Europa, das Tier und die Entrückung
Was kommt auf uns zu?

Werner Mücher

© W. Mücher, online seit: 26.01.2017, aktualisiert: 10.12.2018

Leitverse: Offenbarung 12,18–13,1

Off 12,18‒13,1: Und ich stand auf dem Sand des Meeres. Und ich sah aus dem Meer ein Tier heraufsteigen, das zehn Hörner und sieben Köpfe hatte, und auf seinen Hörnern zehn Diademe, und auf seinen Köpfen Namen der Lästerung.

In diesen Tagen hört man öfter Fragen wie: „Was wird eigentlich aus Europa? Wird Europa auseinanderbrechen?“ Diese und ähnliche Fragen bewegen die Menschen um uns herum, aber auch viele Christen, die damit vertraut sind, dass die Bildung der Europäischen Union in den Prophezeiungen der Bibel vorhergesagt wird. Mit der weiteren Entwicklung Europas wollen wir uns jetzt kurz anhand der Bibel beschäftigen.

Satan aus dem Himmel geworfen

Bevor Johannes ein Tier aus dem Meer hervorkommen sah, hatte er gerade in Offenbarung 12 gesehen, wie ein Kampf im Himmel stattfand zwischen dem Erzengel und vielen Engeln mit Satan und seinen Dämonen. Satan hatte den Kampf verloren und wurde auf die Erde hinabgeworfen: „Und der Drache kämpfte und seine Engel; und er gewann nicht die Oberhand, auch wurde ihre Stätte nicht mehr in dem Himmel gefunden. Und es wurde geworfen der große Drache, die alte Schlange, welcher Teufel und Satan genannt wird, der den ganzen Erdkreis verführt, geworfen wurde er auf die Erde, und seine Engel wurden mit ihm hinabgeworfen“ (Off 12,8.9). Wenn das geschieht, wird auf der Erde das totale Chaos entstehen. Der Drache wird insbesondere die Gottesfürchtigen aus Israel und allen Völkern brutal verfolgen. Das sind die Menschen, die sich nach der Entrückung in der Zeit der Gerichte bekehren werden (vgl. Off 7).

Das Tier aus dem Meer

Danach steht Johannes auf dem Sand des Meeres und sieht, wie aus dem Meer ein Tier heraufsteigt. Wenn man Offenbarung 13 studiert, wird deutlich, dass das Tier ein Bild des wiedererstehenden Römischen Reiches ist oder kurz gesagt: des vereinigten Europas. Um es noch genauer auszudrücken: Das Tier ist ein Bild des Herrschers Europas in der Zukunft.

Eine Menge Fragen

Wir haben seit vielen Jahrzehnten miterlebt, wie sich Europa herauskristallisiert hat. Die Einigung schien viele positive Etappen zu durchlaufen, doch seit einiger Zeit knirscht es gewaltig in diesem Einigungsprozess. England ist inzwischen aus der EU ausgetreten. Manche Fragen – wie zum Beispiel die Frage im Blick auf den gewaltigen Zustrom von Flüchtlingen – werden von den europäischen Staaten unterschiedlich beantwortet. In vielen Punkten tritt man völlig auf der Stelle. Populistische Parteien befinden sich im Aufwind. Einige Staaten sind völlig überschuldet und werden künstlich am Leben erhalten. Vor unseren Augen vollzieht sich in den USA eine Wandlung, die auch Konsequenzen für Europa haben wird. Die Zusammenarbeit zwischen den USA und Europa könnte sich grundlegend ändern.

Wie geht es weiter mit Europa?

Ja, wie geht es wohl weiter mit Europa? Hat das „Konzept Europa“ ausgedient? Wird Europa völlig zerfallen? Bleiben Europas Grenzen für Flüchtlinge offen oder werden sie abgeriegelt? Wo sind die „christlichen Werte“ in Europa geblieben? Wo ist die Gottesfurcht, die Europa zum sogenannten christlichen Abendland gemacht hat? Wie lange geht es wirtschaftlich noch einigermaßen gut, insbesondere in Deutschland? Fragen über Fragen, und es ist schwer, auf viele dieser Fragen eine Antwort zu geben.

Da ist es gut, die Bibel zur Hand zu nehmen und genau zu studieren, was das Wort Gottes über das Tier sagt, das aus dem Meer heraufsteigt. Das Tier ist nicht etwa ‒ wie viele fälschlicherweise meinen ‒ der Antichrist. Der Antichrist wird der religiöse Führer in Israel sein. Nein, das Tier ist der Herrscher Europas, allerdings ein enger Verbündeter des Antichrists.

