Der gegenwärtige und der zukünftige Zeitlauf (13)
2. Die Nationen

Botschafter

© SoundWords, online seit: 01.11.2006, aktualisiert: 13.10.2016

Im gegenwärtigen Zeitlauf sind die Nationen vom Satan, „dem Fürsten dieser Welt“, „dem Gott dieses Zeitlautes“, verführt (Joh 12,31; 14,30; 2Kor 4,4). Die Nationen sind selbst diese Welt, deren Fürst Satan ist; sie sind von diesem Zeitlauf, dessen Gott Satan ist.

Einige rufen zwar den Namen Gottes und seines Sohnes für sich, für ihre Regierungen, ihre Gerichtshöfe, ihre Politik an; aber sie entheiligen und verunehren auf diese Weise nur diesen heiligen Namen, indem sie dem Herrn eine Politik zuschreiben, die Er nie bestätigte und die meistens geradezu im Widerspruch mit seinem Geist und Wort ist. Sie offenbaren also ihre unwissende Einbildung – Israel, als Volk Gottes, auf der Erde zu ersetzen.

Es ist wahr, dass Gott die Herrschaft, indem Er Israel dieselbe wegnahm, den Nationen in der Person des Nebukadnezar gab, mit welchen die Zeiten der Nationen angefangen haben; aber nie gab Gott irgendeinem anderen irdischen Volk als Israel die Verheißung, sein Volk zu sein, und das Recht, Ihn seinen König und Gott zu nennen. Ihm allein gab Er eine bürgerliche, politische und religiöse Staatsverfassung, ihm allein hat Er verheißen, seine Schlachten zu leiten und ihm den Sieg über seine Feinde zu geben. Nie waren die Könige der Nationen die Gesalbten des HERRN; vor allem bekamen sie nie irgendwelche Macht, um seine Gemeinde zu regieren, noch sie zu beherrschen. Diese Nationen, die Trümmer des Römischen Reiches, welche den christlichen Namen angenommen haben, sind es auch gerade, welche uns der Geist unter dem Bild dieses vierten schrecklichen Tieres darstellt, das ins Feuer geworfen wird, wenn der Sohn des Menschen das Reich empfängt (s. Dan 7). Ihre Könige und Heere sind es, welche wir unter der Leitung des Tieres und des falschen Propheten versammelt sehen, um dem, welcher auf dem Pferd sitzt, und seinem Heer den Krieg zu machen, und welche endlich der Raub der Vögel des Himmels werden, die zum Abendmahl des großen Gottes eingeladen sind (Off 19). Dies ist das Ende der Nationen, der abtrünnigen Christenheit im gegenwärtigen Zeitlauf. Dies ist der schreckliche Tag, zu welchem der Herr sie durch seinen Propheten zusammenruft, indem Er sagt: „Rottet euch zusammen, und kommet her, alle ihr Völker ringsherum, und versammelt euch! Die Völker werden sich aufmachen und in das Tal Josaphat hinaufziehen; denn daselbst will ich sitzen, die Nationen ringsherum zu richten. Schlagt die Sichel an, denn die Ernte ist schon reif! Kommet herab, denn die Kelter ist schon voll; ja, die Keltertröge fließen über, denn ihrer Bosheit ist viel. Es werden Haufen an Haufen Volks sein im Tal des Urteils; denn des Herrn Tag ist nahe im Tal des Urteils“ (Joel 3,16-19).

Aber bis dahin trägt der Herr diese Völker mit einer großen Geduld. Er besucht sie zuerst in seiner Gnade, um aus ihnen ein Volk für sich zu nehmen (Apg 15,14), nämlich die Versammlung, das einzige Volk, welches Gott, während der Zeit der Zerstreuung Israels, anerkennt, und dessen Gott Er sein will.

