Wie geht man weise mit Jungbekehrten um?
Ratschläge von Paulus aus dem ersten Brief an die Thessalonicher

J. H.

© SoundWords, online seit: 12.12.2003, aktualisiert: 14.07.2016

Sehr oft machen wir einen großen Fehler in der Behandlung junger Christen. Sobald sie bekehrt sind, drängen wir sie, zu wirken, und glauben sie schon in den christlichen Kampf hineinziehen zu können. Doch dies ist nicht die Ordnung Gottes. Eine schöne Darstellung der verschiedenen Wachstumsstufen des christlichen Lebens haben wir in dem ersten Brief an die Thessalonicher.

Kapitel 1: Die Geburt

„Wie ihr euch von den Götzenbildern zu Gott bekehrt habt, … zu dienen … und zu erwarten.“ Dies war die Bekehrung. Sie gingen vom Tod in das Leben über und wurden „Kindlein“ in Christus.

Kapitel 2: Die Tage der Erziehung

Jene jungen Gläubigen bedurften zarter Pflege und Aufsicht, und der große Apostel der Nationen sagt: „Wir sind in eurer Mitte zart gewesen, wie eine Amme.“ Wie war er an einer anderen Stelle ängstlich besorgt um ihre Nahrung und voll mütterlicher Achtsamkeit, ob sie der „Milch“ oder der „festen Speise“ nötig hatten.

Kapitel 3: Stehen

Paulus sagt: „Jetzt leben wir, wenn ihr feststehet im Herrn“, mit anderen Worten: „Mein größtes Verlangen ist, dass ihr imstande sein solltet, allein zu stehen.“ Es ist wiederum das Empfinden einer Mutter in Paulus, die mit Besorgtheit und Stolz auf den Augenblick wartet, wenn ihr Kind allein stehen kann.

Kapitel 4: Wandeln

„Wir ermahnen euch in dem Herrn Jesus …, in welcher Weise ihr wandeln … sollt.“ Wie völlig natürlich ist doch die Entfaltung des Lebens, erst Stehen und nun Wandeln.

Kapitel 5: Kämpfen

Und nicht vor diesem letzten Kapitel erwähnt Paulus den Kampf, und dann führt er die Waffenrüstung ein, die für diesen Kampf nötig ist. Der 4. Vers endet mit Sieg: „… der wird es auch tun.“

Habt Geduld, Brüder, mit jungen Christen und drängt sie nicht vorwärts. Sie können nicht alles auf einmal verstehen. Sie können nicht kämpfen, bis sie dazu erzogen sind. Sie brauchen Kraft in ihren Füßen, ehe sie wandeln, und Fülle von „fester Speise“, ehe sie kämpfen können.


Aus der Zeitschrift Der Dienst des Wortes, 1930

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