Das Johannesevangelium (17)
Johannes 17

William Kelly

© SoundWords, online seit: 03.05.2001, aktualisiert: 22.02.2018

Leitverse: Johannes 17

Als Nächstes folgt ein Kapitel, das man vielleicht richtig dadurch charakterisieren kann, dass es in allen Schriften nichts gibt, was diesem an Tiefe und Reichweite gleichkommt. Heiligkeit, Ergebenheit, Wahrheit, Liebe und Herrlichkeit herrschen durch und durch. Wer kann sich darüber wundern, dass es in dieser Hinsicht einzigartig ist, da es doch der Sohn ist, der sein Herz dem Vater öffnet, als Er gerade im Begriff ist, zu sterben und die Seinen zu verlassen, um in den Himmel zurückzukehren? Doch so sehr interessierend und bedeutsam der Fall auch war, so ist es doch ein so wunderbares Vorrecht für uns, zu hören, wie der Sohn sich so an Ihn wendet. Aber all dies mag unsere Herzen wohl mit einem Gefühl von unserer äußersten Unzulänglichkeit erfüllen, von solchen Mitteilungen in würdiger Weise zu reden. Jedoch so wie der Heiland all dies vor den Ohren der Jünger aussprach, so hat es dem Heiligen Geist gefallen, seine Worte mit göttlicher Genauigkeit zu wiederholen. Sie sind deshalb für uns jetzt da, so wie sie damals für seine begnadeten Nachfolger da waren. Durch diese Gnade ermutigt, sollten wir auf das wirkliche und lebendige Interesse des Herrn an uns rechnen und auf seine Treue, der Er noch bei uns bleibt, um Ihn dadurch zu verherrlichen, dass Er seine Worte aufgreift und sie uns zeigt.

Verse 1-5

Joh 17,1-5: Dieses redete Jesus und hob seine Augen auf gen Himmel und sprach; Vater, die Stunde ist gekommen; verherrliche deinen Sohn, auf dass dein Sohn dich verherrliche … Gleichwie du ihm Gewalt gegeben hast über alles Fleisch, auf dass er allen, die du ihm gegeben, ewiges Leben gebe. Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast. Jesus Christum, erkennen. Ich habe dich verherrlicht auf der Erde; das Werk habe ich vollbracht, welches du mir gegeben hast, dass ich es tun sollte. Und nun verherrliche du, Vater, mich bei dir selbst mit der Herrlichkeit. die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.

Der Herr hatte seine abschließenden Anweisungen an die Jünger vollendet, die jetzt von Ihm und für Ihn zeugen sollten; und das umso mehr, als Er jetzt gerade im Begriff war, sie zu verlassen, wo sein eigenes persönliches Zeugnis schon abgeschlossen war. Er hatte nicht allein mit Vollmacht zu ihnen geredet, sondern Er hatte auch den Heiligen Geist vom Himmel verheißen für seine Abwesenheit, damit es Vollmacht und Wahrheit geben könnte. Deshalb erhob der Heiland jetzt seine Augen zum Himmel und redete seinen Vater an. Er, der sogar als Sohn des Menschen im Himmel als eine göttliche Person ist, war im Begriff, dorthin zu gehen in körperlicher Gegenwärtigkeit, wenn das Werk der Erlösung vollbracht war. Aus der Kraft dieses in seinem Tod vollbrachten Werkes, das in der Auferstehung sein Siegel erhielt, wollte Er seinen Platz dort einnehmen als das Zeugnis für die unendliche Annahme dieses Werkes. Sein eigener Dienst auf Erden, nicht bloß für die Menschen, sondern auch für die Jünger, war voll ausgeübt worden. Er wendet sich wie immer an den Vater, aber jetzt vor den Ohren der Seinen, da Er wirklich sein Herz öffnen wollte, und zwar nicht nur über sich selbst und sein Werk, sondern noch mehr über sie, der Er immer der Gesandte und Knecht in göttlicher Liebe war, wenn auch Herr über alles. Er schaute gen Himmel, als Er segnete und die fünf Brote brach, um fünftausend Menschen zu speisen. Er schaute gen Himmel und seufzte, als Er den Taubstummen zum Hören und Reden verhalf. Er erhob seine Augen gen Himmel, als Er am Grab des Lazarus sagte: „Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast.“ Und Er erhob sie wiederum gen Himmel, als Er sagte: „Vater, die Stunde ist gekommen; verherrliche deinen Sohn, auf dass dein Sohn dich verherrliche.“ Er ist immer eine göttliche Person, Er ist der Sohn, aber im Fleisch. Er ist hier nicht wie in den anderen Evangelien der verworfene und todgeweihte Dulder, sondern der vollkommene Ausführende von Gottes himmlischen und ewigen Ratschlüssen und die Offenbarung als Sohn des Vaters.

Deshalb, so notwendig und außerordentlich wichtig auch das Eingreifen durch seinen Tod war, ohne den alles andere zur Ehre Gottes in Gegenwart von Sünde und Verderben vergeblich gewesen wäre, so spricht Er doch nirgendwo hier davon, und Er bittet nicht um Auferstehung, sondern um Verherrlichung. Weiterhin ist der Name des Vaters, der so in diesem Evangelium herausragt und besonders in diesen abschließenden Reden an die Jünger zum Ausdruck kommt, offensichtlich und noch mehr als in diesem Kapitel. Er ist in der Tat das Merkmal des Christen; sogar in der einfachsten Form seines Segens wird von unserem Apostel gesagt, dass der Jüngste, das Kindlein, den Vater erkannt hat (1Joh 2,13): ein wunderbares Vorrecht, das nur möglich ist durch den Sohn Gottes, der gekommen ist und die Erlösung erwirkt hat, und das man nur genießen kann durch den Heiligen Geist, der gegeben ist, den Geist der Sohnschaft. Aber so wie am Anfang der Eifer um das Haus seines Vaters Ihn verzehrte, so richtet sich jetzt sein Herz darauf, seinen Vater in jenem Himmel zu verherrlichen, zu dem seine Augen sich emporhoben. „Vater, die Stunde ist gekommen, verherrliche deinen Sohn“; aber sogar da heißt es: „auf dass dein Sohn dich verherrliche“. Er ist Mensch geworden, und Er bittet den Vater, Ihn zu verherrlichen; Er ist Sohn, und wenn Er verherrlicht ist, geht es noch darum, den Vater zu verherrlichen. „Gleichwie du ihm Gewalt gegeben hast über alles Fleisch, auf dass er allen, die du ihm gegeben, ewiges Leben gebe.“ Wenn Er auch Gott ist, so übt Er keine Gewalt aus seinem eigenen Recht heraus aus; Er steht treu auf dem Platz, auf den zu treten es Ihm gefallen hatte. Und als Mensch empfängt Er Gewalt von dem Vater, aber eine Gewalt, die weder in ihrer Umfassendheit des Bereichs noch in ihrer Besonderheit des Zieles verstanden werden könnte, wenn Er nicht Gott wäre. Denn die Gewalt, die gegeben wird, besteht über „alles Fleisch“; und das besondere Ziel jetzt im Hinblick auf was auch immer der Vater Ihm gegeben hatte, ist das, dass ihnen ewiges Leben geschenkt wird. So weitet sich das Recht unseres Herrn unbegrenzt aus, denn der Heide steht nicht weiter abseits von seinem Recht als der Jude; dagegen wird das ewige Leben keinem zuteil außer denen, die dem Sohn von dem Vater gegeben sind, so wie anderswo gesagt ist, dass das ewige Leben allein dem Gläubigen gehört.

Dies führt zu der Erklärung des „ewigen Lebens“, um das es geht, Leben für allezeit, Leben bis in Ewigkeit, ist der Segen, der auf den Bergen Zions von Jehova verordnet ist (Ps 133)? Und von den vielen Juden, die in dem Staub der Erde schlafen, werden einige zum ewigen Leben erwachen und andere zur Schande, zum ewigen Abscheu (Dan 12). Aber beide von diesen Schriftstellen betrachten jenen großen Wendepunkt für die Erde, das Reich, wenn es in offenbarer Macht und Herrlichkeit kommt. Der Herr spricht von Leben, wie es in Ihm selbst dem Glauben jetzt geschenkt ist. „Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“ Wenn es von dem unterschieden werden soll, dessen man sich später in dem offenbarten Reich erfreuen wird, so ist es seinem Charakter nach verbunden mit der Erkenntnis nicht des Allerhöchsten, der Himmel und Erde besitzt und der als wahrer Melchisedek ein Priester auf seinem Thron ist, sondern mit der Erkenntnis des Vaters und seines Gesandten, des allein wahren Gottes, der jetzt voll in dem Sohn, dem einen Mittler zwischen Gott und den Menschen, offenbart ist. Wenn es dem Vergangenen gegenübergestellt werden soll, so gibt hier nicht mehr der Schöpfungsgott den Vätern Verheißungen, die in seinem Schirm saßen und unter dem Schatten des Allmächtigen blieben; auch handelt es sich nicht um die Söhne Israels in Verbindung mit dem Namen Jehovas als des moralischen Herrschers jenes auserwählten Volkes. Sondern die Kinder Gottes besitzen jetzt die Offenbarung des Vaters und die Jesu Christi, den Er gesandt hat; und diese Erkenntnis wird nicht mit Verheißungen oder Herrschaft gleichgesetzt, sondern mit „ewigem Leben“ als etwas Gegenwärtiges in Christus, das Teil jedes Gläubigen. Es ist unmöglich, dass Gott einen tieferen Segen geben könnte oder dass der Mensch einen solchen aufnehmen könnte. Denn es ist genau das, was den Herrn selbst kennzeichnete, der das ewige Leben ist, das bei dem Vater war und das uns offenbart worden ist. Nur von Christus konnte gesagt werden, dass Er jenes Leben sei; wir als Gläubige sind es nicht, sondern wir haben es in Ihm; und es kann nur durch den Glauben allein empfangen werden, und ebenso wird es im Glauben ausgeübt, bewahrt und gekräftigt.

