Aufnahme der Gläubigen vor der großen Drangsal?
Johannes 14,1-3; 1. Thessalonicher 4,15-18

Jacob Gerrit Fijnvandraat

© SoundWords, online seit: 31.10.2011

Leitverse: Johannes 14,1-3; 1. Thessalonicher 4,15-18

Einleitung

Findet die Aufnahme der Gemeinde vor oder nach der großen Drangsal statt?

In oben genanntem Titel kommen drei Worte vor, die bezüglich des Themas, mit dem wir uns beschäftigen wollen, von durchschlagender Bedeutung sind. Es sind die Worte: Aufnahme, Gemeinde und große Drangsal. Auf die Frage, was nun genau mit diesen drei Begriffen gemeint ist, besteht in der Christenheit ziemlich viel Verwirrung. Wir werden sie deshalb genauer besehen.

Die Aufnahme

Das Wort „Aufnahme“ kommt in der Schrift nicht wortwörtlich vor, aber die Tatsache selbst wird in den folgenden Schriftstellen angedeutet:

Joh 14,2.3: In dem Haus meines Vaters sind viele Wohnungen … Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit, wo ich bin, auch ihr seiet.

1Thes 4,15-18: Der Herr selbst … wird vom Himmel herabkommen, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen; danach werden wir, die Lebenden, die übrig bleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft.

Wir haben es also mit einem echten biblischen Begriff zu tun, und dennoch haben viele Mühe damit, der Aufnahme einen Platz in ihren Gedanken über die Zukunft der Kirche zu geben. Die Mühe existiert nicht nur hinsichtlich des Zeitpunkts der Aufnahme, sondern auch hinsichtlich der Tatsache an sich.

Nicht als Richter, sondern als Retter

Es ist bezeichnend, dass die Tatsache der Aufnahme in den Bekenntnisschriften der Kirche keinen Platz erhalten hat. Zu Recht hat jemand die Erwartung der Ankunft von Jesus Christus, um die Seinen zu sich zu nehmen, einmal „die Hoffnung, die verlorengegangen ist“ genannt. Man bezeugte zwar die Wiederkunft von Christus, tat dies jedoch mit den bekannten Worten aus den zwölf Artikeln des Glaubens:

„Von woher Er wiederkommen wird, um die Lebenden und Toten zu richten!“ Diese Aussage ist typisch. Man bekannte nämlich nicht: „Von woher Er wiederkommen wird, um uns in das Vaterhaus zu bringen“, während dies genau die Erwartung ist, die Christus kurz vor seinem Hingehen seinen Jüngern vor Augen geführt hat. Das ist die spezifische Hoffnung der Gemeinde gemäß der Schrift. In den Bekenntnisschriften wurde diese Erwartung nicht in Worte gefasst. Im Gegenteil, man spricht darin über das Gericht, und das, obwohl Jesus Christus im Hinblick auf das Gericht gesagt hat: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod in das Leben übergegangen“ (Joh 5,24).

Anstatt dass man Christus als Retter erwartet, erwartet man Ihn als Richter. Wie schade ist das! Man geht eigentlich an diesen Worten von Paulus unbeachtet vorüber: „… von woher wir auch den Herrn Jesus Christus als Heiland erwarten“ (Phil 3,20), dass wir bekehrt sind, „um dem lebendigen und wahren Gott zu dienen und seinen Sohn aus den Himmeln zu erwarten, den er aus den Toten auferweckt hat – Jesus, der uns errettet von dem kommenden Zorn“ (1Thes 1,9), und dass Gott „uns nicht zum Zorn gesetzt [hat], sondern zur Erlangung der Errettung durch unseren Herrn Jesus Christus“ (1Thes 5,9).

Dass man mit der Aufnahme nichts anzufangen wusste, lässt sich auch aus der Tatsache ableiten, dass man Johannes 14,1-3 und 1. Thessalonicher 4,15-18 auf das Hingehen eines Sterbenden zu Christus anwandte (vgl. Phil 1,23). Doch in beiden genannten Abschnitten geht es nicht um das Entschlafen von Gläubigen, sondern um die persönliche Rückkehr von Jesus Christus. So wie „Ich gehe hin“ auf den persönlichen Weggang von Jesus Christus zum Vater hinweist, weist „Ich komme wieder“ auf seine persönliche Rückkehr hin.

