Pilgerschaft und Ruhe (1)
Johannes 13: Reinigung und Gemeinschaft

Walter Thomas Turpin

© SoundWords, online seit: 16.03.2013, aktualisiert: 07.09.2018

Leitverse: Johannes 13 

Vorwort des Autors
Dieser Vortrag ist von einem Zuhörer in Kurzschrift mitgeschrieben worden. Auf dessen Wunsch hin hat der Redner ihn, soweit es möglich war, überarbeitet. Dabei hat er es für gut befunden, weder den Stil noch die Ausdrucksweise dieser wenig strukturierten Ansprache zu ändern, da solche bekanntlich erheblich von einem geschriebenen Text abweichen. Viele Leser werden sich zweifellos fragen, ob der Vortrag jemals in gedruckter Form erscheint. Der Verfasser kann wahrheitsgemäß sagen, dass niemand als er selbst es so gut wissen kann, wie kraftlos die Worte seiner Ansprache sind. Aber die Wahrheiten, die er versucht hat darzulegen und zu vermitteln, verdecken, so hofft er, das bescheidene Instrument, das den Vortrag gehalten hat. Wenn es dem Herrn gefällt, durch denselben den Seinen zu helfen und sie zu ermuntern und uns wieder neu deutlich zu machen, was Er anfangen kann mit törichten, schwachen, elenden und verachtungswürdigen [Menschen], dann soll Ihm alles Lob und alle Ehre zukommen.
W.T.T., Malvern 1875

Einleitung

Zwei Themen sind mir wichtig, über die ich heute Abend eine Weile sprechen möchte, und zwar in genau der gleichen Reihenfolge, wie sie in Johannes 13, behandelt werden, nicht nur was die moralische Reihenfolge, sondern auch was die buchstäbliche Reihenfolge angeht. Es geht erstens um die praktische Reinigung, der wir bedürfen, um Teil an Christus zu haben, und zweitens um die Ruhe, die aus dieser Reinigung hervorgeht.

Jeder, der den Zustand des Volkes Gottes der heutigen Zeit beobachtet, wird unweigerlich bemerken, wie wenig wahre Ruhe unter den Gläubigen zu finden ist. Ich bestreite keineswegs, dass Ernst, Eifer und Hingabe, Erkenntnis und Verständnis vorhanden sind. Man kann jedoch alle diese Eigenschaften besitzen (oder auch nur eine beliebige von ihnen) und doch keinen eindeutigen Frieden, keine wirkliche Ruhe haben. Heute ist es außerordentlich schwierig, jemand zu finden, der sich eines dauerhaften Friedens erfreut. Warum ist das so? Hast du dir schon einmal die Frage gestellt, woher es kommt, dass in dieser Hinsicht so wenig Unterschied zwischen den Heiligen und ihrer Umgebung zu bemerken ist? Meine Absicht ist es, wenn möglich, diese Frage richtig zu beantworten.

Es gibt besonders zwei Dinge, durch die bekennende Christen sich Ruhe zu verschaffen suchen, und beide wetteifern miteinander:

  1. Da ist einerseits der Aktivismus, eine intensive, rastlose Tätigkeit, die Beschäftigung des Herzens mit Dingen, die an und für sich absolut gut und richtig sind, die aber keine Ruhe geben und sie auch nicht geben können, ganz im Gegenteil. Liebe Freunde, ihr werdet erfahren, dass vielfach das Maß der entfalteten Tätigkeiten im Verhältnis steht zu der fehlenden inneren Ruhe. Oft ist es so, dass jemand, der keine Ruhe des Herzens und des Geistes genießt, zum Aktivismus gedrängt wird, um von sich selbst los zu sein.

  2. Andererseits sind da die Bemühungen, das Fleisch zu verbessern, um auf diesem Weg zur Ruhe zu gelangen. Einfach ausgedrückt heißt das Folgendes: Es wird behauptet und auch von vielen – selbst von ernsten Christen, echten Kindern Gottes – für wahr gehalten, dass das Preisgeben des eigenen Willens durch die eigene Willenskraft Ruhe verschaffe. In dem Moment, wenn man seinen Willen aufgebe (richtig betrachtet, ist das widersinnig!), wenn der Wille kapituliere, sich sozusagen in den Tod gebe, erlange man durch diese Willenshandlung Ruhe.

Mein tiefster Wunsch ist, klarzustellen, was der Seele nach meinem Verständnis der Schrift im Weg steht, diese vollkommene Ruhe zu erlangen, die hier in Johannes 13 erscheint – ein Mann lehnt sich an die Brust Jesu –, und aufzuzeigen, worin diese Ruhe besteht und was ihre Folgen sind.

