Frage: Welche Gemeinden haben den Tisch des Herrn?
1. Korinther 10,14ff.

Willem Johannes Ouweneel

© SoundWords, online seit: 30.05.2001, aktualisiert: 21.10.2016

Fragenbeantwortung zum Artikel
Gemeindebau „heute“ (1985) – 2. Timotheus 2

Frage 1a:

Die erste Frage ist zu 1. Korinther 10 und Matthäus 18: „Kann es eine genau begrenzte und bekannte Zahl von Versammlungen geben, von der gesagt wird: Dort ist der Tisch des Herrn und nirgendwo sonst?“

Antwort:

Ich denke, die Frage ist schon in der Formulierung nicht richtig, und wenn Fragen nicht richtig gestellt werden, kann man sie nicht richtig beantworten. Eine Zahl von Versammlungen meint vermutlich Zeugnisse von Versammlungen. Die Versammlung oder Gemeinde Gottes in Augsburg besteht aus allen wahren Kindern Gottes in dieser Stadt. Sie bilden zusammen die Versammlung, und obwohl der Sprachgebrauch manchmal anders ist, muss man doch sagen, dass keine Gruppe für sich in Anspruch nehmen kann, die Versammlung zu sein, höchstens der Ausdruck der örtlichen Versammlung, indem man auf schriftgemäße Weise zum Namen des Herrn hin zusammenkommt, um das Brot zu brechen.

Wo wir es mit der Einheit des ganzen Leibes auf der ganzen Erde zu tun haben, sind wir nicht nur örtlich daran interessiert, wer auf einer solchen Grundlage zusammenkommt, sondern wir wollen das auch von anderen Orten wissen. Die Tatsache, dass es solche schriftgemäßen Kriterien gibt, beinhaltet automatisch, dass wir auch an anderen Orten gewisse Gemeinschaften und gewisse Zeugnisse der örtlichen Versammlung/Gemeinde anerkennen als auf demselben Boden stehend. Das geht direkt aus der Einheit des ganzen Leibes hervor, weil der Leib nicht nur örtlich besteht.

Auf der anderen Seite heißt das nicht, dass wir sagen können, dass nur in diesem Kreis der Tisch des Herrn besteht. Das würde bedeuten, dass wir alle Gläubigen, die sich auf diesem Boden versammeln, kennen würden. Das ist aber nicht der Fall. Ich weiß aus eigener Erfahrung von einigen Fällen, wo wir Gläubige angetroffen haben an Orten, wo solch ein Zeugnis unseres Wissens nicht bestand. Sie bildeten nach dem Licht, das sie hatten, auf dem Boden der Schrift solch ein Zeugnis. Sie hatten auch angefangen, das Brot zu brechen. Als wir uns mit ihnen unterhielten, stellte sich heraus, dass wir auf genau demselben Boden der Schrift standen und uns nach denselben Grundsätzen versammelten. Solche Gläubige muss man, wenn sonst keine Hindernisse bestehen, als ein Zeugnis der örtlichen Versammlung/Gemeinde anerkennen.

Weitere Fragen:

Frage 1a

Die erste Frage ist zu 1. Korinther 10 und Matthäus 18: „Kann es eine genau begrenzte und bekannte Zahl von Versammlungen geben, von der gesagt wird: Dort ist der Tisch des Herrn und nirgendwo sonst?“

Frage 1b

Inwieweit ist die Gegenwart des Herrn nach Matthaus 18 in der Mitte eines Zusammenkommens von Gläubigen von der Anerkennung anderer Geschwister bzw. Versammlungen abhängig?

Frage 2

Apostelgeschichte 2,46: „… und zu Hause das Brot brachen.“ Fand das Brechen des Brotes hier im Hause eines Gläubigen statt und nicht in einem eigens dafür eingerichteten Versammlungsraum? Könnte man sich auch heute noch in den Wohnungen einzelner Gläubiger zum Brechen des Brotes versammeln?

Frage 3

Goldene und silberne Gefäße sind Christen. Besteht ein Unterschied zwischen ihnen? Sind goldene Gefäße besser?

Frage 4

Wir haben gesehen, dass die Gläubigen von dem Fleischmarkt kaufen durften, ohne sich Sorgen zu machen, aber nicht am Altar an den Götzenmahlzeiten teilnehmen durften. Was ist die Bedeutung für uns?

Frage 5

Ich habe kürzlich, mit Berufung auf 2. Korinther 2,6 (Fußnote) gehört, dass für den Ausschluss aus der Gemeinschaft der Heiligen nur eine Mehrheit, nicht aber alle Gläubigen der örtlichen Gemeinschaft nötig sind. Ist diese Auffassung richtig oder nicht?

Frage 6

Wie sieht praktisch der Maßstab aus, Ungerechtigkeit zu erkennen? Wie darf hierzu die Stelle aus dem Thessalonicherbrief eingeordnet werden (Abwenden von denen, die unordentlich wandeln; 2. Thessalonicher 3,6)?

Frage 7

Noch ganz kurz eine Frage: Es gibt ja viele Kreise, die ineinander keine Abhängigkeit zeigen und deren Mitglieder sich auch nicht um andere kümmern. Wie soll man sich verhalten, wenn zwei Straßen weiter von einer Versammlung eine Baptistengemeinde ist, aber es gibt keinen Kontakt?

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