Im zukünftigen Zeitlauf wird Satan, der diese Völker verführt, tausend Jahre gebunden und in den Abgrund geworfen (Off 20,1-3). Nachdem die Völker der Gegenstand der schrecklichen Gerichte des Herrn gewesen sein werden, werden sie die Gerechtigkeit lernen (Jes 26,9); und wie Nebukadnezar, ihr erstes Haupt und ihr Vertreter, Gott die Ehre geben (Dan 4). Sie werden zu dem Lichte Zions und ihre Könige zu dem Glanz, der über dasselbe aufgegangen sein wird, wandeln; „denn wenn die Verwerfung Israels die Versöhnung der Welt war, was wird seine Annahme anders sein, als Leben aus den Toten“? (Jes 60,3; Röm 11,15). Es wird die Zeit der Erfüllung der dem Abraham gemachten Verheißungen sein, dass alle Familien der Völker in seinem Samen gesegnet werden. Denn an jenem Tage wird es geschehen, dass die Völker die Wurzel Isais suchen werden, die den Völkern zu einem Panier gemacht ist; und seine Ruhe wird Herrlichkeit sein (1Mo 12,1-3; 22,18; Ps 22,27 usw.; Jes 11,9.10). „Dann werden viele Völker gehen und sagen: Kommet, lasset uns auf den Berg des Herrn gehen, zum Hause des Gottes Jakob, dass er uns lehre seine Wege, und wir wandeln auf seinen Steigen. Denn von Zion wird das Gesetz ausgehen, und des Herrn Wort von Jerusalem. Er wird richten zwischen den Nationen und zurechtweisen viele Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Rebmessern schmieden. Es wird kein Volk wider das andere ein Schwert aufheben, und werden hinfort nicht mehr kriegen lernen. Ein jeglicher wird unter seinem Weinstock und seinem Feigenbaum wohnen, dass niemand sie schrecke; denn der Mund des Herrn Zebaoth hat’s geredet“ (Jes 2,2-4; Micha 4,2-4; Sach 8,20-23).

So werden die Träume des Glücks, welche die Völker seit so vielen Jahrhunderten durch Revolutionen, Zerstörungen und Blut vergeblich erwarten, Träume von guten Regierungen, von Staatsreligion, von Universalfrieden usw. verwirklicht sein. Solange die Völker dieses ihrer eigenen Weisheit verdanken wollen, so werden sie sich nur in ihren hochmütigen Gedanken verirren, und Satan wird sich zuletzt derselben bedienen, um sie unter der Anführung des Antichristen in eine offene Erhebung wider Gott und seinen Gesalbten zu stürzen. Wenn aber Dieser in seiner Herrlichkeit, triumphierend über seine Feinde, erschienen sein wird, so werden alle diese Bedürfnisse in Ihm ihre Befriedigung finden. Als „gerechter Herrscher unter den Menschen, in der Furcht Gottes“ wird Er das Gericht und die Gerechtigkeit wahrhaftig ausführen (2Sam 23,3; Jer 23,5). Alsdann wird Er seine Macht auf das Herz der Menschen, in welches Er selbst sein Gesetz schreiben wird, ausdehnen (Jer 31,32-34; Sach 3,9), so wie auch über die materielle Schöpfung, die Er gänzlich erneuern wird, und nichts wird dann dem Glück seiner gesegneten Untertanen mehr mangeln. Dann wird auch die Religion wirklich die Staatsreligion sein, denn es wird nur einen König und nur einen Gott für die ganze Erde geben; und dieser wird Jesus sein, der Sohn Davids, Mittelpunkt der Religion, sowie der Politik aller Völker. Unter diesem wahren Melchisedek wird der Friede die Wirkung der Gerechtigkeit sein, so dass man sagen wird: „Kommet her und schaut die Werke des Herrn, der auf Erden Zerstörungen anrichtet; der den Kriegen steuert in aller Welt; der Bogen zerbricht und Spieße zerschlägt, Wagen mit Feuer verbrennt. Lasset ab, und erkennet, dass ich Gott bin“ (Ps 46,8-10). Dann werden die Worte der Engel, welche einstweilen nur ein prophetischer Gesang und ein frommer Wunsch sind, ihre Erfüllung erhalten: „Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen“ (Lk 2,14).

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Originaltitel: „Der gegenwärtige und der zukünftige Zeitlauf“
aus Botschafter des Heils in Christo, 1857, S. 165–167
aus dem Französischen übersetzt
von der Redaktion sprachlich leicht angepasst


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