Weiterhin soll herausgestellt werden, dass, so wie das ewige Leben mit der Erkenntnis des Vaters, des allein wahren Gottes, verbunden ist, im Gegensatz zu den mannigfachen und falschen Göttern der Heiden, es nur dort so sein kann, wo Christus erkannt wird, den der Vater gesandt hat, im Gegensatz zu seiner Verwerfung durch die Juden zu deren noch größerer Schuld und noch größerem Verderben. Weder der Sohn noch der Heilige Geist sind von der Gottheit ausgeschlossen, die anderswo gepriesen wird oder die der des Vaters gleichkommen soll. Der Gegenstand, um den es hier geht, soll sie aufseiten des Vaters beweisen und soll den Platz festlegen, der hier unten von dem eingenommen wurde, der es nicht für einen Raub erachtete, Gott gleich zu sein, sondern sich selbst zu nichts machte und Knechtsgestalt annahm. Er war hier unten, um zu gehorchen, um den Willen des Vaters zu tun, der Ihn gesandt hatte. Aber dass Er solch einen Platz in demütiger Liebe auf sich nahm, ist der stärkste, wenn auch indirekte Beweis seiner ureigenen ewigen Gottheit; denn selbst der Erzengel ist ein Diener und kann sich niemals aus der Stellung oder Beziehung als Diener erheben. Dagegen gefiel es dem Sohn, diese Stellung einzunehmen, um den vollen Segen der Erlösung zur Ehre Gottes des Vaters zu erfüllen. So war das Leben in Ihm, und Er war ewiges Leben vor allen Zeiten; aber hier wird Er als der betrachtet, der herabkam, um es in eine von Gott gelöste Szene hineinzubringen und einer Schöpfung zu geben, die sonst den Tod in seinem schrecklichsten Gewand als Gericht, wie jetzt als Folge der Schuld, kennenlernen müsste.

Als Nächstes spricht der Herr von seinem Werk: Wir haben schon gesehen, wie Er von seiner Person geredet hat; aber jetzt geht es in eindringlicher Weise um das, was Er hier unten getan hat. „Ich habe dich verherrlicht auf der Erde; das Werk habe ich vollbracht, welches du mir gegeben hast, dass ich es tun sollte. Und nun verherrliche du, Vater, mich bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.“ Es geht hier mehr um die verstärkte Gemeinschaft als in Johannes 13,31.32, wo es darum geht, Gott zu verherrlichen, vor dem die Sünde in schonungsloses Gericht kommt. Hier geht es darum, seinen Vater zu verherrlichen, und so wird das nicht besonders betrachtet, was am Ende geschieht, wo alles, was Gott ist und fühlt, sich gegen das Böse stellte, das auf das Haupt des Sohnes des Menschen zur Sühnung gelegt wurde. Hier wird der ganze Pfad Christi auf Erden, indem Er sich selbst aufopferte, um zu gehorchen und dem Wohlgefallen seines Vaters gemäß zu leben, zusammengefasst. Deshalb war es umso nötiger, die Vollendung davon anzudeuten: „Ich habe das Werk vollbracht, welches du mir gegeben hast.“ Er spricht nicht mehr als der treue Knecht als der bewusste Sohn Gottes, der sieht, wie alles zur Ehre des Vaters vollbracht ist, der Ihm das Werk gegeben hatte, dass Er es tun sollte, der Er allein das konnte. Und aufgrund dessen bittet Er den Vater, Ihn zu verherrlichen, nicht wegen seiner persönlichen Herrlichkeit und Gemeinschaft nur, sondern kraft des zu seiner Ehre hier unten vollbrachten Werkes, um uns damit einen gültigen und sicheren Anspruch zu erwerben, mit Ihm in derselben himmlischen Segenssphäre zu sein.

Es ist nicht so, dass Er jemals aufhörte und aufhören konnte, Gott zu sein, genauso wenig wie Er nach der Fleischwerdung jemals aufhören wird, ein Mensch zu sein. Aber da Er in göttlicher Liebe herabgekommen war, um ein Knecht und ein Mensch zu sein, um Gott den Vater zu verherrlichen und für alle Ratschlüsse göttlicher Gnade einen gerechten Kanal zu schaffen, bittet Er darum, von dem Vater verherrlicht zu werden bei Ihm selbst mit der Herrlichkeit, die Er bei Ihm hatte, ehe die Welt war. Dort war Er von Ewigkeit her als der Sohn gewesen; und Er bittet darum, dort als der Sohn zu sein, aber jetzt auch als der Mensch in Ewigkeit, als das fleischgewordene, aber auferstandene Wort. Seine Vollkommenheit als Mensch machte es möglich, um diese Verherrlichung zu bitten. Nicht einmal als der Auferstandene verherrlicht Er sich selbst. Er hatte sich erniedrigt und gedemütigt zur Ehre des Vaters; Er bittet den Vater, Ihn zu verherrlichen, wenn Er auch seine ewige und göttliche Kompetenz dafür andeutet, indem Er bittet, mit der Herrlichkeit verherrlicht zu werden, die Er bei dem Vater hatte, ehe die Welt war. Niemals gab es eine so gewichtige Bitte, und niemals gab es eine so feste Grundlage der Gerechtigkeit und so auserlesene und unendliche Gnade.

Der Herr erklärt dann, wie Seelen in solche Nähe der Gemeinschaft mit Ihm vor dem Vater gebracht wurden; so wie Er schon in seiner Person und seinem Werk die Grundlage gelegt hatte:

Verse 6-8

Joh 17,6-8: Ich habe deinen Namen geoffenbart den Menschen, die du mir aus der Welt gegeben hast. Dein waren sie, und mir hast du sie gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt. Jetzt haben sie erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist; denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und haben geglaubt, dass du mich gesandt hast.

So wird die Offenbarung des Namens des Vaters als Erstes dargelegt. Es war eine charakteristische und sehr einflussreiche Wahrheit, und der Sohn war als Einziger kompetent, wenn auch keiner natürlich diese Wahrheit erkennen konnte, außer durch den Geist, wie wir wissen und wie es uns anderswo gesagt wird. Aber so wie der Sohn den Namen seines Vaters kundtun konnte, so tat Er es in ungetrübter Liebe, damit die Jünger, die Menschen, die der Vater Ihm aus der Welt heraus gab, erkennen könnten, was Er ist, da der Sohn Ihn kannte; nicht – es braucht kaum gesagt zu werden – unendlich, so wie es dem Eingeborenen eigen war, sondern nach jener Art als Kinder Gottes, denen der Sohn das mitteilen wollte, was ganz und gar außerhalb und über dem Bereich des Menschen war und was ureigentlich von Gott war für die Familie Gottes.

Aber wenn der Herr auch zu den Juden als ihr verheißener Messias gekommen war, so wollten sie Ihn doch nicht haben, sondern sie verwarfen Ihn sogar bis zum Tod am Kreuz, was sie gerade vorhatten. Deshalb, wie auch immer die göttliche Vergeltung eines Tages sein wird, wenn Gott Blut rächt, und besonders sein Blut, das sie in ihrer Verblendung auf sich und ihre Kinder geladen haben, wurde es ganz und gar eine Frage souveräner und himmlischer Gnade, die in der Person des Sohnes kam und den Namen seines Vaters offenbarte, wie kein Heiliger es jemals genossen hatte und wie kein Prophet es so viel erfahren hatte, wie es geweissagt war, außer vielleicht in solch einer Art, dass er auf dieses höchst kostbare Vorrecht stieß und es bestätigte, wenn es kundgetan wurde. Aber selbst Hosea 1,10, ist verhältnismäßig vage. Hier ist alles so reichhaltig, wie es deutlich ist. Es war die positive Seite dessen, was der Herr mit den Seinen hier unten unternahm, und war der höchste Wesenszug davon: Nicht dass der Sünde und dem Elend in Gnade begegnet wird und auch nicht dass die besondere Größe als der Gerechte, der Knecht und der Mensch und der Sohn Gottes herausgestellt werden soll, sondern es soll offenbart werden, was sein Vater war und ist, denn Er kannte Ihn, und so sollten sie Ihn kennenlernen, die dem Sohn durch den Vater aus der Welt heraus gegeben waren. Denn die Welt ist jetzt bestimmt und gerichtet als dem Vater gegenüber fremd und gegnerisch. Wie segensvoll war es für die Jünger, zu hören, dass sie selbst so als die Seinen von dem Sohn dem Vater gegenüber auserwählt und bestimmt waren!

