Gottes Ziel mit der Erde und seinen Bewohnern
Kolosser 1,16

Jacob Gerrit Fijnvandraat

© SoundWords, online seit: 25.01.2006, aktualisiert: 30.01.2019

Leitvers: Kolosser 1,16

Kol 1,16: Durch ihn sind alle Dinge geschaffen worden, die in den Himmeln und die auf der Erde, die sichtbaren und die unsichtbaren, es seien Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten: Alle Dinge sind durch ihn und für ihn geschaffen.

Die Erde – eine Schöpfung Gottes

Die Erde ist nicht von selbst durch eine bestimmte Entwicklung entstanden, sondern ist Gottes Schöpfung. 1. Mose 1,1 legt davon ein deutliches Zeugnis ab und wird durch das, was in Psalm 89,12.13 steht, sowie auch durch das, was wir in Jesaja 45,18 und Offenbarung 4,11 finden, untermauert.

Die logische Schlussfolgerung ist, dass Er über alles verfügt. Das ist aber nicht nur eine Schlussfolgerung unserer Logik, sondern auch ein Zeugnis, dass wir in der Schrift wiederfinden. Lies Hiob 37–41.

Ziel der Schöpfung

Die Erschaffung der Erde und alles, was darauf und daran ist, ist nicht etwas, was Gott – mit Ehrfurcht gesprochen – einfach so aus Nettigkeit oder aus Zeitvertreib getan hat. Nein, Gott hat ein Ziel mit der Erschaffung und der Instandhaltung der Erde. Wir finden das ausdrücklich in Sprüche 16,4. Das erste Ziel ist, dass Gott es zu seiner Ehre und zum Lob seiner Macht tat. Wir finden hierzu ein herrliches Zeugnis in Psalm 19,1-5; siehe auch Jesaja 43,7; Offenbarung 4,11 und vergleiche mit Römer 1,19-21.

Der Mensch hat versagt

Gott hat die Erde nicht geschaffen und sie dann ihrem Schicksal überlassen. Das scheint manchmal so, denn was haben wir von all den Missständen auf der Erde und vor allem von all den schrecklichen Naturkatastrophen, die stattfinden? Die Erklärung dafür liegt in der Tatsache, dass der Mensch, der die Krone der Schöpfung war und nach dem Bild Gottes geschaffen wurde, versagt hat. Nicht Gott hat versagt, sondern der Mensch.

War denn die Schöpfung des Menschen ein Fehlschlag?

Obenstehendes wirft natürlich sofort die Frage auf, ob die Schöpfung des Menschen wirklich so eine glückliche Handlung Gottes war. Warum hat Er uns nicht so gemacht, dass wir nicht versagen können? Eine derart kritische Frage dürfen wir eigentlich gar nicht stellen. Denn wer sind wir, dass wir unseren Schöpfer unserem Urteil unterwerfen könnten?!

Dennoch können wir etwas darauf antworten, wiewohl wir dieses Problem mit unserem Verstand nie vollständig lösen können. Wir können die Antwort geben, dass Gott den Menschen nicht als Roboter geschaffen hat, als einen Automaten, der nur das tun kann, was Gott will. Die Tatsache, dass Gott den Menschen nach seinem Bild schuf, schließt diesen Gedanken aus. Er handelt nicht wie ein Automat. Der Mensch wurde also nicht als ein Roboter erschaffen, sondern als ein Geschöpf mit einem eigenen Willen, einer eigenen Wahlmöglichkeit.

Die Umstände waren ideal

Dazu kommt auch, dass die Umstände, in die Gott den Menschen stellte, nicht schlecht waren, so dass Adam und Eva zwangsläufig hätten versagen müssen. Im Gegenteil: Die Umstände waren ideal. Gott hatte einen herrlichen Garten gemacht und den Menschen dort hineingestellt, mit dem Auftrag, diesen Garten zu bebauen und zu bewahren.

In diesen Garten hatte Gott zwei Bäume gepflanzt mit den bezeichnenden Namen „Baum des Lebens“, der in der Mitte des Gartens stand, und „Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen“.