Entgegen und dann zurück?

In Kommentaren zum Brief an die Thessalonicher wird dem Abschnitt in Kapitel 4,15-18 natürlich schon Aufmerksamkeit geschenkt. Man sieht darin jedoch nicht die Erfüllung dessen, was Jesus Christus seinen Jüngern im Obersaal angekündigt hat. Das Entgegengehen wird als Weggang aufgefasst, um dann den Herrn zur Erde zu begleiten. Man weist dabei darauf hin, dass das Wort „Entgegengehen“ in Matthäus 25,1-2 vorkommt und dass es gebraucht wurde, um Generäle abzuholen, die als Sieger von einer Schlacht nach Rom zurückkehrten. Nun wird das Wort „Entgegengehen“ in der Tat in Fällen gebraucht, bei der eine Person jemandem entgegengeht, um danach mit ihm zurückzukehren. Das ist allerdings nicht der einzige Sinn dieses Ausdrucks, denn wir finden seinen Gebrauch auch in ganz anderen Zusammenhängen. Dann nicht im Sinne von „ehrenvoll abholen“, sondern im Sinne von „in Feindschaft entgegentreten“ oder „entgegentreten, um gemeinsam einen bestimmten Weg einzuschlagen“. In 1. Samuel 9,14 haben wir in der Septuaginta (gr. Übersetzung des AT) dazu ein Beispiel (s. G.H. Kramer, Bijbel en Wetenschap, 1988, S. 224-225). Die Wortwahl ist also nicht von ausschlaggebender Bedeutung. Der Zusammenhang muss in Augenschein genommen werden.

Nun, Vers 17 sagt, dass wir immer bei dem Herrn sein werden. Des Weiteren müssen wir Schrift mit Schrift vergleichen, und dann können wir diesen Abschnitt nicht von Johannes 14,1-3 lösen. Dort geht es um die gleiche Wiederkunft des Herrn, und es wird derselbe Aspekt beleuchtet, nämlich die Bedeutung dieses Kommens für die Seinen.

Entgegen, zurück und dann unter den Völkern zerstreut?

Wenn man dann schon von der Aufnahme redet, dann platziert man diese auf „den Jüngsten Tag“. Diejenigen, die diesem Gedanken zugetan sind, haben jedoch das Problem, wie diese Aufnahme der Gläubigen dem Herrn entgegen in die Luft, bei der Er sie in das Vaterhaus bringt, mit Matthäus 25,31-46 in Übereinstimmung zu bringen ist. In diesem Abschnitt ist die Rede von der Ankunft des Sohnes des Menschen, der sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzt, wobei alle Nationen vor Ihm versammelt und in zwei Gruppen eingeteilt werden: Schafe zu seiner Rechten und Böcke zu seiner Linken. Beide Gruppen werden beurteilt nach dem, wie sie einer dritten Gruppe, angedeutet als „diese meine Brüder“, begegnet sind.

Wenn die Schafe, so wie man behauptet, die Gläubigen dieser Zeit darstellen, gehen diese dann vor der Zeit dem Herrn in der Luft entgegen? Kommen sie anschließend direkt mit Ihm zurück? Werden sie danach unter die Völker zerstreut, um anschließend dort herausgefiltert zu werden? Jeder fühlt, dass dies eine unmögliche Konstruktion ist. Genauso wenig kann man die Aufnahme nach diesem Ereignis platzieren, denn dann würde der Herr erst in den Himmel gehen müssen, um danach zurückzukehren, um die Gläubigen aufzunehmen.

Kurzum: Die Aufnahme ist eine Handlung des Herrn, bei der Er die Gläubigen zu sich nimmt, und das nicht, um direkt danach mit ihnen auf die Erde zurückzukehren, sondern um sie in das Vaterhaus zu bringen. Erst später wird Er mit ihnen erscheinen, um sein Königreich aufzurichten.

Die Gemeinde oder Kirche

Als Zweites müssen wir untersuchen, was die Schrift über die Kirche (die Gemeinde) sagt, d.h. über ihre Entstehung. Es ist unangenehm und klingt selbstherrlich, doch auch hier muss ich Kritik an der allgemeinen Vorstellung anbringen, die man in der Christenheit über die Entstehung der Kirche hat.