Europa entsteht aus dem Chaos heraus

Nun sehen wir, wie Johannes am Ende von der Offenbarung 12 am Meer steht und sieht, wie aus dem Meer das Tier heraufsteigt, das ist ein Bild des Herrschers Europas. Das Meer ist in der Bibel ein Bild von unruhigen Völkermassen, die wegen ihrer Gottlosigkeit nicht zur Ruhe kommen (Jes 57,20; Jer 49,23). Europa wird durch Revolutionen und viele Katastrophen erschüttert werden. Und plötzlich erscheint das Tier aus dem Meer auf der Bildfläche. Hin und wieder hört man jetzt schon Rufe nach einem starken Mann in Europa. Solch ein starker Mann wird kommen.

Wann wird das geschehen?

Offenbarung 13 hilft uns, dieses Ereignis zeitlich richtig einzuordnen. Das Tier bekommt bei seinem Erscheinen von Satan seine Macht, seinen Thron und große Gewalt (Off 13,2). Es bekommt Gewalt, 42 Monate zu wirken. Das sind die letzten dreieinhalb Jahre der siebenjährigen Gerichtszeit, die in Daniel 9 die letzte Jahrwoche von insgesamt 70 Jahrwochen genannt wird. Diese 70. Jahrwoche wird mit der Entrückung ihren Anfang nehmen. In den ersten dreieinhalb Jahren dieser insgesamt sieben Jahre werden die Gerichte die Erde treffen, die in Matthäus 24,4-14 und in Offenbarung 6 beschrieben sind. Und danach, also in der Mitte der 70. Jahrwoche, wird Satan auf die Erde geworfen werden und diesen Menschen inspirieren, der in Offenbarung 13 als das Tier in Erscheinung tritt. 

Er wird Europa zu einem Ort schrecklicher Verfolgungen aller Gottesfürchtigen machen, die nach der Entrückung zum Glauben gekommen sein werden.[1] Außerdem wird das Tier zusammen mit dem Antichrist die eigene Anbetung und die Anbetung Satans einführen. Europa wird zu einer Brutstätte des Götzendienstes werden, wie es ihn noch nie in der Geschichte der Menschheit gegeben hat. 

Welche sollten wir dann sein?

Wir erleben heute, wie Europa destabilisiert wird. Aus einem desolaten Zustand wird das Tier in Erscheinung treten. Bis dahin wird Europa nicht zur Ruhe kommen.

Erkennen wir, wie nahe die Zeit sein muss, dass der Herr Jesus zur Entrückung seiner Gemeinde wiederkommen wird, die aus Menschen besteht, die von neuem geboren sind? Sind wir bereit, den Herrn Jesus jeden Tag zur Entrückung zu empfangen? Erwarten wir Ihn wirklich? Lasst uns in den Ruf einstimmen: „Und der Geist und die Braut sagen: Komm! Und wer es hört, spreche: Komm!“ Und sagen wir es auch den Menschen um uns her, dass sie bei Ihm Rettung finden können? „Und wen dürstet, der komme; wer will, nehme das Wasser des Lebens umsonst“ (Off 22,17). Wir haben nicht mehr viel Zeit, die Botschaft weiterzugeben.

Das Tier wird in Erscheinung treten, doch der Herr Jesus, der Herr der Herren, wird mindestens dreieinhalb Jahre vorher erscheinen, um seine Gemeinde, die Er sich so teuer erkauft hat, zu sich zu entrücken ‒ „und so werden wir allezeit bei dem Herrn sein“ (siehe 1Thes 4,13-18). Die echten Gläubigen erwartet ein unbeschreibliches Glück. Und Europa erwartet die größte Katastrophe aller Zeiten. Die Vernichtung Europas kann man in Daniel 2,34.35 und 2,44.45 studieren.

Ein Königreich, das nicht zerstört werden wird

Danach wird Gott ein weltweites Friedensreich errichten, das tausend Jahre bestehen wird. Siehe dazu Offenbarung 20,5.6 und Jesaja 65,17-25 neben vielen anderen Stellen in der Bibel. 

 

Anmerkungen

[1] Menschen, die in der jetzigen Zeit der Gnade die Errettung durch den Herrn Jesus bewusst ablehnen, die „die Liebe zur Wahrheit nicht annehmen“, können sich nach der Entrückung nicht mehr bekehren (vgl. 2Thes 2).


Quelle: www.biblische-lehre-wm.de

Weitere Artikel zum Stichwort Endzeit (1)


Hinweis der Redaktion:

Die SoundWords-Redaktion ist für die Veröffentlichung des obenstehenden Artikels verantwortlich. Sie ist dadurch nicht notwendigerweise mit allen geäußerten Gedanken des Autors einverstanden (ausgenommen natürlich Artikel der Redaktion) noch möchte sie auf alle Gedanken und Praktiken verweisen, die der Autor an anderer Stelle vertritt. „Prüfet aber alles, das Gute haltet fest“ (1Thes 5,21). – Siehe auch „In eigener Sache ...