Und dies ist nicht alles. „Dein waren sie, und mir hast du sie gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt.“ Es scheint mir so, dass die irren, die die Beschreibung des Herrn von seinen Nachfolgern als früher zu Israel allein gehörend bezeichnen und für solche einräumen, die in allen Geboten und Verordnungen Jehovas untadelig wandeln. Dies waren seine Auserwählten aus dem erwählten Volk, seine Feinde jetzt, die aber doch eines Tages wieder zurechtgebracht werden sollten. Der Vater hatte einen Plan mit ihnen, und so gehörten sie zu dem, der sie dem Sohn gab, das Ziel seiner Liebe, der Er seine Ratschlüsse ausführte, so wie Er auch die Erlösung vollbrachte zu seiner eigenen Ehre. So wie die Menschen, die aus der Welt heraus gegeben sind, auf einer göttlichen Grundlage außerhalb der Bindungen jüdischer Art gesehen werden, so war das, was ihre Seele und ihre Wege formte, ganz anders; sie hatten, wie der Sohn sagt, das Wort seines Vaters gehalten, das durch Ihn selbst kundgetan worden war, als Er bei ihnen hier auf Erden war. Das haben wir allgemein gesprochen in den Evangelien. Alles bezieht sich auf den Vater: Der Sohn, als Mensch auf Erden, erhöht Ihn immer, und angesichts seines eigenen Fortgehens wollte Er sie Ihm teuer machen und ihnen die Gewissheit davon geben.

Dies wird in dem Folgenden noch näher ausgeführt: „Jetzt haben sie erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist.“ Sie waren in das Geheimnis eingedrungen, von dem die Welt nichts wusste: Der Vater war die Quelle alles dessen, was dem Sohn gegeben wurde. Einige wunderten sich über seine Werke und seine Worte; andere schrieben diese in ihrer Feindschaft auf gotteslästerliche Art dem zu, was über den Menschen hinausgeht und in den Bereich Satans fällt. Die Jünger hatten gelernt, dass sie alle von dem Vater waren, so wie der Sohn es wünschte. Es war nicht nur so, dass Er von dem Vater ausging und dass Er das Werk vollbrachte, das der Vater Ihm zu tun aufgetragen hatte als ihren Anspruch auf den Segen bei dem Sohn vor Ihm; sondern das Mittel davon, dass sie in den Genuss des Segens kommen sollten, war auch von dem Vater. „Denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und haben geglaubt, dass du mich gesandt hast.“ So gab der Herr an seine Jünger diese innigen Mitteilungen der Gnade weiter, die der Vater Ihm selbst gegeben hatte. Es geht nicht mehr um die Zehn Gebote, die von Moses gegeben waren, den Maßstab für die Verantwortlichkeit des Menschen, um sein Verderben herauszustellen, die er niemals anerkannte oder empfand.

Die Worte (rJhvmata), die der Vater dem Sohn gab, waren der Ausdruck göttlicher Gnade und Liebe entsprechend jener gesegneten Gemeinschaft, in der der Sohn stand, wenn Er auch Mensch war; und die Jünger, die einst bloße Menschen waren, aber die jetzt von Gott geboren waren, haben in Ihm ewiges Leben, und ihnen werden diese Worte durch den Sohn gegeben, auf dass sie die neue Gemeinschaft, die die Gnade ihnen geschenkt hatte, erkennen und sich ihrer erfreuen könnten. Auch war das nicht vergeblich, wenn sie auch schwerfällig waren, an alles zu glauben. Denn wenn Er ihnen die Worte gegeben hatte, die der Vater Ihm gab, so empfingen die Jünger die Wahrheit wirklich, wenn auch ohne Zweifel in unvollkommener Weise. Das Ergebnis war, dass sie wirklich erkannten, dass Christus, der Sohn, von dem Vater ausgegangen war und dass sie auch glaubten, dass der Vater Ihn gesandt hatte. Dies ist die ganze Absicht der Gnade hier, nicht das Abschätzen von Stufen, sondern dass aus der Wirklichkeit viel gemacht wird, wie Er allein es tun kann, dessen Liebe von Anfang bis Ende gibt, vertieft und festigt. Sogar bei ihnen genügt es seinem Herzen nicht, dass sie sicher erkennen, dass der Sohn von dem Vater ausgegangen ist, denn dieses würde nicht notwendigerweise mehr beweisen als seine eigene Liebe, indem dass Er so kam; sondern die Jünger glaubten an die weitere Wahrheit, dass der Vater Ihn gesandt hatte, den Beweis seiner eigenen Liebe zu ihnen. Wie reich und wie notwendig ist jedes Wort seiner Gnade!

Verse 9-11a

Joh 17,9-11a: Ich bitte für sie; nicht für die Welt bitte ich, sondern für die, welche du mir gegeben hast, denn sie sind dein, (und alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein und ich bin in ihnen verherrlicht. Und ich bin nicht mehr, in der Welt, und diese sind in der Welt, und ich komme zu dir.

Er bittet in Bezug auf die Jünger, Er bittet nicht für Israel oder die Nationen, auch nicht für das Land oder die Erde im Großen und Ganzen, sondern Er bittet für die, die der Vater Ihm gegeben hat. Es geht nicht darum, die Welt zur Herrschaft oder zum Segen jetzt anzupacken: Er ist mit den Miterben beschäftigt und noch nicht mit dem Erbteil. Später, wie Psalm 2 uns wissen lässt, wird Jehova sagen: „Fordere von mir, und ich will dir zum Erbteil geben die Nationen und zum Besitztum die Enden der Erde.“ Aber dann wird der Sohn auf seinem heiligen Berg Zion herrschen, anstatt auf Erden verworfen zu werden und in der Höhe aufgenommen zu sein. Dann wird Er, anstatt die duldende Familie Gottes zu stützen, die seine Schmach hier unten teilt und die auf die himmlische Herrlichkeit bei Ihm wartet, die Nationen mit einem eisernen Stab zerschmettern und sie wie ein Töpfergefäß zerschmeißen. Das wird nicht die Zwischenzeit des Evangeliums sein wie jetzt, sondern der Tag des Reiches in Macht und Herrlichkeit. Hier bittet der Herr für die Seinen als die kostbare Gabe des Vaters an Ihn, während Er von allem abgeschlossen ist und nichts von dem hat, was Ihm hier unten verheißen war. Und Er bittet umso mehr, weil sie des Vaters sind.

Aber es mag gut sein, zu sagen, dass dies für eine beiläufige Feststellung Gelegenheit bietet, die viel von dem Licht seiner persönlichen Herrlichkeit zum Ausdruck bringt: „Alles was mein ist, ist dein, und was dein ist, mein.“ Hätte man diese Wechselseitigkeit für den Sohn Davids, den Messias, aussprechen können? Ist es nicht so, dass sie offensichtlich und einzig allein aufgrund dessen, dass Er der Ewige Sohn ist, der eins mit dem Vater ist, Rechte und Anteile haben, die sowohl grenzenlos als auch allgemeingültig sind? Danach jedoch kehrt Er zu den Heiligen als denen zurück, in denen Er verherrlicht war als eine Tatsache, nicht als eine vergangene Tatsache, sondern eine bleibende, und Er bittet den Vater eindringlich, für sie zu sorgen, weil Er sieht, dass Er selbst nicht mehr bei ihnen in der Welt sein wird und dass sie selbst in der Welt umso mehr Gefahren ausgesetzt sind, da Er zu dein Vater zurückkehrt. Deshalb appelliert Er noch einmal an den Vater.

Verse 11b-13

Joh 17,11-13: Heiliger Vater! bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, auf dass sie eins seien, gleichwie wir. Als ich bei ihnen war, bewahrte ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast; und ich habe sie behütet, und keiner von ihnen ist verloren, als nur der Sohn des Verderbens, auf dass die Schrift erfüllt werde. Jetzt aber komme ich zu dir; und dieses rede ich in der Welt, auf dass sie meine Freude völlig in sich haben. 

Der Herr bittet seinen Vater als den heiligen Vater, die Jünger in seinem Namen zu bewahren, damit sie eins sein könnten, ebenso wie der Vater und der Sohn eins sind. Und dies wurde durch die Kraft des Heiligen Geistes in genau denselben Menschen bewirkt, die damals um Ihn herum standen. Niemals vorher oder nachher gab es so eine Einheit in menschlichen Wesen auf Erden. Doch sind die Evangelien der klarste Beweis dafür, dass sie weit davon entfernt waren, während unser Herr hier unten bei ihnen war. Es sollte die Frucht seiner Gnade durch die Erlösung sein, nachdem Er gen Himmel gefahren war und den Heiligen Geist herabgesandt hatte, um dies zu bewirken. Und es war wesentlich als eine praktische Grundlage für das Christentum. Denn die Lehre ist nicht genug ohne Wirklichkeit im Leben, und zwar am allermeisten in denen, die von Gott erweckt wurden, um die Grundlagen zu legen. Ihr Werk und ihre geschriebenen Worte standen alle während einer Generation in auffallendem Gegensatz zu denen des Alten Testamentes.

Zugegeben, dass die Menschen von gleichen Leidenschaften waren, wie wir selbst oder wie irgendwelche anderen Menschen; zugegeben, dass sie verschiedene und nicht geringe Schwachheiten sogar unter den Augen Ihres Meisters und unter seinem Dienst auf Erden zeigten; zugegeben, dass sie dann von Anfang bis Ende unbedeutende Vorurteile und Engstirnigkeit und nicht wenig Eifersucht untereinander verrieten, sogar in Gegenwart der tiefsten Liebe und Erniedrigung und der Worte und Wege, die ihre entgegengesetzten Streitereien (und die Selbstsucht, die dazu führte) so sehr demütigend und schmerzlich machten: All dies und noch mehr vergrößert nur den Segen, den Gott in diesen Menschen durch seinen Geist bewirkte als Antwort auf die Bitte des Herrn. Die Macht des Namens des Vaters, den der Herr hier unten so gut kannte, war in ihnen offenbar; und die Zwölf waren eins ebenso wie der Vater und der Sohn. Keiner hätte es gewagt, das so auszudrücken, außer Christus. Aber wenn Er es tat, so ist Er ja die Wahrheit. Und in der Tat, mit wem oder womit sonst könnte man ihre Einheit, so wie die Apostelgeschichte und die Briefe der Apostel sie bezeugen, vergleichen ? Nirgendwo sonst wurde sichtbar, dass man sich so über den Egoismus in den Vielen, den Maßstäben, den Gegenständen, im Leben und Dienst von Menschen auf Erden erheben kann; niemals sonst gab es solche gemeinsame Ergebenheit und Versenkung in den Willen Gottes, um den auferstandenen und verherrlichten Jesus zu erhöhen.