In Art. 27 des Niederländischen Glaubensbekenntnisses wird hinsichtlich der Kirche Folgendes gesagt:

Wir glauben und bekennen eine einzige katholische oder allgemeine Kirche, die eine heilige Versammlung der wahren Christus-Gläubigen ist, die alle ihre Seligkeit in Jesus Christus erwarten und durch sein Blut gewaschen sind, geheiligt und versiegelt durch den Heiligen Geist.

Das sind Worte, die wir von Herzen unterschreiben. Doch weiter heißt es:

Diese Kirche hat von Beginn der Welt an existiert und wird bis zum Ende existieren; daraus ergibt sich, dass Christus ein ewiger König ist, welcher ohne Untertanen nicht sein kann. (Vgl. Sonntag 21 des Heidelberger Katechismus.)

Existiert die Kirche von Adam an?

Lasst uns nun der Frage nachgehen, ob die Schrift von einer Kirche von Adam an redet. Dazu verweise ich auf vier Schriftstellen, die mit dem Entstehen der Kirche oder Gemeinde zu tun haben:

  1. Jesus Christus hat zu Petrus gesagt: „Auf diesen Felsen werde ich meine Versammlung bauen“ (Mt 16,18).
  2. In 1. Korinther 12,13 lesen wir, dass die Gemeinde durch die Taufe mit dem Heiligen Geist entstanden ist. Nach dem Wort von Johannes dem Täufer würde Christus mit dem Heiligen Geist taufen (Mt 3,11), und gemäß Apostelgeschichte 1,5 würde das „nach nicht vielen Tagen“ geschehen, d.h. kurz nach der Himmelfahrt Christi.
  3. In Epheser 2,14-16 wird hervorgehoben, dass die Gemeinde entstanden ist, nachdem die Zwischenwand der Umzäunung abgebrochen wurde. Juden und Heiden wurden da in einem Leib (das weist auf die Gemeinde als Leib von Christus hin) mit Gott versöhnt durch das Kreuz.
  4. Epheser 2,20 zeigt, dass die Gemeinde auf das Fundament der Apostel und Propheten (Propheten der neuen Haushaltung, vgl. Eph 3,5) erbaut ist.

In den Tagen Christi musste die Gemeinde also noch gebaut werden. Sie entstand erst mit der Taufe des Heiligen Geistes am Pfingsttag. Sie ist eine Zusammenfügung von Juden und Heiden, nachdem durch das Kreuz die Zwischenwand abgebrochen war. Sie konnte erst gebaut werden, als die Apostel und Propheten auftraten.

Keine Zukunft für Israel

Die Lehre, dass die Kirche von Adam an besteht, hat sehr wichtige Konsequenzen und zwar besonders im Hinblick auf Israel. Man hat sich den Verlauf der Kirche folgendermaßen vorgestellt: In den alten Tagen war die Kirche innerhalb der Familien- und Stammesverbände der Erzväter eingeschlossen. Mit der Berufung von Abrahams Nachkommen befand sich die Kirche innerhalb der Grenzen des Volkes Israel. Nach dem Pfingsttag, so sagt man, zerbrach die Kirche die nationale Grenze und wurde eine Weltkirche.

Nun, in diese Version ist für eine geistliche Zukunft des Volkes Israel (wobei die unerfüllten Prophezeiungen des Alten Testaments doch noch in Erfüllung gehen) kein Platz. Das würde immerhin ein Schritt rückwärts bedeuten. Auch ist es nicht möglich, Israel eine eigene Zukunft innerhalb des Kaders der Weltkirche zuzubilligen. Die Lehre hinsichtlich der Gemeinde, so wie Paulus diese u.a. im Epheserbrief entfaltet, gesteht diese Möglichkeit nicht zu. Die Gemeinde ist nämlich eine Einheit, in der Juden und Heiden dieselbe Position einnehmen. Beide sind eins in Christus und haben dieselben Segnungen.