Praktische Reinigung

Ich glaube, der erste und einfachste Grund für den Mangel an Frieden liegt darin, dass die Füße der Gläubigen nicht gewaschen sind. Dadurch werden sie praktisch unfähig, Gemeinschaft mit Christus zu haben dort, wo Er ist. Dies ist, wie ich glaube, die große Wahrheit, die uns in Johannes 13 vorgestellt wird. Es geht nicht in erster Linie darum (obwohl auch das stimmt), dass unser geliebter Herr den Schmutz entfernt, der sich bei unserem täglichen Wandel an unsere Füße heftet. Ich glaube, dass es hier um etwas viel Tieferes geht, nämlich um eine Tauglichkeit des Herzens, dort zu sein, wo Er weilt – eine Reinigung, um teilzuhaben mit Ihm in der Herrlichkeit. Ich wiederhole: Es ist nicht die Tatsache, dass Er aufgrund der täglichen Verschmutzung unsere Füße wäscht. Ich weise das nicht zurück, doch hier geht es um etwas viel Tieferes: um eine gewisse Eignung, sich mit Christus zu identifizieren, um Teil an Christus haben zu können da, wo Er ist. Das ist meiner Meinung nach das Thema von Johannes 13.

„Während des Abendessens“, das heißt, während der Herr noch mit den Seinen hier in dieser Welt vereint war, „steht Jesus … von dem Abendessen auf“ [Joh 13,2-4]. Jesus bricht diese irdische Gemeinschaft ab und zeigt ihnen, wie Er sie für eine andere und kostbarere Beziehung zu Ihm passend machen kann. Er scheint ihnen dadurch sagen zu wollen: Bisher war ich mit euch auf eurem Niveau vereinigt, aber jetzt will ich euch zeigen, wie ich euch tauglich und geeignet machen kann für die Gemeinschaft auf meinem Platz, in der neuen Sphäre und in dem neuen Wohnort, zu dem ich gehe.

Er nimmt also das Waschbecken, das Wasser und das leinene Tuch, und in dem vollen Bewusstsein, „dass er von Gott ausgegangen war und zu Gott hingehe“ [Joh 13,3] – das war Gottes Seite davon und auch seine Seite –, bückt Er sich, um diesen Dienst an seinen Geliebten auszuführen. Darin zeigt sich die Quelle und Triebfeder seines ganzen Dienstes für sie: „Da er die Seinen, die in der Welt waren, geliebt hatte, liebte er sie bis ans Ende“ [Joh 13,1]. Oh, Herr Jesus, welche Liebe, welche wunderbare Gnade! Die Zuneigung und Liebe des Herrn zu den Seinen bleibt zu allen Zeiten und unter allen Umständen dieselbe. Wie kostbar ist es doch, bis zu dem Ursprung der Handlungen des Herrn Jesus Christus durchzudringen! Aber wie wenig verstehen wir eigentlich, dass die Beweggründe zu all seinem Tun nur in Ihm selbst liegen! Diese einfache Tatsache ragt deutlich hervor. Alles, was Ihn zu Gnadenbeweisen uns gegenüber bewegt, entspringt direkt seinem Herzen.

Deshalb setzte Er alles daran, die Seinen für seine Gegenwart und für das Zusammensein mit Ihm in der zukünftigen neuen Umgebung tauglich zu machen. Nichts weniger konnte dem Herzen Christi genügen. Bist du dir und bin ich mir der Tragweite dieser Tatsache bewusst? Dass alle Bemühungen unseres teuren Herrn dazu dienen, uns – soviel an Ihm liegt – für das Leben mit und bei Ihm tauglich zu machen? Bist du dir dessen in deinem tiefsten Inneren bewusst, dass es sein tiefster Wunsch war, einen armen und elenden Menschen wie mich tauglich zu machen – soviel an Ihm liegt – für die Gemeinschaft mit Ihm in der neuen Wohnstatt, in die Er gegangen ist? Es ist nicht nur eine Frage meines Bedürfnisses und meiner Unzulänglichkeit; sondern seine Zuneigung treibt Ihn an, mich für Ihn dort droben passend zu machen. Daher nimmt Er das Waschbecken, das Wasser und das Leintuch und fängt an, „den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem leinenen Tuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war“ [Joh 13, 5].

Versteht ihr die Bedeutung dieser Handlung Christi für euch? Heute Abend spreche ich absichtlich über einfache Begriffe, die vielleicht vielen der Zuhörer gut bekannt sind. Doch die ältesten Wahrheiten, obwohl sie uns geläufig sind, haben es am nötigsten, dass sie in uns wiederbelebt werden. Sie geraten leicht in Vergessenheit, besonders durch die Geschäftigkeit um uns herum. Ich frage dich heute Abend: Bist du dir bewusst, dass der Herr Jesus deine Füße in seinen Händen hält? Bist du dir bewusst, was es heißt, der Gegenstand einer solchen Handlung des Herrn Jesus zu sein, einer Handlung, die jedes bisschen Schmutz entfernen soll, der die Beziehung zu Ihm stören könnte? Der Herr wird dann eine noch tiefere Freude an der Gemeinschaft mit dir haben als du an der Gemeinschaft mit Ihm. Bist du dir dessen bewusst? Unterwirfst du dich willig seinem Tun? Lässt du deine Füße reinigen? Erlaubst du Ihm, deine Füße zu reinigen? Erlaubst du Ihm, sich für dich zu umgürten? Dass Er durch diese Handlung alles beseitigt, was dich für Ihn und auch für die Gemeinschaft mit Ihm untauglich macht?

