herr jetzt verherrlicht im Himmel ist und wir noch auf der Erde unseren Weg gehen, können wir doch jene innige Gemeinschaft und jenen vertraulichen Umgang mit Ihm haben, den Mose und Elia auf dem Berg und die Jünger Jesu in den Tagen seines Weges über diese Erden genossen.

Das Beispiel Ananias für einen vertrauten Umgang

Merkwürdig ist in dieser Beziehung, was wir nach der Bekehrung des Saulus auf dem Weg nach Damaskus sehen. Der Herr sagt zu Ananias: „Stehe auf und geh in die Straße, welche die gerade genannt wird, und frage im Hause des Judas nach einem, mit Namen Saulus, von Tarsus, denn siehe, er betet“ (Apg 9,11). Der Herr bezeichnet also genau die Straße, in der Saulus wohnte. „Ananias aber antwortete: Herr, ich habe von vielen von diesem Manne gehört, wie viel Böses er deinen Heiligen in Jerusalem getan hat. Und hier hat er Gewalt von den Hohenpriestern, alle zu binden, die deinen Namen anrufen“ (Apg 9,13.14). Ananias bringt also in der freimütigsten und vertraulichsten Weise seine Besorgnisse vor den Herrn. „Der Herr aber sprach zu ihm: Gehe hin; denn dieser ist mir ein auserwähltes Gefäß“ (Apg 9,15). Mit diesen Worten verscheucht der Herr alle Besorgnisse seines Dieners, der jetzt in freudigem Gehorsam den ihm gegebenen Auftrag ausführt. Welch ein unaussprechliches Vorrecht! So nahe sind wir zu Jesus gebracht und so nahe ist Er zu uns gekommen, dass wir mit Ihm sprechen können, wie ein Freund mit seinem Freund spricht. Möchten wir diesen vertrauten Umgang doch in reicherem Maß genießen.

Der Wert des Sohnes für den Vater

Doch wir finden hier noch mehr. Als Mose und Elia in die Wolke hineingegangen waren, kam eine Stimme aus der Wolke, die sagte: „Dieser ist mein geliebter Sohn; ihn höret!“ Hier wird uns kein Gebot gegeben, den Sohn zu lieben und uns seiner zu erfreuen, sondern etwas ganz anderes, weit größeres. Der Vater gibt Zeugnis über seinen Sohn; Er teilt uns seine Gedanken über Ihn mit. „Dieser ist mein geliebter Sohn.“ Der arme, erniedrigte Mensch, der keinen Platz hatte, wo Er sein Haupt niederlegen konnte, der von allen gehasst und verfolgt wurde. Dieser war sein geliebter Sohn, den sie hören sollten. Welch eine Gnade! Wie uns der Herr Jesus in Johannes 17 hören lässt, was Er mit dem Vater redet und welche Gemeinschaft Er mit Ihm hat, so lässt uns hier der Vater hören, welch einen Wert sein Sohn für Ihn und für uns hat. Das ist wahre Gemeinschaft. Was anders ist die Gemeinschaft als dieselben Gefühle, dieselben Gedanken, dieselbe Freude zu haben? Wenn ich von Gemeinschaft mit den Brüdern rede, so muss ich dieselbe Freude, dieselben Gedanken und denselben Gegenstand der Betrachtung haben. Nun, der Vater sagt vor unseren Ohren: „Dieser ist mein geliebter Sohn!“, und fügt dann hinzu: „Ihn höret!“ Der Gegenstand der Liebe und der Freude Gottes ist also der Gegenstand unserer Betrachtung und unserer Freude. Wahrlich, Gott konnte uns kein größeres Vorrecht und keine herrlichere Gnade verleihen!