Diese zwei Bäume sprechen einerseits von Segen und andererseits von Verantwortung. Letzteres kam übrigens auch schon in dem Auftrag zum Vorschein, den Garten zu bebauen und vor allem in dem Wort bewahren. Das Verbot, von dem letzten Baum nicht essen zu dürfen, war nicht als Prüfung gemeint, um zu sehen, ob der Mensch Gott gehorsam sein würde; nein, der Gehorsam gegenüber Gottes Gebot brachte Segen mit sich.

Adam und Eva waren ungehorsam und sündigten

Diese Sünde des ersten Menschenpaars richtete sich – sozusagen – vertikal Richtung Gott und dadurch wurde das gute Verhältnis mit dem Schöpfer zerbrochen.

Adam und Eva bekamen eine sündige Natur, die sich auf ihre Nachkommen übertrug. Wir sehen das sofort schon bei Kain. Er beging die zweite Sünde, und die richtete sich – horizontal – gegen einen Mitmenschen. Dadurch wurde das gute Verhältnis unter den Menschen angetastet.

Nach der Sünde von Adam und Eva bekleidete Gott sie mit Tierfellen und zeigt damit an, dass ihr eigenes Mittel, die Bekleidung mit Feigenblättern, vor Ihm nicht bestehen konnte. Es mussten Tiere geschlachtet werden, es musste Blut fließen, und Gott bekleidet das erste Menschenpaar mit Röcken von Fell. Sie wurden bekleidet mit den Beweisen dafür, dass ein anderer für sie gestorben war. Symbolisch weist das auf die Erlösung hin, die durch Jesus Christus kommen würde, der sein Leben zur Rettung des Menschen geben würde. Hiermit wurde schon angedeutet, dass es ohne Blutvergießung keine Vergebung gibt.

Hier gibt es aber nicht nur den symbolischen Hinweis auf den Erlöser, sondern Er wird auch wörtlich angedeutet als der Same der Frau, der der Schlange den Kopf zertreten würde (1Mo 3,15).

Gottes Ziel

Nach dem Kommen des Herrn Jesus, seinem Sterben am Kreuz und seiner Auferstehung, lässt Gott das Evangelium den Nationen verkündigen, damit die Menschen Ihn suchen und finden können, indem sie sich bekehren und an Jesus Christus glauben (Apg 17,27). Das würde „Heil“, Rettung und Wohlsein für sie bedeuten.

Durch den Glauben an Jesus Christus werden Sünder gerettet und das ist zum Lob seiner Gnade (lies Epheser 1 komplett).

Gottes Wege: vierfach, was das Heil betrifft

Das Ziel der Sendung von Jesus Christus und seinem Kreuzestod ist vierfältig:

  • die Erschaffung der Kirche oder Gemeinde, die die Braut Christi ist und die Er holen wird, um sie ins Vaterhaus zu bringen (Joh 14,1-3; Off 19,6-10)
  • die Wiederherstellung des Volkes Israel, wobei jede unerfüllte Prophetie des A.T. sich erfüllen wird (schlage hierzu u.a. die Prophetie in Jesaja 54–66 nach und siehe das Thema „Israel und die Zukunft“ auf dieser Website);
  • das Sammeln der Nationen unter die segensreiche Regierung von Christus, in der sie mit Israel gesegnet sein werden;
  • die Wiederherstellung der Erde, wobei diese ein Ort sein wird, wo Gerechtigkeit und Friede wohnt, auch unter den Tieren (s. Jes 11,6-10; 32,16.17 und viele andere Stellen).

Neuer Himmel und neue Erde

Schließlich werden ein neuer Himmel und eine neue Erde entstehen und der ewige Zustand für unsere Erde wird beginnen. Die zeitliche Erneuerung, wovon Jesaja 60,1-3 und 65,17-25 sprechen, wird in einen ewigen, neuen und herrlichen Zustand übergehen, von dem 1. Petrus 3,13 spricht.

Kurzum: Es kommt alles in Ordnung mit unserer Erde und ihren Bewohnern, die sich zu Gott bekehrt haben!


Originaltitel: „Gods bedoeling met de aardbol en zijn bewoners“
Quelle: www.jaapfijnvandraat.nl

Übersetzung: S. Winterhoff


Hinweis der Redaktion:

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