Während der Herr also die Seinen, die Er hier unten in jenem Namen bewahrte, dem Vater anvertraute, redet der Herr davon, dass Er sie behütet habe, mit Ausnahme dessen, der dem Verderben verfallen war. Eine schreckliche Lektion, dass sogar die ständige Gegenwart Jesu nichts gewinnen kann, wo der Geist nicht die Wahrheit in das Gewissen einpflanzt. Schwächt dieses die Schrift ab ? Im Gegenteil, die Schrift wurde dadurch erfüllt. Johannes 13 bezog sich auf Judas, dass keiner durch solch ein Ende seines Dienstes stolpern sollte. Hier ist es eher so, dass deshalb keiner an der Fürsorge des Herrn oder an der Schrift zweifeln sollte. Er war nicht einer von denen, die Christus durch den Vater gegeben waren, wenn Er auch berufen war, ein Apostel zu sein. Von denen, die Ihm so gegeben waren, hatte Er keinen verloren. Judas war eine offensichtliche, nicht eine wirkliche Ausnahme, denn er war nicht ein Kind Gottes, sondern ein Sohn des Verderbens. Das schreckliche Ende eines so herzlosen Laufes zu sehen, würde seinen Werken der Gnade nur noch mehr Kraft verleihen, der Er, wenn Er die Welt verließ, um zu dem Vater zu gehen, sie in seine eigene Verbindung vor dem Vater brachte. Judas mag vielleicht nie das Schlimmste gewollt haben, wie Satan es tat, der in ihn fuhr; aber auf jedem Fall wollte er seine Liebe zum Geld befriedigen, indem er darauf vertraute, dass der, der bis dahin seinen Feinden entwischt war, auch in der Lage sein werde, sich selbst aus der Schlinge zu ziehen. Aber er hatte seine eigenen Gedanken hinsichtlich des Todes seines Meisters, und zwar zu seinem eigenen ewigen Verderben; denn Jesus, der seine Liebe im Gehorsam zu seinem Vater ausübte, wollte die Seinen durch seinen Tod zu der Herrlichkeit droben führen und zu seinem eigenen Platz dort. Und Er brachte das hier zum Ausdruck, damit sie sogar jetzt seine Freude völlig in sich hätten. Denn jetzt, wo der Herr im Begriff war, zu seinem Vater zu gehen, redet Er diese Dinge in der Welt zu diesem Zweck. Der Vater würde den Wert seines Namens unter Beweis stellen, wenn der Sohn nicht hier in Person war, um über sie zu wachen; und gerade das Verderben des Judas sollte, richtig gelesen, die Schrift noch ernster und noch sicherer für unsere Seelen machen.

Von Johannes 17,11 an bittet der Herr im Hinblick auf die Jünger um etwas anderes. Er hatte für sie gebeten, dass sie in Gegenwart des Vaters in seiner Liebe stehen sollten; Er bittet jetzt, dass sie seinen Platz in Gegenwart der Welt haben möchten. So wie Er ihre Verbindung mit sich in dem einen Fall gesucht hatte, so wollte Er in dem anderen Fall nicht weniger eine Verbindung haben. Dort sollte seine Freude in ihnen völlig werden; hier soll das Zeugnis des Vaters in und durch sie erblühen. Das war sein eigener Platz auf Erden, wie im Himmel.

Verse 14-16

Joh 17,14-16: Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, gleichwie ich nicht von der Welt bin. Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt wegnehmest, sondern dass du sie bewahrest vor dem Bösen. Sie sind nicht von der Welt, gleichwie ich nicht von der Welt bin.

Hier sind es nicht, wie in Vers 8, „die Worte“, die von dem Vater dem Sohn gegeben sind und die der Sohn den Jüngern gegeben hatte, die Mitteilungen der Liebe, aus denen heraus sie wahrhaftig erkannten, dass Er von dem Vater ausgegangen war, und durch die sie zu ihrer Freude glaubten, dass der Vater Ihn gesandt hatte. Es ist hier, wie in Vers 6, des Vaters „Wort“, der Ausdruck seiner Absicht. Dies hatten sie, wie es schon gesagt worden ist, gehalten. Aber der Herr greift die Bemerkung darüber in Verbindung mit dem Zeugnis in der Welt auf, das für Ihn abgeschlossen war. Sie sollten in der Welt Zeugen für Ihn sein. Und Er hat ihnen das Wort des Vaters gegeben, und die Welt hat sie gehasst, nicht allein um des Wortes willen, so aufreizend dieses auch für die Welt ist, sondern weil sie, die Jünger, die es hatten, nicht von der Welt waren, ebenso wenig, wie ihr Meister es war. Das ist der wahre Maßstab des Nicht-weltlich-Seins, und es ist in den Augen der Welt unerträglich und nirgendwo so sehr wie in der religiösen Welt. Denn solchen Menschen, die weder Christus kennen noch sein Werk, scheint es anmaßend zu sein, wenn Menschen auf Erden wissen, dass sie ewiges Leben besitzen. Aber noch zusätzlich zu hören, dass sie nicht von der Welt sind, ist am allermeisten für die Welt unerträglich.

Doch nichts ist so demütig wie der Glaube, und der Glaube wirkt durch Liebe das genaue Gegenteil von dem Verachten anderer Menschen und von dem Vertrauen auf sich selbst in dem Gedanken daran, dass man gerecht ist. Christus bedeutet dem Gläubigen alles, so wie Er alles für den Vater ist; und ebenso wie Er nicht von der Welt ist, so sind auch sie nicht von der Welt. Dass sie nicht von der Welt sind, hängt von einer früheren Wahrheit ab, dass sie dem Vater gehören und dem Sohn gegeben sind, der den Namen des Vaters ihnen offenbart hat und sie in jenem Namen bewahrt hat; denn Er bat darum, dass der Vater sie bewahren solle, während Er von der Welt abwesend sein werde. Christus ist in Johannes von Anfang an der Welt unbekannt und ist verworfen; sie kennt weder den Vater noch den Sohn. So geht es auch den Kindern Gottes. „Deshalb kennt die Welt uns nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat.“ Die Kluft ist vollständig. „Die Welt hat sie gehasst“, so wie sie den Vater und den Sohn gehasst hat.

Niemals vorher hatte es solch eine Kluft gegeben. So war es nicht während Gottes Wirken an Israel zu alten Zeiten; auch nicht in ihrem Verderben während der folgenden Zeit der Heiden. Der Mensch stand noch in der Probe; und sogar während der Herr hier unten war, war der Charakter seines Dienstes der, dass Gott in Ihm die Welt mit sich selbst versöhnte. Aber die Welt wollte nichts von Ihm, und sie ist in ihrem Fürsten gerichtet. Und so wie der Mensch jetzt im Licht des Kreuzes als verloren verdammt wird, so ist der Heilige der Welt gekreuzigt und die Welt Ihm. Sie sind nicht von der Welt, so wie Christus nicht von der Welt ist. Es ist eine Tatsache, und nicht bloß eine Verpflichtung, wenn auch die sicherste Grundlage einer Verpflichtung. Sie sind nicht von der Welt und nicht bloß: Sie sollten nicht von ihr sein. Dagegen ist es eine betrübliche Ungereimtheit, dass sie von der Welt zu sein scheinen, wenn sie nicht von ihr sind. Es ist treulos unserer Gemeinschaft gegenüber, denn wir sind des Vaters, und wir sind dem verworfenen Sohn gegeben, der mit der Welt fertig geworden ist. Aber wenn gesagt wird, dass dies jetzt ewige und himmlische Gemeinschaft bringen soll, so soll das so sein; das ist genau das, was das Christentum im Prinzip und in der Praxis bedeutet. Es ist der Glaube, der Christus besitzt, der dem Gläubigen seinen eigenen Platz der Gemeinschaft und Annahme droben verleiht und auch seinen Platz des Zeugnisses als getrennt und verworfen von der Welt hier unten; er muss es in Worten und Taten, im Geist und im Reden erfüllen, während er auf den Herrn wartet.

Deshalb bedeutete es, wenn man sich zum Gesetz oder zum Fleisch zurückwandte, wie in Galatien, dass man von der Gnade abfiel. Und nicht weniger stark ist der Abfall des Christen, wenn er die Welt sucht, von der er nicht ist. Dass die Welt für Christus oder die Seinen edler wird, ist ebenso falsch, als dass das Fleisch sich bessern kann. Es ist das Licht, das Finsternis geworden ist, und wie groß ist jene Finsternis! Da mag sich vielleicht nicht der letztere Teil von Römer 1 widerspiegeln, aber die Welt entspricht dem Anfang von 2. Timotheus 3. Der natürliche Mensch weiß genug, um das voranzutreiben, was schamlos ist, und um alles mit einem religiösen Schleier zu bedecken. Die Welt beschäftigt sich im Wesentlichen mit den Dingen Gottes dem Bekenntnis nach, aber in Wirklichkeit mit den Dingen der Welt, wo gesunder Menschenverstand für ihren Gottesdienst und ihren Ritus genügt und wo der Geist Christi gar keinen Platz finden würde. Was für ein Triumph für den Feind! Das ist genau das, was wir in der Christenheit sehen; und nichts erregt so großes Ärgernis, wie wenn man sich weigert, so zu wandeln, so anzubeten und so zu dienen.