Wenn man lehrt, dass die Kirche oder Gemeinde von Adam an existiert, ist man mehr oder weniger gezwungen, sie bis zum Jüngsten Tag fortbestehen zu lassen. Für eine vorausgehende Aufnahme mit einer Wiederherstellung Israels danach ist in dieser Denkweise kein Platz.

Wenn man jedoch, wie die Schrift lehrt, die Gemeinde erst am Pfingsttag beginnen lässt, ist man auch für den Gedanken offen, dass die Gemeinde nicht notwendigerweise bis zum Ende der Welt auf der Erde zu bleiben braucht. Genauso gut wie vor dem Pfingsttag Gläubige existierten, die nicht zur Kirche gehörten, können auch nach der Aufnahme wieder Gläubige auf der Erde sein, die keine Kirche bilden.

Die große Drangsal

Wir nehmen dann jetzt den Begriff „große Drangsal“ unter die Lupe. Um Missverständnissen vorzubeugen, möchte ich mit der Annahme beginnen, dass der Gemeinde nicht versprochen wurde, dass ihr Drangsale erspart bleiben. Jesus Christus hat die Seinen nämlich ausdrücklich darauf vorbereitet, dass sie in der Welt Drangsal haben werden (Joh 16,33; s.a. Apg 14,22). Bei denselben Gelegenheiten sagte Er: „Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen“ (Joh 15,20). Den Gläubigen in Antiochien und Pisidien sagte Paulus, dass „wir durch viele Trübsale in das Reich Gottes eingehen müssen“ (Apg 14,22). Diese Bedrängnisse müssen wir jedoch unterscheiden von der Drangsal, die in der Endzeit stattfinden wird und die die große Drangsal genannt wird (Off 7,14).

Wenn die Auffassung richtig ist, dass die Gemeinde vor der großen Drangsal aufgenommen wird, dann hat das – auch im Zusammenhang mit den unerfüllten Prophetien hinsichtlich der Zukunft des Volkes Israel – u.a. folgende Konsequenzen:

  • Die Gläubigen, die in der Periode [der großen Drangsal] auf der Erde leben, können dann nicht die Kennzeichen der Gemeinde tragen.
  • In dieser Periode wird der Faden der Geschichte mit Israel wieder aufgenommen werden.

Nun, die Bibel zieht diese Konsequenzen sozusagen Stück für Stück:

Zwei Gruppen von Gläubigen

[…]

Dort ist nämlich die Rede von zwei Gruppen von Gläubigen und zwar:

  1. Von 144.000 Versiegelten aus allen Stämmen von Israel (Off 7,1-8). Nachdem die Vollzahl der Nationen (die Gemeinde) eingegangen sein wird, wird nämlich die Verhärtung Israels weggenommen und es werden viele aus Israel zum Glauben kommen (s. Röm 11,25-29).
  2. Von einer Schar, die niemand zählen kann aus allerlei Geschlechtern, Sprachen und Völkern (Off 7,9-17). Das sind die, die in der heutigen Zeit das Evangelium nicht gehört haben, sondern sich nach der Aufnahme der Gemeinde bekehren, u.a. aufgrund der Predigt des ewigen Evangeliums (Off 14,6.7).

Es geht also klar um zwei verschiedene Gruppen von Gläubigen. Die eine Gruppe ist versiegelt, von der anderen lesen wir das nicht. Die erste Gruppe besteht aus Israeliten, die andere Gruppe aus Gläubigen aus den Völkern. Nun, hier ist der Unterschied, der gemäß Epheser 2,11-22 (vgl. Kol 3,11) in der Gemeinde gerade nicht besteht. Also ist in der Zeit der großen Drangsal die Gemeinde nicht auf der Erde.

Dass Gott in dieser Zeit den Faden mit Israel wieder aufnehmen wird, kann man schon aus dem Alten Testament ersehen, denn:

  1. Jeremia 30,1-7 spricht über den großen Tag, der eine Zeit der Drangsal für Jakob beinhaltet, aus der Jakob aber gerettet werden wird. Die fortfolgenden Verse dieses Kapitels machen klar, dass dieser Tag der Aufrichtung des messianischen Königreichs unmittelbar vorausgeht.