Warum stelle ich diese Fragen? Weil ich glaube, dass diese Handlung Christi absolut nichts verschont. Bei genauem Hinsehen werdet ihr merken, dass das eine ungeheuer ernste Sache ist; dass genau da der Missstand der Herzen heutzutage liegt. Ich glaube nicht – ich sage es mutig –, dass wir uns in der Regel der stechenden, trennenden, durchdringenden Kraft des Wortes unterwerfen, so dass auch das Geringste, was Christus nicht gefällt, gerichtet und hinweggetan wird.

Ich möchte einen Augenblick über Hebräer 4,12.13 sprechen. Diese Verse werden euch klarmachen, was ich euch einprägen will: „Das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und durchdringend bis zur Scheidung von Seele und Geist, sowohl der Gelenke als auch des Markes, und ein Beurteiler der Gedanken und Überlegungen des Herzens; und kein Geschöpf ist vor ihm unsichtbar, sondern alles ist bloß und aufgedeckt vor den Augen dessen, mit dem wir es zu tun haben.“ Hier hat Gott aufgezeichnet, auf welche Art und Weise der Herr Jesus alles wegnimmt, was unserer Gemeinschaft mit Ihm hindernd im Wege steht: nämlich durch das Wort Gottes. Gottes Wort ist das Wasser; wir finden es fast überall in der Schrift unter diesem Bild. Dieses Wasser ist die reinigende Kraft, die alles Unangemessene beseitigt. Wenn das lebendige Wort Gewissen und Seele ergründet, so führt es uns in Gottes Gegenwart. Hier ergeht Gottes Gericht über alles, was sich in uns befindet.

Ich erwähne diese Schriftstelle auch aus einem anderen Grund, nämlich damit ihr den engen Zusammenhang in diesen beiden Versen zwischen dem fleischgewordenen und dem geschriebenen Wort versteht. Betrachten wir sie noch einmal: „Das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert …; und kein Geschöpf ist vor ihm unsichtbar, sondern alles ist bloß und aufgedeckt vor den Augen dessen, mit dem wir es zu tun haben.“ Vor wessen Augen? Vor den Augen Gottes! Was auf Gott zutrifft, trifft auch auf sein Wort zu. Was nur Gott besitzt, was sein Privileg ist, die wirksame und durchdringende Kraft Gottes, der die Gedanken und die Gesinnungen des Herzens liest – das ist auch seinem Wort eigen.

Ich möchte dies heute Abend ganz besonders betonen, weil ich fürchte, dass wir weder die so ernste Wichtigkeit seines Wortes erkennen noch die Art und Weise, wie es auf unser Gewissen wirken würde – wenn wir ihm das Wirken gestatteten. Ich bezweifle sehr (und sage das mit allem Respekt und in aller Liebe), dass das Wort Gottes in unserem Leben wirklich den Platz einnimmt, den es bei den Heiligen vergangener Tage hatte. Es mag sein, dass die Erkenntnis und die Ernsthaftigkeit beachtlich zugenommen haben. Doch ich frage mich, ob das Wort Gottes heute noch den machtvollen Platz – den es vor einigen Jahrzehnten innehatte – in denen einnimmt, die heute ernten, was andere gesät haben. Ich glaube nicht, dass wir begreifen, welch eine segensreiche Erfahrung es ist, jeden Gedanken und jeden Beweggrund, jede Tätigkeit in unserem Leben der durchdringenden Kraft des lebendigen Wortes zu unterwerfen. Wenn wir das nicht verstehen, brauchen wir uns über den Mangel an innerer Ruhe nicht zu wundern. Wenn das Wasser, das von allem reinigt, was mit der Gegenwart des Herrn unvereinbar ist, nicht angewandt wird, dann kann ich die Ruhelosigkeit verstehen. Ich glaube ebenfalls, dass Gott uns in seiner Güte die Ruhe vorenthält, solange wir nicht für Ihn zubereitet sind, denn nur danach können wir die Ruhe genießen.

Ich möchte dem, was ich über das Waschen der Füße gesagt habe, noch etwas hinzufügen. Ich denke, wir dringen nicht tief genug ein in die Bedeutung des Tuns des Herrn mit uns. Denn es geht nicht nur um die Beseitigung von Dingen, die mit Ihm unvereinbar sind, sondern unser teurer Herr kommt vielen Versuchungen zuvor, die unser Verhältnis zu Ihm trüben müssten, wenn sie eindringen und geduldet werden würden.