Es ist egal, wie laut ihr redet oder protestiert; wenn ihr euch mit der Welt zusammentut, wird sie euren Worten keine Beachtung schenken, und ihr seid Christus untreu. Auch ist es egal, wie viel Gnade und Geduld ihr zeigt; wenn ihr euch abseits haltet als solche, die nicht von der Welt sind, erregt ihr Feindschaft, Hass und Verachtung. Ein Jünger ist nicht über seinem Meister; aber jeder, der vollkommen gemacht ist, soll sein wie sein Meister. Es wird als die stärkste Verdammung der Welt betrachtet, wenn man so handelt, als sei man nicht von der Welt; und keine Wohltätigkeit oder Liebestätigkeit kann das schmackhaft machen. Auch möchte Gott nicht, dass diese es schmackhaft macht, denn Er will sie als Teil des Zeugnisses für seinen Sohn haben. Und so wie die Welt weder das Wort des Vaters aufnimmt noch versteht, so hasst sie die, die jenes Wort haben und danach handeln.

Ohne Zweifel gibt es einen Augenblick, wenn die Toten in Christus zuerst auferstehen werden; danach werden wir, die Lebenden, die übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft, wenn Er mit gebietendem Zuruf, mit der Stimme eines Erzengels und mit der Posaune Gottes herniederkommen wird vom Himmel; und so werden wir allezeit bei Ihm sein. Aber der Herr bat jetzt noch nicht darum, dass der Vater die Seinen so aus der Welt herausnehmen sollte, sondern dass Er sie bewahren sollte vor dem Bösen. Das tut Er durch seine Gnade mit Hilfe des Wortes, wie es jetzt sehen sollen. Nur wiederholt der Herr, bevor Er erklärt, wie der Vater die Heiligen bewahrt, in einer neuen Form, um dem Ganzen größere Betonung zu geben: „Sie sind nicht von der Welt, gleichwie ich nicht von der Welt bin.“ Auch gibt es nichts, was man leichter vergessen könnte, wenn das Auge nicht auf Christus droben gerichtet ist mit ständiger Wachsamkeit im Hinblick auf unsere Motive, unsere Wege und Ziele und das schonungslose Selbstgericht. Es war von größter Bedeutung, dass klar und sicher herausgestellt wurde, dass die Welt und Christus keine gemeinsame Grundlage haben und dass Christus selbst, dessen Gnade entsprechend und für dessen Herrlichkeit in Gemeinschaft mit dem Vater wir hier sind, das Beispiel für unser Nicht-von-der-Welt-Sein ist. Gibt es noch eine absolute Absonderung so wie diese? Oder eine Absonderung, die so von der engen Gemeinschaft mit dem Vater abhängig ist außer der seinen, der Er im höchsten Maß ihr Bild ist? Denn die Welt in dem Sinn, wie sie hier betrachtet wird, ist jenes große System, das der Mensch sich errichtet hat abseits von Gott in Unabhängigkeit und Selbstherrlichkeit, das nicht seine äußere Ehre ausschließen will, sondern jede echte Unterwerfung gegenüber seiner Gerechtigkeit, seinem Willen, seinem Wort oder seinen Herrlichkeit. Dies kam am vollsten zum Ausdruck in der Verwerfung seines Sohnes und dessen Kreuz, der Er daraufhin dem Ursprung, der Natur, dem Charakter und dem Ziel nach diejenigen als völlig anders offenbart, die der Vater als die Seinen in der Welt anerkennt und deren Gemeinschaft wirklich mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus ist. Sie sind nicht von der Welt, so wie Er nicht von der Welt ist. Sie sind Christi.

Jetzt kommt die völlig neue und übermenschliche bildende Kraft nicht nur Gottes, sondern des Vaters.

Verse 17-19

Joh 17,17-19: Heilige sie durch die Wahrheit: Dein Wort ist Wahrheit. Gleichwie du mich in die Welt gesandt hast, habe auch ich sie in die Welt gesandt; und ich heilige mich selbst für sie, auf dass auch sie Geheiligte seien durch Wahrheit.

Es ist unmöglich, die Bedeutung der Worte des Heilandes an seine Jünger zu überschätzen. Es ist für die Menschen leicht, sie zu missverstehen, wie die es tun, die das Wort zur Absonderung für den geistlichen Dienst herabsetzen und einschränken. Aber Er hatte ein persönlicheres und innigeres Bedürfnis auf dem Herzen, dass die Jünger selbst mit der Wahrheit ausgestattet und von ihr geformt und gebildet würden. Das Gesetz genügte jetzt nicht, noch nicht einmal im umfassendsten Sinn, einschließlich der Propheten und Psalmen. Denn Christus war gekommen, der Eingeborene, der Gott kundmachte, der sonst für jeden unsichtbar war. Er offenbarte den Vater, der eine neue, volle und doch bleibende Offenbarung geben wollte, wie wir sie nicht nur in Ihm haben, sondern auch in der Schrift als Ganzes. Die Heiligung oder das Absondern war deshalb ebenso neu wie vollständig. Der Sohn bat den Vater für Menschen, die keinesfalls Heiden, sondern aus dem heiligen Volk waren. Und doch sagt Er für diese: „Heilige sie durch die Wahrheit.“ Die Wahrheit war geoffenbart, wie sie es niemals vorher gewesen war. „Dein Wort“, das Wort des Vaters, „ist Wahrheit.“ Es waren immer Wahrheiten kundgetan worden, aber niemals die Wahrheit, bis Jesus kam, der die Wahrheit ist. Denn Er zuerst, Er allein als eine verkörperte Offenbarung, zeigte jeden, Gott, den Menschen, sogar Satan und alles, Himmel, Erde, Hölle und alle Dinge in ihnen, wie sie wirklich sind. Denn seine Person (das fleischgewordene Wort, allein) war dafür kompetent. Seine Ankunft und seine Erlösung waren die passende Gelegenheit und das notwendige Ziel für die volle Offenbarung, da Er Sohn des Menschen und doch tief innerlich wahrhaftiger Gott und ewiges Leben war. Durch die Wahrheit also, durch das Wort des Vaters, sollten die Jünger geheiligt werden. Der nicht nur in dem Sohn persönlich, sondern auch im Einzelnen in seinem Wort offenbarte Vater veränderte alles für die Seele. Keiner außer dem Sohn und dem Sohn als Mensch auf Erden, der den Vater vollkommen in seinem Leben verherrlichte und der Gott als solchen in seinem Tod verherrlichte, konnte das angemessene Motiv für die Liebe des Vaters, das Ziel für seine Wege, den Mittelpunkt für seine Ratschlüsse und die Offenbarung seiner Herrlichkeit bieten. Deshalb ist alles da, und zwar in Vollkommenheit: Man wartet vergeblich auf ein höheres, tieferes und volleres Zeugnis; so wie die es wissen, die, indem sie den Sohn anerkennen, auch den Vater haben und die nicht von der Welt sind.

Dann kommt ihre Sendung, der dieselbe nicht weltliche Quelle gegeben wird und die dadurch gekennzeichnet wird. „Gleichwie du mich in die Welt gesandt hast, habe auch ich sie in die Welt gesandt.“ Mose verschwindet sogar als Bild und auch die Propheten. Sogar Johannes der Täufer (und unter den von Frauen Geborenen gab es keinen größeren Propheten) war nur ein Mensch in seinem Auftrag von Gott; aber der Kleinste in dem Reich Gottes ist größer als er. Er, der von droben kommt – vom Himmel herab –, steht über allem. So war Jesus; und ebenso wie der Vater Ihn gesandt hatte, so sandte auch Er die, die Ihn umgaben. Und ihr Auftrag war ebenso neu wie das Wort, das ihre Seelen prägte und beeindruckte. Er kam von Einem, der außerhalb von der Welt und über ihr stand, der in sie hineingesandt worden war mit einer Botschaft von unendlicher Liebe zur Ehre des Vaters und der im Geist nicht mehr hier als im Himmel war, wohin Er jetzt bald zurückkehren sollte. So sandte der Sohn die Jünger, die mit Ihm im Himmel verbunden waren und denen das Zeugnis des Vaters an die Welt aufgetragen worden war. Da sie nicht von der Welt waren, ebenso wenig wie Er von der Welt war, konnten sie in sie hineingesandt werden und wurden es auch. Wenn sie von der Welt gewesen wären, hätten sie nicht in sie hineingesandt werden können; aber da sie aus ihr durch die Gnade in Christus herausgenommen worden waren, waren sie nicht von der Welt und konnten gesandt werden.