  2. In Daniel 12,1.2 wird über das Auftreten von Michael gesprochen, der „den Kindern deines Volkes zur Seite steht“, und über eine Zeit großer Drangsal, wie sie nie gewesen ist, seit es Völker gibt.

Des Weiteren gibt es ein Zeugnis aus dem Neuen Testament:

  1. Matthäus 24,15-30: „Wenn ihr nun den Gräuel der Verwüstung, von dem durch Daniel, den Propheten, geredet ist, stehen seht an heiligem Ort [dem Tempel, siehe V. 1-3] dann sollen die, die in Judäa sind, in die Berge fliehen; […] Betet aber, dass eure Flucht nicht im Winter stattfinde noch am Sabbat; denn dann wird große Drangsal sein, wie sie seit Anfang der Welt bis jetzt nicht gewesen ist und auch nicht wieder sein wird. […] Sogleich aber nach der Drangsal jener Tage wird die Sonne sich verfinstern . […] Und dann wird das Zeichen des Sohnes des Menschen am Himmel erscheinen […] und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit Macht und großer Herrlichkeit.“
    Diese Prophezeiung betrifft also sehr klar das Volk Israel. Die ganze Situation ist jüdisch und gleichzeitig endzeitlich geprägt.

  2. Wie wir sahen, versetzt uns Offenbarung 7 in die Zeit der großen Drangsal. Im weiteren Teil dieses letzten Bibelbuches finden wir dazu noch zwei weitere Hinweise, die zeigen, dass die Schlussfolgerung aus b. erfüllt wird:
    • In Offenbarung 11 lesen wir über den Tempel Gottes und den Altar, das Zertretenwerden der Heiligen Stadt (vgl. Lk 21,24), das Auftreten der zwei Zeugen in der Stadt, in der auch ihr Herr gekreuzigt wurde und die geistlich Sodom und Ägypten genannt wird (vgl. Jes 1,10). Nun, das trifft unverwechselbar auf Jerusalem zu.
    • In Offenbarung 12 lesen wir von einer Frau, die mit der Sonne bekleidet ist, mit dem Mond und zwölf Sternen, die ein männliches Kind hervorbringt. In ihr erkennen wir das Volk Israel wieder, das den Christus hervorgebracht hat. Die Verfolgung, die dieses Volk erlebt, wird erwähnt und schließt sich an Jeremia 30,1-7 und Daniel 12,1.2 an.

Nebenbei möchte ich darauf hinweisen, dass die Bibel uns nicht unwissend lässt über die Dauer der großen Drangsalsperiode. Dem interessierten Leser empfehle ich, die nachfolgenden Schriftstellen miteinander zu vergleichen und die Beschreibung der Situation gut in sich aufzunehmen: Daniel 7,25; 9,27; 12,7; Offenbarung 11,2.3; 12,6.14; 13,5. Alle diese Zeitangaben ergeben immer eine Periode von dreieinhalb Jahren, und die Situationsbeschreibung stimmt mit der Schlussfolgerung b überein, dass Gott in dieser Zeit den Faden mit Israel wieder aufgenommen haben wird und also die Gemeinde nicht mehr auf der Erde ist.

Aus all diesem Schriftmaterial können wir schlussfolgern, dass die Aufnahme der Gemeinde vor der großen Drangsal stattfindet und dass der Herr Jesus damit seine Verheißung einlöst, die Er der Gemeinde in Philadelphia gegeben hat: „Weil du das Wort meines Ausharrens bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, um die zu versuchen, die auf der Erde wohnen“ (Off 3,10).

Zum Schluss ein gutgemeinter Rat: Wenn das Bild, das wir von der Zukunft haben, uns verhindert, den Herrn Jesus als den Heiland zu erwarten, der kommt, um uns in das Vaterhaus zu bringen, ist es dann nicht wünschenswert, dass wir unsere Zukunftsvorstellungen anpassen?!

„Und der Geist und die Braut sagen: Komm! Und wer es hört, spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme; wer will, nehme das Wasser des Lebens umsonst“ (Off 22,17). 


Originaltitel: „Opname voor de Grote Verdrukking?
“Quelle: www.jaapfijnvandraat.nl

Übersetzung: Stephan Winterhoff

Letzte Aktualisierung: 17.10.2016


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