Ewiges Leben – ein gegenwärtiger Besitz
1. Johannes 5,13

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© SoundWords, online seit: 27.05.2012, aktualisiert: 06.12.2017

Leitvers: 1. Johannes 5,13

1Joh 5,13: Dies habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes.

Der Mensch in seinem natürlichen Zustand

„Ewiges Leben“ ist eine Gabe Gottes. Der Mensch braucht dieses Leben, denn er ist „tot in Vergehungen und Sünden“ (Eph 2,1). Wie könnte jemand in der ewigen Herrlichkeit sein, ohne ewiges Leben zu besitzen? Wir lesen deshalb im Wort Gottes, dass Gott „seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben“ (1Joh 4,9). „In ihm war Leben“ (Joh 1,4). Christus war „das ewige Leben, das bei dem Vater war und uns offenbart worden ist“ (1Joh 1,2). Deshalb konnte Er sagen: „Ich bin das Leben“, und: „Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluss haben“ (Joh 11,25; 10,10). Und über viele seiner Zuhörer konnte Er sagen: „Ihr wollt nicht zu mir kommen, damit ihr Leben habt“ (Joh 5,40). Sie folgten Ihm nach, weil sie Wunder und Zeichen sehen wollten. Sie waren wohl neugierig, was Er tun würde, waren aber nicht im Herzen ergriffen. Sie wollten von den Broten essen, um ihren Hunger zu stillen, aber sie wollten nicht zu Ihm kommen, um Leben zu haben. Stattdessen schrien sie: „Hinweg mit diesem!“ – „Kreuzige ihn!“ Das ist der Mensch in seinem natürlichen Zustand.

Gott gibt das ewige Leben durch den Sohn

Gott ist also der Geber des ewigen Lebens. Er ist die Quelle des ewigen Lebens, und dieses Leben strömt uns zu durch seinen Sohn: „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe“ (Joh 3,16). Wir hatten nicht nur Vergebung unserer Sünden nötig, sondern auch das ewige Leben – und dieses Leben hat Gott uns in seiner unergründlichen Gnade durch den Tod seines Sohnes nahegebracht. Der eingeborene Sohn Gottes hat für unsere Sünden gelitten, und in seinem Kreuzestod sind sie gerichtet worden. Nun kann die göttliche Liebe sich ungehindert offenbaren, indem sie jedem, der glaubt, ewiges Leben gibt: „Der Lohn der Sünde ist der Tod, die Gnadengabe Gottes aber ewiges Leben in Christus Jesus, unserem Herrn“ (Röm 6,23).

Das ewige Leben ist ein Geschenk Gottes

Das ewige Leben ist daher, wie schon gesagt, eine Gabe Gottes. Es kann nicht erworben werden durch Werke, Gefühle, Übungen, Leiden oder Erfahrungen. Nein, es ist ganz und gar ein Geschenk Gottes. Er selbst ist die Quelle des ewigen Lebens, und der Sohn seiner Liebe ist die Person, durch die und in der dieses Leben jedem zuteilwird, der an Christus glaubt. Johannes schrieb sein Evangelium, damit wir glauben, „dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit wir glaubend das Leben haben in seinem Namen“ (Joh 20,31). Daher stellt sich für jeden Menschen die wichtige Frage: Habe ich das ewige Leben empfangen oder nicht? Bis heute strömt das ewige Leben wie eine Quelle lebendigen Wassers von Gott zu uns herab, und immer noch ertönt der Ruf von dem Thron der Gnade: „Wer will, nehme das Wasser des Lebens umsonst“ (Off 22,17). Ja, dieses Wasser wird umsonst gegeben, ohne dass es in uns irgendeinen Beweggrund gäbe, es sei denn unsere völlige Hilflosigkeit und unser Elend. Die göttliche Liebe ist es, die dem Sünder, der tot in Sünden und Vergehungen ist, ewiges Leben bringt. Jedem, der dieses Leben haben will, schenkt Gott es völlig umsonst, und wir bekommen dieses Leben, indem wir schlicht und einfach an Jesus Christus, unsern Herrn, glauben – wir bekommen es ohne Verdienst, ohne Geld und ohne Kaufpreis und ohne dass irgendein Beweggrund in uns selbst vorhanden wäre.