Diesem folgt in passender Weise ein neues und krönendes Mittel der Heiligung, von dem der Herr spricht. „Ich heilige mich selbst für sie, auf dass auch sie Geheiligte seien durch Wahrheit.“ Jetzt ist es nicht das Wort des Vaters, wie es ihnen hier gegeben ist und wie es Ihn in jeder Einzelheit offenbart, so wie die Jünger es brauchten, wenn es auch von Christi Person untrennbar ist als dem, der in die Welt gekommen ist, wohin auch sie jetzt gesandt wurden. Das ist sowohl für sie als auch für ihr Werk wesentlich. Aber die Gnade tut mehr; und der Herr fährt fort zu zeigen, wie Er sich selbst droben heiligt, der Er der Sohn ist wie je zuvor, aber der Er nun als Muster für den Menschen vor dem Vater im Himmel steht, um ihre Heiligung zu vollenden, indem Er so in der Herrlichkeit gesehen wird.

So wird hier nicht nur die Wahrheit in allen ihren Anwendungsbereichen gezeigt, sondern auch die Wahrheit in dem verherrlichten Christus als dem passenden Zielpunkt, um zu beleben, zu stärken und zu verwandeln, während wir Ihn schauen mit unverhülltem Angesicht: Gott geoffenbart im Menschen, der Sohn des Menschen; der Sohn des Menschen, der jetzt verherrlicht ist durch Gott in Ihm, und zwar geradewegs, damit die Jünger „durch Wahrheit“ geheiligt werden könnten, sowohl hinsichtlich ihrer Natur als auch hinsichtlich ihres Wandels. Denn ohne solch ein Ziel droben würde die vollste Offenbarung der Gerechtigkeit und Macht Gottes fehlen. Und man könnte auch hinzufügen: Die vollste Offenbarung der Liebe und Herrlichkeit des Vaters würde fehlen ebenso wie das, was seiner eigenen Person würdig ist, nicht nur als Göttlicher, sondern als Mensch, als der entsprechend den Ratschlüssen Gottes verherrlichte Mensch. Und die Jünger brauchten auch seine gesegnete Person so vor sich zur Rechten Gottes, um ihre Empfindungen zu orientieren und zu beleben, neben dem Wort, das die ganze Absicht Gottes in Gnade voll offenbart. Denn nicht nur als Fleischgewordener heiligt der Herr sich zu ihren Gunsten, auch nicht nur dadurch, dass Er als Opfer stirbt entsprechend Chrysostomos und Cyril von Alexandria mit einer Menge Nachfolger bis heute. Denn am Kreuz machte Gott Ihn, der keine Sünde kannte, zur Sünde. Als der durch seinen Tod und seine Auferstehung Verherrlichte wird Er das Bild für die Seinen. Indem wir Ihn schauen, werden wir nach seinem Bild verwandelt von Herrlichkeit zu Herrlichkeit als durch den Herrn, den Geist; und wenn Er offenbart werden wird, sind sie Ihm gleich, und sie sehen Ihn, wie Er ist, und werden verwandelt in das Bild des Sohnes in Auferstehungskraft. Gott selbst konnte keinen größeren Segen geben, wenn Christus der Erstgeborene unter vielen Brüdern sein wird.

Der Herr fährt dann fort, für die zu bitten, die durch das apostolische Zeugnis zum Glauben kommen sollten an Ihn, damit sie auch dem Wunsch Gottes gemäß eine Einheit bilden und das Zeugnis davon, wie Gott den Sohn gesandt hat, vor die Welt tragen könnten. Vers 11 hatte nur die Jünger betrachtet, die damals Ihn umgaben, im Hinblick auf die besondere Gnade und die daraus sich ergebende Verantwortung, die sie betraf. Diejenigen, die darauf folgen sollten, haben ihr neu erworbenes Anteil.

Verse 20.21

Joh 17,20.21: Aber nicht für diese allein bitte ich, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben; auf dass sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir, auf dass auch sie in uns eins seien, auf dass die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.

Wie wir gesehen haben, sollte sich die Einheit in den Aposteln auf erstaunliche Weise offenbaren. Aber hier ist noch von einer anderen und größeren Einheit die Rede. Diejenigen, die durch ihr Wort an Ihn glauben, werden jetzt dem Vater dargebracht, „auf dass sie alle eins seien“. So wird für große Scharen von Gläubigen Raum gelassen, für die Bekenner seines Namens, Juden oder Griechen, Barbaren, Skythen, Sklaven oder Freie; für die, die bis dahin streng an gesetzlichen Formen gehangen hatten, deren Wesen sie durch ihren Unglauben an Ihn ablehnten; für die, die fast ebenso hartnäckig sich an die Träume des Heidentums und an seine herabziehende Unsittlichkeit geklammert hatten, in ihrer äußersten Unwissenheit hinsichtlich des allein wahren Gottes, der durch den, den Er gesandt hatte, wahrhaftig kundgetan worden ist. Das Evangelium sollte zu jedem Land und zu jeder Sprache vordringen, so wie der Heilige Geist am Pfingsttag es bezeugte; und zwar umso auffälliger an jenem Tag, weil sie doch alle nur Juden waren, aus heidnischen Ländern und aus Palästina kommend. Denn es handelte sich nicht nur um das sinnlose und vergleichsmäßig einfache Wunder, dass alle, die Söhne Israels, die im Lande wohnten und die aus dem Ausland gekommen waren, die wunderbaren Werke Gottes in der hebräischen Sprache verstehen konnten, sondern umgekehrt, dass sie, jeder in seinem eigenen Dialekt, in dem er geboren worden war, die Jünger reden hören konnte. Gott hatte vor alters den Stolz der Menschen zerstört und sie in so viele verschiedene Sprachen verteilt. Die Gnade erhob sich jetzt über das Gericht, indem sie nicht alle zu einer Zunge und zu denselben Worten zurückführte, sondern jedem entgegenkam, wo sie so vermischt und zerstreut waren.

Auch war dies keineswegs alles; sondern die Kraft des Geistes taufte alle Jünger in einen Leib, in die Versammlung. Die Einheit jedoch ist, wenn sie auch natürlich von demselben Geist in denen hervorgebracht wurde, die jenen Leib bilden, nicht die, die zu offenbaren dem Apostel Paulus zufiel. Sie ist von geistlicher Natur und offenbart sich nichtsdestoweniger in dem, was die Welt sehen und abschätzen kann. Hier ist es nicht direkt „eins gleichwie wir“, d.h., wie der Vater und der Sohn, was Vers 11 von den Jüngern gesagt wird. So wie der Vater und der Sohn nur einen Geist und ein Empfinden, eine Absicht und einen Weg hatten, so wurde diese Einheit für die Apostel in ihrem Werk und Leben gewünscht; und sie verwirklichte sich wunderbar in ihnen, wie wir schon gemerkt haben. Hier geht es um die Heiligen im Großen und Ganzen, um die, die durch ihr Wort glauben; und das, was erbeten wird, ist, dass sie alle „eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir, auf dass auch sie in uns eins seien“ – nicht „gleichwie wir“, sondern „in uns“, in dem Vater und dem Sohn. Es ist Gemeinschaft aufgrund dessen, dass der Vater in dem Sohn kundgemacht worden ist und dass der Sohn das Ziel der Liebe des Vaters und des Wohlgefallens des Vaters ist, wozu wir durch den Heiligen Geist gebracht worden sind. Mit dem Vater haben wir Teil an dem Sohn; mit dem Sohn haben wir Teil an dem Vater. In diesen gesegneten Zustand sollten die Heiligen jetzt zum ersten Mal eingeführt werden, und zwar so, dass sie alle eins sein sollten; gleichwie der Vater in dem Sohn und der Sohn in dem Vater, so sind sie alle eins in dem Vater und dem Sohn.

Dies sollte ein Zeugnis für die Welt sein, nicht das Predigen allein, sondern diese so unirdische Einheit, die noch nie unter Menschen da gewesen war, die Einheit in der Freude an der göttlichen Gnade, die so verschiedene Seelen zusammenbrachte, und zwar durch die Kraft göttlicher Ziele, göttlicher Motive und Empfindungen; Menschen, die einst ganz gleichgültig gegeneinander oder sogar erbitterte Gegner, die sich hassten und gehasst wurden, gewesen waren. Was für ein Aufruf an die Welt, zu glauben, dass der Vater den Sohn gesandt hat! Denn dieses, und dieses allein und in angemessener Weise, war die Erklärung dafür, als der Heilige Geist vom Himmel herabgesandt wurde und der Wahrheit in den Herzen, die durch den Glauben gereinigt worden waren, Kraft verlieh. Denn so wie das Fleisch durch die Verteidigung des eigenen Willens dazu tendiert, auseinanderzugehen, so wirkt der Geist dahin gehend, dass es in dem Vater und in dem Sohn zur Vereinigung kommt; und wenn die Welt die Früchte solcher gnädigen und heiligen Macht in der Einheit von Menschen sieht, die einst einander fremd gegenüber standen, und zwar durch nichts so ernsthaft und bleibend getrennt waren wie durch ihre verschiedenen Religionen – was ist das dann für ein Beweis, dass der Vater den Sohn gesandt hat! Denn hier war wenigstens keine Gewalt des Schwertes am Werk, hier wurde den Gelüsten nicht Vorschub geleistet, hier ging es nicht um Wohlstand oder weltliche Ehre, hier war keine Sünde mehr erlaubt und keine menschliche Gerechtigkeit, kein Stolz der Philosophie und keine religiöse Schau oder Zeremonie. Keiner kann leugnen, dass, so wie das Werk auf der Grundlage der Apostel und Propheten auferbaut war, es ständig und unwiderstehlich dem Zorn und dem Widerstand der Welt ausgesetzt war. Selbstaufopfernde Liebe herrschte, wir können sagen: Gnade durch Gerechtigkeit in Demut gegenüber dem Namen Jesu; und eine himmlische Absonderung für Ihn, auf den sie ergeben warteten, dass Er vom Himmel herabkommen sollte. Was erklärte dann einen so erstaunlichen Wandel hinsichtlich allem, was früher die Menschheit charakterisiert hatte, nicht bloß unter den Heiden, sondern ebenso auch in Israel im höchsten Maße? Was bezeugte dieser Wandel anderes, als dass der Vater den Sohn gesandt hatte? Was an Gnade und Wahrheit, was an vollkommener und ewiger Erlösung, was an naher und himmlischer Gemeinschaft schließt dies nicht ein?