Diese Tatsache ist mir aufgefallen, als ich über eine ähnliche Schriftstelle nachdachte. Wir lassen es gelten, dass der Herr uns in seiner Gnade wiederherstellt, dass Er unsere Füße wäscht. Es gibt jedoch zahlreiche Fälle in unserem Leben als Heilige Gottes, die wir in einem anderen Licht betrachten würden, wenn wir einsichtig genug wären, um zu sehen, wie der Herr schon dem In-Aktion-Treten bestimmter Anlagen zuvorkommt, die zwischen Ihm und uns eine Entfernung herbeiführen würden. Er beugt vor und nimmt weg. Schlagt bitte die Schriftstelle auf, auf die ich mich beziehe, 2. Korinther 12,7: „Und damit ich mich nicht durch das Übermaß der Offenbarungen überhebe, wurde mir ein Dorn für das Fleisch gegeben, ein Engel Satans, damit er mich mit Fäusten schlage.“ Hier war nicht die Gemeinschaft zwischen Paulus und dem Herrn unterbrochen worden. Das Fleisch hatte in Paulus nicht die Oberhand behalten. Es war jedoch da und bereit, in Aktion zu treten; die Grundlage für eine Unterbrechung der Gemeinschaft mit Christus war vorhanden. Die Elemente, die dem Fleisch Anlass geben konnten, aktiv zu werden, waren in Paulus vorhanden, und das, obwohl er bis in den dritten Himmel entrückt worden war. Wie heißt es doch? „Und damit ich mich nicht … überhebe, wurde mir ein Dorn für das Fleisch gegeben.“

Ich glaube nicht, dass sich uns so etwas [eine Versuchung] nähert mit der Kraft, die es normalerweise hätte. Ich denke, dass wir unseren Wunsch darauf beschränken, dass die Kluft verschwindet, wenn das Fleisch eine solche Kluft schon herbeigeführt hat. Wir sind uns sicher nicht genug der Tatsache bewusst, dass Er schon so oft verhindert hat, dass sich eine Kluft überhaupt bildete. Sicher würden wir manches Ereignis in unserem Leben, manche Sachlage, Ängste, Schwierigkeiten, Probleme, Sorgen, manches Leid, manche Verhältnisse, die wir uns anders gewünscht hätten, besser verstehen, wenn wir die göttlich gewirkte Erkenntnis hätten, dass der Hinaufgestiegene uns ewig liebt. Er denkt an uns und weiß, dass wir eine Natur haben, die der Versuchung, uns von Ihm zu entfernen, erliegen könnte, und Er weiß im richtigen Augenblick einzugreifen. Wie hell würde manch ein sonst trüber Tag sein! Oh, wie wunderbar ist diese Liebe, die sich nicht nur herablässt, um die vorhandenen Schmutzflecken abzuwaschen! Sie kommt sogar dem Wirken meiner verdorbenen Natur zuvor, die eine Entfremdung herbeiführen möchte. Er legt mir Hindernisse in den Weg und verleiht mir das Vorrecht, mit Gott zu lernen, was das Fleisch ist, anstatt diese Erfahrung in der Gesellschaft des Teufels zu machen – denn lernen musst du es so oder so. Wenn du nicht lernst, so wie Paulus, was für ein elendes Geschöpf du bist, dann musst du es mit dem Teufel lernen, so wie Petrus! Wie ernst ist das! Der Apostel lernte sich selbst in der Nähe Gottes kennen, so wie 2. Korinther 12 es beschreibt. Dort sehen wir die Liebe des teuren Herrn, der [Böses] verhindert. „Mir wurde mir ein Dorn für das Fleisch gegeben“ [2Kor 12,7]. Teurer Heiland und Hirte, der Du über uns wachst! Zuverlässiger Freund der armen, wertlosen Menschen wie wir! Und doch sind wir eine kostbare Gabe Deines Vaters für Dich und sind eine Frucht Deiner eigenen, unfehlbaren Liebe.

Ich stelle wieder die Frage: Weißt du jetzt, was es bedeutet, passend zu sein? Was haben wir davon verstanden, was es heißt, Gemeinschaft mit Gott zu haben? Ich fürchte, wir begreifen sehr wenig von der Bedeutung echter Gemeinschaft – und es ist merkwürdig, dass uns das anscheinend kaum berührt. Wenn ich dich fragen würde, was du, gemäß der Schrift, erfasst hast von gemeinsamen Interessen, gemeinsamen Gedanken mit Christus in der Herrlichkeit –, könnten wir dann freudig antworten, dass wir diese Erfahrung gemacht haben? Vielleicht wendet jemand ein: „Aber ich bin immer glücklich.“ Das mag sein, aber das ist nicht das, was in Johannes 13 gemeint ist. Es geht nämlich darum, völlig geeignet zu sein für seine Gegenwart, dass alles Hinderliche weggenommen ist und auch nicht das Geringste zurückgehalten wird. Alles ist beseitigt, weil unser herrlicher Herr unsere Füße gewaschen hat. Es gibt kein Hindernis mehr für vollkommene Gemeinschaft mit Ihm dort, wo Er ist. Wir genießen dann die Ruhe, die daraus fließt.