Das ewige Leben ist nicht zeitlich begrenzt

Es ist wichtig, zu beachten, dass es ewiges Leben ist, das Gott auf diese Weise gibt. Es ist nicht ein Leben für eine Woche, einen Monat oder ein Jahr, sondern es ist ein Leben für immer und ewig, denn „dieses Leben ist in seinem Sohn“ (1Joh 5,11). Ist Er, der tot war, wieder lebendig geworden, und zwar für immer und ewig? Dann ist auch das Leben, das Er uns gibt, für immer und ewig, denn Christus ist unser Leben (Kol 3,4). Es ist nicht ein Leben, das getrennt ist von Christus, sondern unser Leben „ist verborgen mit dem Christus in Gott“ (Kol 3,3). Es ist das Leben des auferstandenen Christus, das all denen zuteilwird, die an Ihn glauben. Wie könnte es daher anders als ewig sein? Der Apostel verbindet deshalb das Leben, das wir empfangen haben, so völlig mit Christus selbst, dass er an die Gläubigen schreibt: „Wenn der Christus, unser Leben, offenbart werden wird, dann werdet auch ihr mit ihm offenbart werden in Herrlichkeit“ (Kol 3,4).

Der Gläubige besitzt das Leben bereits jetzt

Der Gläubige besitzt das ewige Leben also jetzt, in der Gegenwart: „Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben“ (Joh 3,36). Er hat das Wort gehört, er hat geglaubt, und jetzt hat er das ewige Leben. Zweifellos ist dies der Weg, auf dem wir das Leben erlangen, und die Art und Weise, wie der Heilige Geist wirkt. Jesus selbst sagt: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod in das Leben übergegangen“ (Joh 5,24). So hat also der Gläubige jetzt das ewige Leben, und zwar deswegen, weil er glaubt, nicht etwa weil er es in sich fühlt oder so und so viele Erfahrungen gemacht hat. Er empfängt das ewige Leben auch nicht erst dann, wenn er stirbt, sondern nach den Worten des Herrn empfängt er das ewige Leben bereits jetzt in der Gegenwart: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, hat ewiges Leben“ (Joh 6,47). Das Wort Gottes ist darin sehr bestimmt und klar. Es lehrt nicht nur, dass Gott der Geber des ewigen Lebens ist, sondern es spricht auch immer wieder sehr deutlich davon, dass der Gläubige das ewige Leben bereits in der Gegenwart besitzt. Der Apostel Johannes schreibt: „Und dies ist das Zeugnis: dass Gott uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in seinem Sohn. Wer den Sohn hat, hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, hat das Leben nicht“ (1Joh 5,11.12). Der Apostel spricht so einfach und bestimmt, dass jeder aufrichtige Mensch zu der Überzeugung kommen muss, dass er dieses neue Leben, das ewige Leben, besitzt, sobald er den Sohn aufgenommen hat, den der Vater in die Welt gesandt hat. Nicht unsere alte Natur wird verbessert oder verändert, sondern etwas ganz Neues entsteht: eine Natur, die nicht mit dem ersten Adam in Verbindung steht, sondern mit dem auferstandenen und verherrlichten Christus.