Denn wenn der Vater den Sohn gewandt hat, so konnte das für nichts anderes sein als für Ziele, die unendlich anders sind als menschliche Ziele und die des wahrhaftigen Gottes würdig sind, der sich in souveräner Gnade offenbart und doch in inniger Liebe und in dem Licht, das alles klar macht. Auch sollte der Sohn nicht nur die Wahrheit kundtun und die göttliche Natur zeigen, das ewige Leben, das fähig ist, das Licht zu empfangen und sich seiner zu freuen und in ihm durch den Geist Gottes zu wandeln. Sondern da war noch ein unvergleichlich ernsteres und doch gesegneteres Werk zur Ehre Gottes und für die tiefe Not des Menschen und seine ewige Erlösung zu vollbringen: Die Sünde musste ins Gericht kommen, eine Versöhnung musste für unsere Sünden vollbracht werden, die so vollkommen war, dass Gott gerecht sein sollte, indem Er den Gläubigen rechtfertigte, und dass Gläubige in Christus Gottes Gerechtigkeit werden sollten. Wenn sie so gewaschen, gereinigt und gerechtfertigt sind, wenn sie so dem Bewusstsein nach Kinder Gottes sind, wenn der Heilige Geist gegeben ist, dann finden sie andere in der Gemeinschaft desselben Segens. Sie sind alle eins, so wie der Vater in dem Sohn und der Sohn in dem Vater, und sie sind aus den größten Vorurteilen in den Zustand gemeinsamen frohen Segens gebracht worden, in die Einheit in dem Vater und dem Sohn. Was konnte ein mächtigeres Zeugnis für die Welt geben dafür, dass der Vater den Sohn gesandt hat? Da ist noch eine andere Einheit von tiefstem Interesse, die unser Herr jetzt vor dem Vater ausbreitet: nicht jüngermäßig oder apostolisch, die so wunderbar unterstützt wurde; auch nicht von dem Zeugnis in Gnade her, die alle Christen umfassen würde und die nach einer leuchtenden Offenbarung am Anfang schon lange schmerzlich zerbrochen ist; sondern die Einheit in Herrlichkeit, wo alles fest und gottgemäß in Vollkommenheit sein soll.

Verse 22.23

Joh 17,22.23: Und die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, auf dass sie eins seien, gleichwie wir eins sind; ich in ihnen und du in mir, auf dass sie in eins vollendet seien, [und] auf dass die Welt erkenne, dass du mich gesandt und sie geliebt hast, gleichwie du mich geliebt hast.“ (Verse 22 u. 23)

Dies ist etwas ganz anderes als das, was wir gesehen haben, wenn auch alles zum Lob Christi ist. Es ist eine ausschließlich zukünftige Einheit, wenn auch die Herrlichkeit unserem Glauben jetzt gegeben ist und die Gnade möchte, dass wir sie erfassen, fühlen und entsprechend wandeln. Denn alles ist offenbart, um jetzt an unseren Seelen zu wirken. Aber diese Einheit wird in der Herrlichkeit sein, wenn wir eins sein werden, wie der Vater und der Sohn eins sind. Deshalb ist ein Versagen hier unmöglich. Die Schwachheit des Menschen, die Macht Satans, all das kann dann nicht mehr schaden.

Auch die Art dieser Einheit ist zu beachten. Es ist nicht die Gegenseitigkeit, die schon in Vers 21 beschrieben war, dass wir eins sein sollten in dem Vater und dem Sohn, wie der Vater in dem Sohn und der Sohn in dem Vater eins sind. Das ist der wunderbare Weg, in dem der Heiland das darlegte, zu dem wir jetzt durch den Geist berufen sind, damit die Welt glauben kann, dass der Vater den Sohn gesandt hat. Aber später, wenn die Herrlichkeit offenbart ist, wird es diesen neuen Charakter geben, dass, während die Heiligen eins sein sollen, so wie der Vater und der Sohn es sind, Christus der Sohn in ihnen sein wird und der Vater in Ihm. Und dies stimmt ebenso genau mit Offenbarung 21 überein, wie das Frühere 1. Johannes 1,3 entspricht.

Denn so wie die heilige Stadt, das neue Jerusalem, die Braut, die Frau des Lammes ist, das Symbol für uns selbst, wie wir an jenem Tag verherrlicht sein werden, so wird uns gezeigt, dass die Stadt „die Herrlichkeit Gottes“ hatte und dass das Lamm ihre Leuchte war, während die Nationen in ihrem Licht wandeln (Off 21,11.23.24). So sind die Gesegneten auf Erden, um sich der himmlischen Herrlichkeit zu erfreuen, nicht direkt genauso wie die Verherrlichten droben, die den Herrn, Gott den Allmächtigen, und das Lamm als ihren Tempel haben und die nichts anderes brauchen; dagegen haben die auf Erden das nur mittelbar. Doch wie ständig und beeindruckend ist der Beweis vor ihnen, dass der Vater den Sohn gesandt hat! Denn wie sonst hätte solch ein heiliger Tempel in dem Herrn entstehen können? Und was könnte angemessen erklären, dass Menschen so von der Erde herausberufen sind und droben verherrlicht sind? Souveräne Gnade hatte ihnen jenen himmlischen Anteil als Frucht seiner Sendung gegeben, der Er um jeden Preis für sich Gott auf Erden verherrlicht hatte. Und jetzt haben sie Teil an seiner Herrlichkeit droben und werden so vor der sich wundernden Welt offenbart.

Die heilbringende Gnade, die allen erschienen war und die ihr passendes und verkündigtes Werk vollbracht hatte, indem sie diese für Gott als ein Volk des Eigentums erlöste und reinigte, wird dann der Erscheinung der Herrlichkeit unseres großen Gottes und unseres Erlösers Jesus Christus Platz gemacht haben. Aber dies durch die Kirche, die über die Erde herrscht, in jedem Fall als die normale oder gewöhnliche Methode ihrer Offenbarung während des Reiches. Wie wir durch den Glauben den Vater in dem Sohn zum ewigen Leben sahen, so werden sie an jenem Tag diese schauen und erfahren in der Kirche, dem herrlichen Gefäß des Lichtes Christi, in dem Gottes Herrlichkeit leuchtet. Denn dann ist die falsche Herrlichkeit des Menschen für immer gerichtet, sie wird niemals mehr das Herz irreleiten; und Satan wird niemals mehr seine schlechte Vorherrschaft in den himmlischen Örtern wiedergewinnen, durch die er so wirksame Mittel fand, um Gott falsch darzustellen, um Christus entgegenzustehen, um die Heiligen anzuklagen und die Welt zu täuschen. Von da an wird also die Herrlichkeit Gottes vor aller Augen errichtet, so dass die Menschen sie in und durch die verherrlichten Heiligen „erkennen“, anstatt Zielpunkte des Zeugnisses zu sein, um zu „glauben“. Denn die Erde soll von der Herrlichkeit Jehovas erfüllt werden (4Mo 14,21) und von der Erkenntnis Jehovas (Jes 11,9) und von der Erkenntnis der Herrlichkeit Jehovas (Hab 2,1), gleichwie die Wasser den Meeresgrund bedecken. Dann wird Christus gekommen sein, um in seinen Heiligen verherrlicht zu werden und um in allen denen an jenem Tag bewundert zu werden, die geglaubt haben.

Deshalb hören wir zum ersten Mal von „in eins vollendet sein“. Die apostolische Einheit, von der zuerst die Rede war, die Einheit im Denken und Handeln, für die der Vater und der Sohn das Beispiel gaben, war ebenso gesegnet, wie sie für den Platz, den sie auszufüllen hatte, und für das Werk, das in dem Zeugnis für Christus getan werden sollte, von höchster Wichtigkeit war. Doch war sie von verhältnismäßig kurzer Dauer, wenigstens notwendigerweise knapp begrenzt. Weitragender war die zweite Einheit der Gemeinschaft in dem Vater und dem Sohn, wie sie sich in der Pfingstversammlung in großem Maße offenbart, wo Tausende von Seelen über selbstsüchtigen Einfluss erhaben zusammen wandelten. Da war große Gnade über ihnen allen, und von den Übrigen wagte keiner, sich ihnen anzuschließen, sondern das Volk erhob sie. Umso mehr Gläubige wurden dem Herrn hinzugetan, Scharen von Männern sowohl als Frauen. Aber dieser Zustand war nur vorübergehend. Der dritte wird vollkommen in der Herrlichkeit sein, und er wird bleibend und vollständig sein.