Ich glaube also, dass das die unmittelbare Ursache für die Ruhelosigkeit der Heiligen ist: Sie sind nicht gereinigt, um an Christus teilhaben zu können. Ihre Füße sind nicht gewaschen; es besteht eine Entfremdung zwischen ihnen und Ihm. Ist das heute Abend bei dir der Fall? Ich frage jeden Einzelnen: Gibt es ein Hindernis zwischen dir und Christus? Hast du den Eindruck, dass etwas deine Beziehung zu Ihm trübt? Geliebte Freunde, eins ist sicher: Sehr wenig genügt, um eine Trübung herbeizuführen; der allerkleinste Anlass reicht aus für eine Entfremdung zwischen uns und Ihm!

Sehr ernst ist die Tatsache, dass ich meine Füße den teuren Händen des Herrn entziehen kann. Vielleicht verhindere ich für eine Zeitlang, dass Er meine Füße nimmt, sie wäscht und so sein [reinigendes] Wort anwendet. Es handelt sich hier einzig um den Anteil Christi an der Sache, nicht um den unsrigen. Damit stelle ich aber unsere Verantwortung nicht in Abrede. Ich spreche heute Abend über den Anteil von Christus. Natürlich müssen wir uns selbst richten mit allem, was dazugehört, aber ich meine jetzt das, was unser Herr tut. Es kann also vorkommen, dass du deine Füße seinen Segenshänden entziehst und so diesen seinen Liebesbeweis vereitelst und hinderst. Dann bleibt die Entfernung zwischen dir und Ihm bestehen, und Er muss es zulassen, dass du auf andere Weise belehrt wirst.

Und doch, wie wunderbar handelt der Herr zum Besten solch armer Geschöpfe, wie wir sind! Welche Gnade des Herrn, sich herabzulassen, um unsere Füße zu reinigen von allem, was Seiner unwürdig ist! Welch wunderbare Erfahrung, geliebte Freunde! Es bleibt nichts, nicht das Geringste, was Er nicht hinwegnimmt. Die Vollkommenheit seiner Liebe zeigt sich gerade darin, dass Er nichts durchgehen lässt. Unsere Eigenliebe lässt leicht etwas durchgehen, aber seine Liebe übersieht nichts. Die Eigenliebe bewegt sich in ihrem eigenen Kreis; die Liebe [dagegen] ist darauf aus, dem anderen Gutes zu tun. Sie sucht nur das Beste des anderen und duldet nichts, nein, nicht das Kleinste, was der Liebe zwischen Ihm und dem Gegenstand seiner Liebe schaden könnte. Warum? Um der Freude willen, den anderen so zu sehen, wie sie [diese Liebe] ihn haben möchte! Oh, wer kann die Freude Jesu ausdrücken – wie wenig verstehen wir wirklich davon! –, wenn Er uns so sieht da, wo und wie Er uns haben will, in der Gemeinschaft mit Ihm. Seine Freude ist weit größer, als unsere Freude jemals sein könnte. Ist dir das bewusst? Dass es dem Herzen Jesu größere Freude bereitet, dich dort zu haben, wo Er Gemeinschaft mit dir haben kann, als du dich jemals freuen könntest, bei Ihm zu sein? Das liegt der einfachen Handlung in Johannes 13 zugrunde und ist der Anlass für das Reinigen und das Wegwischen jeder Verschmutzung, die Ihm missfällt und nicht in seine Gegenwart passt. Ich betone das, weil ich glaube, dass in der heutigen Zeit mit den vielen Aktivitäten um uns her die große Gefahr besteht, zu vergessen, unserem Herrn Jesus Christus das zu geben, was Ihm gebührt. Denk doch daran, dass sein Herz sich gerade danach sehnt!

Hinsichtlich des Zeugnisses der Seinen heute bin ich tief überzeugt, dass Christus sich nicht nach einem Volk sehnt, das sich auf Erden durch besondere Leistungen auszeichnet und Heldentaten verrichtet. Sondern Er möchte ein Volk, auf das sein Gott und Vater hinweisen und von dem Er sagen kann: „Diese Menschen sind ein Beweis davon, dass sie volles Genüge in meinem Sohn haben, der mächtig ist, all ihren Mangel auszugleichen.“ Gott sucht Zeugen der Macht und der Gnade Jesu, um sie anderen armen, mühseligen und verzweifelten Menschen zu zeigen und zu sagen: „Mein Sohn kann für euch dasselbe tun, was Er für diese getan hat.“ Hast du ein göttlich gewirktes Gespür dafür, dass Gott dich in dieser Welt gelassen hat, um ein Beispiel zu sein von dem, was Christus für arme Geschöpfe wie uns tun kann? Dass Er von unseren Herzen Besitz ergreifen, sie bis zum Überfließen füllen und sie so zubereiten kann, dass Er sich in der Herrlichkeit, wo Er ist, daran freuen kann ? Dort wird Er selbst ihre ewige Freude und Ruhe sein.