Mose und Elia – Gesetz und Propheten

Noch eine andere wichtige Wahrheit wird uns hier vor Augen gestellt. Mose und Elia stellen das Gesetz und die Propheten vor. Mose wurde von den Juden fast wie ein Gott verehrt, und Petrus hielt es für eine große Ehre für seinen Meister, mit Mose und Elia in Gemeinschaft zu sein, und deshalb wollte er drei Hütten bauen, damit sie dort beieinander bleiben konnten. Doch was geschah? Kaum hatte er diese Worte gesprochen, da kam eine Wolke und nahm Mose und Elia vor ihren Augen hinweg, während Jesus allein zurückblieb und die Stimme aus der Wolke die Worte hören ließ: „Dieser ist mein geliebter Sohn; ihn höret!“ Mose und Elia mussten verschwinden und Jesus allein übrig bleiben. Das Gesetz und die Propheten schwinden, und nur Jesus bleibt und nur Ihn sollen wir hören. Nicht als ob das Gesetz und die Propheten keinen Wert für uns hätten oder als ob sie nicht von Gott gegeben wären; nein, vielmehr zeugen sie von Christus und der zukünftigen Herrlichkeit. Das ganze Alte Testament ist uns gegeben als das Wort Gottes und ist „nütze zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit“ (2Tim 3,16). Der Herr Jesus selbst gebrauchte Mose und die Propheten, um den Teufel zu widerlegen und den Pharisäern den Mund zu stopfen. Aber vor Christus müssen Gesetz und Propheten verschwinden. Ihn allein müssen wir hören. „Nachdem Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat in den Propheten, hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohne“ (Heb 1,1). Das Gesetz ist gut, wenn jemand es gesetzmäßig gebraucht, aber es kann uns nichts geben. Es kann fordern und weil wir seinen Forderungen nicht entsprechen, verdammen, aber es kann uns nichts geben. Jesus allein kann uns alles geben, was wir für das zeitliche und das ewige Leben brauchen. Er ist der einzige Gegenstand unseres Glaubens und unserer Betrachtung. Alles verschwindet, selbst der von Gott dem Volk Israel gegebene Gottesdienst. Jesus allein bleibt übrig, und der Vater im Himmel sagt uns, dass wir Ihn allein hören sollen. Wie sehr sind wir geneigt, uns an dem festzuklammern, was alt und ehrwürdig in unseren Augen ist! Wie schwer war es für die Apostel und für die ersten Christen, den jüdischen Gottesdienst fahren zu lassen, und wie schwer wird es heutzutage Tausenden von Christen, die menschlichen Satzungen zu verlassen und sich allein an Jesus und die durch Ihn offenbarte Wahrheit zu klammern! Wie viele kehren zu Mose und den Propheten zurück, während sie sich allein in Jesus erfreuen sollen und können! Möge der Herr unsere Augen öffnen, damit wir verstehen lernen, dass Mose und Elia, Gesetz und Propheten, irdischer Gottesdienst und menschliche Einrichtungen verschwinden und dass Jesus allein bleibt, für dessen Unterweisung wir ein geöffnetes Ohr haben sollen!

Petrus, Johannes, Jakobus schlafen

Verweilen wir nun noch einen Augenblick bei den Jüngern. Lukas teilt uns mit, dass Jesus den Petrus, Johannes und Jakobus zu sich nahm und auf den Berg stieg, um zu beten. Der Herr Jesus wünschte, wie Er es oft tat, die Nacht im Gebet zu verbringen; und während Er betete, veränderte sich die Gestalt seines Angesichts. Und was taten die drei Jünger während dieser Zeit? Sie schliefen. Wir lesen: „Petrus aber und die mit ihm waren, waren beschwert vom Schlaf; als sie aber völlig aufgewacht waren, sahen sie seine Herrlichkeit und die zwei Männer, welche bei ihm standen.“ Wie in Gethsemane konnten sie auch hier nicht mit Ihm wachen. Es ist bemerkenswert, dass Jesus diese Jünger bei zwei Gelegenheiten zu sich nahm, um mit Ihm zu wachen und zu beten, und dass sie bei beiden Gelegenheiten vom Schlaf überwältigt wurden: auf dem Berg, während Er verherrlicht wurde, und in Gethsemane, als Er sich in ringendem Kampf befand. Da sehen wir, was der Mensch ist. Er kann weder in der Herrlichkeit noch in den Leiden Gemeinschaft mit Jesus haben. Wohl kann der Heilige Geist uns dazu in den Stand setzen, aber der Mensch an sich ist dazu unfähig. „Der Geist zwar ist willig, das Fleisch aber schwach“, sagte der Herr in Gethsemane. Ach, wie oft gleichen wir diesen Jüngern! Wie oft schlafen wir, wenn der Herr Jesus uns seine Herrlichkeit offenbaren oder an seinen Leiden teilnehmen lassen will! Und wie viel verlieren wir! Zwar sahen die Jünger die Herrlichkeit und erfreuten sich so sehr daran, dass sie Hütten bauen wollten, um dort bleiben zu können, aber sie vernahmen nichts von der Unterhaltung, die Jesus mit Mose und Elia hatte. Ebenso geht es uns. Wie viel mehr würden wir genießen, wenn wir immer nüchtern und wachsam wären! Der Herr will uns so gern seine Herrlichkeit offenbaren und uns seine Gedanken mitteilen. Es ist seine Freude, uns die herrlichen Vorrechte und Segnungen genießen zu lassen, die Er für uns erworben hat. Möchten wir doch immer ein lebendiges Verlangen haben, um seine glückselige Gemeinschaft zu genießen!


Originaltitel: „Die Verherrlichung Christi auf dem Berge“
aus Botschafter des Heils in Christo, 1870, S. 181–187


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