Und die Wirkung wird ungeheuer und unmittelbar sein, wie es sich wirklicher keiner anders ausdenken könnte. Die Welt wird mit Erstaunen die Versammlung in der Herrlichkeit und die Herrlichkeit Gottes in der Versammlung betrachten oder, wie der Herr sagt, den Vater verherrlicht in Ihm und Ihn in ihnen. Es ist vollkommene Einheit in Verbindung mit ihrer Quelle und in der Offenbarung der göttlichen Herrlichkeit. Und was für eine Bezeugung dafür, dass der Vater den Sohn gesandt hat und dass Er die Heiligen geliebt hat, so wie Er Ihn geliebt hat! Denn wie sollte der Sohn dort als der verherrlichte Mensch sein, wenn Er nicht vorher in Liebe nach hier gesandt worden wäre? Und wie sollten wir zusammen mit Ihm offenbart werden in Herrlichkeit, wenn wir nicht mit derselben Liebe geliebt würden ? Es geht dann nicht um das „glauben“, sondern um eine unleugbare Tatsache. Die Welt wird es „erkennen“. Wir dürfen jetzt erkennen, was nur in dem Wort unserem Glauben offenbart wird; aber an jenem Tag wird die göttliche Herrlichkeit offenbar werden.

Der abschließende Teil der Worte unseres Herrn ist ganz anders in seinem Charakter und noch inniger, wie es dadurch zum Ausdruck kommt, dass Er hier Qevlw = „ich will“ (oder „wünsche“) zum ersten und einzigen Mal während seines Gebetes gebraucht.

Verse 24-26

Joh 17,24-26: Vater, ich will, dass die, welche du mir gegeben hast, auch bei mir seien, wo ich bin, auf dass sie meine Herrlichkeit schauen, die du mir gegeben hast, denn du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt. Gerechter Vater! – Und die Welt hat dich nicht erkannt; ich aber habe dich erkannt, und diese haben erkannt, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, auf dass die Liebe, womit du mich geliebt hast, in ihnen sei und ich in ihnen.

Als Erstes bittet der Herr den Vater darum, dass die, die Er Ihm gegeben hatte, bei Ihm sein sollten, wo Er ist. Er ist im Geist droben vor dem Vater und möchte die Seinen dort bei sich haben. Es geht nicht um die Offenbarung in Herrlichkeit vor der Welt, wenn diese auch im engsten Zusammenhang mit Ihm steht; sie sollen bei Ihm sein, wo kein Fremder (ich sage nicht bloß: an der Freude teilhaben kann, sondern) Ihn oder sie schauen kann, in der abgeschiedenen Szene, die die göttliche Liebe zur tiefsten Befriedigung bildet. Dort hat der Vater den Sohn nach seiner vollkommenen Verherrlichung angesichts jeder möglichen Schwierigkeit und nach dem Leiden, das Ihm nicht nur durch den Widerstand und die Bosheit der Schöpfung zufiel, sondern auch durch das göttliche Gericht Gottes über jene Sünde, deren Folgen schonungslos von Ihm getragen werden mussten, der Er Gott auf der einen Seite rechtfertigen wollte und auf der anderen Seite die Schuldigen bis zum Letzten befreien wollte, soweit es in den gnadenreichen Erlösungsplan Gottes passte. Und dies tat Jesus in absolutem Gehorsam, so wie es sich für Ihn als Mensch in Gnade über alle Maßen und um jeden Preis ziemte; dies tat Er in unendlichem Leiden zum Preis seines Vaters, der neue und ewige Herrlichkeit erwarb und fortan ebenso frei wie gerecht entsprechend seiner Natur und seiner Liebe handeln konnte.

Und jetzt, wie wir es am Anfang des Kapitels gesehen haben, drückt Er, da Er im Begriff war, nicht nur auf der Grundlage seines eigenen persönlichen Anspruches, sondern auch seines zum Himmel zurückzukehren, seinen Wunsch aus, dass auch die Seinen, die Jünger, die der Vater Ihm gegeben hatte, droben bei Ihm sein sollten, „auf dass sie meine Herrlichkeit schauen“. Es ist nicht auf der einen Seite das von Ewigkeit zu Ewigkeit über den menschlichen Gesichtskreis hinausgehende Persönliche in dem Sohn, das, wie ich annehme, niemand wirklich erkennt oder erkennen kann außer dem Vater, von dem nicht gesagt wird, dass Er Ihn offenbart (Mt 11,27). Und auch ist es auf der anderen Seite nicht die dem gelobten Herrn gegebene Herrlichkeit, die sogar der Welt an jenem Tag offenbart werden soll, in der wir auch mit Ihm geoffenbart werden sollen (Kol 3,4). Hier ist die Herrlichkeit Ihm in der Höhe eigen, und doch ist sie Ihm durch den Vater gegeben, wie wir sie nach seiner vollkommenen Gnade schauen sollen: etwas weit Höheres als irgendeine Herrlichkeit, an der wir teilhaben, und etwas, von dem der Herr, indem Er auf selbstlose, göttlich in uns gewirkte Empfindungen rechnet, erwartet, dass wir es entsprechend schätzen, da wir mehr dadurch gesegnet werden, dass wir Ihn so schauen, als bei irgendetwas anderem, das uns verliehen ist. Es ist eine Freude für uns allein, ganz außerhalb und über der Welt, was uns gegeben wurde, weil der Vater Ihn vor ihrer Grundlegung geliebt hat. Keiner außer dem Ewigen konnte so verherrlicht werden, aber es ist die geheime Herrlichkeit, die zu betrachten keinem außer den Seinen gestattet wird, „die segensvolle Antwort auf Schmach und Schande“, nicht die öffentliche Herrlichkeit, in der jedes Auge Ihn sehen soll. Nichts Geringeres als das befriedigt seinen Wunsch für uns. Wie wahr können sogar jetzt unsere Herzen sagen, dass Er dessen würdig ist!

Als Nächstes zieht der Herr endgültig die Linie zwischen der Welt und den Seinen, und Er macht alles davon abhängig, dass sie seinen Vater nicht kennt und nicht dass sie Ihn verwirft. Hier geht es deshalb um das Gericht als Ergebnis, wie sehr die Gnade auch verharren und Fürbitte tun mag; und deshalb sagt Er „gerechter Vater“ und nicht „heiliger Vater“ wie in Johannes 17,11, wo Er Ihn bittet, sie in seinem Namen zu bewahren, so wie Er sie bewahrt hatte, während Er bei ihnen war. Jetzt stellt Er nicht die Gesetzlosigkeit der Welt heraus und auch nicht ihren mörderischen Hass gegen Ihn oder gegen seine Jünger. Auch spricht Er jetzt nicht von der Gnade und Wahrheit, die im Evangelium offenbart sind, oder von den Korruptionen des Christentums und der Kirche (sie sind sicherlich bloß und offenbart vor seinen allwissenden Augen), sondern Er spricht davon, dass auf der einen Seite die Welt den Vater nicht erkannt hatte und dass auf der anderen Seite der Sohn Ihn erkannte, so wie die Jünger erkannten, dass der Vater den Sohn gesandt hatte: Worte, die einfach und kurz gesagt sind, aber wie ernst sind ihr Charakter und ihre Folgen!

Niemals gab es einen so kompetenten Zeugen von irgendeiner Sache oder irgendeiner Person, wie Christus es von dem Vater war. Doch die Welt erkannte Ihn nicht, und sie nahm sein Zeugnis nicht einen Augenblick an, sondern erhob sich mehr und mehr dagegen, bis alles am Kreuz seinen Abschluss fand. Fortan ist Er verborgen im Himmel, und die, die an Ihn glauben, sind himmlisch. Falsche Anmaßung in dieser Hinsicht ist Salz, das seine Salzkraft verloren hat. Und alle, die treu sind, sind die Ersten, die anerkennen, dass alles bei ihnen davon abhängt, dass der Sohn den Vater kennt, so wie sie selbst erkannt haben, dass der Vater Ihn gesandt hat. Es geht nicht im Geringsten um sie, sondern um den Vater; und Er wird nur in dem Sohn erkannt, den Er gesandt hat; und dies ist ewiges Leben, ob wir es jetzt in Christus haben oder ob wir es später unter anderem genießen, wenn wir seine Herrlichkeit droben schauen. Denn Unkenntnis von dem Vater schließt die schuldige Verwerfung des Sohnes zum ewigen Verderben ein und nicht bloß zum vorübergehenden Gericht der Welt.

Aber als Letztes werden, wo Christus als der von dem Vater Gesandte erkannt wird, der tiefste Segen und die höchsten Vorrechte schon jetzt verliehen, und nicht bloß das, was die Heiligen bei Christi Ankunft erwartet. „Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, auf dass die Liebe, womit du mich geliebt hast, in ihnen sei und ich in ihnen.“ Wenn jemals einer in der Lage war, den anderen zu schätzen, so war das der Sohn im Hinblick auf den Vater; und Er machte uns seinen Manien, den Ausdruck dessen, was Er war, mit gleicher Kompetenz bekannt. Er hatte ihn auf Erden den Jüngern kundgetan; Er wollte ihn vom Himmel aus kundtun, wohin Er jetzt ging; und das darum, damit Er ihnen und uns das Bewusstsein geben könnte, dass wir dieselbe Liebe des Vaters haben, die auf Ihm selbst hier unten ruhte. Er fügt sozusagen, um das nicht unnatürliche Zweifeln der Jünger auszuschließen, die gesegnete Garantie hinzu, dass Er selbst in ihnen sein wolle als ihr Leben. Denn sie konnten verstehen, dass, wenn sie von seinem Leben lebten und irgendwie sein konnten, wie Er es vor dem Vater war, der Vater sie lieben könnte, wie Er Ihn liebte. Das ist genau das, was Er dadurch gibt und versichert, dass Er sich identifiziert mit ihnen oder vielmehr, wie Er es sagt, „und ich in ihnen“. Christus ist alles und in allem.

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