Wir dürfen wissen, dass wir ewiges Leben haben

Außerdem schreibt der Apostel Johannes in seinem Brief noch: „Dies habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes“ (1Joh 5,13). Gott gibt uns nicht nur das ewige Leben, sondern Er will auch, dass wir mit Bestimmtheit wissen, dass wir ewiges Leben besitzen, genauso wie wir uns dessen bewusst sind, dass wir natürliches Leben haben. Zugleich erwarten wir ewiges Leben für unsern Leib: Wir warten auf „die Erlösung unseres Leibes“ bei der Ankunft des Herrn (Röm 8,23). Doch unsere Seelen sind schon jetzt „aus dem Tod in das Leben hinübergegangen“ (1Joh 3,14). Wir haben ewiges Leben, denn Gott hat es uns und allen gegeben, die an seinen Sohn glauben. Wir sind von neuem geboren: „So viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus Geblüt noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind“ (Joh 1,12.13; vgl. 1Pet 1,23; Joh 3,5-6).

Das ewige Leben bringt Früchte hervor

Können wir ewiges Leben in uns haben, ohne dass dieses Leben Wirkungen hervorbringt? Sicherlich nicht. Wenn wir aus Gott geboren sind, so können wir nicht anders als lieben, so wie es die Natur Gottes ist, zu lieben. Wir lesen deshalb: „Wir wissen, dass wir aus dem Tod in das Leben hinübergegangen sind, weil wir die Brüder lieben; wer den Bruder nicht liebt, bleibt in dem Tod.“ Und weiter: „Jeder, der glaubt, dass Jesus der Christus ist, ist aus Gott geboren; und jeder, der den liebt, der geboren hat, liebt auch den, der aus ihm geboren ist“ (1Joh 3,14; 5,1). Nichts könnte mit einfacheren und klareren Worten gesagt werden. Gott gibt ewiges Leben, und dieses Leben ist in seinem Sohn. Wer zu dem Sohn kommt, wie ein Sünder zu seinem Heiland kommt, empfängt ewiges Leben, und dieses Leben offenbart sich in der Liebe zu Gott und zu den Kindern Gottes. Egal wie moralisch hochstehend, anständig und religiös der Mensch ist – wenn er den Sohn Gottes nicht hat, so hat er das Leben nicht und ist daher noch in seinen Sünden. In den Augen Gottes ist er tot und schuldig.

In Abhängigkeit vom Herrn leben

Aber obwohl wir ewiges Leben haben, so sind wir doch abhängig von unserem Herrn als dem Erhalter dieses Lebens. Er selbst sagt: „Wie der lebendige Vater mich gesandt hat und ich lebe des Vaters wegen, so auch, wer mich isst, der wird auch leben meinetwegen“ (Joh 6,57). Wir müssen lernen, dass alle unsere Quellen in Ihm sind und dass unsere Seelen allein dadurch genährt und gekräftigt werden können, dass wir das Wort durch den Glauben in unsere Herzen aufnehmen, das von Ihm zeugt. „Unser innerer Mensch wird Tag für Tag erneuert“ (2Kor 4,16). „Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht“ (Mt 4,4). Wenn wir in Christus bleiben, das heißt, wenn wir – unter Gebet und Flehen – in Gemeinschaft mit Ihm und in Abhängigkeit von Ihm leben, so bringen wir Frucht. Ohne Ihn können wir nichts tun. Das Leben des Gläubigen sollte daher ein Leben sein, in dem wir gläubig an Christus, an dem Sohn Gottes, festhalten, „der uns geliebt und sich selbst für uns dahingegeben hat“ (Eph 5,2).

Wunderbare Gewissheit!

Wie wunderbar ist es für den Gläubigen, die göttliche Gewissheit zu haben, dass er schon jetzt das ewige Leben besitzt, und zwar auf Grund des unfehlbaren Wortes Gottes und durch das vollbrachte Werk seines Sohnes! Welch gesegnete Erfahrung ist es, dass er vom Tod in das Leben hinübergegangen ist, weil er die Brüder liebt! Wer diese Gewissheit hat und diese Erfahrung macht, kann sich in Wahrheit in Christus Jesus erfreuen, Ihm mit dankbarem Herzen dienen und mit Freuden seine Ankunft erwarten.


Aus Botschafter des Heils in Christo,  Jg. 32, 1884, S. 125–131
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