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Ist Abtreibung Mord? - W. Mücher
      
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Kurzbiographie
W.Mücher

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Ist Abtreibung Mord?
W. Mücher
© W. Mücher    Zugriffe: 33352    seit: 01.01.2001  
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Ist dir diese Frage schon einmal gestellt worden, ob Abtreibung Mord ist? Andere Fragen in diesem Zusammenhang sind: Ab wann beginnt eigentlich das Leben eines Menschen? Mit der Geburt? Oder ab einem bestimmten Monat nach der Zeugung? Wenn ja, ab welchem Monat? Oder müssen wir schon ab dem Augenblick der Zeugung von einem Menschen sprechen?

Im Augenblick der Zeugung eines Menschen — wenn sich der männliche Same mit der weiblichen Eizelle verbindet — befindet sich eine Unmenge von Informationen auf denkbar kleinstem Raum, der viel kleiner ist als der Kopf einer Stecknadel. Jemand hat einmal geschrieben, dass die Menge dieser geballten Informationen verglichen werden kann mit dem Inhalt von 500 Büchern à 1000 Seiten, die sehr eng beschrieben sind. Woran hat wohl der Psalmdichter König David gedacht, als er niederschrieb: „Meinen Keim sahen deine Augen, und in dein Buch waren sie alle eingeschrieben“ (Ps 139,16)? Das Buch steht hier für „Informationsträger“.

Sämtliche Informationen, die zur Bildung eines Menschen nötig sind, sind im Augenblick der Zeugung vorhanden, ob es nun um die Informationen für den Körperbau geht, für die Haarfarbe, für das Geschlecht; alle Erbanlagen sind vorhanden, leider auch die Erbanlagen, die zu späteren Krankheiten führen können. Wir können nur staunen, wenn wir hier einen kleinen Einblick in Gottes Werkstatt und somit Seine Weisheit und Allmacht als Schöpfer tun dürfen.

Weißt du, dass zwanzig Tage nach der Zeugung das Herz dieses „kleinen Menschen“ bereits einen halben Millimeter groß ist und zu schlagen beginnt? Es ist dann bereits ein eigener abgeschlossener Blutkreislauf vorhanden. In dieser Zeit formen sich übrigens auch schon die Wirbelsäule und das Nervensystem. Außerdem bilden sich bereits die Nieren, die Leber und der Verdauungstrakt. Am 26. Tag entstehen die Ärmchen wie Knospen; erste Bewegungen finden statt. Am 28. Tag beginnen sich die Beinchen zu bilden. Am 30. Tag bildet sich das Gehirn (man hat bereits am 40. Tag Gehirnströme gemessen). Mit dem 30. Tag bilden sich Gesichtszüge aus; Ohren, Nase und Lippen werden erkennbar. Ab dem 40. Tag beginnen Muskelpakete mit dem Nervensystem zusammenzuarbeiten. Am 50. Tag sind die Zahnkeime aller zwanzig Milchzähne vorhanden. Die Fingerabdrücke, einmalig in ihrer Art, sind ausgebildet. Außerdem ist das Geschmacks- und Geruchssystem angelegt. Nun befinden sich ebenfalls die Blutgefäße an Ort und Stelle. Nach 60 Tagen ist der Mensch mit all seinen Gliedern, Organen usw. gut geformt. Was sich in den nun folgenden Monaten lediglich noch verändert, ist die Größe des Menschen. Er wächst heran.

Wenn man darüber nachdenkt, kann man ahnen, was David empfunden haben muss, als er niederschrieb: „Denn du besaßest {o. bildetest} meine Nieren; du wobest mich in meiner Mutter Leibe. Ich preise dich darüber, dass ich auf eine erstaunliche, ausgezeichnete Weise gemacht bin. Wunderbar sind deine Werke, und meine Seele weiß es sehr wohl. Nicht verhohlen war mein Gebein vor dir, als ich gemacht ward im Verborgenen, gewirkt wie ein Stickwerk in den untersten Örtern der Erde …; während vieler Tage wurden sie gebildet, als nicht eines von ihnen war“ (Ps 139,13–16).

Auch uns geziemt es, still zu stehen vor einem solch großen Schöpfer, der uns ins Leben gerufen hat. Der gläubige Mensch sollte Augenblicke kennen, wo er Gott von Herzen dankt, dass Er ihm das natürliche Leben gegeben hat. Damit haben wir überhaupt noch nicht nachgedacht über die Geheimnisse der menschlichen Seele und des menschlichen Geistes. Der Mensch ist die Krone der sichtbaren Schöpfung Gottes.