Der Herr bewahre uns davor, dass wir uns seiner Hand entziehen! Er gebe uns Gnade, stets rein vor Ihm zu sein durch sein kostbares Wort und jede Regung unseres Herzens zu prüfen, um in den Genuss der vollkommenen Ruhe zu gelangen. Entziehe nicht dein Gewissen der Schärfe seines Wortes! Fürchte dich nicht, jeden Gedanken und jede innere Regung dieser alles durchdringenden Kraft zu unterwerfen! Fürchte dich nicht, dich von diesem Wort ganz und gar durchforschen zu lassen! Aber hüte dich vor allem, was dieses Wort von dir fernhalten könnte – was dich hindern könnte, die tiefgehende Untersuchung durch dieses Wort zuzulassen. Niemals jedoch fürchte dich vor dem Wort Gottes und vor der Liebe Jesu, die nichts anderes sucht als dein Bestes. So ist die Liebe Jesu. Sein ganzes Denken ist darauf gerichtet, uns zu segnen, uns, die Gegenstände seiner Liebe, und uns so zu gestalten, wie Er uns haben will, damit seine Freude in uns bleibe und unsere Freude völlig sei.

Die Ruhe, die aus der Reinigung hervorgeht

Dann wirst du sehen, dass du dadurch zur Ruhe gelangst, denn jetzt stört nichts mehr. Das Hindernis ist beseitigt und Ruhe ist eingetreten. Diese Tatsache schließe ich aus der Begebenheit [in Johannes 13]. Johannes lag mit seinem Haupt im Schoß Jesu. Hast du dich jemals an Jesus angelehnt? Ist dir schon einmal bewusst geworden, dass Er deine Füße genommen und sie gewaschen hat, damit du an seiner Brust ruhen kannst? Ohne Reinigung deiner Füße geht das nicht. Doch nachdem sie gereinigt sind, kannst du ungehindert an seiner Brust ruhen! Welch herrlicher Platz für eine müde Seele! Geliebte, ich sage euch: In Christus ist solch eine Größe und solch ein Reichtum vorhanden, dass bei Ihm Platz genug ist für jedes Haupt seiner Heiligen.

Ich will die Sache nicht übermäßig ausmalen. Ich weiß, es ist ein Sinnbild, das ich dem Tatsachenbericht entnehme und das ich zum besseren Verständnis gebrauche. Mit dem Legen deines Hauptes an die Brust Jesu meine ich Folgendes: Ihm so nahe zu sein, mit Ihm so eng verbunden zu sein, dass Er die vollkommene Ruhe deines Herzens wird, dass du in seiner Nähe Ruhe findest. Nicht das, was ich von Ihm empfange, sondern Er selbst ist meine Ruhe. Wäre irgendetwas zwischen dir und Ihm, könntest du nicht zur Ruhe gelangen. Gäbe es etwas zwischen dir und Christus, dann würdest du dich scheuen, zu Ihm zu kommen, weil du dann notwendigerweise zur Rede gestellt würdest. Deswegen, liebe Freunde, können auch nur so wenige es ertragen, mit Christus und Gott allein zu sein. Du wirst es nicht ertragen können, allein mit Ihm zu sein, solange zwischen dir und Ihm nicht alles geregelt ist. Darum fürchten sich manche, mit Ihm allein zu sein. Als Jakob an der Furt des Jabbok allein war, rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte aufging. Als Joseph allein mit seinen Brüdern war, als niemand zugegen war, gab er sich ihnen zu erkennen.

Ich zweifle nicht daran, dass deshalb viele Menschen Ablenkung suchen in den vielseitigen Angeboten um sie her: Sie wollen dem Alleinsein mit Christus oder Gott entgehen. Aber wenn uns nichts von Ihm trennt, können wir allein [mit Ihm] sein, und wir finden Ruhe in der Gemeinschaft mit Ihm. Seine Gegenwart selbst ist dann die Ruhe unseres Herzens. Das meine ich mit den Worten „unser Haupt in seinen Schoß legen“. Hast du diese Erfahrung gemacht? Wie viele von uns, die wir heute Abend hier versammelt sind, können sagen: „Ich weiß, was es heißt, nahe bei Ihm zu sein“?

Ein aufrichtiges Herz ist an zwei Merkmalen zu erkennen, die man beide in Lukas 7 findet. Das eine ist: Ich muss mich Ihm nähern, das andere: Er muss mein Alles sein. Wenn ich heute Abend darüber spreche, Ihm nahe zu sein, dann heißt das, da zu sein, wo Er ist. Das hat nichts mit dieser Welt zu tun. Es heißt nicht, Ihn zu uns herabzuholen, damit wir uns in dieser Welt wohlfühlen. Doch das sehen wir überall um uns her. Das Gewissen von Heiligen sowie von Sündern sucht Entlastung, um mit dem weltlichen Leben fortzufahren. Nein, es geht nicht darum, Christus zu uns herabzuholen, in unsere Verhältnisse, damit wir uns darin glücklich fühlen. Es geht vielmehr darum, dass Christus meine Füße von allem reinigt, was unpassend für die Gegenwart Gottes wäre, was ein Hindernis darstellen könnte für mein Eintreten in Christi Umgebung. Wenn du je den Segen der Gemeinschaft mit Christus geschmeckt hat, da, wo Er ist, in jenen wunderbaren Verhältnissen, wo Er lebt – dann könntest du rückblickend sagen: „Ich bin los von allem Irdischen.“ Wenn du das wahre Gut besäßest, wäre dein Herz geschützt gegen alle Nachahmungen und Fälschungen davon um dich her. Die Menschen lassen sich auch deshalb täuschen, weil sie das Beste nie besessen haben. Besäßest du das Beste, würdest du den richtigen Maßstab haben zur Beurteilung dessen, was im Widerspruch dazu steht, und es würde dich nicht danach verlangen. Niemand kann das Falsche erkennen, sei er noch so begabt, wenn er nicht das Richtige kennt. Man muss ein Muster haben, ein Vorbild, nach dem man alles bewertet, denn ohne das ist eine Beurteilung unmöglich. Ohne Kenntnis der Wahrheit kann man nicht wissen, was von ihr abweicht; man ist deshalb auch nicht gewappnet gegen den Irrtum. Aber wenn man das Vorzügliche besitzt, erkennt man das Schlechte und will nichts damit zu tun haben.

Wenn ich Anteil an Christus habe, gelange ich in eine innige Verbindung zu Ihm. Er selbst ist die Ruhe meiner Seele, und mein Herz weiß, was es bedeutet, bei Ihm zu sein, so wie es der Psalm 23 beschreibt. Dieser Psalm bezieht sich nicht auf irgendeinen irdischen Ort; denn in dieser Welt gibt es keine „grünen Auen“. Nur im Himmel sind sie zu finden. Und was die „stillen Wasser“ betrifft, auch sie gibt es nicht auf dieser Erde. Oh nein, es gibt keine Ruhe inmitten der heftigen Stürme dieser Welt. Es gibt hier weder Grünes noch Stille – nichts als Unruhe und Trugbilder. Aber von dem Augenblick an, da ich die Gemeinschaft mit Jesus uneingeschränkt genieße, kann ich [selbst] den allerbesten Dingen der Erde den Rücken kehren. Alles, was diese arme Welt zu bieten hat, die Vorspiegelungen Satans und all seine Intrigen sind mir dann auf einmal klar. Wie ist das möglich? Weil ich das Beste besitze, und dieser Besitz stählt mein Herz gegen alles, was damit unvereinbar ist. Nichts anderes kann mich befriedigen.

Ich möchte noch auf etwas anderes eingehen. Wenn du bei Christus weilst, dein Kopf an seiner Brust liegt und du diese Ruhe genießt, befindest du dich am richtigen Platz, und Er kann sich dir mitteilen. Weißt du, was es heißt, Mitteilungen von unserem teuren Herrn zu bekommen? Weißt du, was es bedeutet, so von dir selbst und deiner Umgebung, der Welt und ihrer Ruhelosigkeit losgelöst zu sein? In der Gegenwart Jesu zu verweilen, so dass Er dir seine Gedanken mitteilen kann? Lasst uns kurz Johannes 13,21-25 lesen: „Als Jesus dies gesagt hatte, wurde er im Geist erschüttert und bezeugte und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich überliefern. Da blickten die Jünger einander an, in Verlegenheit darüber, von wem er rede. Einer aber von seinen Jüngern, den Jesus liebte, lag zu Tisch in dem Schoß Jesu. Diesem nun winkt Simon Petrus, damit er frage, wer es wohl sei, von dem er rede. Jener aber, sich an die Brust Jesu lehnend, spricht zu ihm: Herr, wer ist es?“

Hier herrschte Vertrauen und Ruhe in Erwartung der Antwort auf dieses Vertrauen. Was könnte einfacher und zugleich glückseliger sein? Dem, der am nächsten bei Christus war, erkannten die anderen das Recht zu auf vertrauten Umgang mit Ihm wie mit einem Freund. Petrus, aus der Ferne, bedient sich dieses Umstandes, nicht nur, um seine eigenen Zweifel und die der anderen Jünger zu beschwichtigen, sondern auch, um Geheimnisse des Herzens Christi zu erfahren. Petrus wusste sehr gut: Wer an der Brust Jesu lag, der erfuhr auch seine innersten Geheimnisse – Christus würde sich ihm mitteilen.