Dennoch haben viele Menschen keine Achtung vor dem ungeborenen Leben. Sie werfen es achtlos weg. Es gibt Schätzungen, wonach in der Bundesrepublik Deutschland jährlich 500.000 Abtreibungen durchgeführt werden, weltweit sollen es sogar 50 Millionen sein, etwa so viele, wie Menschen im 2. Weltkrieg umgekommen sind. Das ist eine erschreckende Bilanz.

Gott hat mit der Zeugungsfähigkeit dem Menschen eine großartige Gabe geschenkt. Er hat den Menschen bei der Erschaffung gesegnet und ihm den Auftrag gegeben, sich zu vermehren (1Mo 1,28). Die gesamte Bibel ist allerdings ein beredtes Zeugnis dafür, dass dieser Auftrag nur innerhalb der von Gott vorgezeichneten Grenzen geschehen darf. Eine Missachtung kann nicht ohne Folgen bleiben. Wenn Ehe und Familie in einem Volk nicht mehr geachtet werden, ist die unausweichliche Folge die Aushöhlung und der Untergang der Gesellschaft. Gott wird die Menschen einmal für ihr Tun zur Verantwortung ziehen. Viele tragen jetzt schon an den Folgen ihres falschen Handelns.

Wenn wir darüber nachdenken, dass jedes Jahr so viele ungeborene Menschen abgetrieben werden, dann fragen wir uns, wie lange Gott dem gewissenlosen Treiben der Menschen wohl noch zusieht. Dabei schmerzt es, in welche Not alle die Menschen kommen, die nicht nach Gott fragen und daher unter den üblen Folgen der Sünde zu leiden haben, oft schon in dieser Zeit, doch erst recht in der Ewigkeit. Andererseits tröstet der Gedanke, dass alle Abgetriebenen für Gott nicht verloren sind. Wir können es uns — bei aller Vorsicht, mit der wir diesen Gedanken äußern — nicht anders vorstellen, als dass das nichtgeborene Leben für Gott erhalten bleibt.

Damit kommen wir zu der Frage zurück, ob Abtreibung Mord ist. Ohne Wenn und Aber müssen wir diese Frage ganz deutlich bejahen. Sicher ist dieses harte Urteil für manchen unangenehm, zumal in den Medien ständig das Gegenteil behauptet wird. Aber auch eine tausendfach vorgetragene Lüge wird durch die Menge der Wiederholungen nicht zur Wahrheit. Wir wollen es in dieser Sache ähnlich wie Johannes der Täufer tun. Im Blick auf das unmoralische Verhalten des Königs Herodes, bringt er die Sache auf den Punkt: „Es ist dir nicht erlaubt, sie zu haben“ (Mt 14,4). Keine große Polemik, keine Rundbriefe — aber das, was gesagt werden musste, wurde gesagt. „Es ist dir nicht erlaubt, sie zu haben“ — diese wenigen Worte haben den König schließlich so gewurmt und gestachelt, dass er den lästigen Mahner umbrachte. Wir brauchen sicher keine Demonstrationen gegen Abtreibung zu organisieren. Kommt aber das Thema in unserer Gegenwart auf den Tisch, dann wollen auch wir immer und immer wieder die ganze Wahrheit sagen: „Abtreibung ist Mord.“

Wollen wir denn hier den großen Zeigefinger auf Menschen richten, die abgetrieben haben? Nein, überhaupt nicht. Sondern wir wollen, wenn es irgend geht, helfen.

  1. Es ist bekannt, dass Frauen, die abgetrieben haben, noch Jahre danach an Schuldgefühlen litten und sich Vorwürfe machten. Lasst uns diesen Frauen (bzw. den Männern, die oft einen großen Teil der Schuld tragen) den Weg zeigen, wie diese Schuld wirklich ausgeräumt werden kann — den Weg zum Kreuz.
  2. Vielleicht führt uns der Herr Jesus auch mit Menschen zusammen, die vor der Entscheidung stehen abzutreiben. Dann lasst uns sie eindringlich davor warnen. Auf jeden Fall sollten wir versuchen, ihnen das Einzigartige eines kleinen Menschen vorzustellen.
  3. Schließlich ist auch die Möglichkeit, das Kind auszutragen und zur Adoption freizugeben, eine echte Alternative zur Kindestötung im Mutterleib, wenn man meint, das Kind aus sozialen Gründen nicht großziehen zu können.

Die ganze Problematik zeigt nur zu deutlich, wohin der moderne und aufgeklärte Mensch des 20. Jahrhunderts gekommen ist. Durch die ständige Lüge, die wir täglich hören — „Mein Bauch gehört mir“ —, wollen wir uns unser Urteil nicht verbiegen lassen, sondern es immer wieder an der Schrift selbst schärfen.

Klaus Güntzschel / Werner Mücher


Artikel erschien in der Monatszeitschrift Folge mir nach, 1997/8, S. 4-6

 

Letzte Aktualisierung am 3.3.2013
 

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