Hier liegt eine äußerst wichtige Wahrheit: Der Herr macht uns keine Mitteilungen aus der Entfernung. Wenn du fern von Christus lebst, kannst du weder seine Geheimnisse erfahren noch sein Verlangen kennen. Ich sage nicht, dass Er dich dann nicht liebt. Aber es ist das Begehren seines Herzens – wenn du fern von Ihm lebst –, dich in seine Gemeinschaft zurückzuführen, so dass Er sich am [innigen] Umgang mit dir freuen kann. So handelt Er. Wenn du nahe bei Ihm bist, kann Er sich dir mitteilen. Das ist seine größte Freude. Die anderen Jünger weilten nicht nahe genug bei Jesus, um seine Geheimnisse zu erfahren. Johannes war nahe bei Ihm und hatte außerdem so viel Vertrauen zu Jesus, dass er fragte: „Herr, wer ist es?“, und er wartete in Ruhe Jesu Antwort ab.

Hier tritt Nähe, Vertrauen, Ruhe zutage. Hast du diese erfahren? Ich weiß es von mir selbst: Wir reden zu dem Herrn, aber wie selten sind wir so gelassen, sind wir Ihm so nahe und so still, dass Er sich uns mitteilen kann! Ach! Wie selten ist das der Fall! Wie wenig scheinen wir zu verstehen, wie sehr es in seiner Natur ist und wie sehr es Ihn beglückt, uns nahe bei sich zu haben, denn Er möchte sich uns rückhaltlos offenbaren. Der Herr schenke uns den Seelenfrieden, die Ruhe des Herzens, das geöffnete Ohr, um die Mitteilungen aufzunehmen, die Er so gerne denen machen möchte, die nahe bei Ihm sind!

Ich bitte euch, zum Schluss noch Johannes 21,7 zu betrachten: „Da sagt jener Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr.“ Diese Worte zeigen uns eine weitere Wirkung des Weilens in der Nähe des Herrn – außer dem, was ich schon erwähnt habe: Man wird fähig, jede seiner Handlungen zu verstehen, denn man kennt die Person, die sie ausführt. Man kennt den Herrn so gut, dass man Ihn an seinem Handeln erkennt.

Lasst mich noch Folgendes offen sagen bezüglich dieser beiden Dinge. Wir sollten die Gegenwart des Herrn nicht aufsuchen zu diesem Zweck noch aus diesem Grund. Wir sollten nicht nahe bei Christus sein, um Mitteilungen von Ihm zu empfangen oder um sagen zu können: „Das ist Christus“, oder: „Es ist der Herr.“ Wir sollten bei Ihm sein um Seiner selbst willen, ohne irgendeinen anderen Antrieb. Wir sollten nur an seiner Brust ruhen aus Beweggründen, die dem Herzen Jesu entspringen. Dieser empfindet dabei die größte Freude.

Ich fühle, dass meine Worte recht kraftlos sind, sogar viel kraftloser, als ich es empfinde. Der Herr schenke uns vollständige Befreiung von allem. Er gebe es, dass wir uns Ihm ausliefern, Ihm erlauben, unsere beschmutzten Füße in seine gütigen Hände zu nehmen und sie für seine Gegenwart in der Herrlichkeit von allem Unpassenden zu reinigen mit seinem Wort, damit wir Gemeinschaft mit Ihm haben können im Licht, wohin Er gegangen ist; damit nichts steht zwischen uns und Ihm, so dass wir einfach kommen dürfen und unser Haupt dahin legen, wo Er es so gerne haben möchte. Bedenke: Es gibt keine bevorzugten Kinder in der Familie Gottes; keiner nimmt eine höhere Stellung ein als der andere. Der Platz steht allen offen, und es gibt genug Raum für alle. Der Schoß Jesu, das Herz und die Zuneigung von Christus sind für jeden der Seinen da, ohne Ausnahme. Jeder darf sein Haupt dahin legen, wo Johannes sein Haupt hinlegte.

Heute, in der Zeit der fieberhaften Aktivitäten, wird der menschliche Geist beherrscht von Quantität anstatt von Qualität. Der Herr schenke es, dass wir suchen, was Ihm wohlgefällig ist und was seiner Liebe entspricht. Er mache uns fähig, unserer Berufung würdig zu leben und zu erfahren, wie wohl es tut, den Menschen mit unserer geringen Kraft dienen zu dürfen. Er stärke unser Inneres, die wir vielleicht auf unbeachtetem und einsamem Posten stehen, durch den einen einfachen Gedanken: Meine Freude ist es, den tiefsten Wünschen und dem Verlangen desjenigen zu dienen, der sich selbst für mich hingegeben hat!

Der Herr möge sein Wort segnen, hinzufügen, was fehlt, und vergeben, was vielleicht in seinen Augen falsch war, um seines Sohnes willen.

Nächster Teil


Aus dem Vortrag „Cleansing and Communion. John 13“
Erster Vortrag der Reihe Our Pilgrimage and His Rest aus dem Jahr 1875

Übersetzung: Christel Schmidt


Hinweis der Redaktion:

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